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Vernetztes Land für die Energiewende?
Vernetztes Land für die Energiewende?
NABU reicht Stellungnahme zum Netzentwicklungsplan ein
Der Bau neuer Stromleitungen muss auf ein Mindestmaß begrenzt werden.
10. Juli 2012 -
Die Übertragungsnetzbetreiber hatten Ende Mai den Entwurf für den ersten bundesweiten Netzentwicklungsplan für neue Stromleitungen veröffentlicht und bis heute um Stellungnahmen gebeten. Der NABU begrüßt, dass damit erstmals ein Gesamtkonzept für die weitere Ausgestaltung der Energiewende in Deutschland zur Diskussion vorliegt. „Der Entwurf zum Netzentwicklungsplan 2012 zeigt verschiedene Optionen auf, welche Infrastrukturen für die Integration insbesondere der erneuerbaren Energien benötigt werden. Mit diesen Vorschlägen stehen wir aber erst am Anfang der Debatte darüber, wo wir welche Netzausbaumaßnahmen zur Umsetzung der Energiewende benötigen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Nach Abschluss der öffentlichen Konsultation müssen Netzbetreiber und anschließend die Bundesnetzagentur anhand der eingegangenen Stellungnahmen - auch vom NABU - nun ernsthaft prüfen, wie das Ausmaß insbesondere der neu geplanten Stromtrassen weiter begrenzt werden kann.
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Innovative Technologien als Alternative
Der NABU hält die vorgesehenen 3.800 Kilometer neuer Leitungen nicht für alternativlos. „Die Politik ist gefordert, auch andere Ausbaustrategien für die Energiewende zu verfolgen. Neben der Senkung des Stromverbrauchs könnte zum Beispiel ein Teil der geplanten Windenergie-Kapazitäten in der Nord- und Ostsee durch den stärkeren Zubau erneuerbarer Energien im Südwesten ersetzt werden“, so Miller. Erstmalig wurden in dem Entwurf auch 2.100 Kilometer Höchstspannungsleitungen in verlustarmer Gleichstromtechnik eingeplant, die sehr effizient den überregionalen Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch im Stromnetz leisten können und gleichzeitig die negativen Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung verringern. „Auch andere innovative Technologien wie die Erdverkabelung sollten bei der weiteren Konkretisierung der Planungen stärker berücksichtigt werden – und zwar überall dort, wo Mensch und Natur durch Freileitungen unzumutbar beeinträchtigt werden“, forderte Miller.
Weißstörche können mit Freileitungen kollidieren.
Bedenken der Öffentlichkeit ernst nehmen
Zudem müssten die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung für den Netzausbau abgewartet werden, die die Bundesnetzagentur begleitend zum Verfahren bis Herbst 2012 erstellt. Denn neue Stromtrassen bedeuten eine enorme Veränderung in der Landschaft und für die Lebensräume bedrohter Tier- und Pflanzenarten. „Der NABU erwartet eine transparente Darstellung durch die Netzbetreiber und später durch die Bundesnetzagentur, wie mit den Stellungnahmen aus den Umweltverbänden und den betroffenen Regionen umgegangen wird. Ein übereiltes Verfahren, bei dem die Bedenken der Öffentlichkeit als Bremsklotz der Energiewende abgestempelt werden, ist nicht akzeptabel“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Letztendlich müsse auch der Bundestag seine Prioritäten für den Netzausbau auf Basis einer verbesserten Planungsgrundlage deutlich machen.
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Stellungnahme Netzentwicklungsplan
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