Naturschutz
heute Ausgabe 4/01 vom 26. Oktober 2001
Energie, Wasser
und Geld sparen
Ulrike Ziskoven
gibt Tipps, was man bei der Anschaffung von Kühlschrank, Herd
und Waschmaschine beachten sollte.
Energiesparen:
Es ginge mit der Hälfte * Effizienzklassen: Finger
weg von "G" * Waschmaschinen: Schneller schleudern
hilft sparen * Trockner: Unschlagbare Wäscheleine
* Kühlschränke: Mehr Kraft mit weniger Saft
* Gas- und Elektroherde: Kochzonen und Backraumteiler
* Geschirrspülmaschinen: Effektiver als von Hand
* Im Test: Öko-Spitzenreiter * Börsen:
Reparieren und Tauschen * Buchtipps
Energiesparen:
Es ginge mit der Hälfte
Eigentlich
können wir Deutschen ja ganz zufrieden mit uns sein. Im europäischen
Vergleich liegen wir beim Energiesparen zusammen mit Luxemburg, Irland
und Dänemark an der Spitze. Dabei hat die moderne Dienstleistungs-
und Informationsgesellschaft einen immer größeren Strombedarf.
Des Rätsels Lösung ist die immer effizientere Stromverwendung.
"Immer mehr Anwendungen mit Strom - aber immer weniger Strom je
Anwendung" ist das gewinnträchtige Motto.
Ökologisches Hauptargument zum Energiesparen ist heute der hohe
Kohlendioxid-Ausstoß bei der Energieproduktion und damit der zunehmende
Treibhauseffekt. Mit jeder Kilowattstunde gespartem Strom werden nämlich
690 Gramm weniger Kohlendioxid in die Luft geblasen. Die Deutsche
Energie-Agentur (DENA) - im Herbst 2000 auf Initiative der Minister
Müller und Trittin gegründet und für einen schonenden
Umgang mit Energie zuständig - berechnete, dass sich rein technisch
der Primärenergieverbrauch um rund 50 Prozent senken ließe,
ohne dass jemand auf irgendeinen Komfort verzichten müsste. Auch
die Haushalte könnten durch bewusstes Verhalten locker ein Drittel
der benötigten Energie einsparen, ohne jede Askese.
Natürlich spielt auch Geldsparen eine wichtige Rolle für den
Verbraucher, gerade weil Strom als aufwändig hergestellte Energieform
teuer ist. Im Durchschnitt benötigt ein deutscher Haushalt 2800
Kilowattstunden pro Jahr (ohne Heizstrom), das heißt 2800 Stunden
lang wird je Stunde ein Kilowatt vom Kraftwerk geliefert. Spart man
nur eine Kilowattstunde Strom am Tag, macht das im Jahr hundert Mark
mehr im Geldbeutel aus. Fast die Hälfte der in einem Haushalt benötigten
elektrischen Energie frisst die so genannte "Weiße Ware"
der Elektrogroßgeräte. Die hungrigsten Stromfresser sind
Kühl- und Gefriergeräte, sie verschlingen zusammen fast 22
Prozent des Elektrogeräte-Stromkuchens, gefolgt vom Elektroherd
mit 10 Prozent. Waschmaschine und Wäschetrocker kommen zusammen
auf 7 Prozent. Die vielen sonstigen Elektrogeräte - vom Staubsauger
bis zum Mixer - sind einzeln Hungerkünstler, gemeinsam vertilgen
sie aber rund 27 Prozent. Hier hilft nur Abspecken im Bestand.
Effizienzklassen:
Finger weg von "G"
1994 gab die Europäische
Union eine Richtlinie zur Einteilung von Großelektrogeräten
heraus. Der "EU-Energieaufkleber" soll auf einen Blick verraten,
ob ein Gerät viel oder wenig Energie verbraucht. Mit den Buchstaben
A bis G werden seit 1998 auch in Deutschland die so genannten Energieeffizienzklassen
ausgewiesen. Die Etikettierung ist Pflicht für alle Kühl-
und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Wäschetrockner und Geschirrspülmaschinen.
A steht für besonders sparsam, bei G wird es extrem verschwenderisch.
