NABU.de Themen Gentechnik Anbau und Freisetzung Mais
2010 kein Genmais auf deutschen Äckern
Aigner muss klare Haltung beibehalten
NABU-Stellungnahme zum Monsanto-Rückzug bei Klage zum Genmais-Verbot
19. Februar 2010 -
In diesem Jahr wird wahrscheinlich wieder kein gentechnisch veränderter Bt-Mais auf deutschen Äckern stehen. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat Ende vergangener Woche das „Ruhen des Verfahrens“ in Sachen Monsanto angeordnet, da sich die beiden Streitparteien - das Bundesagrarministerium und Monsanto - nach eigenem Bekunden nun außergerichtlich einigen wollen.
Vermutet wird, dass Monsanto die Neubewertung von MON 810 im europäischen Zulassungsprozess dieses Jahr abwartet. Jede Zulassung für genmanipulierte Organismen muss nach 10 Jahren neu betrachtet werden unter Einbeziehung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Auf 1000 Hektar waren in diesem Jahr bereits MON 810 Felder angemeldet, insbesondere in Brandenburg und Sachsen.
Dazu erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Der NABU begrüßt die klare Haltung von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die am MON 810 Verbot aus Vorsorgegründen festhält. Solange der begründete Verdacht besteht, dass Bt-Maisanbau für Natur- und Umwelt schädlich ist, muss MON 810 verboten bleiben.“ Gleichzeitig fordert der NABU mehr Geld für eine unabhängige Sicherheitsforschung. „Es ist skandalös, dass die EU-Neubewertung sich im Wesentlichen auf die lückenhaften und unüberprüfbaren Daten des Herstellers Monsanto stützt. Monsanto stellt weder die Rohdaten für eine unabhängige Überprüfung zur Verfügung noch bekommen Forscher komplikationslos Zugang zu gentechnisch verändertem Saatgut ohne die Zustimmung Monsantos.“
Klage gegen Anbauverbot
Monsanto möchte Eilentscheidung in Sachen Genmais
21. April 2009 -
Der US-Agrarkonzern Monsanto klagt gegen das von der Bundesregierung ausgesprochene Anbauverbot für die von ihm vertriebene Genmaissorte MON 810. Nach Angaben von Monsanto will der Konzern auf eine Eilentscheidung drängen und so erreichen, dass der Anbau doch noch in diesem Jahr möglich wird.
Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung dringt der CSU Chef Horst Seehofer darauf, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner nach dem Genmais auch die Genkartoffel Amflora verbieten lässt. Diese Kartoffel wird bislang nur als Versuchsanbau in Brandenburg und Mecklenburg angebaut. Eine EU-weite Zulassung steht schon seit Jahren aus.
Erfreulicher Kurswechsel in der Agrogentechnik
Agrarministerin Aigner verbietet Genmaisanbau
14. April 2009 -
Der NABU hat die heutige Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner begrüßt, ein Anbauverbot für gentechnisch veränderten Mais in Deutschland auszusprechen. „Das ist ein erfreulicher Kurswechsel im Landwirtschaftsministerium. Weder die Verbraucher noch die Landwirte in Deutschland wollen genmanipulierte Pflanzen. Ein Anbauverbot der Maissorte MON 810 war überfällig und ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Es sei zu hoffen, dass die Entscheidung nicht nur aus wahlkampftaktischen Gründen gefallen sei, weil CDU/CSU derzeit in der Klemme sitzen. „Der NABU fordert ein langfristiges Anbauverbot, denn sonst könnte es im nächsten Jahr unter einer anderen Bundesregierung wieder ganz anders aussehen“, so Miller.
Der NABU hatte wiederholt kritisiert, dass das Monitoring zu möglichen Risiken der Genmaissorte MON 810 auf Mensch und Natur von der Herstellerfirma Monsanto selber durchgeführt wird. „Es ist ein Witz, dass hier der Hersteller bestimmen darf, ob sein Saatgut gefährlich oder ungefährlich ist. Eine strenge Kontrolle gab es bei dieser Risikotechnologie noch nie. Deshalb musste die Ministerin jetzt so handeln und den Genmaisanbau generell verbieten, es war allerhöchste Zeit“, so der NABU-Bundesgeschäftsführer.
Für Rückfragen:
Dr. Steffi Ober
NABU-Gentechnikexpertin
Tel. 01 72-5 25 41 98
Weitere Informationen zum Thema:
Aigner verbietet den Anbau von MON 810 (BMELV)
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Verbotsbescheid zum MON 810 vom BVL
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Emnid-Umfrage zum MON 810-Verbot
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BÖLW-Studie: Lässt sich der Anbau vom Genmais Mon810 in Deutschland verbieten?
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Schadensbericht Gentechnik vom BÖLW, März 09
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Tagfalter-Monitoring Deutschland ist nicht als Monitoring für gentechnisch veränderten Mais MON810 geeignet
Das aktuelle Genmaisverbot beruht auch auf neueren Erkenntissen, wie weit der Maispollen fliegt. Dies hat der NABU bereits 2007 in einer Studie im Auftrag des Landes Brandenburg dokumentiert.
Mehr zur NABU-Studie
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NABU-Studie: Durchführung eines Pollenmonitorings von Mais im Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch 2007
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