Naturschutz heute
Aktuelle Leserreaktionen

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Unsere Anschrift: Naturschutz heute, 53223 Bonn, Naturschutz.heute@NABU.de


Leserbriefthemen: Regenwassertonnen * Feldsperling-Abbildung * Mäuse im Garten * frühere Leserbriefe



Thema Regenwassertonnen ("Kostbares Nass" in Heft 1/02)


Tonnen abdecken
In Ihrem Beitrag vermisse ich den Hinweis, dass Regenwassertonnen mit einem Gitter oder dergleichen abzudecken sind, damit Vögel, insbesondere Jungvögel, aber auch andere Tiere darin nicht ertrinken.

Oskar Ringelspacher, 94505 Bernried


Gefahr für Vögel und Fledermäuse
Gratulation zum gut gelungenen Heft. Schon die Aufmachung sticht positiv ins Auge. Was mir nicht gefallen hat, sind die abgebildeten Regentonnen im Bericht über die Regenwassernutzung. Sie stehen alle ohne Abdeckung da und bilden damit eine tödliche Gefahrenquelle für viele Lebewesen vom Insekt über Fledermäuse bis zur Eule. Ein Hinweis im nächsten Heft könnte nicht schaden.

Stefan Greza, 72178 Waldachtal


Thema Feldsperling-Abbildung (Inhaltsverzeichnis von Heft 1/02)


Falscher Spatz
Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass der oben rechts auf Seite 3 abgebildete Piepmatz ein Feldsperling (braune Haube, schwarze Wangen auf weißem Grund) und nicht Haussperling ist. Diese kleine Inkorrektheit wird die Vogelwelt Ihnen sicher verzeihen, aber sie nährt doch den Verdacht, dass die Sachkunde der Redaktion vielleicht leichte Schwächen aufweist.

Dessen ungeachtet freue ich mich sehr darüber, dass der Haussperling zum Vogel des Jahres ernannt wurde. Sollten Sie einmal den frechen Spatz in Vollendung kennen lernen wollen, so empfehle ich einen Besuch auf Helgoland. Dort kann man täglich auf dem Platz vor der Kurverwaltung erleben, mit welcher Raffinesse er sein Überleben erfolgreich sichert und das zur besonderen Gaudi der Besucher.

Rüdiger Matern, 68549 Ilvesheim

Anmerkung der Redaktion: Zu diesem Fehlgriff haben uns unzählige Zuschriften und Anrufe erreicht. Unser ornithologischer Sachverstand reicht normalerweise durchaus, um einen Feld- von einem Haussperling zu unterscheiden. In diesem konkreten Fall hatten wir aber leider die sprichwörtlichen Tomaten auf den Augen und es ist uns im Stress der Schlussproduktion einfach nicht aufgefallen, dass der liebe Layouter da noch mal ganz tief in die Bilderkiste gegriffen hatte und dabei einen Feldsperling erwischte.


Thema Mäuse im Garten ("Wühlmäuse: Gitterschutz für Rosen" in Heft 1/02)


Auch Mäuse im Garten haben eine differenzierte Betrachtung verdient
Reflexartig und undifferenziert werden Mäuse im Garten verteufelt. Selbst Schnecken wird gelegentlich noch zugestanden, dass sie sich bei der Zersetzung abgestorbener Pflanzen auch nützlich machen. Mit Mäusen könne selbst der verständnisvollste Naturgärtner keinen Frieden schließen. Doch ich kann!

Unser Garten am Haus, etwa 600 Quadratmeter groß, wird von zwei Mäusearten bewohnt, der übel beleumdeten Großen Schermaus, auch Wühlratte genannt, und der weithin unbekannten Brandmaus. Der Schaden, den die Schermäuse bei uns angerichtet haben, hielt sich in engen Grenzen. Voriges Jahr sind ihnen etwa ein Dutzend Tulpenzwiebeln, einige Lilien und einige Pastinaken zum Opfer gefallen. Die neu gepflanzten Lilien habe ich mit Knoblauch umpflanzt, seither fehlt keine. Dafür habe ich in mehreren Vorratslagern der Wühlratten zu meiner Freude reichlich Quecken entdeckt. Als Queckenvertilger sind mir die Schermäuse nicht unwillkommen. An Rosen oder Obstbäumen habe ich noch keine Spuren ihrer Nagezähne gefunden. Dafür haben die Schermäuse auf unserer Blumenwiese richtige Wechsel angelegt. Im Morgengrauen fressen sie dort leidenschaftlich gern Klee und Kräuter und da es davon bei uns reichlich gibt, scheren sie sich um Rinde und Wurzeln bisher nicht.

Manchmal kann man sie im Sommer früh morgens, wenn noch alles schläft, beobachten. Es sind schöne Tiere mit seidig-grau schimmerndem Fell. Dass es ihnen nicht zu gut geht, dafür sorgen andere Gartenbewohner: Unter einem Steinhaufen wohnt ein Mauswiesel. Da wir keinen Zaun haben, sondern Hecken aus Rosen und heimischen Wildsträuchern, kommen auch regelmäßig Fuchs, Iltis, Hermelin und Steinmarder vorbei.