Da die Klassifizierung aber bereits vor Jahren vorgenommen wurde, spiegelt
sie nicht den aktuellen technischen Stand wieder. Um das A-Siegel zu
bekommen, muss das jeweilige Gerät mindestens 55 Prozent unterhalb
des europäischen Durchschnitts liegen. Damit erhält allerdings
ein Kühlschrank, der halb so viel Strom frisst wie der Durchschnitt,
genauso ein "A" wie einer, der nur mit einem Viertel des Durchschnitts
auskommt.
Zwar sollte das Vergabesystem längst verbessert werden, aber nach
Auskunft des Umweltbundesamtes
(UBA) ist das "zur Zeit nicht vorgesehen". UBA-Experte
Christoph Mordziol rät deshalb, beim Kauf nicht nur auf die Effizienzklasse
und den günstigen Preis zu achten, sondern auch auf scheinbar kleine
Verbrauchsunterschiede. Die Effizienzrechnung geht nämlich nur
auf, wenn man langfristige Betriebskosten dem Kaufpreis gegenüberstellt.
10 bis 15 Jahre sollte ein Großgerät halten.
Damit die Verbraucher es leichter haben, gibt das Niedrig-Energie-Institut
(NEI) in Detmold alle zwei Jahre die neuesten Daten bekannt. Die NEI-Liste
berechnet auch die voraussichtlichen langfristigen Betriebskosten für
Strom und Wasser. Die Liste gibt es für fünf Mark in Briefmarken
beim Bund der Energieverbraucher, Grabenstraße 17, 53619 Rheinbreitbach
oder im Internet unter www.impulsprogramm.de.
Waschmaschinen:
Schneller schleudern hilft sparen
Mit nur fünf
Prozent des Gesamtenergiebedarfs eines Haushalts liegen Waschmaschinen
eigentlich recht günstig im Rennen. Heutige Geräte verbrauchen
bei fünf Kilo Wäschefüllung eine Kilowattstunde (kWh)
Strom und 60 Liter Wasser. In den 1950er Jahren waren es noch fünf
kWh und 200 Liter Wasser.
Technische Verbesserungen konzentrieren sich vor allem auf den Wasserverbrauch,
denn für die Erwärmung des Wassers werden zwei Drittel der
gesamten Energie verwendet. Beim "Jet-stream-Verfahren" schwimmt
die Wäsche nicht mehr in der Lauge, sondern wird von oben besprüht.
Eine weitere Neuerung ist das "Oberwasser-System", bei der
eine geringe Laugenmenge dadurch besser ausgenutzt wird, dass Schaufeln
an der Außenseite der Trommel das Waschwasser wieder nach oben
transportieren und durch Sprühöffnungen erneut auf die Wäsche
geben. Mikroelektronik ermöglicht weiteres Energiesparen durch
eine genau abgestimmte Programmwahl. Sparprogramme mit niedrigerer Temperatur
und verlängerter Waschzeit senken den Stromverbrauch bis zu 45
Prozent. Voll beladene kleinere Geräte verbrauchen weniger Strom
als halb beladene große. Auch Mini-Waschmaschinen schlucken mehr
Energie als die Normalgroßen.
Beim
Kauf einer Waschmaschine empfehlen sich Geräte mit hohen Drehzahlen
im Schleudergang von bis zu 1600 Umdrehungen je Minute, wenn man danach
einen Wäschetrockner benutzt. Die geringere Restfeuchte der Wäsche
senkt den Stromverbrauch beim Trocknen nämlich enorm. Um einen
Liter Wasser aus der Wäsche zu ziehen, braucht ein Ablufttrockner
40 mal soviel Energie wie eine hochtourige Schleuder. Schon eine Erhöhung
der Schleuderdrehzahl von 800 auf 1000 Umdrehungen spart 15 Prozent
Energie beim Trockner.
Oft wird der direkte Anschluss der Waschmaschine an die zentrale Warmwasserbereitung
als Sparmaßnahme betont. Das warme Wasser aus der Leitung macht
aber nur Sinn, wenn die Warmwasserversorgung nicht elektrisch erfolgt.
