Naturschutz heute
Aktuelle Leserreaktionen

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Leserbriefthemen: Haubentaucher * Bundesvertreterversammlung/Beitragserhöhung * Vogelsbergteiche * Mühlenberger Loch/Airbus * Wüstenbildung * Seggenrohrsänger-Expedition * bereits veröffentlichte Leserbriefe


Thema Haubentaucher ("Torpedo los!" in Heft 1/01)


Gedankenlos
Da haben Sie zu Beginn des Jahres gleich kräftig daneben gegriffen! Wie kommen Sie, oder etwa der Autor Herr Mayr, zu "Torpedo los"? Herr Scharping würde sich freuen. Vielleicht kann er da was draus machen?

Spaß beiseite, ich finde es traurig, wenn derart gedankenlos mit unserer Sprache umgegangen wird. Nun habe ich den Artikel gar nicht erst gelesen.

Gute Besserung

G. Kehl, 14471 Potsdam


Thema Bundesvertreterversammlung/Beitragserhöhung ("Neue Herausforderungen annehmen" in Heft 1/01)


Mehr Service für Mitglieder
Die auf der Bundesvertreterversammlung beschlossenen Beitragserhöhung finde ich gerechtfertigt und die damit begonnene Diskussion über mehr Service für die Mitglieder dringend notwendig. Leider sind keine konsequenten Maßnahmen beschlossen worden, sondern statt dessen die halbherzige Gutscheinlösung. Ich halte es für selbstverständlich, dass NABU-Einrichtungen für Mitglieder kostenfrei zugänglich sind. Deshalb sollte jetzt mit der Freigabe ein Zeichen gesetzt und denen, die noch mit dem Eintritt zögern, ein zusätzlicher Anreiz gegeben werden.

Till Duchatsch, Göttingen


Keine soziale Ausgrenzung
Eine massive Beitragserhöhung halte ich für völlig falsch, weil sie sozial ausgrenzt und unsere politische Wirkung langfristig schwächt. Wir sollten mit sozialer Fantasie die Beiträge so gestalten, dass wir eine breite Verankerung in der Bevölkerung finden. Zum Beispiel muss für Jugendliche eine Schnuppermitgliedschaft für 12 Mark im Jahr möglich sein. Es sollte auch eine "Fördermitgliedschaft" für 24 Mark im Jahr für Personen geben, die aus persönlicher oder lokaler Verbundenheit uns unterstützen möchten, aber keine weiteren Leistungen, wie Zeitschriften etc. erwarten.

Der Naturschutzgedanke muss zur Volksbewegung werden und die Mitgliedschaft jedermann möglich sein, wenn wir uns zu einem politischen Schwergewicht zum Nutzen der Natur entwickeln wollen.

Dr. Wolfgang Rapp, 73037 Göppingen Hohenstaufen


Frauenmangel im Präsidium
Es ist geradezu unglaublich: Der Berichterstattung über die Wahlen für das Präsidium des NABU war zu entnehmen, dass Frauen in diesem für die Organisation so wichtigen Gremium völlig unterrepräsentiert sind. Nicht nur der Vorsitzende und seine beiden Stellvertreter, sondern auch der Schatzmeister und zwei der vier BeisitzerInnen sind Männer.

Gibt es beim NABU eigentlich so etwas wie Frauenförderrichtlinien? Mich würde einmal interessieren, ob diese Zusammensetzung wenigstens in etwa das Geschlechterverhältnis der Mitglieder wiederspiegelt. Und selbst wenn: Es stände einer gesellschaftlich nicht unbedeutenden Organisation gut zu Gesicht, wenn sich in der Führungsriege wenigstens annähernd paritätisch besetzt wäre.

Wolfgang Froch, 30173 Hannover


Thema Vogelsbergteiche ("Haubentauchers Heimat" in Heft 1/01)


Windkraft gefährdet Vogelwelt
Bei der Beschreibung der Vogelsbergteiche ist die Erwähnung eines landschaftsprägenden Elementes vergessen worden: Im Vogelsberg zerreißen, beunruhigen und dominieren bereits rund 120 gewaltige Windrotoren das Land, weitere 70 sind geplant.

