Naturschutz heute – Ausgabe 4/99 vom 5. November 1999


Journal
Spielend Umwelt entdecken

Prasselnde Holzscheite im Kamin, Glühwein im Becher und die Füße in dicke Wollsocken gesteckt – einfach gemütlich. An langen Herbst- und Winterabenden hat so mancher wieder Lust auf Monopoly, Mensch ärgere dich nicht & Co. Und da es bald weihnachtet, stellt Naturschutz heute hier einige Umweltspiele als Geschenktipps vor:

Die Bachpaten * Underground * Solar Power * Woher kommt mein Essen? (Reihe "Mein erstes Naturspiel") * Waldmeister * Varialand * Murmelbahn * Dicke Kartoffeln * Mit Kindern in den Wald * Kein Spiel, aber auch ein Tipp: Weihnachts-Baum Mammut oder Apfel?


Der Ökospiel-Boom ist vorbei. Das meint zumindest die Laut Marketingabteilung der süddeutschen Spielefirma Ravensburger. Bis Anfang der neunziger Jahre hätten sich die Ökospiele noch gut verkauft. Heute hat sie Ravensburger sie als unrentabel aus dem Programm gestrichen. Klein- und Kleinstverlage spezialisieren sich nun auf solche Marktnischen. Einige wie Die Bachpaten werden sogar in Handarbeit hergestellt. Bei Interesse an Umweltspielen wendet man sich deshalb am besten direkt an die Hersteller, Kontaktadressen sind bei den einzelnen Spielen dieses Journals jeweils angegeben.

Die Ökospiele wurden von NABU-Mitarbeitern und deren Kindern ausprobiert. Ihre subjektiven Urteile sind in die Vorstellung der Spiele mit eingeflossen. Auch wenn "Muh, Mäh und Zimm-terätätä" heute wohl keinen mehr so recht vom Hocker reißen: Eine Untersuchung des Marktforschers "Eurotoys" ergab, dass in Deutschlands Spielzeugläden immer noch zu achtzig Prozent traditionelle Spiele verlangt werden. Vielleicht spricht so eine fröhliche Runde am Familientisch einfach mehr Sinne an, als der immer gleiche Mausklick am Computer. Bei den hier ausgewählten Beispielen ist sicher für jede Altersgruppe etwas dabei.

Viel Spaß beim Spielen und fröhliche Weihnachten wünschen die NH-Redaktion und Journal-Autorin Ulrike Ziskoven.


Bachpaten: Handgefertigte Unikate

Die Idee zu diesem originellen Spiel hatten zwei Geographiestudentinnen der Uni Mainz. Nach ihrer Diplomarbeit über Bachrenaturierung wollten sie auch anderen zeigen, wie aus begradigten Wasserläufen in ausgeräumten Landschaften wieder murmelnde Bäche in üppiger Natur werden können.

Auf einem Spielplan ist eine abstrakte Landschaft aufgemalt. Darin fließt ein Bach, der in einzelne Segmente unterteilt ist. Sie müssen Stück für Stück erworben und renaturiert werden. Überall liegt Müll, der zuerst beiseite geschafft werden soll. Dann kann man Kläranlagen errichten und Bäume pflanzen. Dazu müssen Grundstücke gekauft, Genehmigungen erteilt und Arbeiter mobilisiert werden. Einen vorgegebenen Weg gibt es nicht. Man kann frei entscheiden, welche Maßnahmen man jeweils ergreift.

Ein Zahlenwürfel gibt an, um wie viele Felder man sich weiterbewegen kann (nicht muss). Ein Symbolwürfel beschert eine Aktionskarte. Die gilt dann auch für den rechten Nachbarn des Spielers. Eine gute Idee: Nicht nur ein Bachanlieger ist von einem Ereignis betroffen, alle sitzen im selben Boot. Würfelt man eine Drei oder Vier, setzt starker Regen ein oder Hochwasser schwappt über den Baulauf hinaus. Glück für den Bachpaten! Müll wird davongespült, der Lauf natürlich verändert. Renaturierte Spielfelder bringen Siegpunkte.

Das Spiel ist zu Ende, wenn sich der Bach munter durch eine saubere Landschaft schlängelt. Gewonnen hat der Bachpate mit den meisten Siegpunkten. Die Bachpaten wurde schon mit mehreren Umweltschutzpreisen ausgezeichnet.

