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Naturschutz heute Ausgabe 4/99 vom 5. November 1999 Magazin Literatur-Auswertung:
Antwort auf Naturschutzfragen Abhilfe schaffen will hier die vom NABU getragene Biologische Station Peine mit ihrem Umweltliteratur-Auswertungsservice ULAS. Nachdem bereits 12.000 wissenschaftliche Arbeiten und Artikel in Datenbanken erfasst wurden, können sich Naturschützer nun mit ihren Fragen nach Peine wenden. "Der Service ist zwar nicht kostenlos, er ist aber kostengünstig", versichert Reiner Theunert von der Biologischen Station. Gegen eine Grundgebühr von dreißig Mark bei erfolgreicher Suche plus fünfzehn Mark pro ausgewerteter und zusammengefasster Arbeit erhält der Kunde in der Regel nach nur zwei Tagen seine Antwort. Eine Frage könnte lauten: Wirkt sich das Vorhandensein von Honigbienen negativ auf die Populationsdichte von Wildbienen aus? Die ULAS-Antwort hierzu wertet auf zwei eng bedruckten Seiten sieben Arbeiten aus und kostet 135 Mark. Das ist bezahlbar und vom Auftraggeber "aus dem Stand" sicher so günstig nicht selbst zu leisten. Natürlich gibt es auch Themen, zu denen ungleich mehr Literatur existiert. Der Auftraggeber sollte dann die Zahl der auszuwertenden Arbeiten begrenzen. Info: Biologische Station Peine, Rosenstraße 6, 31228 Peine, Tel. 0 51 28-9 58 02, Fax -9 58 03. (elg) Brutvogel-Monitoring: Starker Rückgang der Feldlerche Immer weniger Feldlerchen fühlen sich in Baden-Württemberg wohl. "Die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft lässt dem Jahresvogel 1998 nicht mehr genügend Raum zur Aufzucht ihrer Jungen", nennt Stefan Bosch vom NABU-Landesvorstand als einen Grund dafür, dass die Feldlerche immer seltener in der Feldflur und den Wiesen zu finden ist. Bessere Kunde gibt es vom landesweit gefährdeten Neuntöter, denn dessen Bestand hat sich stabilisiert. "Diese erfreuliche Entwicklung haben wir auch der Kampagne '100 Kilometer neue Hecken' von NABU und Landwirtschaftsministerium aus dem Jahre 1995 zu verdanken", ist sich Bosch sicher. Diese wichtigen Beobachtungen sind Teil der ersten Untersuchungsergebnisse des Brutvogel-Monitorings, der systematischen Erfassung von Brutvogelbeständen in Baden-Württemberg. Der NABU-Landesverband, die Staatliche Vogelschutzwarte und der Bundesverband Wissenschaftlicher Vogelschutz haben das Monitoring 1992 ins Leben gerufen. Seit Beginn des Projektes beobachteten über 100 ehrenamtliche Mitarbeiter im ganzen Land bisher 163 heimische Vogelarten. Ihre Informationen werden gesammelt und ausgewertet. Jetzt liegen erste Ergebnisse über die Bestandsentwicklungen der Brutperioden 1992 bis 1998 vor. Der NABU und die Vogelschutzwarte wollen das Monitoring fortsetzen, da erst langfristige Beobachtungen und Untersuchungen eine verlässliche Überwachung der Vogelbestände ermöglichen. Der Erfolg des Projektes hängt zum großen Teil von der Mitarbeit ehrenamtlicher Vogelbeobachter ab. "Weitere freiwillige Helfer werden dringend gebraucht", so Peter Havelka von der Staatlichen Vogelschutzwarte. Die Dokumentation der bisherigen Ergebnisse des Brutvogel-Monitorings können gegen zehn Mark plus Porto angefordert werden bei der Staatlichen Vogelschutzwarte Baden-Württemberg, Postfach 15 04, 76004 Karlsruhe. (mc) Naturschutz-Infos Einen Bestimmungsleitfaden Einheimische Amphibien haben