Sonst hat man ja nichts gewonnen. Wenn die Heizung nicht veraltet ist,
lassen sich so rund 20 Prozent Energie sparen. Wichtig sind auch kurze
Leitungen, denn der kalte Vorlauf kann ein Drittel des zulaufenden Wassers
ausmachen. Das nachkommende Warmwasser bleibt in der Leitung und kühlt
wieder ab. Der Eimer-Test zeigt, ob sich das Ganze lohnt. Nachdem mindestens
eine Stunde lang kein Warmwasser aus der Leitung entnommen wurde, lässt
man das Wasser nahe der Maschine so lange laufen, bis es auf Handwärme
(35 Grad) abgekühlt ist. Sind dabei bis zu 5 Liter aus der Leitung
gekommen, lohnt sich das Anzapfen der Warmwasserleitung.
Trockner:
Unschlagbare Wäscheleine
Wäscheleinen
sind natürlich die umweltfreundlichste und billigste Art, Wäsche
zu trocknen. Aber Haushalten ohne Trockenraum bleibt oft keine andere
Wahl als der Trockner. Und bei Minustemperaturen bekommt man seine Wäsche
auch im Keller kaum trocken. Einen Trockner haben 25 Prozent aller Westhaushalte,
im Osten sind es nur vier Prozent. Trockner sind große Stromfresser.
Der Jahresstromverbrauch liegt bei 350 Kilowattstunden (kWh) und damit
fast doppelt so hoch wie bei der Waschmaschine.
Wäschetrockner
saugen Raumluft an und erwärmen sie. Beim Durchpusten der feuchten
Wäsche in der Trommel wird dieser Feuchtigkeit entzogen. Beim Ablufttrockner
wird die Feuchtigkeit mit der Luft in den Raum oder über einen
Papierschlauch ins Freie geleitet. Beim Kondensationstrockner wird die
Abluft so stark abgekühlt, dass sie kondensiert. Kondenstrockner
fressen mehr Strom als Ablufttrockner.
Der größte Energieverlustfaktor ist aber das Übertrocknen
der Wäsche. Hier setzen auch technische Neuerungen an. Mikroelektronik
kann die Restfeuchte erfassen, in dem Sensoren ständig den Trockenprozess
kontrollieren. Die Maschine stoppt, sobald der vorgewählte Trockengrad
erreicht ist. Zusätzlich gibt es Programme für unterschiedliche
Textilsorten und Mengenautomatiken. Außerdem wurde die Luftführung
verbessert. Einige Hersteller bieten inzwischen Spartrockner mit kalter
Luft an. Dabei werden zwar über 50 Prozent Energie gespart, aber
durch stundenlanges Rotieren in der Trommel wird nicht nur der Geduldsfaden
sondern auch die Wäsche arg strapaziert. In einen so genannten
Trockenschrank (in Skandinavien bekannter) werden die nassen Sachen
auf Bügel gehängt und mit Kaltluft angeblasen. Sieben Stunden
muss man warten, bis die Klamotten sich trockengebibbert haben.
Durch Energierückgewinnungssysteme
ließen sich auch beim Trockner noch energetische Verbesserungen
erzielen. Vor einigen Jahren brachte zum Beispiel AEG den "Öko-Lavatherm"
auf den Markt, der mit einer Wärmepumpe Wärme aus der Abluft
erneut zum Trocknen in die Wäsche pustet. Dabei verbraucht er nur
halb soviel Energie wie andere Trockner. Allerdings konnten sich Geräte
mit Wärmepumpen bisher wegen des hohen Preises nicht durchsetzen
(über 2500 Mark). Nur bei sehr hohen Auslastungen würde sich
eine solche Anschaffung rechnen. Ein Normaltrockner kostet höchstens
1000 Mark und verursacht in zehn Jahren maximal 1400 Mark Stromkosten.
Für den Trockner spricht übrigens, dass man viele Wäschestücke
nachher nicht mehr bügeln muss und dadurch Strom spart. Eine Stunde
Bügeln frisst eine halbe Kilowattstunde Strom.