Eine vormals intakte Mittelgebirgslandschaft wird mit riesigen Industriebauten zersiedelt, deren nervöse, zudringliche Drehbewegungen keinen Blick mehr ruhen lassen, deren Fauchen und Heulen die letzten Rückzugsgebiete für Tier und Mensch zerstören. Sie bilden Sperrriegel quer zu einem Hauptzugkorridor der Kraniche, zerstören beweisbar Reviere und Brutplätze von Schwarzstorch, Rotmilan und Raubwürger, entwerten in ihrer Umgebung große Flächen als Brut-, Rast- und Nahrungsgebiet. Neun dieser Anlagen umstehen den Obermooser Teich in einer Entfernung von 900 bis 2000 Metern.

Wir Aktivisten an der Basis beobachten die negativen Auswirkungen nicht nur auf die Vogelwelt seit Jahren. Bestätigt werden wir von verschiedenen Gutachten. Die "Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz" etwa stellt im August 2000 fest: "Nachgewiesenermaßen gehen von Windindustrieanlagen erhebliche Beeinträchtigungen für Brut-, Rast- und Zugvögel aus."

Möglich ist diese beispiellose Zersiedlung der Landschaft, weil eine seltsame Koalition aus "grüner" Ideologie und knallhartem Profitinteresse es geschafft hat, eine kritische Debatte zu tabuisieren. Offenbar wird sogar unser Vizepräsident Michael Succow zensiert. In Naturschutz heute habe ich noch niemals etwas über seine scharfe Kritik am hemmungslosen Ausbau der Windindustrie gelesen. Immer mehr aktive NABU-Mitglieder erwarten auch von ihrem eigenem Verband eine sachliche, vor allem ideologiefreie Auseinandersetzung mit dem Thema.

Michael Schier, 36341 Lauterbach


Thema Mühlenberger Loch/Airbus ("Mühlenberger Loch in Gefahr" in Heft 1/01)


Falsche Koalitionen
Ich bin ziemlich erschüttert darüber, dass sich der NABU zum Büttel der Sülldorfer Schickeria machen lässt. Die haben mit Umwelt- und Naturschutz sonst auch nichts am Hut, wenn es um die Gewinnmaximierung ihrer Geschäfte geht. Das gilt auch für die armen Obstbauern, die mit ihren Gifteinsätzen alles niedermachen, das da kreucht und fleucht. Jetzt wird mit dem Einsatz reichlicher Beitragsgelder die grundsätzlich positive Einstellung zum Umwelt- und Naturschutz in Hamburg und Umgebung nachhaltig gestört.

Ich gehöre leider zu der Gruppe, die ihren Lebensunterhalt (incl. Rente) im rauen Wind der "freien Wirtschaft" erarbeiten müssen. Da kommen einem schon mal Zweifel zum Aktionismus einiger Verbände. Da dies der erste Ausrutscher des NABU ist, hoffe ich auf effizienteren und nachhaltigeren Einsatz der Beiträge und bleibe dabei.

Olaf Krause, 21435 Stelle



Flugreiseanzeigen schädigen Glaubwürdigkeit
In Ihrem Bericht kritisieren Sie die Ausbaupläne der DASA-Flugzeugwerft in Finkenwerder. Die explosionsartige Steigerung des Flugverkehrs zwingt zwangsläufig die Flugzeughersteller zur Erweiterung und Neubau von Fluganlagen.

Ich finde es bedauerlich, dass der NABU in seinem Mitgliedermagazin mit seinen Werbeanzeigen mit zur weiteren Steigerung des massiv umweltzerstörenden Flugverkehrs beiträgt und damit im Widerspruch zu seinen Aktivitäten in Finkenwerder steht. Ich beobachte in den letzten Jahren eine stetige Zunahme Ihrer Reiseannoncen, und diese beinhalten zunehmend Reiseziele, die nur mit dem Flugzeug erreichbar sind. Dadurch scheint mir die Glaubwürdigkeit des NABU schwer zu leiden und letztendlich unser aller Zukunft.

Peter Fischer, per Mail



Grünes Verhalten bedenklich
Eure im Artikel genannte Befürchtung, die Airbus-Geschichte diene nur als Einstieg für die Umwandlung der gesamten Region in ein Industrierevier, wird durch den Bau der Autobahn durchs alte Land und das Interesse von BMW, eine Produktionsstätte für PKW in dieser Region anzusiedeln, noch bestätigt.

Besonders bedenklich finde ich in diesem Zusammenhang das Verhalten der Grünen, die für Umweltschutz und Friedensbewegung keinen Finger mehr krümmen, und statt dessen zu gutbezahlten Lakaien der SPD heruntergekommen sind.

