NABU.de Ökologisch leben Gesundheit Tipps Sonnenschutz

Ohne Hautschäden durch den Sommer

Licht und Schatten

Ohne Hautschäden durch den Sommer

von Dr. Stefan Bosch

Sonnenbad

Mit dem „eingebauten“ Eigenschutz der Haut wird ungebräunte Haut nach 20 Minuten rot. Der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme gibt an, um wie viel länger man in der Sonne bleiben kann. Bei LSF 8 zum Beispiel 8 x 20 = 160 Minuten. Danach ist der Schutz abgelaufen und es hilft nur eines: Ab in den Schatten!


Ob bei einer Heuschrecken-Exkursion, auf der Spur der Libellen oder am Badestrand: Gerade als Naturfreunde genießen wir in den Sommermonaten die langen Tage mit viel Sonnenlicht. Das ist nicht nur für die Psyche gut, sondern auch für den Körper, denn Sonnenstrahlen beeinflussen lebenswichtige Funktionen.

Sonnenstrahlen bestehen aus sichtbarem Licht und zu sechs Prozent aus der für unsere Augen unsichtbaren ultravioletten Strahlung (UV-Licht). Letztere hat drei Komponenten, die unterschiedlich stark auf die Erde treffen. Von der Ozonschicht werden kurzwellige UV-C-Strahlen fast vollständig und kurzwellige UV-B-Strahlen zu 90 Prozent absorbiert. Langwellige UV-A-Strahlen dagegen werden kaum zurückgehalten. Die Intensität der UV-Strahlung variiert mit der Jahres- und Tageszeit, der Bewölkung und Höhe – alle tausend Höhenmeter nimmt sie um 20 Prozent zu – sowie der Streustrahlung an der See oder im Schnee.

Sonne

Für die Produktion des Vitamins D3 sind Sonnenstrahlen lebenswichtig, ohne sie geht es nicht. UV-B-Strahlung wandelt in der Haut eine Vorstufe zu Vitamin D2 und D3 um, aus dem dann Leber und Nieren unter anderem Calcitriol als wirksamste Form herstellen. Alle Stufen sind für Regulationsprozesse des Körpers wichtig. Die Menge der Vitaminproduktion hängt unmittelbar mit der Dauer unseres Aufenthaltes im Sonnenlicht zusammen: mehr Sonne, mehr Vitaminbildung.

Gefährliche UV-Strahlen
Doch Sonnenlicht hat auch schädigende Wirkungen. UV-A und UV-B führen schon nach kurzer Einwirkzeit zu Hautschäden. UV-A sorgt zwar für sofortige Bräune, aber die Haut baut keinen Schutz auf und durch zunächst unbemerkte, nicht sichtbare Schäden besteht ein hohes Gefährdungspotential. UV-B macht eine langsame Bräunung und gibt der Haut Chancen, sich in gewissen Grenzen selbst zu schützen.

Sonnenbad

Die bekannteste Hautschädigung ist der Sonnenbrand, in dessen Folge vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs möglich sind. Deshalb sollte man bei Aktivitäten im Freien immer an ausreichenden Sonnenschutz denken. Jeder vermiedene Sonnenbrand ist eine kleine Lebensversicherung, denn die Haut vergisst nicht und mit jedem Sonnenbrand – vor allem im Kindesalter – steigt später das Risiko für Hautkrebs.

Hitzeprophylaxe
Sommerhitze gehört zum Urlaubsgefühl dazu, kann aber auch lebensbedrohlich sein. Mit leichter, lockerer Kleidung, in der die Luft zirkulieren kann, lässt sich Hitze besser ertragen. Enge und dicke Kleidung führt zu Wärmestau und Hitzschlag. Auf körperliche Aktivitäten in der Mittagszeit und bei hohen Ozonwerten sollte völlig verzichtet werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig: Zwei Liter täglich in Form von Mineralwasser, Säften oder Tees sind das Minimum und leichte Kost wie Salat, Obst und Gemüse in mehreren kleinen Portionen ist angesagt. Zur Abkühlung hilft kaltes Wasser als Arm- und Beindusche oder Fußbad.