NABU und Landesbund für Vogelschutz in Bayern herausgegeben. Alle in Deutschland vorkommenden Arten werden in Wort und Bild kurz vorgestellt. Besonderes Augenmerk wurde auf leicht verwechselbare Arten und Merkmale zur Geschlechtsbestimmung gelegt. Die 20-seitige Broschüre kostet vier Mark plus Porto, Mengenrabatte auf Anfrage. Bezug: Naturschutzstation Malchow, Dorfstraße 35, 13051 Berlin, Tel. 030-92 79 98 30. Mit einer Fachbroschüre informiert der NABU über die Umsetzung des europäischen Naturschutzrechts, also der Vogelschutzrichtlinie und der Habitatrichtlinie (FFH). Neben der Erläuterung der Richtlinien enthält die Broschüre einen kurzen Überblick über die aktuelle Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshof sowie nationaler Gerichte sowie Argumentationshilfen für die planerische und politische Arbeit vor Ort. Die Broschüre kann gegen zehn Mark in Briefmarken bestellt werden beim NABU-Infoservice, Postfach 30 10 54, 53190 Bonn. Zwei Fledermaus-Bastelbogen hat der NABU Bremen herausgebracht. Mit viel Liebe zum Detail gestaltet, kann damit jeder Fledermausfreund seine Formenkenntnisse beim Basteln spielerisch vertiefen. Die naturgetreuen, vierfarbigen Schnittbogen zeigen den Großen Abendsegler beziehungsweise zwei Zwergfledermäuse in Originalgröße. Die einfach zu bastelnden Mobiles bestehen je aus drei Teilen. Dabei jagen die Zwergfledermäuse im Mondlicht nach Mücken um einen Tümpel. Der Große Abendsegler schnappt unweit seines Quartiers nach einem Abendpfauenauge. Die einzelnen Bogen kosten zwei Mark plus Versand, Mengenrabatte auf Anfrage. Bestelladresse: NABU Bremen, Contrescarpe 8, 28203 Bremen, Tel. 0421-33984-28, Fax -29, Mail: nabubremen@aol.com. 30 Jahre Seeadlerschutz in Schleswig-Holstein stellt eine 107-seitige Broschüre der Projektgruppe Seeadlerschutz vor. Neben Beiträgen zur Nahrungsökologie, zu Schutzmaßnahmen und Erkenntnissen aus der Beringung enthält der Band auch Beiträge zur Situation in Niedersachen, Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark. Bezug zum Preis von 17 Mark bei der Projektgruppe Seeadlerschutz, Biologiezentrum, Olshausenstraße 40, 24118 Kiel. Der NABU-Kalender 2000 Faszination Natur zeigt im Querformat von 30 mal 42 Zentimetern auf zwölf Monatsblättern hervorragende Tierfotos, darunter natürlich den Rotmilan als Vogel des Jahres 2000. Preis pro Stück 24 Mark inklusive Porto und Verpackung. Bezug gegen Einsendung eines Verrechnungsscheck beim NABU Nordrhein-Westfalen, Postfach 12 45, 46472 Wesel. Ausstellung: Faszination Fledermäuse Während früher Aberglaube und Religion Ursache ständiger Verfolgung der Fledermäuse waren, ist heute vor allem die Zerstörung der Lebensräume für den rapiden Rückgang der heimlichen Nachtjäger verantwortlich. Um Fledermäuse bekannter zu machen und für deren Schutz zu werben, hat sich der NABU auch in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen an der European Bat Night beteiligt. Besonders erfolgreich waren der NABU Hamburg und seine Fachgruppe Fledermausschutz. Unterstützt vom Kinoveranstalter CinemaxX und der Zeitschrift GEO konnte der Landesverband nach dem Auftakt der Bat Night gleich ein dreiwöchiges Programm auf die Beine stellen. Kernstück war dabei die Ausstellung "Jäger der Nacht Faszination Fledermäuse" im CinemaxX Hamburg. Im Foyer des CinemaxX präsentierten NABU