Naturschutz
heute Ausgabe 3/01 vom 27. Juli 2001
Bücher
PinguinLand
* Landschaft in neuer Bestimmung * Warum
Elefanten große Ohren haben * Eulen Europas
* Daten zur Umwelt 2000 * Tierwelt im
Sucher
Pinguinland
Pinguine
sind beliebt. Wir bestaunen ihre Schönheit und sind gefesselt von
ihrem drolligen Wesen. Dennoch wissen wir erstaunlich wenig über
die Lebens- und Verhaltensweisen der flugunfähigen Frackträger,
die sich über weite Teile des Jahres auf hoher See menschlichen
Einblicken entziehen.
Für sein Buch Pinguinland hatte sich der amerikanische Naturforscher
und Fotograf Kevin Schafer zum Ziele gesetzt, alle 17 Pinguinarten in
ihrem Lebensraum zu dokumentieren. Schafer ist das auf eindrucksvolle
Weise gelungen, benötigte dafür aber einige Jahre, denn neben
der Antarktis besiedeln Pinguine weite Teil der Südhalbkugel von
Australien über die Falklands bis nach Peru. Hinzu kommt die Seltenheit
einiger Arten beziehungsweise die teils dramatischen Bestandeinbrüche
durch Klimaveränderungen und Nahrungsengpässe. Schafer dokumentiert
mit spektakulären Bildern das Leben der Pinguine und macht damit
denkbar beste Werbung für ihren Schutz. Insgesamt ein lebendig
geschriebener Augenschmaus - vormerken für Weihnachten.
Kevin Schafer: PinguinLand. - 144 Seiten. 78 Mark. Tecklenborg 2001.
ISBN 3-924044-90-2.
Verbotene
Landschaften
Horst Beutler ist einer der besten Kenner von Brandenburgs Natur. Besonders
haben es ihm die ehemaligen Truppenübungsplätze der Roten
Armee angetan. Beutler sieht die Übungsplätze als Landschaft
in neuer Bestimmung, riesige Flächen wie geschaffen für
künftige Naturreservate. Zusammen mit dem NABU Brandenburg hat
Horst Beutler hierzu jetzt ein schön fotografiertes und fundiert
geschriebenes Buch herausgegeben, in dem er den spröden Charme
der meist nährstoffarmen Lebensraumtypen der verlassenen Übungsplätze
und ihre Bewohner vorstellt. Den Bildschwerpunkt bilden dabei Jüterbog
und Lieberose, beide ja auch im Focus des NABU und der Stiftung Naturlandschaften
Brandenburg.
Beutler stützt sein Plädoyer mit einer populärwissenschaftlichen
Dokumentation zum Naturschutzwert der Areale und zu den Auswirkungen
der militärischen Nutzung auf die Ökosysteme. Zu jedem Übungsplatz
enthält das Buch Angaben über Nutzungsgeschichte und biologisches
Inventar.
Horst Beutler: Landschaft in neuer Bestimmung. Russische Truppenübungsplätze.
- 192 Seiten. 49,80 Mark. Findling 2000. ISBN 3-933603-11-0.
Große
Ohren
Wieso, weshalb, warum? Kinder fragen gern und viel. Die meisten Erwachsene
dagegen haben das Fragen verlernt - auch weil sie glauben, die Antworten
bereits zu kennen. Dass längst nicht alle Fragen klar sind und
auch so manche liebgewordene Weisheit näherer Überprüfung
nicht stand hält, zeigt der Ökologie Chris Laver mit seinem
Buch Warum Elefanten große Ohren haben.
Im Mittelpunkt stehen
dabei die Baupläne der Tiere und Zusammenhänge zwischen Größe
und Energieverbrauch. Lavers kann gut erklären und bedient sich
dabei einer klaren Sprache. Schwer erfassbare Vorgänge wie die
Evolution stellt er anhand konkreter Beispiele und einleuchtender Vergleiche
anschaulich dar. Und so weiß man dann am Ende der unterhaltsamen
Lektüre, warum kleine Tiere oft stärker behaart sind als große,
warum die Beine der Gazelle so schlank sind und natürlich, warum
Elefanten große Ohren haben.