Kühlschränke:
Mehr Kraft mit weniger Saft
Kühl- und Gefrierschränken
fressen heute in der Regel 40 Prozent weniger Strom als noch 1978. Allerdings
wurde dieser Spareffekt nach Ansicht des Verbrauchermagazins "Öko-Test"
durch die "Aufrüstung der Haushalte mit elektrischen Brotschneidemaschinen
oder Mikrowellenöfen längst zunichte gemacht". Im Schnitt
verbrauchen Kühlgeräte und Gefriergeräte pro Haushalt
im Jahr 340 beziehungsweise 380 Kilowattstunden (kWh), das ist ein Fünftel
des gesamten Haushaltsstromverbrauchs. Hier lohnt es sich beim Kauf
auf ein effizientes Gerät zu achten.
Die
Verbrauchsunterschiede sind sehr groß. Verbraucht ein billigeres
Gerät zum Beispiel 100 kWh pro Jahr mehr als das teurere, muss
man zum Kaufpreis (bei einer erwarteten Lebensdauer von rund 15 Jahren)
noch einmal mindestens 420 Mark für Strom addieren. Während
ein neuer Kühlschrank ohne Gefrierfach einen Durchschnittsverbrauch
von rund 260 kWh pro Jahr hat, kommen die jeweils besten Geräte
mit der Hälfte davon aus. Kühl-Gefrierkombinationen verbrauchen
heute je nach Modell zwischen 290 bis 870 kWh jährlich. Auch bei
Gefrierschränken finden sich solche riesigen Unterschiede. Die
Spannbreite liegt hier zwischen 200 und 600 kWh.
Im Prinzip hat sich an der Funktion von Kühl- und Gefrierschränken
seit den ersten Kältemaschinen vor hundert Jahrten nichts geändert.
Per Kreislauf wird ein Kältemittel (früher FCKW, heute meist
Butan) verdampft und von einem Kompressor auf hohen Druck gebracht.
Dabei übersteigt die Temperatur des Kältemittels die Umgebungstemperatur,
durchfließt dann einen Wärmetauscher, den Kondensator auf
der Rückseite. Mit einer Drossel wird der Druck reduziert und die
Temperatur sinkt bis unter die Kühlschrankinnentemperatur. Dann
wird ein Wärmetauscher im Innern des Kühlschranks durchlaufen,
der Verdampfer. Das Kältemittel verdampft in der vergleichsweise
"warmen" Kühlschrankinnenluft. Die Energie, die dem Kältemittel
dabei zugeführt wird, wird dem Kühlschrankinneren entzogen,
es wird kalt.
Dabei haben Kühlschränke ohne Gefrierfach einen viel geringeren
Energieverbrauch, da der Kompressor nicht so tiefe Temperaturen erzeugen
muss. Gefrierschränke verbrauchen meist mehr Strom als Truhen,
unter anderem, weil der Truhendeckel wegen des Eigengewichts besser
schließt. Gefriergeräte mit "No-Frost-Technologie"
(Ventilator und Zusatzheizung verhindern Reifbildung) muss man nicht
mehr abtauen. Das ist zwar bequem, führt aber zu einem bis zu 30
Prozent höheren Stromverbrauch. Ohne zusätzlichen Strom kommen
dagegen "Stop-Frost"- oder "Low-Frost"-Gefriertruhen
aus. Sie haben besondere Luftführungen und Filterpatronen, durch
die sich 80 Prozent weniger Eis bildet. Abtauen ist dann nur noch selten
nötig.
Der so genannte Transmissionsverlust beim Ausgleich des Wärmeeintrags
durch die Kühlschrankwände macht etwa 85 Prozent des Energieverbrauchs
aus und entsprechend setzt technischer Fortschritt bei der Wärmedämmung
an. Die benötigte Energie zum Kühlen der Speisen beträgt
dagegen nur 10 Prozent. Es macht also wenig Sinn, sparsam zu befüllen,
denn mit einem halbgefüllten Kühlschrank lassen sich nur 5
Prozent Energie sparen. Künftig könnte die Schaumstoffdämmung
aber auch durch eine Vakuum-Isolierung ersetzt werden, deren Wärmeleitfähigkeit
viermal besser ist. Die langjährige Dichtigkeit des Systems ist
aber noch Zukunftsmusik. Verbesserungen wären auch bei den Kompressoren
möglich, wie überhaupt in der Abstimmung des Kältekreislaufs.
Hier wären schon heute Effizienzsteigerungen um 30 Prozent möglich.
Bislang sind all diese technisch machbaren Verbesserungen den Herstellern
aber noch zu teuer.