"Die Bachpaten" ist ein Brettspiel für Kinder ab zehn Jahren und Erwachsene. Da die Autorinnen das Spiel (noch) im Eigenverlag herausgeben und selber herstellen, ist es mit 99 Mark plus Versand relativ teuer. Dafür erhält man aber ein handgefertigtes Unikat.


Underground: Verborgenes Bodenleben

Wer kann einen Doppelschwanz von einem Ohrwurm unterscheiden? Die Viecher sehen doch alle gleich aus. Denkste! Wiesbadener Schüler bewiesen: Es geht doch. Nach ausgiebigem Spiel mit dem Underground-Memory wurden sie zur dort jährlichen Schülerexkursion "Erkundung einer Bodenfabrik" ausgeschickt. Ergebnis: Die Entdeckungsrate von Bodentierchen in der Laubstreu stieg linear zur Memory-Geübtheit.

36 verschiedene Bodenbewohner sind bei Underground sorgfältig und naturgetreu auf den Kärtchen nachgezeichnet, vom klitzekleinen Wechseltierchen bis zur großen Röhrenspinne. Auf jeder Karte steht der Name des Tierchens oder Einzellers. Ein Bildsymbol auf jeder Karte zeigt an, was das Bodentier so alles frisst.

Underground wurde von einer Wiesbadener Diplom-Biologin entworfen. Wer Bandfüßler noch mit Steinläufern verwechselt, verdient künftig nur Ihr mitleidiges Lächeln. Allerdings sind viele Tiere sich so ähnlich, dass es wohl einiger Runden bedarf, um sie auseinander halten zu können. So ist das Memory für kleinere Kinder vielleicht etwas zu schwierig. In einem 44 Seiten umfassenden Begleitheft können Wissbegierige alles nachlesen über die Bewohner der oberen Erdschichten: Bodengruppe, Lebensweise und Fortpflanzung. Nach drei, vier Spielen kann man es sicher mit jedem NABU-Fachmann aufnehmen.

"Underground" ist ein Memory für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene und kostet 19,50 Mark plus 4,50 Mark Versandkostenanteil (für ein Spiel). Bezug bei Aukamm, Naturerlebnistal e.V., c/o Tier- und Pflanzenpark Fasanerie, 65195 Wiesbaden, Tel. 06 11-31 20 20.


Solar Power: Spielend Strom gewinnen

Ein bisschen erinnert Solar Power ja schon an Loriots Spielzeugladen-Satire "Wir bauen uns ein Atomkraftwerk". Aber der Inhalt des Experimentierkastens ist hier natürlich ökologisch vertretbar und physikalisch unbedenklich. Solar Power kommt passend zum 100.000-(Solar)Dächer-Programm der Bundesregierung. Da kann Hänschen schon mal bastelnd ausprobieren, was für Hans vielleicht einmal selbstverständlich sein wird: umweltfreundlich gewonnener Strom für den Privathaushalt.

Urteil von NABU-Tester Paul (10 Jahre): "Uneingeschränkt gut, bin ich super mit zurechtgekommen." Allerdings muss man im Winter in unseren Breiten mit einer Lampe nachhelfen, um soviel Licht zu kriegen, dass sich Rotoren drehen und Pegel ausschlagen.

Solar Power ist ein Lehr- und Experimentierkasten für Kinder ab acht Jahren und kostet 79,90 Mark. Bezug unter Bestell-Nr. 751 047 bei Waschbär, 79093 Freiburg, Tel. 01 80-5 39 56.


Woher kommt mein Essen?: Ravensburger auf dem Rückzug

Honig wächst nicht am Langnese-Baum und lila Kühe geben keinen Kakao, klar. Aber wie geht das wirklich mit den Bienenhöschen, Waben und Kakaobohnen? Und wie werden fette graue Larven zu schönen bunten Schmetterlingen? Wer Glück hat, erwischt vielleicht noch einen der Klassiker aus der Reihe Mein erstes Naturspiel von Ravensburger. Denn mangels Verkaufserfolg wurde die Produktion von Umweltspielen dort, wie eingangs erwähnt, eingestellt.

Woher kommt mein Essen? zeigt in Bildern den Weg von der Natur auf den Tisch. Das Spiel enthält 35 Legekärtchen und sieben Spielsteine. Die Karten werden verdeckt ausgelegt und dann reihum aufgenommen. Eine Reihe aneinander gelegter Karten bildet jeweils einen Entwicklungsprozess. Wer die erste Karte einer Reihe findet, darf sie neben einen farbigen Holzstein legen. Das Kind, das die letzte zugehörige Karte anlegt, darf sich den Spielstein der Reihe nehmen. Sieger ist, wer am Schluss die meisten bunten Steine gesammelt hat.

