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Ein Jahr nach Fukushima
Ein Jahr nach Fukushima
Ist die Energiewende schon am Ende?
Bereits kurz nach dem Unglück in Fukushima beschloss die deutsche Regierung die Energiewende.
07. März 2012 -
Am 11. März 2011 bebte vor der japanischen Küste die Erde. Der dadurch ausgelöste Tsunami überflutete weite Teile Japans und kostete mindestens 15.000 Menschen das Leben. Zugleich löste die Riesenwelle eine Nuklearkatastrophe mit mehreren Kernschmelzen im Atomreaktor Fukushima Daiichi aus. Nur wenige Tage später ließ die Bundesregierung mit dem „Atom-Moratorium“ die acht ältesten und unsichersten Atomkraftwerke in Deutschland vorübergehend abschalten. Kurz darauf beschloss die Koalition ein gesamtes Gesetzespaket zur „Energiewende“. Damit sollten alle deutschen Atomkraftwerke schrittweise abgeschaltet, die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut, die Stromnetze umgebaut und Energieeffizienz stärker gefördert werden. Ein Jahr nach der Katastrophe von Fukushima zieht der NABU eine erste Zwischenbilanz der Energiewende in Deutschland.
Die anfänglich sonnigen Aussichten des Atomausstiegs mussten einer tristeren Realität weichen.
Im Frühjahr 2011 hatte man den Eindruck, das Land würde energiepolitisch auf den Kopf gestellt. Und heute? - Sieht man, dass sich so viel nicht geändert hat gegenüber der Zeit vor Fukushima. Zwar sind acht von 17 Atomkraftwerke ein für allemal abgeschaltet und der Atomstrom-Anteil ist in 2011 um fast ein Viertel zurückgegangen. Aber hätte die gleiche Bundesregierung nicht erst im Herbst 2010 die Laufzeiten der Atommeiler kräftig verlängert und hätten die Energiekonzerne durch taktische Spielchen das Abschalten der ältesten Atomkraftwerke immer weiter hinausgezögert - Deutschland wäre heute beim Atomausstieg auch ohne Fukushima fast genauso weit.
Doch nicht so ernst gemeint?
Die Förderung der Solarenergie wird von der Bundesregierung unverhältnismäßig gekürzt.
Viele Ankündigungen der Bundesregierung warten auch ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe in Japan noch auf ihre Umsetzung. Und an einigen Stellen dreht Schwarz-Gelb das Rad sogar offenbar wieder zurück: So blockiert die Bundesregierung eine ehrgeizige europäische Energieeffizienz-Richtlinie, beschneidet die boomende Photovoltaik unverhältnismäßig und kürzt offenbar beim Gebäudesanierungsprogramm anstatt es zu erhöhen. Es scheint, als sei die Energiewende bereits zu Ende, bevor sie überhaupt richtig an Fahrt gewonnen hat. War es am Ende doch nicht so ernst gemeint, was Kanzlerin Merkel vor einem Jahr vollmundig verkündet hat?
Worte und Taten klaffen auseinander – besonders beim Energiesparen
Fakt ist: Die Schreckensszenarien von Stromausfällen, explodierenden Strompreisen und massiven Atomstromimporten aus dem Ausland haben sich nicht bewahrheitet. Genauso wenig wurden jedoch die Ankündigungen von steigenden Fördermilliarden und neuen Steueranreizen für die energetische Gebäudesanierung Wirklichkeit. Damit zeigt sich: Gerade bei der Förderung von Energieeffizienz und Energiesparen klaffen Worte und Taten auch ein Jahr nach Fukushima weit auseinander. Das ist besonders ärgerlich, denn die Energiewende kann nur kostengünstig und naturverträglich gelingen, wenn wir vor allem unseren Energiehunger wirksam eindämmen.
Weitere Informationen
Phoenix-Film "Fukushima - Ein Jahr danach" mit NABU-Präsident Tschimpke
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NABU-Info: Zwischenbilanz der Energiewende ein Jahr nach Fukushima
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