und GEO Schautafeln mit viel Wissenswertem über die heimischen Fledermäuse und beeindruckende Fotos des GEO-Fotografen Thomas Stephan. Der Film "Die geheimnisvolle Welt der Fledermäuse" zeigte faszinierende Bilder, gleichzeitig standen Fledermaus-Experten des NABU im Foyer für Fragen zur Verfügung. Begleitend bot der NABU Führungen im gesamten Stadtgebiet an. An drei Sonntagen fanden öffentliche Matineen statt. An den Führungen nahmen mehr als 500 Fledermausfreunde teil, unzählige Schulklassen besuchten Film und Ausstellung. (bq) Internet: Der NABU im Netz der Netze Das Internet wächst und wächst. Auch der NABU steht dabei längst nicht mehr abseits. Über 140 NABU-Internetadressen listet der von der Ortsgruppe Kusel/Altenglan geführte Webindex (www.nabu-webindex.de) inzwischen auf und Monat für Monat werden es mehr. Von den Landesverbänden sind inzwischen zehn im Netz der Netze präsent. Zuletzt haben die Landesverbände Hamburg unter www.nabu-hamburg.de und Berlin mit www.nabu.de/berlin ihre Informationen online geschaltet. Genauso bemüht sich der NABU-Bundesverband, sein Angebot auf www.nabu.de ständig auszubauen und zu verbessern. So bekam der Rotmilan als Vogel des Jahres 2000 pünktlich zur Verkündung am 1. Oktober eine eigene Adresse www.rotmilan.de. Neben ausführlichen Textinformationen kann man dort der Stimme des Jahresvogels lauschen und in einer Bildergalerie den Rotmilan und seine Verwandten betrachten. Natürlich ist der Rotmilan auch unmittelbar über die www.nabu.de zu erreichen; gleiches gilt für das NABU-Projekt zum Schutz des Schneeleoparden unter www.schneeleopard.de und die Online-Ausgabe dieser Zeitschrift unter www.naturschutz-heute.de. (elg) In eigener Sache Wie zahlreiche andere Zeitungen und Zeitschriften wurde nun auch Naturschutz heute auf die neue Rechtschreibung umgestellt. Die Redaktion hat sich für die etwas abgemilderte Fassung der deutschsprachigen Nachrichtenagenturen entschieden, bei der unter anderem Fremdwörter aus lebenden Sprachen nicht eingedeutscht und feststehende Begriffe weiter groß geschrieben werden. Neben der gedruckten Ausgabe gibt es Naturschutz heute jetzt auch im Internet. Unter www.naturschutz-heute.de finden die Leserinnen und Leser die wichtigsten Artikel zum Herunterladen, Text-Langfassungen, zusätzliche Hintergrundinfos und natürlich weiterführende Links. Geplant sind außerdem Vorabveröffentlichungen einzelner Beiträge. Es lohnt sich also, hineinzuschauen. Blumberger Mühle: Chinesische Umweltschützer zu Gast Zwei Wochen lang bereisten auf Einladung der Hamburger Umweltstiftung Save Our Future (S.O.F.) chinesische Journalisten vorbildliche deutsche Umweltprojekte und besuchten dabei auch das NABU-Infozentrum Blumberger Mühle. Die 15 Frauen und Männer sind Mitglieder von Friends of Nature (FON), der ersten regierungsunabhängigen Umweltschutzorganisation der Volksrepublik. Zu ihren Projekten gehören die erste Vogelschutzgruppe Chinas, Naturschutzkampagnen zur Rettung der Urwälder und Baumpflanzaktionen in der Wüste Gobi. Daneben setzen sie sich für Umweltbildung in der Volksrepublik ein, deren rapides Wirtschaftswachstum sehr zu Lasten der Umwelt geht. Die Blumberger Mühle im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin war daher von besonderem Interesse. Mit einem sprechenden Baum, Öko-Computerspielen, einer