"Woher kommt mein Essen?" ist ein Merk- und Legespiel für Kinder von fünf bis acht Jahren aus dem Ravensburger Spieleverlag. Die Reihe "Mein erstes Naturspiel" kostet etwa 23 Mark und ist im Handel meist noch erhältlich (gesehen etwa bei "Toys ´R´ Us"). Zu der Reihe gehören noch "Wie Tiere groß werden" und "Kennst du den Baum?"


Waldmeister: Forst-Manager gesucht

Die Verpackung lässt Schlimmes befürchten: Ein smarter Jungmanager sitzt zwischen Tannenbäumen, Fuchs und Hasen am PC. Waldsterben per Mausklick?

Nein, der Waldmeister entpuppt sich als gewiefter Öko-Stratege, der sich die Rettung unserer sterbenden Flora und Fauna auf den Monitor geschrieben hat. Klar, wir helfen ihm dabei. Aber immer wieder treffen uns Rückschläge bei der Rettung unserer Grundstücke. Schwammspinner mampfen alles kahl, Smog nebelt unsere jungen Setzlinge ein. Qualm aus der Fabrik nebenan und Abgase von der nahen Autobahn machen uns sauer und den Regen auch, was natürlich den Bäumen nicht gut tut. Sterben sie, müssen auch die Waldtiere dran glauben. Wir Ökomanager kämpfen uns unbeirrt durch die Jahreszeiten: sanieren Industrie- und Verkehrsflächen hier, investieren da, forsten auf.

Das Spiel bietet dazu wirklich umfangreiches Material: Legekärtchen mit Samen, Setzlingen und ausgewachsene Bäumen, hinzu kommen zwölf verschiedene Waldtierarten. Ereigniskarten zwingen uns realistische Bedingungen an den grünen Tisch. Wer zuerst zwölf Bäume auf seinem Grundstück angepflanzt hat ist Sieger. Man kann zudem eine Menge zum Thema Waldsanierung im Begleitheft nachlesen. Ein interessantes Natur- und Umweltspiel für die ganze Familie.

"Waldmeister" ist ein Brettspiel für Kinder ab acht Jahren und Erwachsene, ist erschienen beim Hans im Glück Verlag München und kostet um 70 Mark. Bestell-Tel. 089-3 00 54 19.


Varialand: Gut für die Phantasie

Aus Holzplättchen sollen Bilderbuchlandschaften zusammengestellt werden: Küken scharen sich auf der Wiese um die Glucke, ein Fuchs schleicht heran. Kinder spielen vor einem Bauernhaus mit einem Ball. Es gibt einen Fischteich, blauen Himmel, ein Stück Ährenfeld. Aber auch eine Regenwolke zieht auf und Tannen biegen sich im Wind.

Varialand ist ein Legespiel mit aufgemalten Motiven in kräftig bunten Farben. Laut Hersteller eignet sich das Spiel für Kinder ab drei Jahren. Die Kleinen haben auch sicher Freude an den schönen Bildchen und können sich mit Mama oder Papa Geschichten dazu ausdenken.

Laut Hersteller sind den Gestaltungsmöglichkeiten mit den Plättchen "fast keine Grenzen" gesetzt, aber das trifft nicht ganz zu. Die Motive sind meist Einzelbilder. Zum Teil sind sie auch als Puzzle (Häuser, Teich) angelegt, dann aber mit wenig Variationsmöglichkeiten. Einige Bilder sind regelrecht abgeschnitten: eine Baumkrone ohne Stamm, ein Regenbogen als Teilstück. Kleinere Kinder können mit so viel künstlerischer Abstraktion vielleicht noch nichts anfangen.

