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Ein Anfang ist gemacht

Ein Anfang ist gemacht

Einheitliche Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ kommt

Aigner mit ohne-Gentechnik-Logo

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner bei der Vorstellung des Zeichens.

11. August 2009 - Für die Kennzeichnung von Milch, Eiern, Fleisch und anderen Lebensmitteln soll es künftig ein einheitliches Label „Ohne Gentechnik“ geben. Nachdem sich Hersteller und Handel nicht auf einen gemeinsamen Entwurf einigen konnten, bietet nun das Bundesverbraucherministerium ein solches Logo zur kostenfreien Verwendung an.

Das neue Zeichen mache es „den Verbraucherinnen und Verbrauchern leichter, sich bewusst für Lebensmittel ohne Gentechnik zu entscheiden“, warb Agrar- und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bei der Vorstellung in München. Erste Produkte mit dem neuen Zeichen werden frühestens im Herbst in die Läden kommen. Unter anderem muss noch ein von der Lebensmittelindustrie getragener Verein gegründet werden, der die Zeichenvergabe abwickelt.

Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ auf Milchflasche

Bisher macht jeder sein eigenes Ding: Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ auf Landliebe-Milchflasche.

Die seit Mai 2008 verbesserte Kennzeichnungs-Möglichkeit wird bisher noch nicht einmal von 20 Unternehmen genutzt – und jedes Unternehmen hat ein eigenes Zeichen entwickelt. Bei der Handelskette Tegut zum Beispiel prangt eine Margerite in blauem Kreis auf den gentechnikfreien Waren, auf der „Landliebe“-Milch aus dem Campina-Konzern zeigt ein runder Stempel „ohne Gentechnik“ an. Nun soll es eine einheitliche grüne Raute mit einem dreiteiligen Blatt aus dem Hause Aigner richten.

Ohne eine umfangreiche Werbekampagne wie bei der Einführung des Bio-Kennzeichens durch Aigners Vor-Vorgängerin Renate Künast (Grüne) dürfte sich der Erfolg jedoch in Grenzen halten. Nicht nur die Verbraucher sind aufzuklären, vor allem brauchen Hersteller und Handel anhaltenden politischen Druck. Gerade die Großen der Branche blockieren bisher. Laut Umfragen würden mehr als 70 Prozent der Verbraucher ihren Einkauf nach der Kennzeichnung ausrichten. Bei einer flächenhaften Einführung wären Milch oder Fleisch ohne Siegel kaum mehr absetzbar. Genau davor scheuen Edeka, Lidl oder Aldi angesichts der weiten Verbreitung von gentechnisch verändertem Futtermais- und -soja zurück.

Ohne Gentechnik

Das neue Einheitslogo.

Der umgekehrte Weg, eine Kennzeichnung „Mit Gentechnik“, ist nach EU-Recht nur bei Produkten möglich, die selbst gentechnisch verändert sind. Wurden Tiere, von denen Milch, Eier oder Fleisch stammen, „nur“ mit gentechnisch verändertem Futter ernährt, ist keine Kennzeichnung erlaubt. Umweltverbände und die Vereinigung Foodwatch fordern denn auch, dass die Bundesregierung sich in Brüssel für eine umfassende „Mit Gentechnik“-Kennzeichnung einsetzt.

Auch bei „Ohne Gentechnik“ gilt es, das Kleingedruckte zu beachten: Gentechnikfreiheit wird nicht für die gesamte Lebensdauer der Tiere verlangt. Bei Schweinen reicht es, wenn sie in ihren letzten vier Lebensmonaten kein gentechnisch verändertes Futter gefressen haben, bei Milchkühen beträgt die Karenz drei Monate und bei Legehennen sechs Wochen. Auch dürfen Futterzusätze wie Vitamine und Enzyme mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden. Wer all dies nicht will, dem bleiben als sichere Alternative Produkte aus dem Ökolandbau. Dort ist Gentechnik schlicht komplett verboten.

mehr Ministeriums-Faltblatt „Mehr Wahlfreiheit…" (PDF)

mehr Liste der Verbraucherzentrale Hamburg der „ohne Gentechnik“ gelabelten Produkte (PDF)

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