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Leserbriefthemen: Wasserkraft * Künast-Interview
Thema
Wasserkraft
("Fatale Wirkung"
in Heft 2/01)
Aneinander gereihte
Badewannen
Zur Problematik Wasserkraft fallen mir in Ihren Publikationen immer
wieder gravierende Widersprüche ins Auge. So ist in der Regionalausgabe
Rheinland-Pfalz der Artikel "Informationen zu Wasserkraftanlagen"
abgedruckt. Der NABU Rheinland-Pfalz hat erkannt, welches naturzerstörerisches
Potential in dieser Form der Stromerzeugung steckt. Er klagt vor dem
Verwaltungsgericht gegen die bereits erfolgte Inbetriebnahme einer Wasserkraftanlage
an der Prüm bei Bitburg. Zu Recht: Hier gehen zwei Kilometer naturnahes
Fließgewässer unwiederbringlich verloren, mit allen verheerenden
Folgen zum Beispiel im Artenschutz. Viele Flüsse und Bäche
der Eifel sind seit der - von dem Verband der Kraftwerksbetreiber angekündigten
- Renaissance der Wasserkraft nur noch aneinander gereihte Badewannen,
um es einmal bildlich auszudrücken. Hier werden zum Teil illegal
Wehre erhöht, neue gebaut, und damit die Durchgängigkeit massiv
gestört beziehungsweise unmöglich gemacht.
Ein hoher Preis für eine minimale Ersparnis an Kohlendixoid-Ausstoß.
0,1 Prozent macht die Einsparung durch Kleinwasserkraftwerke in der
Bundesrepublik laut Umweltbundesamt aus. Die selbe Behörde spricht
sich in allen Gutachten zur Wasserkraft eindeutig gegen einen weiteren
Ausbau aus. Wie das im Übrigen alle seriösen Untersuchungen
zu dieser Thematik auch ausdrücken.
Die auf Bundesebene tätigen Verbände, so leider auch der NABU,
scheinen dies noch nicht realisiert zu haben. Wie ist es sonst möglich,
dass beispielweise im selben Heft für die Naturstrom AG geworben
wird? Diese Firma gibt unter anderem den NABU als Förderer und
Unterstützer Ihres Konzeptes an. An zweiter Stelle des alternativen
Angebot steht undifferenziert die Wasserkraft. Bei anderen Anbietern
steht diese zweifelhafte alternative Energieform an erster Stelle im
Angebot. Wie will der NABU das seinen aktiven Mitgliedern noch als schlüssige
Verbandsarbeit vermitteln?
Ich bin selbstverständlich für erneuerbare, allerdings tatsächlich
naturverträgliche Energieformen, habe selbst eine Solaranlage auf
meinem Haus installiert. Ich hoffe, auch der NABU auf Bundesebene erklärt
sich eindeutig gegen diesen Missbrauch, Wasserkraft als umweltfreundlich
einzustufen und handelt auch danach. Ansonsten glaube ich, werden viele
im Gewässerschutz Tätige ihn nicht mehr als kompetent für
dieses wichtige Feld eines umfassenden Natur- und Gewässerschutzes
sehen und die entsprechenden Konsequenzen ziehen.
Herbert Schneider, 54634 Metterich
Interview
mit Renate Künast
Überdosis
Zwölf Mal Renate Künast - sogar ihre Hände. Dafür
hätten Sie Naturbilder bringen sollen!
H. Schröder, 14165 Berlin
Leserreaktionen
auf das vorangegangene Heft 1/01
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