Den NABU-Testkindern Ole und Inga, beide knapp drei Jahre alt, gefielen die Bildplättchen gut. Sie wurden aber als Untersetzer für andere Spiele "zweckentfremdet". Zum Beispiel stellten die beiden kleine Plastikentchen auf den Teich – schließlich auch eine Variationsmöglichkeit. Schön wäre es, wenn auch die Rückseiten der Kärtchen vom Hersteller Motive bekommen hätten. So könnte man die Legemöglichkeiten sehr erweitern. Die Wiese besteht zum Beispiel nur aus grünen Strichen, denen man Blumen verschiedener Jahreszeiten hinzufügen könnte. Varialand ist für Kinder im Kindergartenalter gut geeignet. Sie können ihrer Phantasie freien Lauf lassen, Geschichten erfinden und von älteren Mitspielern zum Nachdenken über die Natur angeregt werden.

Varialand ist ein Legespiel für einen bis drei Mitspieler ab zwei Jahren. Die 80 Birkensperrholzplättchen haben eine kratzfeste, abwaschbare Oberfläche mit aufgemalten Motiven. Preis: um 50 Mark. Erschienen bei Selecta Spielzeug, Postfach 62, 83531 Edling, Tel. 0 80 71-10 06-0.


Murmelbahn: Nachhaltige Abfahrt

Immer wieder schön ist die gute alte Murmelbahn. Die 54 massiven Buchenholzwürfel lassen sich im Baukastensystem zu immer neuen Bahnen zusammensetzen. Die passenden Glasmurmeln können bis zu sechs horizontal angelegte Tunnelelemente durchqueren, ohne stecken zu bleiben. Die Würfel sind aus unbehandeltem, FSC-zertifiziertem Schweizer Buchenholz. So tut man nicht nur etwas für das räumliche Vorstellungsvermögen seiner Kinder, sondern auch für die nachhaltige Forstwirtschaft.

Die "Cuboro-Murmelbahn" ist ein Baukastenspiel für Kinder von vier bis sieben Jahren und kostet beim Panda-Umweltversand in 76272 Ettlingen 259 Mark (Bestell-Nr. 02701-44).


Dicke Kartoffeln: Regenwurm gegen Giftspritze

Die Scholle – unendliche Gefahren: Kartoffelkäfer fressen Ihre Pflanzen ab, Bauernkonkurrenz unterbietet frech Ihr Angebot auf dem Markt, 28 Totenköpfe lauern auf den Gifteinsatz und 192 Regenwürmer halten dagegen.

Dicke Kartoffeln ist etwas für die Hardliner des Ökolandbaus. Mit ausgesprochen bescheidenen Startmitteln (800 Spielmark, ein Bauernhof, drei Regenwürmer, ein Sonnenblume) ackert sich der Biobauer durch die Jahreszeiten. Der Bauer kann aber auch mit kleinen Giftwolken und Düngersäckchen dem Kartoffelsegen etwas nachhelfen. Profitsaulus oder Biopaulus – das ist hier die Frage, ständig hin und her gerissen zwischen böser Raffgier und gutem Öko-Gewissen.

Der Hersteller empfiehlt "mindestens 4 Jahre" zu spielen, soll wohl heißen, je nach Spielgeübtheit und Anzahl der Mitstreiter anderthalb bis zweieinhalb Stunden. Sogar Verschulden darf man sich, wie im richtigen Leben. Bank- und Börsenkenntnisse sind entschieden von Vorteil. "Nachrichtenkarten" bringen Schicksal ins Spiel: von "Brüssel beschließt Subventionen" bis "Dieses Jahr verregneter Sommer". Uff, Bauersvolk hat schweres Tagwerk. Aber das weiß man ja spätestens seit dem Film "Herbstmilch".

Doch wer seinen Komposthaufen mit Liebe pflegt und nach allen Regeln des biologischen Anbaus wirtschaftet, der hat nichts zu befürchten. Wer Sieger wird, bleibt sowieso Ansichtssache: Am Schluss wird ein ökologischer und ein ökonomischer Gewinner ermittelt. Etwas zweifelhafte Moral von der Spielgeschicht’: Umweltschwein kommt besser weg als Ökogutmensch. Aber man sieht wenigstens, wie schädlich sich Intensivlandwirtschaft auf die Natur auswirkt. Wer das erträgt und stundenlanges Spielen liebt, der liegt mit Dicke Kartoffeln (acker)goldrichtig.

"Dicke Kartoffeln" ist ein aufwendig gemachtes Taktik- und Legespiel für zwei bis sechs Mitspieler ab zwölf Jahren. Enthalten sind sechs Spielpläne mit je fünf Feldern zum Bewirtschaften, zahlreiche Spielsteine und -kärtchen, Würfel, Schuldscheine und Kartoffelgeld. Preis: um 65 Mark, bei Abacusspiele, Schopenhauerstraße 41, 63303 Dreieich, Tel. 0 61 03-6 15 05.


