NABU.de Themen Flüsse Flussjuwel 2009 Bestes Renaturierungsprojekt
Sieger mit bestem Renaturierungsprojekt
Sieger mit bestem Renaturierungsprojekt
NABU-Gruppe Gärtringen/Nufringen/Rohrau schafft Lebensraum für den Eisvogel
In Baden-Württemberg hatte die NABU-Gruppe Gärtringen/Nufringen/Rohrau im Januar 2005 im Naturdenkmal Ried bei Nufringen angefangen, den Eisweiher zu restaurieren und den Brühlgraben zu renaturieren. Der Eisweiher war erheblich geschrumpft, früher offenes Land verbuscht und ein Betonkorsett säumte den Graben. Keine Chance für den Eisvogel, eine Wand für eine Brutröhre zu finden.
Seit über dreißig Jahren pflegt die NABU-Gruppe das Gelände. Doch erst 2005 überzeugte sie die Gemeinde Nufringen, sich finanziell für das Groß-Projekt einzusetzen. Mit einem Zuschuss vom Regierungspräsidium Stuttgart bekamen sie 200.000 Euro zusammen.
Große Geräte mussten her, um Schlamm wegzuschaufeln und Betonplatten zu entfernen. Zeitweise machten der Eisweiher und der Brühlgaben den Eindruck einer Großbaustelle. Um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, luden NABU-Aktive zu Führungen ein. Sie erklärten, dass die Veränderungen wichtig waren, damit viele Tiere, Insekten und Pflanzen sich wohlfühlen können.
Vogelbeobachtung in der renaturierten Landschaft
Der Brühlgraben wurde renaturiert und entwickelt sich nun naturnah. Kleinfische wie Elritze, Stichling und Schmerle finden wieder Lebensraum und Laichplätze. Entlang des Grabens legten ehrenamtliche Helfer sechs Eisvogelwände nachhaltig an. Angepflanzte Weiden lenken die Wasserströmung, so dass die Wände erhalten bleiben. Um Ufererosion zu verhindern, kamen Schwarzerlen zum Einsatz. Der Graben, der unter eine Autobahn durchführt, wurde vertieft. Jetzt können Fische wieder problemlos unter der Autobahn hindurch und wieder zurück wandern.
Infotafeln erklären Besuchern, was in den letzten Jahren am Eisweiher alles geschehen ist.
Am Eisweiher wurde Gehölz gerodet, um eine offene Landschaft zu schaffen, die für bodenbrütende Vögel wichtig ist, zum Beispiel für das Braunkelchen. Sie soll extensiv genutzt werden. Das Gewässer selber musste sich von Schlamm und Schilf verabschieden, bekam eine Tiefwasserzone und neue Flachwasserbereiche. Die gute Wasserqualität sorgt für ein ausgezeichnetes Nahrungsangebot, welches Eisvögel schon früher gerne als Gast genossen. Zusammen mit dem neuen Brühlgraben findet er jetzt einen idealen Lebensraum vor.
Heute sind die Eingriffe nicht mehr zu sehen. Infotafeln erklären Besuchern was in den letzten Jahren am Eisweiher und in seiner Umgebung alles geschehen ist. Tatsächlich hat sich die Artenvielfalt erhöht. Zwergtaucher, Haubentaucher, Neuntöter und der Eisvogel brüten nun dort.
Der Erfolg dieses Projektes hängt mit der intensiven Zusammenarbeit von NABU, dem Landkreis Böblingen und seiner Fachämter, dem Landschaftsarchitekturbüro Geitz und Partner sowie der Gemeindeverwaltung Nufringen zusammen. Die Presse interessierte sich für die Aktion und berichtete positiv in der Zeitung davon.
Zur NABU-Gruppe Gärtringen/Nufringen/Rohrau
Sieger mit bestem Eisvogelprojekt
2008 hatte das erste Eisvogelpärchen erfolgreich Junge in der neu angelegten Eisvogelwand am Ohnestausee bei Birkungen aufgezogen. Bisher fehlte dem Eisvogel jede Möglichkeit eine Brutröhre zu bauen. Die NABU-Gruppe Obereichsfeld legte daher eine Steilwand für den Eisvogel an.
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Die „Flussjuwelen 2009“
Flussjuwel! Treffender lässt sich der Eisvogel kaum beschreiben. Im NABU-Wettbewerb „Flussjuwel 2009" konnten Aktive Projekte zum Schutz des Eisvogels einreichen. Die Sieger aus Thüringen und Baden-Württemberg wurden jetzt gekürt.
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