NABU.de Themen Energie Stromnetze und -speicher Projekt Neue Stromnetze und Naturschutz
Neue Stromnetze und Naturschutz
Neue Stromnetze und Naturschutz
NABU startet zweijähriges Projekt
Gefährliche Freileitungen und breite Stromtrassen - Welche Risiken bestehen für die Natur?
01. März 2012 - Für eine Stromversorgung mit einem weiter wachsenden Anteil Erneuerbarer Energien muss unser vorhandenes Stromnetz angepasst und erweitert werden. Selbst wenn der Ausbaubedarf in Deutschland und Europa auf ein Minimum begrenzt wird, müssen zum Ausgleich von Stromerzeugung und Stromverbrauch neue Leitungen gebaut werden. Während über die absolute Länge der benötigten Trassenkilometer politisch gestritten wird, wurden mit dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) bereits Fakten für die vorrangigen Vorhaben geschaffen, um bis 2015 die wichtigsten Lücken im vorhandenen Übertragungsnetz zu schließen. Konflikte mit dem Naturschutz sind vorprogrammiert. Der NABU möchte darum mit seinem neuen Projekt einen möglichst naturverträglichen Netzausbau aktiv mitgestalten.
Direkt zum Info-Papier zu Stromnetzen und Netzausbau (PDF)
Bundesbedarfsplan für den Ausbau der Übertragungsnetze
Strom aus Erneuerbaren Energien wie der Offshore-Windkraft muss über starke Leitungen abtransportiert werden..
Bis 2020 werden vor allem bei der Windenergie und der Photovoltaik neue Kapazitäten geschaffen, um damit einen Anteil von mindestens 40 Prozent an der deutschen Stromversorgung sicher zu stellen. Dies wird auch über die EnLAG-Vorhaben hinaus einen weiteren Ausbau der Stromnetze erfordern. Deshalb wurde das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) im Sommer 2011 novelliert und das Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) trat in Kraft. Mit mehr Transparenz für eine bundesweite Netzentwicklungsplanung soll dem Unwillen gegen neue Leitungen in der Bevölkerung begegnet werden, die in den bisherigen Planungsverfahren offenbar zu Verzögerungen des Netzausbaus führten. Mit der Berufung der Bundesnetzagentur als federführende Behörde wird nun erstmals der konkrete Bedarf für den Ausbau der Übertragungsnetze geprüft und unter Berücksichtigung verschiedener Interessen vom deutschen Bundestag festgelegt. Im Anschluss sollen dann Trassenkorridore und Technologische Alternativen abgesteckt werden.
Gerät die Natur ins Abseits?
Schwarzstörche und andere seltene Großvögel kollidieren mit Freileitungen.
Mit dem Netzausbau sind Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen sowie ihre Lebensräume verbunden: Durch neue Freileitungen erhöht sich das Kollisionsrisiko für Vögel, eine einseitige und kurzsichtige Planung gefährdet Schutzgebiete und Lebensräume. Damit mögliche Gefährdungen so weit wie möglich vermieden oder verringert werden können, müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. So bestehen unter anderem bereits bei der Trassenplanung Ideen, neue Leitungen entlang bereits bestehender Verkehrswege verlaufen zu lassen oder technische Alternativen, die neuen Leitungen zumindest abschnittsweise auch als Erdkabel zu verlegen.
Naturverträglichen Netzausbau mitgestalten
Zum Einsatz bestimmter Techniken oder zu tatsächlichen Auswirkungen auf Mensch und Natur besteht inzwischen zwar ein reger Austausch, doch gilt es noch viele Unklarheiten aus der Welt zu schaffen. Mit dem vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekt „Neue Stromnetze und Naturschutz“ möchte sich der NABU bei der Beantwortung der vielen offenen Fragen aktiv einbringen. Einführend sollen Informationen zum politischen, gesetzlichen und technischen Grundgerüst bereitgestellt werden. Dazu liegt ein Informationspapier mit den häufig gestellten Fragen zum Stromnetzausbau vor.
![]() |
Informationspapier: Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu Stromnetzen und Netzausbau
|
|
Im Rahmen von regionalen Informationsveranstaltungen und Expertenworkshops werden im Projektverlauf folgende naturschutzrelevante Themen beleuchtet:
- Möglichkeiten des Vogelschutzes an Freileitungen
- Auswirkungen auf Wasser- und Boden von Erdkabeln
- Netzanbindung von Offshore-Windparks
- Zerschneidung von Landschaft und natürlichen Lebensräumen und die Beeinträchtigung des Landschaftsbilds
- Chancen für den Biotop-Verbund und ökologisches Schneisenmanagement
Zu diesen Themen erscheinen Leitfäden, die für konkrete Planungs- und Genehmigungsverfahren praktische Hinweise liefern sollen.
Das Projekt „Neue Stromnetze und Naturschutz“ wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Vogel- und Bodenschutz beim Netzausbau
Erster NABU-Workshop zu Umweltauswirkungen durch Stromleitungen und -kabel

Stromleitungen stellen eine Gefahr für viele Vögel dar, da sie oft zu spät gesehen werden, aber auch der Einsatz von Erdkabeln birgt Risiken für Boden und Wasser. Auf einem Expertenworkshop des NABU Anfang November 2012 in Duisburg zeichnen sich Lösungsmöglichkeiten ab, wie die Natur beim Netzausbau geschont werden kann.
Mehr

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
NABU-Newsletter
Verbandsnetz
Ansprechpartner
Eric Neuling
NABU-Experte für Stromnetze und Naturschutz
Tel. 030-284 984-1812
Eric.Neuling@NABU.de






