NABU.de Themen Flüsse Gewässerrandstreifenprojekt Untere Havelniederung Berichte und Ergebnisse

Berichte & Ergebnisse

Projektdokumentation und Zwischenbericht

Erster Zwischenbericht der beauftragten Fachplaner und Gutachter vorgelegt

Havel

Der Antrag des Naturschutzbundes Deutschland e.V. "Gewässerrandstreifenprojekt Untere Havelniederung zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf in den Ländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg" vom 02.02.2005 (i.d.F. vom 24.08.2005) wurde vom Bund im Rahmen der Förderung von Naturschutzgroßvorhaben zur Projektumsetzung ausgewählt.

Damit konnte die erste Etappe des Vorhabens erfolgreich abgeschlossen werden. Auf der Basis des Mittelverteilungsschreiben des Bundesamtes für Naturschutz vom 01.09.2005 sowie des Zuwendungsbescheides des Landes Brandenburg vom 21.10.2005 bekam am 27. Oktober 2005 der Naturschutzbund Deutschland e.V. als Projektträger den Zuwendungsbescheid für das Gewässerrandstreifenprojekt. Unmittelbar darauf nahm das 3-köpfige NABU-Projektbüro "Untere Havelniederung" am 01.11.2005 seine Arbeit in Parey auf.

Wesentliche Aufgabe des Projektbüros war es zunächst, in Zusammenarbeit mit den Verwaltungen der beiden Länder und dem Bundesamt für Naturschutz, die Ausschreibung der Planungsleistungen für einen fachübergreifenden Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) vorzubereiten. Das Leistungsverzeichnis als Grundlage der Ausschreibung wurde nach intensiven Abstimmungen auf allen Arbeitsebenen erstellt. Die endgültige Fassung des Leistungsverzeichnisses wurde am 11.07.2006 an die Fördermittelgeber versandt.

Nach der Zustimmung zum Leistungsverzeichnis durch die Fördermittelgeber erfolgte durch den Projektträger die europaweite Ausschreibung der PEPL-Planungsleistung am 02.08.2006, wobei folgende Lose gebildet wurden:
Los N - Naturschutz, Auen- und Gewässerökologie, Gesamtkoordination PEPL
Los W - Wasserwirtschaft, wasserwirtschaftliche Machbarkeit
Los S - Erhebung und Auswertung der sozioökonomischen Grundlagen und Rahmenbedingungen aus naturschutzfachlicher Sicht

In einem mehrstufigen Vergabeprozess, in dem insbesondere Zuschlagskriterien wie Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Erfahrungen, Zuverlässigkeit und Preis/Honorar ein Rolle spielten, wurde der Zuschlag in allen drei Losen auf die Bieter-/Arbeitsgemeinschaft ARGE "Untere Havel" erteilt. Die Absendung der Vergabeentscheidung an die ARGE "Untere Havel" erfolgte am 7.12.2006. Nach Abschluss umfangreicher Auftragsverhandlungen wurde die ARGE "Untere Havel" am 22.12. 2006 mit der Erstellung des PEP für das zu renaturierende Gebiet der "Unteren Havelniederung" beauftragt.

Zum Herbst 2007 wurde von den beauftragten Fachplanern und Gutachtern der ARGE "Untere Havelniederung" der erste Zwischenbericht zum Stand der Bearbeitung übergeben und verteidigt. Grundlage der Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplanes bildet das zwischen den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie dem Naturschutzbund Deutschland e.V. abgestimmte Leistungsverzeichnis.