Gas-
und Elektroherde: Kochzonen und Backraumteiler
Im Durchschnitt
werden auf einem Elektroherd jährlich 420 Kilowattstunden (kWh)
Strom verbraucht. Eigentlich ein Grund, sich einen Gasherd anzuschaffen,
denn die energetischen Unterschiede sind enorm. Das liegt an den schlechten
Wirkungsgraden der Edelenergie Strom (hohe Umwandlungs- und Verteilungsverluste).
Der Gasherd verbraucht nur 260 kWh jährlich, ist also um rund 40
Prozent sparsamer. Erdgas ist viel billiger als Strom, da es nur gesäubert
werden muss und auch beim Transport so gut wie nichts verloren geht.
Beim Herd muss man Kochstelle und Backofen getrennt betrachten. Bei
den Kochstellen gibt es Typen mit Kochplatten und solche mit Kochzonen.
Kochplatten sind aus Gusseisen, die durch Heizleiter an der Unterseite
erhitzt werden. Das ist die ineffizienteste Kochweise, weil die Masse
komplett erhitzt werden muss, was während des Kochens und in der
Abkühlphase zu Verlusten führt. Kochzonen sind die
beheizten Stellen eines Glaskeramik-Kochfeldes. Sie setzen sich immer
mehr durch. Da bei diesem Herdtyp weniger Masse erwärmt werden
muss verbraucht er weniger Energie als ein Gussplattenherd. Zum Kochzonentyp
zählt auch der Induktionsplattenherd, der gegenüber Gussplatten
bis zu 30 Prozent weniger Energie verbraucht.
Beim
Gasherd wird die benötigte Hitze sofort bereitgestellt und
punktgenau dosiert. Da Gas beim Verbrennen Sauerstoff verbraucht und
Stickoxide erzeugt, muss die Küche allerdings mindestens 20 Kubikmeter
groß sein. Zu den Sicherheitseinrichtungen gehört, dass Gas
nur dann austritt, wenn es gleich wieder verbrennt. Dazu braucht man
aber wieder Strom. Ein Thermoelement versorgt den Elektromagneten, der
das Gasventil offen hält, nur so lange mit Strom, wie es von der
Flamme erhitzt wird. Automatische Zündvorrichtungen ersparen Experimente
mit Stichflammen. Für die Zündung braucht man allerdings auch
wieder Strom, genauso wie für die Beleuchtung und einen Ventilator
im Backofen. So ist ein Kombigerät mit Gaskochstelle und Elektrobackofen
eine gute Möglichkeit zum Stromsparen.
Bei Backöfen hat sich der Stromverbrauch seit Ende der 1970er
Jahre um rund ein Viertel verringert. Umluft- und Heißluftsysteme,
bei denen die Wärme gleichmäßig durch Luftströmung
übertragen wird, trugen dazu ebenso bei wie Wärmeschutzmaßnahmen
bei Abdichtungen und Glasscheiben. Bei Gasbacköfen gibt es ebenfalls
Umluftsysteme und ein eingebauter Infrarotstrahler dient als Grill.
Ein zusätzlicher Backraumteiler kann das Raumvolumen des Backofens
um ein Drittel verkleinern. Für die meisten Gerichte reicht das
aus. Die Energieersparnis liegt bei rund 20 Prozent. Eingebaute Mikrowellen
können zu jeder Beheizungsart beliebig zugeschaltet werden. Die
Stromeinsparung liegt dann bei 20 bis 50 Prozent und schneller wird
der Backvorgang auch.
Durch energiebewusstes Verhalten lassen sich übrigens nochmals
bis zu 40 Prozent Strom sparen. Passende Topfgrößen, das
Kochen mit Deckel, geringe Wassermengen und Nutzen der Nachwärme
durch rechtzeitiges Abschalten des Herdes oder Backofens sind wichtige
Punkte.
Geschirrspülmaschinen:
Effektiver als von Hand
Nahezu jeder zweite
westdeutsche Haushalt besitzt eine Spülmaschine, im Osten dagegen
nur jeder zehnte. Die Geschirrspülmaschinen haben sich vor allem
in den letzten Jahren energetisch sehr verbessert. Die Wärmedämmung
der Gehäuse wurde optimiert und ausgefeilte Spülprogramme
passen sich mit Mikroelektronik dem Verschmutzungsgrad an.
