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Ein Meilenstein für den Naturschutz

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Wildkaffeewälder in Äthiopien werden UNESCO-Biosphärenreservat


03. Juni 2010 - Es ist ein bahnbrechender Erfolg für den Naturschutz in Afrika: Als eines der beiden ersten Biosphärenreservate in Äthiopien sind die Wildkaffe-Wälder in der Region Kafa als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt worden. Der NABU hatte sich seit 2006 für die Aufnahme der Region in das Schutzgebietsnetz der UNESCO eingesetzt. „Umfassendes Engagement über Jahre war erforderlich, da es bislang in Äthiopien noch keine Biosphärenreservate gab und das Konzept weitgehend unbekannt war“, sagte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt, zuständig für Internationales.

Kaffeebohne

Neun Monate nach der Blüte tragen die Kaffeebäume im Regenwald rote, kirschartige Früchte.

Zahlreiche Termine auf höchster Ebene, Workshops und gegenseitige Delegationsbesuche in Äthiopien und Deutschland haben zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit des NABU mit den Behörden und den Bewohnern vor Ort geführt. Die wissenschaftlichen Datenerhebungen, die unermüdliche Arbeit der äthiopischen Kollegen und der Austausch mit Experten aus anderen afrikanischen Ländern brachten nun den ersehnten Erfolg. Dieser war jedoch nur möglich durch die Unterstützung der lokalen Bevölkerung. „Sowohl die Regional- als auch die Lokalregierung standen hinter der Nominierung“, freut sich Svane Bender-Kaphengst, Leiterin des Afrikaprogramms. „Die Bewohner des Gebietes haben aktiv dabei geholfen, das Biosphärenreservat zu planen. Von ihrer Unterstützung hängt auch ab, ob das Biosphärenreservat langfristig erfolgreich ist“, erklärt Bender-Kaphengst.

Menschen im Kaffa-Wald

Die Bevölkerung der Kafa-Region nutzt seit Generationen den Wildkaffee für den eigenen Konsum.

Das Kafa Biosphärenreservat ist mit rund 760.000 Hektar etwa halb so groß wie Schleswig-Holstein. Einen großen Teil der Fläche bedecken immergrüne Bergnebelwälder, die zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Berühmt sind die Wälder für die letzten Vorkommen des wilden Arabica-Kaffees. Ein Mosaik aus Feuchtgebieten, heißen Quellen und Waldgebieten sowie die historische Vergangenheit des Kafa-Königreichs ziehen zahlreiche Touristen in die Region.

Der NABU setzt sich seit vielen Jahren in Äthiopien für den Schutz der artenreichen Wildkaffeewälder in Kafa ein. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort mündete im März 2009 in ein trilaterales Abkommen des NABU mit dem zuständigen Ministerium für Wissenschaft und Technologie in Äthiopien und der UNESCO. Im Rahmen des Abkommens berät der NABU die äthiopische Regierung bei der Ausweisung weiterer Biosphärenreservate. Im November 2009 startete der NABU mit Unterstützung der Internationalen Klimainitiative des Bundesumweltministeriums in der Region ein Klima- und Waldschutzprojekt, das unter anderem nachhaltige Entwicklung und Umweltbildung für das Biosphärenreservat bis 2013 vorsieht.


Für Rückfragen:
Marcel Kruse
Referent für Afrika
Tel. 030-284984-1711

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