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Atomenergie in Deutschland nicht zukunftsfähig
Atomenergie in Deutschland nicht zukunftsfähig
Immer neue Störfälle, mangelhafte Sicherheitskompetenz und irreführende Kommunikation der Betreiber machen Dringlichkeit des Atomausstiegs deutlich
Atomkraftwerk Krümmel
Deutschlands Atomkraftwerke gehören zu den sichersten der Welt. Das war einmal! Selten hat die Realität den Werbeslogan einer Branche so deutlich widerlegt. Seit dem Konsens über den Atomausstieg im Jahr 2000 gab es in Deutschland keine großen Investitionen mehr für die Sicherheit, die Kraftwerke laufen dagegen weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit weiter. Viel zu lange wurden Störfälle nicht öffentlich bekannt gemacht und ohne Konsequenzen hingenommen.
Dies soll sich nun ändern: Die Brände und chaotischen Schnellabschaltungen in den Kraftwerken Krümmel und Brunsbüttel haben uns wachgerüttelt. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel - als klare Befürworterin der Atomenergie - ist empört und fordert nun die schonungslose Klärung der Fälle.
Die bittere Bilanz für 2006 lautet: In 17 deutschen Atomkraftwerken hat es 130 Störungen gegeben. Auch im ersten Quartal 2007 setzte sich diese traurige Bilanz fort: In diesem Zeitraum gab es bereits 28 meldepflichtige Ereignisse. Schon zuvor gab es vor allem in Brunsbüttel immer wieder kritische Vorfälle:
- Im Dezember 2001 gibt es eine schwere Wasserstoffexplosion in einer Kühlmittelleitung, die erst zwei Monate nach ihrem Auftreten entdeckt wird.
- 2002 tauchen Fehler in der Notstromversorgung auf. Dies hätte im Notfall die Sicherheitssysteme beeinträchtigen können.
- 2004 wird das Atomkraftwerk Brunsbüttel nach einem Kurzschluss abgeschaltet. Ursache sind alte Kabel und Isolierungen.
Atomkraftwerke verändern durch enormen Wasserverbrauch das regionale Klima.
Atomstrom ist nicht umweltfreundlich
Als Beitrag zum Klimaschutz wird die Atomenergie vor allem als kohlendioxid-arme Möglichkeit der Stromerzeugung gepriesen. Zur Befriedigung des Uranbedarfs müssen aber immer minderwertigere Erzvorkommen in tiefer gelegenen Lagerstätten aufwändig erschlossen und aufbereitet werden. Atomstrom ist daher zunehmend mit Kohlendioxid-Ausstoß durch den steigenden Verbrauch von fossiler Energie belastet, die bei den vielen Verarbeitungsschritten von der Uranerstgewinnung über das fertige Brennelement bis hin zur Lagerung der Abfälle benötigt wird. Weitere Emissionen sind die radioaktiven Strahlenbelastungen und der Atommüll.
Atomkraftwerke belasten außerdem das regionale Klima durch ihren immensen Wasserverbrauch. Nach dem Kühlen wird das Wasser in erwärmten Zustand zurückgeführt - mit den Folgen einer Störung von Fließgewässern durch Sauerstoffverlust, Tod von Fischen und anderen Wasserorganismen. Mehrere Atomkraftwerke mussten in Deutschland in den vergangenen heißen Sommern bereits ihre Leistung reduzieren, weil die Kühlwassertemperatur der Flüsse nicht mehr ausreichte. Dieser immense Kühlbedarf zeigt einen weiteren umweltunfreundlichen Aspekt der Atomenergie auf: Obwohl Atomkraftwerke riesige Wärmemengen produzieren, können diese nicht genutzt werden, da in der Nähe der Anlagen die Wärmeabnehmer fehlen.
Belastungen für die Volkswirtschaft
Obwohl die bestehenden Atomkraftwerke in Deutschland weitgehend abgeschrieben sind, verhindert der "billige Atomstrom" wegen der Monopolstellung der vier Energiekonzerne nicht das Ansteigen der Energiepreise. Und das trotz der immer noch massiven finanziellen Unterstützung durch den Staat, zum Beispiel in Form von steuerlichen Vorteilen, Übernahme von Haftungsrisiken, Rückstellungen für die Stilllegung und die atomare Entsorgung. Außerdem blockiert Atomenergie die erforderlichen Effizienzsteigerungen in der Energieumwandlung, weil eine volle energetische Nutzung der Wärme bei konventionellen Großkraftwerken kaum möglich ist. Erst ein Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung ermöglicht eine dezentrale Produktionsstruktur mit deutlichen Effizienzsteigerungen und sinkenden Wärmepreisen. Auch die Ziele der Versorgungssicherheit und Preisstabilität lassen sich bei gleich bleibender Abhängigkeit von atomaren und fossilen Energieträgern nicht mehr dauerhaft gewährleisten.
Atomausstieg konsequent umsetzen
Der NABU lehnt daher Nutzung der Atomkraft ab, unter anderem wegen der Sicherheitsrisiken, den Folgen des Uranabbaus, der ineffizienten Kraftwerkstechnologie, möglicher Gefahren durch Terrorangriffe, die Verbreitung von atomwaffenfähigen Material und der ungelösten Entsorgungsfrage. Auch weltweit gibt es bisher kein sicheres Endlager für radioaktive Abfälle. Die bestehenden Kraftwerke müssen nach der bestehenden Ausstiegsvereinbarung mit der Bundesregierung abgeschaltet werden, die ältesten und störanfälligsten zuerst. Es darf keine Verlängerung der Restlaufzeiten geben, so dass der Abbau der Kernkraftwerksleistung planmäßig bis spätestens 2023 erfolgt. Nur so ergeben sich keine Konflikte mit den Zielen für die Energieeinsparung, dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und einem deutlichen Ausbau der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung.
Machen Sie mit beim Atomausstieg: Wechseln Sie zu einem Stromversorger, der konsequent auf Atomstrom verzichtet und Erneuerbare Energie fördert. Es kostet Sie fünf Minuten.
Nähere Infos finden Sie unter www.atomausstieg-selber-machen.de
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Beitrag erstellt am 16. Juli 2007.

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