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Hessen
natürlich Ausgabe 4/00 vom 22. November 2000
Fauna, Flora, Habitate
Hessen zögert Schutzgebietsmeldungen hinaus
Langsam merken auch die politisch Verantwortlichen in Hessen, dass mit
diesem Kürzel nicht nur ein privater hessischer Rundfunksender bezeichnet
wird. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtline (FFH-Richtlinie) ist ein Übereinkommen
der EU-Staaten, das den Schutz der biologischen Vielfalt in Europa zum
Ziel hat. Tier- (Fauna) und Pflanzenwelt (Flora) und deren Lebensräume
(Habitat) sollen mit Hilfe dieser Vereinbarung dauerhaft gesichert werden.
Dazu soll ein Netz von Schutzgebieten entstehen und die Mitgliedstaaten
sind gefordert, entsprechende Flächen nach Brüssel zu melden.
Dänemark mit 24 Prozent der Landesfläche, Griechenland mit 20
Prozent oder die Niederlande mit 17 Prozent haben die "Herausforderung"
FFH offensiv angenommen. Deutschland dagegen ist Schlusslicht im europäischen
Vergleich. Und in Deutschland verhindern nur die Stadtstaaten, dass Hessen
an letzter Stelle geführt werden muss.
Während Thüringen über 8 Prozent und Brandenburg sogar
fast 15 Prozent der Fläche in das europäische Schutzgebietsnetz
einbringen wird, hat Hessen bislang knapp 3 Prozent der Landesfläche
nach Brüssel gemeldet. Hessen also eine artenarme Bastion der Umweltzerstörung?
Nein, wie die sogenannte "FFH-Schattenliste" beweist, die der
NABU und seine Partner erstellt haben. Über 4200 Vorkommen von Arten
und Lebensräumen in 850 Gebietsvorschlägen mit einem Anteil
von mehr als 15 Prozent der Landesfläche haben die ehrenamtlichen
Naturschützer als "FFH-tauglich" kartiert und nach Brüssel
gemeldet. Vielleicht ein Grund dafür, warum die EU-Kommission die
hessische Landesregierung ultimativ aufgefordert hat, eine Ergänzung
zu den bisher gemeldeten Gebietsvorschlägen zu liefern.
Fakt ist: Wenn die Hessen nicht riskieren wollen, Gelder für die
Entwicklung des ländlichen Raumes zu verlieren oder gar zu Bußgeldzahlung
verurteilt zu werden, müssen sie kurzfristig vernünftige Daten
erheben und weitermelden. Hier hat der NABU der Landesregierung noch einmal
seine Hilfe angeboten, denn am Ende geht es darum, den Schutz der heimischen
Natur voranzubringen.
Hessen natürlich,
Ausgabe 4/00 vom 22. November 2000 * Inhaltsverzeichnis
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natürlich ist ein Regionalteil von Naturschutz
heute, dem Mitgliedermagazin des Naturschutzbundes Deutschland
(NABU). Mehr über den NABU und seine Aktivitäten unter www.NABU.de,
zum Landesverband Hessen unter www.NABU-Hessen.de.
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