Spülmaschinen mit "Aktivtrocknung" verhindern Pfützenbildung
auf dem Geschirr, in dem ein kleiner Ventilator Frischluft ansaugt und
feuchte Luft nach draußen bläst. 12 Maßgedecke finden
Platz in den Körben - 12 mal Kaffeegeschirr plus 12 mal Essgeschirr,
Gläser, Besteck, eine Platte und zwei Schüsseln. Um sie von
Hand abzuspülen, bräuchte man zwei bis drei Kilowattstunden
(kWh) Strom und 40 bis 60 Liter Wasser. Das Spülen mit der vollgeladenen
Maschine verbraucht bei elektrischer Warmwassererzeugung dagegen nur
etwa 1,2 kWh Strom und 18 Liter Wasser.
Der Anschluss der Spülmaschine an die Warmwasserleitung lohnt sich
in der Regel nicht. Zu diesem Ergebnis kamen die Stiftung Warentest
und die Forschungsstelle für Energiewirtschaft. Das Wasser wird
nämlich nur bei zwei von fünf möglichen Spülgängen
aufgeheizt. Ein Wasserrecycling-System - Wasser wird hochgepumpt und
über Düsen erneut auf das Geschirr gesprüht - kann den
Wasserverbrauch noch um die Hälfte reduzieren. Bei kleineren Geräten
wird oft ein Wärmetauscher eingebaut. Das könnte auch für
die großen Maschinen Standard werden und nochmals zehn Prozent
Energie sparen. Durch energiebewusstes Benutzen lassen sich zusätzlich
rund 20 Prozent einsparen (Vollladen, Sparprogramm). Auf das Vorspülen
mit heißem Leitungswasser sollte man verzichten und grobe Verschmutzungen
nur abkratzen.
Im
Test: Öko-Spitzenreiter
Das Verbraucher-Magazin
"Öko-Test" prüft
regelmäßig Haushaltselektrogeräte auf ihre Umwelteigenschaften.
Die neuesten Daten für Geschirrspüler, Waschmaschinen und
Kühlschränke stammen von 1999 und 1998.
Bei den Kühlschränken mit Sternefach war der "Miele K542i"
Ökospitzenreiter. Pro Jahr verbraucht er 160 Kilowattstunden (kWh)
Strom. Mit 1550 Mark ist er allerdings ein teureres Gerät. Mit
Gefrierteil schnitt der "Quelle Privileg 313 l" am Besten
ab. In der Energieeffizienz lag er zwar nur wenig unter dem EU-Durchschnitt,
verbraucht aber dafür jährlich nur 252 kWh (Preis 1799 Mark).
Bei den Kühlschränken ohne Gefrierfach waren die Unterschiede
am größten. Der Spitzenreiter "Öko-Santo Super
1872 i" von AEG verbraucht nur 88 kWh Strom im Jahr. Mit 1570 Mark
ist er aber nicht gerade billig.
Die Öko-Spitzenreiter der Geschirrspüler kamen von Siemens
und Miele. Der "Siemens Eco star SE 25260" liegt mit 13 Litern
Wasserverbrauch im Normalprogramm und 1,2 kWh zwar ein ganz klein wenig
schlechter im Rennen als die Miele-Geräte "G 681 SC"
und "G 691 SC" (1,05 kWh auf 13 Liter), kostet dafür
aber wesentlich weniger (1499 DM). Die beiden Miele-Geräte schnitten
genau gleich ab, obwohl der 691er mit 2525 Mark wesentlich teurer ist
als der 681er (2065 DM). Der Clou bei all diesen Geräten: Das Vorspülwasser
wird beim Hauptspülgang erneut genutzt.
Drei- bis viermal mehr Wasser als für das Geschirr wird beim Wäschewaschen
verbraucht. Am besten waren bei Öko-Test im Jahr 1999 die "Lavita
LF 2541" von Zanker und die "Privileg Pro Comfort 9630T"
von Quelle. Bei fünf Kilo Wäsche (volle Trommel) verbrauchen
sie nur 34 Liter Wasser. Die Lavita ist 150 Mark teurer (2249 Mark)
als die Privileg (2099 Mark), schleudert aber mit 1500 Umdrehungen pro
Minute wesentlich schneller als die Konkurrenz.
