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Wissenswertes rund ums Osterei

Wissenswertes rund ums Osterei

Mit Pflanzensäften Hühnereier zum Leuchten bringen

Eier

Seit viertausend Jahren werden in diversen Regionen Europas Eier bemalt.

Jetzt leuchten sie wieder in allen Farben. Die Ostereier. Aber woher kommt eigentlich der Brauch, in der Osterzeit Eier zu färben und zu verschenken?

Nicht nur in Deutschland wird während der Vorbereitung des Festes viel mit Farbe hantiert. Von Armenien über Russland, Griechenland, den Mittelmeerraum bis hin nach Mitteleuropa hat sich die Tradition des Eier bemalens durchgesetzt. Möglicherweise stammt der Brauch ursprünglich aus einer viertausend Jahre alten Religion, die im Gebiet des heutigen Armenien und Kurdistan weit verbreitet war, dem Jesidentum. In Deutschland fand das österliche Eierfärben erstmals im 16. Jahrhundert Erwähnung. Hundert Jahre später wurde dann von dem Brauch berichtet, Eier für die Kinder zu verstecken.

Begehrte Gewinne bei traditionellen Osterspielen

Mit Pflanzen Eier färben
Ostereier mit Naturfarben

Was brauchen Sie für welche Farbe?
Rot: Malventee, Saft von Rote Bete, Rotkohl und Schwarze Johannisbeere (Cassis)
Blau: Heidelbeeren- und Holunderbeerensaft
Gelb bis Orange: Kamillenblütentee, Karottensaft, ausgekochte Zwiebelschalen
Grün: Matetee, ausgekochte Spinat- und Petersilienblätter

Und so gehts: Vor dem Färben die Eier mit Essigwasser waschen. Das sorgt für kräftige Farben. Die Eier 30 Minuten lang im Farbbad lassen, dann abtropfen lassen und mit Butter oder Speck reiben, bis sie schön glänzen.

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Zunächst galten die aufwändig bemalten Eier als ein Geschenk zum Zeichen der Anerkennung oder Liebe. So schenkten junge Frauen früher ihren Auserwählten ein besonders hübsch verziertes Ei. Familien zeigten Ärzten und Pfarrerern mit selbst bemalten Eiern ihre Dankbarkeit und natürlich sollten die bunten Eier schon damals Kinder glücklich machen. Nicht zuletzt waren die Ostereier ein begehrter Gewinn bei einem der vielen Osterspiele.

Welches Spiel ist in Ihrer Familie bekannt?

  • Eiertitschen Dieses Spiel ist vielleicht am weitesten verbreitet. Hierbei treten zwei Spieler gegeneinander an. Jeder hält sein Ei in der Hand auf ein Zeichen schlagen die beiden Kontrahenden ihre Eier gegeneinander. Der, dessen Ei unbeschadet bleibt, hat gewonnen.
  • Eierschleudern: Ein Osterei wird in ein aus Wolle gehäkeltes Säckchen mit einem langen Band gesteckt: Dieses schleudert man und lässt es los. Sieger ist, wessen Ei am weitesten fliegt und dabei heil bleibt.
  • Münzenwerfen : Der eine hält sein Ei in der Hand, der andere zielt mit einer Münze auf das Ei und wirft. Bleibt die Münze im Ei stecken, so gehört das Ei dem Werfer.
  • Ostereierschieben : Ein traditionelles Spiel aus der Gegend von Bautzen. Die Eier werden einen Hang hinunter gerollt. Unten stehen Kinder und versuchen, die Eier aufzufangen.

  • Kuckuck, Fuchs oder Hase? Wer bringt die Eier?

    Kaninchen

    Der Hase als Eierliferant hat sich im Laufe der Zeit gegen Kuckuck und Co durchgesetzt. Und warum?

    Warum legt und färbt ausgerechnet ein Hase die Ostereier? Diese Geschichte ist noch nicht so alt. Noch vor 200 Jahren war der Osterhase in Deutschland weitgehend unbekannt. In Teilen der Schweiz war als Überbringer der bunten Eier der Kuckuck bekannt. In Schleswig-Holstein, Sachsen, Oberbayern und Österreich lieferte der Hahn die begehrten Ostergrüße. In Thüringen übernahm den Dienst der Storch und in Westfalen der Fuchs. Doch inzwischen hat sich überall der Hase durchgesetzt.

    Eine Hypothese für den Ursprung dieser Geschichte ist, dass die Protestanten im 17. Jahrhundert dem Hasen die Überbringung der Eier zugeschrieben haben, um sich von den Katholiken zu distanzieren, deren Fastenbräuche und insbesondere die Eierweihe sie ablehnten. Doch die vielleicht beste Erklärung gibt Eduard Möricke:

    Die Sophisten und die Pfaffen
    Stritten sich mit viel Geschrei:
    Was hat Gott zuerst erschaffen,
    Wohl die Henne? wohl das Ei?

    Wäre das so schwer zu lösen?
    Erstlich ward ein Ei erdacht:
    Doch weil noch kein Huhn gewesen,
    Schatz, so hats der Has gebracht.

    (Auszug aus dem Gedicht: Auf ein Ei geschrieben)

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