Mit Kindern in den Wald: Spielesammlung für Gruppen

Dieses Waldspielebuch ist eine echte Fundgrube für den nächsten Ausflug ins Grüne. Durch Bewegungsspiele, lustige Mitmachgeschichten aber auch in ruhigen Meditationen wird der Wald mit allen Sinnen erlebbar. Alle, die mit Kindererziehung in größeren Gruppen zu tun haben – Erzieher, Grundschullehrer, Umweltpädagogen – finden hier sicher schöne Anregungen.

Aber auch für Familienausflüge ist das Buch gut geeignet. Die Spiele sind ohne viel Aufwand und hohe Kosten leicht durchführbar. Der Wald mit seinen Moosen, Bäumen, Zweigen, Früchten und Tieren wird zur geheimnisvollen Welt. Zum Beispiel soll für Waldzwerge ein Häuschen gebaut werden aus Ästen und Steinen. Darüber wird Laub und Farn gelegt, damit sie nicht frieren. Beim nächsten Waldtag können die Kinder nachsehen, ob ihre Hüttchen noch stehen oder ob man vielleicht sogar Zwergenspuren entdeckt.

Am Seitenrand stehen zu jedem Spiel die pädagogischen Ziele in Stichworten und auch, ob man zusätzliche Materialien braucht und welche Voraussetzung der jeweilige Standort haben muss. Auf den ersten Seiten werden Tipps zur Planung und Methodik des Tages gegeben (mit Checkliste). Man findet Informationen über Zecken, Fuchsbandwürmer Giftpflanzen, Allergien und Verletzungsgefahren.

Hören, Fühlen, Sehen, Schmecken, Riechen – jeder Mitspieler wird ein Teil des Lebensraums Wald. Für die Meditation "Pssst!" zum Beispiel wird ein regenfreier Tag gewählt. Alle Kinder legen sich auf dem Waldboden auf den Rücken. Ein Spielleiter gibt ruhig Anweisungen, etwa: "Es könnte sein, dass ihr den Waldboden riecht, eine Pflanze in der Nähe. Dafür müsst ihr ganz tief durch die Nase einatmen..."

Kathrin Sandhof, Birgitta Stumpf: Mit Kindern in den Wald. Wald-Erlebnis-Handbuch. – 96 Seiten. 28 Mark. Ökotopia 1999. ISBN 3-931902-25-0. "Mit Kindern in den Wald" ist ein Spiele- und Liederbuch für Waldausflüge mit Kindergruppen von drei bis zehn Jahren. Insgesamt übersichtlich gestaltet, mit liebevollen Zeichnungen von spielenden Kindern.



Weihnachts-Baum: Mammut oder Apfel?

Wenn jeder in seinem Leben einen Baum gepflanzt haben soll, dann ist der kalifornische Mammutbaum eine echte Hinterlassenschaft für die Nachwelt. In ein paar hundert Jahren wird er so hoch sein wie der Kölner Dom. Im Vergleich zum ausgewachsenen Baumriesen ist der 30 Zentimeter große Mammut-Setzling ein Bonsai. Dafür wächst er deutlich schneller als andere Bäume und ist das ganze Jahr über schön grün. Im passenden Baumstammkarton gibt es den Mini-Mammut unter der Bestell-Nr. 732547 für 39,90 Mark bei Waschbär, 79093 Freiburg, per Tel. 01 80-5 39 56.

Leider ist das gute Stück aber weder einheimisch, noch hat es einen großen (Naturschutz-)Nutzwert. Nicht viel teurer wäre als Alternative ein schöner Hochstamm-Obstbaum, der sich in geschützten Lagen auch zu Weihnachten noch gut pflanzen lässt. Dieser ist beim Anpflanzen bereits mehr als zwei Meter groß und trägt nach wenigen Jahren leckere Früchte für Mensch und Tier. So hoch wie der Kölner Dom wird ein Obstbaum natürlich nicht, aber wer will schon in hundert Metern Höhe Äpfel oder Kirschen ernten. Adressen von Gärtnereien, die Hochstamm-Obstbäume führen, können bei allen NABU-Gruppen erfragt werden.


Naturschutz heute, Ausgabe 4/99 vom 5. November 1999

Inhaltsverzeichnis Ausgabe 4/99


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