Hut, Hose, Hemd

Wer Pluspunkte auf seinem Hautschutz-Konto verbuchen will, sollte folgende Empfehlungen beherzigen:

  • Schatten ist der beste Schutz. Bereits im Schatten kann eine leichte Bräune entstehen. Durch UV-B-Strahlen bildet die zuoberst liegende Hornhaut einen geringen Eigenschutz auf – sogenannte Lichtschwiele –, danach produzieren tiefer liegende Pigmentzellen den für die Sonnenbräune verantwortlichen Hautfarbstoff Melanin.
  • Unbedingt ist die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden und Aktivitäten sind besser in die angenehmeren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen.
  • Auf Nummer sicher geht man mit der 4-H-Regel: Hut, Hose, Hemd, hoher Lichtschutzfaktor. Der Hut beschattet breitkrempig Gesicht und Nacken, Hose und Hemd bedecken luftig-leicht die Haut, auf die Creme mit einem hohen Lichtschutzfaktor aufgetragen wird.
  • Sonnenschutzmittel sind zum vorbeugenden Hautschutz besonders wichtig. Es gibt chemische Filter, die in die Haut eindringen, dort UV-Strahlung aufnehmen und in Wärmestrahlung umwandeln, sowie mineralische Filter, die eine weißliche, deckende Mikropigmentschicht auf der Haut bilden und Sonnenlicht reflektieren.
  • Wichtige Angaben zu einem Präparat sind der Lichtschutzfaktor (LSF), der UV-Schutz und seine Wasserfestigkeit. Mit dem „eingebauten“ Eigenschutz der Haut wird ungebräunte Haut nach 20 Minuten rot. Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel länger man in der Sonne bleiben kann. Bei LSF 8 zum Beispiel 8 x 20 = 160 Minuten. Danach ist der Schutz abgelaufen und es hilft nur eines: Ab in den Schatten!
  • Für eine Ganzkörperanwendung benötigt man rund 25 Milliliter Sonnenmilch.
  • Wichtig ist der Schutz besonders sonnenexponierter Stellen wie Nase, Ohren, Fußrücken und Schultern. Schwitzen, Baden und Abtrocknen mindert den Schutzfilm, deshalb wiederholt eincremen.
  • Sonnenschutz wird mindestens eine halbe Stunde vor der Sonnenexposition aufgetragen.
  • Die Auswahl des geeigneten Mittels erfolgt gemäß dem individuellen Hauttyp und nach Beratung durch Hautarzt oder Apotheker. Baby- und Kinderhaut ist besonders empfindlich und schutzbedürftig: Säuglinge dürfen nicht in die pralle Sonne, sondern nur unter den Schatten des Sonnenschirmes.
  • Da nasse Kleidung mehr Sonnenlicht durchlässt – sechs Prozent bei trockener, 20 Prozent bei nasser Baumwolle – sind Textilien mit eingebautem Sonnenschutz ratsam.
  • Zur Planung geben Wettervorhersagen mit UV-Index Informationen zur örtlich zu erwartenden Strahlungsintensität und zum auf den Hauttyp abgestimmten Lichtschutzfaktor. Selbst trübes Wetter hat seine Tücken: Bei Bewölkung dringen noch 30 bis 50 Prozent der ultravioletten Strahlung durch.
  • Und nicht zuletzt: Zum Schutz der Augen eine gute, UV-Strahlung filternde Sonnenbrille tragen!
  • Wenn es doch passiert ist: Sonnenbrand ohne Blasenbildung mit 25 Grad Celsius lauem Wasser duschen oder mit Umschlägen kühlen, viel Wasser trinken, Schmerz und Juckreiz bekämpfen und betroffene Stellen nicht gleich wieder der Sonne aussetzen.
  • Bei Blasenbildung, mit jedem Sonnenbrand bei Kindern sowie bei Kopfschmerzen, Nackensteifheit und Übelkeit einen Arzt aufsuchen.

Weitere Informationen

Verkehrte Welt: Ozonloch in der Atmosphäre und Ozonstress am BodenOben zu wenig, unten zu viel

Wenn die Sonne brennt und die Temperaturen steigen, leiden viele Menschen unter tränenden Augen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Atembeschwerden. Während das hochgiftige Gas in den hohen Luftschichten lebensnotwendig ist, ist es in Bodennähe äußerst schädlich. mehr Mehr

Mitglied werden

 

NABU Regional

NABU Regional Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Berlin Brandenburg Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Saarland Baden-Württemberg Bayern Rheinland-Pfalz Niedersachsen
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Baden-Württemberg
Bayern
Schleswig-Holstein
Hamburg
Berlin
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Bremen
Nordrhein-Westfalen
Hessen

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

NABU-Newsletter

Jeden Freitag neu - mit Terminen und Nachrichten aus Ihrer Region.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Grüner telefonieren

Umwelttarif Button

Holen Sie sich jetzt den NABU Umwelt-Tarif! Mehr

 

Sprit sparen

Spritsparen

Der NABU gibt Tipps, wie Sie beim Auto fahren Geldbeutel und Umwelt schonen. Mehr

 

Ökotextilien

Oekomode

Der NABU gibt Tipps für den Kauf von Mode ohne Gentechnik. Mehr

 

Online-Vogelführer

Online-Vogelführer

Mit wenigen Klicks 250 heimische Arten einfach online bestimmen. Mehr