Beim Stromfresser Wäschetrockner kamen nur fünf von 25 untersuchten
Geräten auf akzeptable Werte. Die Kondenstrockner "Ecodryer
502" von Ecodry und der "Öko-Lavatherm WP" von AEG
brauchten für 5 Kilo Wäsche 1,9 und 1,75 kWh Strom. Das AEG-Gerät
ist aber um einiges teurer (2699 Mark) als der Ecodryer (2150 Mark).
Beide Geräte nutzen eine Wärmepumpe und verbrauchen deshalb
nur halb so viel Energie wie andere Geräte.
Börsen:
Reparieren und Tauschen
"Sparen ist
größere Kunst als Erwerben", sagt ein altes Sprichwort.
Reparieren bietet sich an. Doch die Suche nach einem Betrieb, der ein
defektes Gerät repariert oder ein Ersatzgerät kurzfristig
verleiht, ist oft schwierig. Eine rühmliche Ausnahme ist das Trierer
"Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum des Handwerks", getragen von der
Handwerkskammer und gefördert von der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt. In der Reparatur- und Verleihbörse des Trierer Zentrums
informieren Betriebe per Datenbank über ihre Angebote. Verbraucher
können die Informationen beim Umweltzentrum anfordern und demnächst
auch im Internet abrufen. Genauere Auskunft gibt das Sekretariat des
Umweltzentrums unter Tel. 06 51-20 72 50, Infos im Internet unter www.hwk.trier.de.
Das Internet ist ohnehin ein Forum für Tausch- und Flohmärkte
aller Art, so auch für Kühlschränke & Co. Allerdings
ist es oft schwierig, Anbieter in der Nähe zu finden. Beim Tausch
musss man viel Glück haben, genau denjenigen zu finden, der den
Edeltoaster gegen eine Waschmaschine eintauschen will. Ein Versuch lohnt
sich aber immer. Unter www.tauschrausch.de/tauschboerse/hausrat-suchen1.php3
kann man einen Suchbegriff eingeben und die Angebote und Gesuche seiner
Wunschregion abrufen. Und unter www.tauschtage.de
können Angebote 30 Tage platziert werden (Suchbegriff "Haushaltsgeräte").
Auch bei www.verschenkserver.de
kann man fündig werden, muss allerdings etwas wühlen, da das
Ganze nur nach Postleitzahlen sortiert ist.
Buchtipps
- Till Böhmer,
Joachim Grawe, Michael Nickel & Eckhard Schulz: Energiesparen mit
Strom. - 217 Seiten. 28 Mark. Olzog Verlag 2001. ISBN 3-7892-8044-5.
Enthält einen ausführlichen Theorieteil über Energiewirtschaft
und konkrete Energiesparmöglichkeiten für Haushalt und Industrie.
- Till Böhmer & Lutz Wicke: Energiesparen im Haushalt. -
205 Seiten. 16,90 Mark. C.H. Beck 1998. ISBN 3-423-50813-2. Vorläufer
des oben genannten Titels und darum in den Verbrauchsangaben teils überholt.
Doch die Spartipps für alle Haushaltsbereiche sind wirklich gut.
- Markt-Umwelt-Gesellschaft/imug (Hg.): Der Unternehmenstester elektrische
Haushaltsgeräte. Monatliche Broschüre. Zu haben für zwei
Mark bei den Verbraucherzentralen sowie über Postbezug für
3,50 Mark bei der Verbraucher Initiative Berlin, Elsenstraße 106,
12345 Berlin. Wer sich für soziales und ökologisches Engagement
von Firmen interessiert, bekommt hier Hinweise; allerdings nur in Form
von Plus- und Minuszeichen für die Bereiche Umwelt, Soziales sowie
Markt und Gesellschaft.
Naturschutz
heute,
Ausgabe 4/01 vom 26. Oktober 2001
Naturschutz
heute ist das Mitgliedermagazin des 1899 gegründeten Naturschutzbundes
Deutschland (NABU). Mehr über den NABU und seine Aktivitäten
unter www.NABU.de.
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