Der Zwischenbericht stellt auf 360 Seiten die Ergebnisse der Untersuchungen, Modellierungen und Bewertungen dar, die im Zeitraum Januar bis August 2007 durchgeführt worden. Er beinhaltet als fachliche Grundlage für die geplante naturnahe Gestaltung der Unteren Havel Aussagen zu folgenden Themenbereichen:
- Ziele des Gewässerrandstreifenprojektes
- Aufgabenstellung Pflege- und Entwicklungsplan
- Lage und naturräumliche Gliederung
- Abgrenzung für Planungs- und Wirkungsräume
- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
- Institutionelle Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen
- Naturräumliche Grundlagen und Zustandserfassung
- Beeinträchtigungen, Gefährdungen und Konflikte (Schutzbedürftigkeit)
- Leitbilder, Leitlinien und Strategien
- Zielkonzeption
- Bewertungskriterien für die Maßnahmenplanung und die Modellierung
- Maßnahmen- und Bewirtschaftungsplanung
- Beitrag zur umweltverträglichen Regionalentwicklung - flankierende Maßnahmen

Die Pflege- und Entwicklungsplanung (PEP) vereinigt angesichts von Komplexität und Anspruch des Vorhabens beispielgebend alle planerisch relevanten Aspekte, indem die Beteiligung verschiedenster Fachleute erfolgt. Die in den drei dafür beauftragten Losen N, W, S (Fachbereiche) Tätigen arbeiten danach in enger Abstimmung untereinander sowie mit den beteiligten Behörden zusammen. Neben den allgemeinen, grundlegenden oder einordnenden Darstellungen sind folgende wesentliche Ergebnisse des ersten Zwischenberichts zu nennen:

1. Eine fachlich begründete Abgrenzung der Planungs- und Wirkräume (maßnahmenrelevanter Wirkungsraum, flächennutzungsrelevanter Wirkungsraum, Wirkungsraum bezüglich des kommunalen Hochwasserschutzes sowie Wirkungsraum Sozioökonomie)

2. Eine klare Ableitung, dass das Gewässerrandstreifenprojekt nicht nur umfassend EU-, Bundes- und Landesnaturschutzrecht umsetzt, sondern in gleicher Weise EU-, Bundes- und Landeswasserrecht
Methodik und Vorgehensweise der sozioökonomischen Analyse und Bewertung Methodik und Ergebnisse der aquatischen und terrestrischen FFH-Lebensraum- und Biotoptypenkartierung

3. Methodik und Ergebnisse der floristischen und faunistischen Kartierung (Fische und Rundmäuler, Großmuscheln, Wasserwirbellose)

4. Auswertung vorhandener Daten zur Vogelwelt und zu den Säugern
Betrachtungen zur Nutzung der Havel (wasserwirtschaftlich und in Bezug auf die Wasserstraßennutzung)

5. Ableitung und Begründung von Fließgewässer-, Flussauen und Standgewässer-Leitbildern sowie von ergänzenden naturschutzfachlichen Leitlinien und Strategien

6. Aufstellung einer abgestuften Zielkonzeption mit Erhaltungs- und Entwicklungszielen sowie Randbedingungen und Restriktionen

7. Methodik der Modellierung der Wirkungszusammenhänge (Modell für die wasserwirtschaftliche Bewirtschaftungs- und Rahmenplanung, gekoppeltes Oberflächen-Grundwasser-Modell 2D, Bauwerksmodell, Geländemodell, Sedimentmodell, Erosionstiefenmodell, Nautisches Modell, Wasserbeschaffenheitsmodell)

8. Beispielhafte hydraulische Modellierung einer Referenzstrecke (7 km langer Abschnitt der Havel nördlich von Strodehne und südöstlich von Havelberg), auch zur Testung von Zielsystem und Bewertungskriterien

Erfahren Sie hier mehr zu den Grundlagen und Zielen des Projektes

Kurzfassung des 1. Zwischenberichts (PDF; 1,3 MB)



Projektbüro übernimmt weitere Aufgaben Öffentlichkeitsarbeit & Akzeptanzförderung

Zusätzlich zur Begleitung der Planungsarbeiten übernimmt das Projektbüro "Untere Havelniederung" insbesondere die projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit und die damit verbundene Akzeptanzförderung. mehr Mehr

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