Chris Laver: Warum Elefanten große Ohren haben. - 304 Seiten.
39,80 Mark. Gustav Lübbe 2001. ISBN 3-7857-2047-5.
Eulen
Europas
Bei Kosmos ist mit den Eulen Europas ein kleines Schwergewicht
erschienen, auf das sich Vogelfreunde und Vogelkundler gleichermaßen
freuen können. Theodor Mebs und Wolfgang Scherzinger zeigen damit,
dass tief gehende und dabei gleichzeitig verständlich geschriebene
Naturkundebücher kein Privileg englischer oder skandinavischer
Autoren sein müssen.
Zunächst werden auf hundert Seiten Körperbau, Sinnesorgane,
Verhalten, Überlebensstrategien und Lebensraumansprüche der
Eulen und Käuze erläutert. Im zweiten Teil ist jeder der 13
europäischen Arten ein eigenes Kapitel von rund 20 Seiten gewidmet
- einschließlich Bestandsschätzungen und Verbreitungskarten.
Quellen, Adressen und Literaturtipps runden den Band ab. Die Eulen
Europas bestechen durch präzise, zielführende Zeichnungen
und eine reiche Bebilderung, wenn auch bei den nord- und osteuropäischen
Arten nicht durchweg brillant. Kein billiges Buch, aber ein seinen Preis
wertes.
Theodor Mebs & Wolfgang Scherzinger: Die Eulen Europas. - 396
Seiten. 98 Mark. Kosmos 2001. ISBN 3-440-07069-7.
Umweltdaten
In zweijährigem Rhythmus stellt das Umweltbundesamt die so genannten
Daten zur Umwelt zusammen, von der Gewässergüte bis
zur Artenvielfalt und vom Energieverbrauch bis zu den Verkehrsbelastungen.
Die Ausgabe 2000 ist jetzt erschienen.
Die Daten zur
Umwelt werden nicht speziell für die Veröffentlichung
erhoben, sondern aus vorhandenen Datenbeständen, amtlichen Statistiken
und Forschungsbeiträgen zusammengestellt. Damit werden Informationen
auf bequeme Weise konzentriert verfügbar, die sonst weit zerstreut
und schwer verfügbar sind. Die Analyse der Datenreihen stehen allerdings
nicht im Vordergrund. Die Interpretation muss der interessierte Leser
weitgehend selbst leisten, auch wenn gegenüber früheren Ausgaben
die bewertenden Hinweise zugenommen haben. Erstmals enthält der
Band zusätzlich eine CD-ROM, mit der Daten schnell aufgespürt
und Themen vernetzt werden. Als Bonus finden sich dort außerdem
Erläuterungen zu Umweltqualitätszielen und Literaturhinweise.
Umweltbundesamt (Hg.): Daten zur Umwelt 2000. - 380 Seiten plus CD-ROM.
86 Mark. Erich Schmidt 2001. ISBN 3-503-05974-3.
Tierwelt
im Sucher
Seit vierzig Jahren ist der gelernte Konditormeister Fritz Pölking
der Naturfotografie verfallen. Sein Hobby hat Pölking längst
zum Beruf gemacht, heute gehört er unbestritten zu den Top-Naturfotografen
der Welt. Die rund 250 besten Bilder aus 40 Jahren sind nun im Band
Die Tierwelt im Sucher versammelt. Ergänzt werden die kommentierten
Abbildungen durch ein "Notizbuch", in dem Pölking die
teils extremen Bedingungen, die sorgfältige Vorplanung und das
fotografische Know-how erläutert, die hinter den meisten spektakulären
Aufnahmen stecken. Ein Buch voller fotografischer Leckerbissen und voller
Aha-Erlebnisse für jeden, der selbst gerne in der Freizeit auf
Fotopirsch geht.
Fritz Pölking: Die Tierwelt im Sucher. - 176 Seiten, 68 Mark.
Augustus 2000. ISBN 3-8043-5141-7.
Naturschutz
heute,
Ausgabe 3/01 vom 27. Juli 2001
Naturschutz
heute ist das Mitgliedermagazin des 1899 gegründeten Naturschutzbundes
Deutschland (NABU). Mehr über den NABU und seine Aktivitäten
unter www.NABU.de.
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