Unter der Erde macht den Schermäusen der Maulwurf zu schaffen. Er räumt zielgerichtet die Nester aus und frisst die Jungen. Entgegen mancher Lehrbuchmeinung meiden die Schermäuse das Maulwurfrevier in unserem Garten. Wo der Maulwurf aktiv war, haben wir jedenfalls keine Fraßspuren der Schermäuse gefunden. In vielen Gärten können die Wühlratten einfach deshalb keine größeren Schäden anrichten, weil es nur wenig gibt, was sie fressen können. So viel Gemüse wie wir bauen hier in der Gegend jedenfalls nur noch wenige an und Blumenzwiebeln lassen sich leicht schützen. Wurzeln und Baumrinde sind Notnahrung im Winter, die nur gefressen wird, wenn es nichts anderes gibt. In einem richtigen Naturgarten, dürfte das nur in extrem strengen Wintern passieren und die hatten wir zumindest im hier im Leipziger Land schon sehr lange nicht mehr.

Unsere zweite Mausart, die Brandmaus, ist ausgesprochen nützlich. Entdeckt haben wir das per Zufall. Eines Tages sah ich im Wintergarten eine Brandmaus zwischen den Kübelpflanzen herumklettern. Der Fußboden ist nicht versiegelt. Wir haben nur Steinplatten auf der Erde ausgelegt. Das hatten die Brandmäuse genutzt und ihre Gänge in den Wintergarten ausgedehnt. Zu meiner Überraschung haben sie von unseren Pflanzen nur einige sehr scharfe Peperoni gefressen, auch eine Sache, die sie laut Lehrbuch nicht tun sollten. Ansonsten haben die geschickten Kletterer die Blätter abgesucht, Blattläuse und andere Plagegeister gefressen und deren süße Ausscheidungen abgeleckt. Im Freien jagen sie neben Insekten auch Schnecken. Die Pastinake, die ihnen gelegentlich zum Opfer fällt, sei ihnen verziehen. Schneckenprobleme hatten wir in den letzten Jahren keine, obwohl die Kleingärtner hier in der Umgebung über eine Schneckenplage stöhnten. Die kleinen Brandmäuse haben neben Erdkröten, Spitzmäusen und Igel dazu beigetragen, dass unser Gemüse weitgehend auf unsere Teller gekommen ist.

Noch vor 50 Jahren ist der Sperling als angeblicher Schädling unerbittlich verfolgt worden. Inzwischen hat es der Sperling vom Ungeziefer zum Vogel des Jahres gebracht. Wir sollten das zum Anlass nehmen, auch unser Verhältnis zu Mäusen im Garten zu überdenken. So eine undifferenzierte Verdammung wie in "Naturschutz heute" sollte in einer NABU-Zeitschrift jedenfalls nicht mehr abgedruckt werden, auch nicht als Werbung für Schutzkörbe.

Leonhard Kasek, 04205 Miltitz


Thema frühere Leserbriefe


Mehr Rückenstärkung für die Landwirtschaft
Wie der Leser Holger Poduschnich bin ich der Meinung, dass die Landwirtschaft in Ihren Veröffentlichungen meist sehr schlecht wegkommt. Dabei ist sie flächenmäßig der größte Natur- und Landschaftserhalter. Leider hat das Verbraucherverhalten der letzten Jahrzehnte auch in der heimischen Landwirtschaft zum Teil zu Massenproduktion geführt. Der Verbraucher rennt eben zu Aldi, wo er die billigsten Eier bekommt, egal wo sie herkommen. Ich würde mir vom NABU auch ein bisschen Unterstützung und Rückenstärkung für die Belange der heimischen Landwirtschaft wünschen.

Ruth Seiter, 70794 Filderstadt


(Wasch)bärendienst für den Naturschutz
Ich kann Frau Frach nur zustimmen, was sie über Ihren Artikel zum Thema Waschbär geschrieben hat. Wie können Sie einerseits über angewandten Naturschutz schreiben, Broschüren wie "Heimische Sträucher" herausgeben, in der Sie beklagen, dass unsere einheimische Flora, insbesondere unsere einheimischen Vögel weder Lebensraum noch Nahrung finden weil keine einheimischen Sträucher und Bäume mehr in unseren Garten zu finden sind, und dann die Ausbreitung eines weiteren "Feindes" unserer Vögel gutheißen.

Bei Ihrem Artikel habe ich den Eindruck, dass der Waschbär die Legitimation erhält, die von den Katzen "übersehenen" Singvogelnester zusätzlich zu plündern. Auf die verstärkte Vermehrung von Waschbären bei Fütterung möchte ich in diesem Leserbrief nicht eingehen. Wenn das ein in Ihrem Sinne angewandter Naturschutz sein soll, dann können wir doch getrost wieder dazu übergehen, importierte Sträucher und Büsche anzupflanzen und Nistkästen abzuhängen, damit wir Morgens keine geplünderten Nistkästen beklagen brauchen.

Falls Ihnen für ihre nächsten Hefte ein Thema fehlt, wie wäre es denn mit einem Artikel über den Marderhund, der jetzt verstärkt aus Osteuropa zu uns kommt und unbedingt gefüttert werden muss, weil er die Rebhuhn-, Bodenbrüter- und Fasanenbestände mit Hilfe des Waschbären bereits soweit dezimiert hat, das er nichts mehr zu fressen findet und ohne unsere Unterstützung vom Aussterben bedroht ist. Um Missverständnissen vorzubeugen: Mir ist durchaus bewusst, dass der Fasan ebenfalls eingebürgert wurde.

Ludger Sundag, 48465 Schüttorf-Samern


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