NABU.de Themen Energie Erneuerbare Energien Allgemein Radikale Änderung des EEG?

NABU lehnt radikale Änderung des EEG ab

Der NABU lehnt eine radikale Änderung des EEG ab

Die Energiewende erfordert eine sorgfältige Reform des gesamten Strommarkts

Windpark Druiberg bei Dardesheim im Harz

Langfristig können erneuerbare Energien uns bezahlbaren und umweltfreundlichen Strom sichern.

11. Oktober 2012 - Der NABU lehnt Forderungen nach einer radikalen Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ab. „Im Bereich der Energiewende gibt es kein einziges Beispiel dafür, dass Mengenvorgaben erfolgreich funktioniert hätten. Mit pauschalen Vorgaben ist der Markt eben nicht in der Lage, die effizientesten und umweltverträglichsten Lösungen zu finden. Dieses Desaster haben wir bei den Biokraftstoffen erlebt, das sollte uns eine Warnung sein“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Auch die im EEG angelegte Deckelung der Photovoltaik habe immer wieder zu mehr Zubau von Anlagen geführt, bevor die Förderung weiter zurückgefahren wurde.

Aus Sicht des NABU muss das EEG stattdessen sorgfältig weiter entwickelt und der Strommarkt umfassend reformiert werden. Nur auf diesem Weg könne das nötige Maß an Flexibilität und Systemverantwortung sichergestellt werden, wenn künftig Wind- und Solarstrom die Energiewende bestimmen. Die Bundesregierung müsse jetzt endlich einen Fahrplan für neue gesetzliche Regeln zum Strommarkt vorlegen, die auch mit einem Anteil von mehr als 30, 40 oder 50 Prozent erneuerbaren Energien funktionieren. „Die Energiewende ist nur dann zu teuer, wenn wir im bestehenden System versuchen jeden zu entschädigen, dessen Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert“, so Tschimpke.

Solaranlage_blauer Himmel

Förderung von Wind- und Solarstrom ist nicht allein für hohe Strompreise verantwortlich.

Bürger stärker entlasten

Im Hinblick auf die steigende EEG-Umlage fordert der NABU eine stärkere Entlastung der Bürger. „Für das Gelingen der Energiewende ist es völlig legitim, dass sich der Staat, aber auch die Wirtschaft und die Bürger an der Finanzierung der notwendigen Investitionen beteiligen. Das System bekommt jedoch soziale Schieflage, wenn immer mehr Bereiche der Industrie so gut wie keinen Beitrag leisten“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Daher sei die von Bundesumweltminister Altmaier angekündigte Überprüfung der Befreiungen von der EEG-Umlage ein positives Signal. Es sei jedoch nicht nachvollziehbar, warum nur der Staat von den steigenden Einnahmen aus der Mehrwertsteuer auf die EEG-Umlage profitiere, ohne die Bürger zu entlasten. Vor diesem Hintergrund sei es ein Skandal, dass sich Bund und Länder immer noch nicht auf die geplanten Abschreibungsmöglichkeiten für die energetische Gebäudesanierung geeinigt hätten.

Zudem sei das Erneuerbare-Energien-Gesetz an sich nicht der Treiber für die steigenden Energiekosten, betont der NABU. Die reinen Förderkosten für Wind- und Solarstrom seien nur für etwa die Hälfte der EEG-Umlage verantwortlich und mit rund sieben Euro pro Monat und Haushalt auch deutlich günstiger als Atom- und Kohlestrom mit all seinen bislang nicht einkalkulierten Folgekosten. „Selbst wenn das EEG komplett abgeschafft würde, würde sich der Strompreis wegen der hohen Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und den notwendigen Ersatzinvestitionen für die veralteten Großkraftwerke in Deutschland weiter erhöhen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sichert uns langfristig bezahlbaren und umweltfreundlich erzeugten Strom“, zeigt sich Olaf Tschimpke überzeugt. Der für 2013 berechnete Anstieg der EEG-Umlage könne hingegen schon durch einen Wechsel des Stromanbieters kompensiert werden, so der NABU-Präsident.


Zum Weiterlesen

Photovoltaik in Deutschland braucht eine verlässliche PerspektiveKürzungen der Solarförderung stoppen

Die Photovoltaik ist ein wichtiger Faktor für das Gelingen der Energiewende. Die massiven Einschnitte in die Solarförderung im geplanten Erneuerbare-Energien-Gesetzes müssen aufgehalten werden, um Wachstum und Qualität der Branche zu sichern. mehr Mehr

NABU reicht Stellungnahme zum Netzentwicklungsplan einVernetztes Land für die Energiewende?

Der Entwurf zum Netzentwicklungsplan 2012 zeigt, wo in den nächsten Jahren Strom transportiert werden muss, um die Energiewende zu meistern. Doch ob tausende Kilometer neuer Trassen notwendig sind, ist fraglich. Neue Technologien könnten Mensch und Natur entlasten. mehr Mehr

Online spenden

 

NABU Regional

NABU Regional Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Berlin Brandenburg Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Saarland Baden-Württemberg Bayern Rheinland-Pfalz Niedersachsen
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Baden-Württemberg
Bayern
Schleswig-Holstein
Hamburg
Berlin
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Bremen
Nordrhein-Westfalen
Hessen

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

NABU-Newsletter

Jeden Freitag neu - mit Terminen und Nachrichten aus Ihrer Region.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Ansprechpartner

Tina und Carsten

Das NABU-Energie-Team beantwortet gerne Ihre Fragen:
Carsten Wachholz oder
Tina Mieritz
Tel. 030.28 49 84-16 17 / -16 11

 

Ökostrom

Atomausstieg selber machen

Jetzt Stromanbieter wechseln und Atom- und Klimarisiken abschalten! Mehr

 

Keine Kohle

Kohle-Protestaktion

Die Anti-Kohle-Seite der Klima-Allianz. Mehr

 

Umweltpolitik-Newsletter

130206-nabu-reichstag-170x116

Seien Sie rundum informiert mit unserem Umweltpolitik-Newsletter. Mehr

 

Sprit sparen

Spritsparen

Der NABU gibt Tipps, wie Sie beim Auto fahren Geldbeutel und Umwelt schonen. Mehr