Thomas Friedl, per Mail


Thema Wüstenbildung ("Auf dem Trockenen" in Heft 1/01)


Verwüstung durch Bodenversiegelung
Deutschland fördert Anti-Wüsten-Projekte in den Entwicklungsländern mit 2,3 Milliarden Mark, um dort Verluste an Ackerland einzudämmen und die Ernährungsbasis zu sichern. Hier im eigenen Land jedoch werden Tag für Tag rund 120 Hektar lebendigen Bodens versiegelt und irreversibel in Steinwüste verwandelt, in Straßen, Wohn-, Industrie- und Gewerbegebiete - mit verheerenden Folgen für Artenvielfalt, Wasserhaushalt, Klima. Von Kommunen und Bundesregierung werden Jahr für Jahr Subventionen in vielfacher Milliardenhöhe für zusätzliche Bebauung ausgeschüttet.

Der Generalsekretär der Internationalen Bodenkundlichen Union, Winfried Blum, warnte schon vor einem Jahr. "Wenn es so weiter geht, hat die Bundesrepublik in 85 Jahren keine Äcker mehr."

Glaubt man in der Bundesrepublik für alle Zukunft auf eigene Nahrungsmittelproduktion verzichten zu können? Ist Extensivierung auf schrumpfender Fläche eine realistische Forderung? Und ist irreversibel vernichteter Boden hier naturverträglicher, als der Tod der Böden im Süden? Es ist allerhöchste Zeit, dass sich die Naturschutzverbände dieses Tabuthemas annehmen.

Dorothea Meinsen, 26169 Friesoythe


Thema Seggenrohrsänger-Expedition ("In der Weite Sibiriens" in Heft 1/01)


Weiter so!
Ich finde Eure Zeitschrift sehr interessant. Vor allem der Beitrag über die Omsker Moore und den Seggenrohrsänger, es ist schade das es nur noch so wenige davon gibt.

Macht weiter so.

Steffen Müller, Meppen


Thema Leserbriefe ("Briefkasten" in Heft 1/01)


Eigenheime sind keine Verkehrsverursacher
Leserbriefschreiber Günter Kretzschmar irrt, wenn er die Eigenheime als Verkehrsverursacher brandmarkt. Soziologische Studien zeigen das Gegenteil: Eigenheimbesitzer bleiben in der Freizeit wesentlich häufiger zu Hause als Miethausbewohner in ähnlicher Wohnlage. Ihr Aufkommen am Autoverkehr ist damit deutlich geringer.

Das Problem besteht darin, dass Eigenheimsiedlungen oft in abgelegenen landschaftlichen Idyllen mit sehr schlechtem ÖPNV-Anschluss entstehen. Es geht aber auch anders: Wir bewohnen so ein Haus am Stadtrand von Leipzig, drei Minuten zu Fuß von der nächsten Straßenbahnhaltestelle entfernt. Die Taktfrequenz beträgt tagsüber fünf Minuten. Ein Auto besitzen wir nicht und auf unserem Pflichtstellplatz (unversiegelt) entwickelt sich langsam ein artenreicher Trockenrasen.

Nicht die Einfamilienhäuser sind das Übel, sondern die Landschaftszersiedlung. Der muss energisch der Kampf angesagt werden. Ein wichtiger Schritt dazu wäre die Streichung aller Steuervorteile für den Weg zur Arbeit.

Leonhard Kasek, 04205 Miltitz


Notorisches Meckern
Ich empfinde es sehr wohltuend, dass in Heft 1/01 Leserbriefe zu Wort kamen, die mit dem notorischen Meckern und der Arroganz des Umgangs mit notwendigen und auch schönen und interessanten Dingen wie der Weltausstellung in Hannover nicht einverstanden sind und dies auch deutlich zum Ausdruck bringen.

Wir werden uns als Naturschützer in Zukunft nicht nur in der Sache engagieren und mit dem erhobenen Zeigefinger herumlaufen können, sondern wir werden positiv und aufgeschlossen auf Menschen zugehen müssen und Ihnen schon gar die Freude an sehr vielen Dingen lassen müssen, wenn wir selbst mit unseren Anliegen auf Gegenliebe treffen und erfolgreich sein wollen.

Horst Seifert, 45711 Datteln



Leserreaktionen auf das vorangegangene Heft 4/00

Naturschutz heute ist das Mitgliedermagazin des 1899 gegründeten Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Mehr über den NABU und seine Aktivitäten unter www.NABU.de.

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