Ruderboot-Video-Koppelung und einem Moorraum wird in der Mühle die Beschäftigung mit der Natur zum heiteren und lehrreichen Spiel. Im Hinblick auf die inzwischen fünfzehn chinesischen Biosphärenreservate interessierten sich die Besucher aus dem fernen Osten auch für das Konfliktpotential zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, für Besucherlenkung und die Finanzierung des Reservats. Nach dem Öko-Gut Kerkow besuchte die Delegation auch das Haus Pehlitzwerder. Dort informiert der Öko-Verein Brodowin über die Geschichte des Endmoränengebietes der Uckermark und dem Barnim. "Eine wunderbare Ergänzung zum NABU-Infozentrum", fanden die Gäste, und resümierten: "Wir nehmen viele Anregungen für unsere Arbeit in China mit." (cr) Umwelt-Infos Wem Klimaschutz, Schaffung zukunftsweisender Arbeitsplätze und die Förderung umweltgerechter Technik nicht schnuppe sind, dem bietet der neuerdings liberalisierte Markt Ökostrom. Ein "Wegweise für die private Energiewende" zu sein verspricht deshalb die neue Verbraucherbroschüre Grüner Strom mit ihrer Anbieter-Übersicht und Bewertung der verschiedenen Öko-Label für grünen Strom. Bezug gegen vier Mark in Briefmarken bei der Verbraucher Initiative, Elsenstraße 106, 12435 Berlin. Auto ist nicht gleich Auto: Die einen belasten die Umwelt besonders stark, die anderen etwas weniger. Wer also auf den eigenen fahrbaren Untersatz nicht verzichten kann oder mag, erfährt in der Auto-Umweltliste 1999/2000 des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), welche Pkw unter Umweltgesichtspunkten am besten abschneiden. Bezug gegen fünf Mark beim VCD, Postfach 17 01 60, 53027 Bonn, Fax 02 28-9 85 85-10. Wer suchet, der findet: Leicht verständliche Tarife, selbsterklärende Fahrpläne und saubere Wagen mit kundenorientiertem Personal. Busse und Bahnen eben, in denen der Kunde König ist. In seiner Broschüre Königliche Verhältnisse in Bus und Bahn präsentiert der VCD wegweisende Beispiele im Öffentlichen Personenverkehr. Bezug gegen zehn Mark plus fünf Mark Versandkostenpauschale beim VCD, Postfach 17 01 60, 53027 Bonn, Fax 02 28-9 85 85-10. Termine 19.21. November,
Potshausen/Ostfriesland: Familienseminar "Wildgänse
Wanderer zwischen den Welten". Info und Anmeldung: NABU
Ostfriesland, Forlitzer Straße 125, 26624 Wigoldsbur, Fax 0
49 42-9 12 22 35. Kurz
und gut Saarland:
Ministerehren für Stefan Mörsdorf Nach heftigen Protesten
der Umweltverbände ist der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel
vorläufig von seinem Plan abgerückt, im geplanten nordhessischen
Nationalpark Kellerwald Teile des alten Buchenbestandes zum Holzeinschlag
freizugeben. Dietzel hätte damit einen Erlass der Vorgängerregierung
rückgängig gemacht, nach dem in dem vorgesehenen Nationalparkgebiet
südlich des Edersees alle Laubbäume über 120 Jahre geschont
werden sollten. Dietzel hat nun eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus
Naturschutzverbänden, Kommunen, Ministerien und Behörden ins
Leben gerufen, die innerhalb eines Jahres ein Konzept für die Region
entwickeln soll. Naturschutz heute,
Ausgabe 4/99 vom 5. November 1999 Naturschutz heute ist das Mitgliedermagazin des 1899 gegründeten Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Mehr über den NABU und seine Aktivitäten unter www.NABU.de. |
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