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Naturschutz heute Ausgabe 3/01 vom 27. Juli 2001 NABU vor Ort Mühlenberger
Loch: Das endgültige Aus * Landschaftsführer:
Modellprojekt Alb-Guide * Euregio-Naturpunkt: Grenzen
überschreiten * Westerwald: Dialog mit Forst und
Jagd * Niedersachsen: Elster und Krähe unter Beschuss
* Radtouren: Mit dem NABU unterwegs * Neues
Infomaterial * Kurz gemeldet: Preisträger "Goldene
Natur" - NSG-Erweiterung am Federsee
Der NABU Baden-Württemberg
geht neue Wege, um die Ziele der Landwirtschaftskampagne weiter zu verfolgen
und für eine nachhaltige Regionalentwicklung zu werben. Auf der
Mittleren Schwäbischen Alb, wo 1999 bereits erfolgreich die ÖkoRegio-Tour
eröffnet wurde, sollen nun ausgebildete Kulturlandschaftsführer,
so genannte Alb-Guides, persönlich bei Gästen und Einheimischen
die NABU-Ziele unterstützen. Das heißt: Werbung machen für
ökologisch und regional produzierte landwirtschaftliche Erzeugnisse
und erklären, wie wichtig umweltverträgliche Landwirtschaft
und Naturschutz sind, um eine intakte Kulturlandschaft zu erhalten.
Mühlenberger Loch: Das endgültige Aus Mitte Mai hat das
Bundesverfassungsgericht den vom "Verein zum Schutz des Mühlenberger
Loches" und dem "Verein Hamburgs Elbregion" gestellten
Eilantrag auf sofortigen Baustopp für die Airbus-Erweiterung abgewiesen.
Damit gibt es für die Naturschutzverbände nun keinerlei juristische
Mittel mehr, die Zerstörung des größten europäischen
Süßwasserwatts noch aufzuhalten (siehe
NH 1.01, S. 24-35). "Wenn selbst die höchsten deutschen
Richter keinerlei Respekt vor europäischem Recht haben, wer dann?",
fragt sich der Hamburger NABU-Geschäftsführer Stephan Zirpel
verbittert. Das Karlsruher Urteil ist ein schlimmes Zeichen für
den europäischen Naturschutz insgesamt, ist es doch geradezu eine
Einladung zur Zerstörung selbst ökologisch wertvollster Gebiete,
selbst wenn sie wie das Mühlenberger Loch nach EU-Recht streng
geschützt sind. Euregio-Naturpunkt: Grenzen überschreiten
Mit dem Konzept
der Naturschutzstationen will der NABU in NRW regionale Präsenz
demonstrieren. Getragen wird die Station von Landes- und Kreisverband
sowie von drei engagierten Ortsgruppen. Bei der Wahl des zukünftigen
Stationsgebäudes wollen die Aktiven insbesondere die Möglichkeit
eines Informationszentrums beachten. Westerwald: Dialog mit Forst und Jagd Ob Rabenvogeljagd
oder Rehwilddichte: Der Kontakt mit Jägern erschöpfte sich
auch für Mario Brenner vom NABU Gebhardshainer Land im Westerwald
meist in kontroversen, oft verbittert geführten Diskussionen. Inzwischen
aber hat sich das Dank einer konkreten Zusammenarbeit mit dem örtlichen
Jagdpächter geändert. Dieser war an den NABU herangetreten
mit der Bitte, ihn doch bei der Planung zur ökologischen Aufwertung
einer bisher intensiv genutzten Grünlandfläche zu unterstützen.
Zusammen mit dem Förster einigte man sich auf ein Maßnahmenpaket
und bald darauf wurde eine Teilfläche mit Laubgehölzen bepflanzt.
Später legten NABU und Jägerschaft auf einem weiteren Teil
gemeinsam eine Obstwiese an und im unteren Hangbereich wurden Tümpel
vergrößert. Die Restfläche wird extensiv bewirtschaftet. Niedersachsen: Elster und Krähe unter Beschuss Auch in Niedersachsen
dürfen Rabenvögel jetzt wieder bejagt werden. Eine entsprechende
Regelung enthält das neue Landesjagdgesetz, das Niedersächsische
Landtag mit sämtlichen den Stimmen von SPD und CDU beschlossen
hat. Radtouren: Mit dem NABU unterwegs
- Biosphärenreservate
sollen sich dadurch auszeichnen, dass sie neben dem Schutz der Natur
auch die naturverträgliche Entwicklung der regionalen Wirtschaft
fördern. Diesen Grundgedanken hat Markus Rösler mit seiner
Doktorarbeit Arbeitsplätze durch Naturschutz vertieft und
anhand der Region Mittlere Schwäbische Alb beispielgebend konkretisiert.
Auf Basis dieser Arbeit ist ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
gefördertes, 390 Seiten starkes Buch erschienen, das zum Preis
von nur 15 Mark einschließlich Versand bestellt werden kann beim
NABU Baden-Württemberg, Tübinger
Straße 15, 70178 Stuttgart. Ab 6 Stück vermindert sich der
Preis auf 10 Mark, ab 16 Stück auf 5 Mark. - Die
Gewinner des vom ZDF und der Fernsehzeitschrift Hörzu ins Leben
gerufenen Wettbewerbs "Goldene Natur" sind ermittelt.
Vier von den sechs Preisträgern sind NABU-Projekte oder wurden
von NABU-Mitgliedern initiiert: So setzt sich Klaus Zeibig aus Wurzen-Dehnitz
(Sachsen) seit 50 Jahren für die Betreuung eines Naturschutzgebietes
ein; Salome Winkler und ihrem Mann Andreas wird der Preis zugesprochen,
weil sie sich für eine naturverträgliche Landwirtschaft mit
einer strukturreichen Feldflur im Landkreis Chemnitz stark machen; Klaus
Götze vom thüringischen NABU-Kreisverband Saale-Holzland bekommt
die Auszeichnung für die Pflege eines ehemaligen Truppenübungsplatzes
und Franz Debatin von der NABU-Ortsgruppe Hambrücken
wird ausgezeichnet für sein unermüdliches Engagement, das
zur Renaturierung der Saalbachniederung
geführt hat. Die
Preisverleihung findet während einer Live-Sendung von der Berliner
Funkausstellung am 26. August ab 13.15 Uhr statt. Naturschutz heute, Ausgabe 3/01 vom 27. Juli 2001 Naturschutz heute ist das Mitgliedermagazin des 1899 gegründeten Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Mehr über den NABU und seine Aktivitäten unter www.NABU.de. Inhaltsverzeichnis Ausgabe 3/01 * Themenübersicht Archiv Naturschutz heute * Home |
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