Archiv Naturschutz heuteGesang von hoher Warte Die Goldammer ist Vogel des Jahres 1999. von Helmut Opitz
Überall dort, wo die Elemente der traditionellen Landbewirtschaftung noch vorhanden sind, ist die Goldammer zu Hause: in abwechslungsreichen Landschaften mit Hecken und Sträuchern, Obstbäumen und kleinen Gehölzen, an Waldrändern und Lichtungen, an Windschutzstreifen, an Dämmen und Böschungen und generell am Rande von Gehöften oder Ortschaften, sofern diese nicht zu sehr verstädtert sind. Die Goldammer ist also ein typischer Bewohner sogenannter Rand- und Saumbiotope. Melancholie in
der Stimme Weibchen und Jungvögel sind von unscheinbarerer Färbung mit mehr Grau- und Grüntönen und insgesamt stärkerer Streifung. Charakteristisch für alle Geschlechter und Kleider ist der rotbraune Bürzel, der die Goldammer von ihren ansonsten oft sehr ähnlich aussehenden Verwandten sicher unterscheidet. Auch im Winter,
wenn es schneit... Mitunter können sich Goldammern schon im Winter verpaaren, in der Regel geschieht dies aber erst am Brutplatz. Wenn ein Männchen durch seinen Gesang ein Weibchen angelockt hat, kommt es zu verschiedenen, teilweise gemeinsamen Balzhandlungen am Boden, die während der gesamten Brutzeit auftreten können. Das Weibchen, das auch von benachbarten Revierinhabern angebalzt werden kann, trifft die Nistplatzwahl, es sucht sich also einer der vom Männchen angebotenen Neststandorte aus und baut das recht einfache Nest allein. Das Nest liegt meist am Boden oder in bodennaher Vegetation. Hohe Gelegeverluste Das Verbreitungsgebiet der Goldammer umfaßt weite Teile der Alten Welt, vom nördlichen Mittelmeergebiet bis zum Nordkap, von Westeuropa bis Sibirien. Dort wird sie von ihrer nächsten Verwandten, der Fichtenammer ersetzt, mit der sie ein Überlappungsgebiet bildet, in dem Kreuzungen zwischen diesen beiden Arten nicht selten sind. Weit verbreitet,
regional im Rückgang Die Rückgangsursachen sind bei der Goldammer grundsätzlich die gleichen wie bei der Feldlerche, ihrer Vorgängerin als Jahresvogel: In der intensiv genutzten Agrarlandschaft findet sie weder Platz zum Brüten noch genügend Nahrung. In vielfältigen und strukturreichen Landschaften konnte die Goldammer ihre Bestände halten, mancherorts gelang es, sie durch gezielte Anpflanzungen noch zu steigern. Nicht Gegebenheiten außerhalb unseres direkten Einflußbereiches wie Klimaverschlechterungen oder negative Entwicklungen in den Überwinterungsgebieten sind für den Rückgang vernatwortlich, sondern das menschliche Wirtschaften. Schutz durch
Ökolandbau Die Vögel des Jahres 1998 und 1999, Feldlerche und Goldammer, sind in die NABU-Kampagne Landwirtschaft schmeckt" eingebettet, die sich vor allem an den Verbraucher richtet. Je größer die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln ist, desto größer wird der Anreiz für Landwirte, auf biologischen Landbau umzustellen. Das Ergebnis sind gesunde Lebensmittel für uns alle und eine abwechslungsreiche Landschaft. Die Goldammer ist in Deutschland bisher knapp an der Aufnahme in die Vorwarnliste zur Roten Liste entgangen auf der sich die Feldlerche bereits befindet. Wir selbst haben es in der Hand, zu verhindern, daß beide Arten in die Rote Liste aufgenommen werden müssen. Weitere Informationen zur Goldammer bietet die 24-seitige A5-Farbbroschüre Vogel des Jahres 1999", die gegen Einsendung von fünf Mark in Briefmarken bestellt werden kann beim NABU-Infoservice, Postfach 30 10 54, 53190 Bonn.
Beitrag über die Goldammer in vergangenen Jahrhunderten Naturschutz heute ist das Mitgliedermagazin des 1899 gegründeten Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Mehr über den NABU und seine Aktivitäten unter www.NABU.de. |
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