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Erhöhte Krebsrate durch Atommüll?
Erhöhte Krebs-Rate durch Atommülllager Asse?
Studie belegt Anstieg von Leukämie und Schilddrüsenkrebs
In der Umgebung des maroden Atomlagers Asse stiegen Krebserkrankungen bis zum Dreifachen.
26. November 2010 -
In der Umgebung des maroden unterirdischen Atomendlagers Asse bei Wolfenbüttel ist eine erhöhte Zahl von Leukämie-Fällen bei Männern und eine überdurchschnittlich hohe Quote von Schilddrüsenkrebs bei Frauen ermittelt worden. Zwar lassen die Krankheitsdaten alleine keinen direkten Rückschluss darüber zu, ob radioaktive Strahlung aus dem Atommülllager ursächlich ist. Der Verdacht muss jedoch unbedingt geprüft werden.
Mit der Meldung droht ein neues Schreckenskapitel der schier unendlichen Asse-Geschichte. Im Sommer 2008 war bekannt geworden, dass das unterirdische Atommülllager durch ins Salzgestein eindringendes Wasser abzusaufen droht. Zudem wurde bekannt, dass sich die 126.000 Fässer mit radioaktivem Inhalt teilweise in katastrophalem Zustand befinden. Die Behälter mit schwach- und mittelaktivem Atommüll waren zwischen 1967 und 1978 eingelagert worden – angeblich um die Endlagerung von strahlendem Müll zu erforschen. Der Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz, arbeitet derzeit an einem Konzept zur Rückholung des Mülls und Stilllegung des Lagers.
Für die Brennelemente aus Atomkraftwerken muss endlich ein geeignetes Lager gefunden werden.
Der NABU fordert, dass die beunruhigenden Auswertungsergebnisse des Epidemiologischen Krebsregisters des Landes Niedersachsen umgehend auf mögliche Zusammenhänge mit dem Atommülllager Asse überprüft werden. Die Sicherheit der Bevölkerung muss bei der Lagerung von radioaktiven Abfällen höchste Priorität haben. Dies gilt auch für die Suche nach einem geeigneten Endlager für die hochradioaktiven Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken. Der von der Bundesregierung dafür favorisierte Standort Gorleben ist wie die Asse ein Salzstock.
Zwischen 2002 und 2009 wurden in der Samtgemeinde Asse mehr als doppelt so viele Fälle von Leukämie bei Männern festgestellt, wie statistisch zu erwarten wären. Dies geht aus einem Vermerk des niedersächsischen Sozialministeriums hervor. Bei Frauen sei die Erkrankungsrate für Schilddrüsenkrebs sogar verdreifacht.
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