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EU schreibt gedämmte Häuser vor
EU schreibt gedämmte Häuser vor
Neue Richtlinie bleibt jedoch hinter Erfordernissen zurück
Am 17. November 2009 haben sich Vertreter der EU-Mitgliedstaaten sowie von Europäischer Kommission und Europaparlament vorläufig auf einen Kompromiss für die Neufassung der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden geeinigt. Der Vorschlag ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber den bislang europaweit geltenden Regeln, aus Sicht des NABU reicht er jedoch nicht aus.
Neubauten sollen erst ab dem 31.12.2020 fast ohne Wärmeenergie aus fossilen Quellen wie Öl, Gas oder Kohle auskommen.
So sieht der Kompromiss unter anderem vor, dass Neubauten erst ab dem 31.12.2020 fast ohne Wärmeenergie aus fossilen Quellen wie Öl, Gas oder Kohle auskommen sollen. Nach Überzeugung des NABU ist dies viel zu spät: Neue Gebäude sollten schon ab dem Jahr 2015 den so genannten Null- oder Plusenergiestandard erreichen. Nur wenn die EU solche hocheffizienten Häuser zu ihrer konkreten Vision für die nahe Zukunft erhebt, haben Bauherren und Baugewerbe die nötige Planungssicherheit und werden die notwendigen Investitionen tätigen.
Enorme Potenziale werden verschenkt
Alle Gebäude mit einer Nutzfläche unter 1.000 Quadratmetern sollen vorerst von der Richtlinie ausgeschlossen werden.
Bei bestehenden Gebäuden, die den weitaus größten Anteil am Gebäudesektor und Energieverbrauch haben, werden gar keine spezifischen Effizienzziele vorgegeben. Das kritisiert der NABU. „Wenn wir für den Gebäudebestand keine ehrgeizigen Klimaschutzziele vorgeben, verschenken wir enorme Potenziale“, erklärt NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse.
Eine ambitionierte EU-Gebäude-Richtlinie ist sehr wichtig, weil kein Wirtschaftsbereich – weder Industrie, Verkehr noch Landwirtschaft – so viel Energie verbraucht und so viele Treibhausgasemissionen verursacht wie das Heizen und Kühlen von Gebäuden. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte EU. Auf den europäischen Gebäudesektor entfallen etwa 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs und 36 Prozent der CO2-Emissionen. Dementsprechend lässt sich hier viel einsparen – an Energie, Klimagasen und Kosten. Die EU-Kommission schätzt, dass der Gebäudesektor im Jahr 2020 europaweit knapp 30 Prozent weniger Energie verbrauchen könnte. Damit ließe sich der gesamte Endenergieverbrauch in der EU um immerhin elf Prozent senken!
Effiziente Nutzung der Energie im Gebäudesektor hat viele Vorteile
Hunderttausende Arbeitsplätze werden geschaffen oder erhalten.
Würde die EU das enorme Energieeinsparpotenzial im Gebäudesektor ausschöpfen, wäre nicht nur ein großer klimapolitischer Schritt getan, eine effiziente Nutzung der Energie im Gebäudesektor hätte aus Sicht des NABU auch eine Reihe weiterer Vorteile:
- Es würden Hunderttausende Arbeitsplätze erhalten bzw. neu geschaffen,
- es würden neue Technologien (etwa für Null- und Plus-Energiehäuser) entwickelt,
- es gäbe weitere Impulse für die Förderung der erneuerbaren Energien,
- Bürger und Wirtschaft würden viele Milliarden Euro Energiekosten sparen und
- die EU würde ihre Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren.
Der NABU begrüßt daher, dass die bestehende EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden verschärft werden soll. Die in dem vorläufigen Kompromiss vereinbarten Maßnahmen reichen jedoch nicht aus. Wenn das gesamte bis 2020 erschließbare Energieeinsparpotenzial im Gebäudesektor ausgeschöpft werden soll, sind deutlich größere Anstrengungen notwendig.
- Neubauten sollten ab dem Jahr 2015 verpflichten den Nullenergiestandard erreichen.
- Für bestehende Gebäude sollten bei allen energetischen Renovierungen strenge Energieeffizienzanforderungen gelten.
- Bei öffentlichen Gebäuden sollte die jeweiligen Grenzwerte noch früher umgesetzt werden, damit der Staat mit gutem Beispiel vorangeht und neue Märkte für Effizienztechnologien schafft.
- Die EU und die Mitgliedsstaaten sollten finanzielle Anreize für Investitionen von Bauherren und Hauseigentümern in energieeffizientes Bauen schaffen.
- Die effektive Durchsetzung und Überwachung der Richtlinie ist zu gewährleisten.
Weitere Informationen:
„Factsheet“ der DNR-EU-Koordination zur Neufassung der EU-Gebäude-Richtlinie
![]() |
Position von NABU, DUH und DNR zum Kommissionsentwurf für die Neufassung der EU-Gebäude-Richtline
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