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Naturschutz heute Ausgabe 1/02 vom 25. Januar 2002 Regenwasser-Broschüren * Links zu Regenwassernutzung und Entsiegelung Kostbares Nass Regenwassernutzung in Haus und Garten lohnt sich. von Helge May Entsiegelung spart Abwassergebühren * Zahlreiche Fördertöpfe * Separate Brauchwasserleitung * Regenwasseranlage für 3000 Euro
Ökologisch ist es natürlich nicht, den Regen einfach auf schnellstem Weg über die Kanalisation in die nächste Kläranlage zu jagen. Ohnehin nimmt die Versiegelung von Flächen mit Gebäuden oder der Befestigung von Verkehrsflächen und Plätzen der Natur die Möglichkeit, über den Niederschlag Grundwasser in der Menge nachzubilden, wie es auf der anderen Seite zur Trinkwasserversorgung gefördert wird. Das führt stellenweise zu drastischen Grundwasserabsenkungen, weil der Regen im besiedelten Bereich nicht mehr ausreichend zur Grundwasserneubildung beitragen kann. Andererseits sorgt die Regenwasserkanalisation bei Stark- oder Dauerregen zu Hochwasser an den Flüssen. Entsiegelung
spart Abwassergebühren Gesammeltes Wasser kann in Mulden versickern, in offenen Gartenteichen oder auch in speziellen kiesgefüllten Versickerungsrohren, so genannten Rigolen. Das Wasserhaushaltsgesetz eröffnet die Möglichkeit zur genehmigungsfreien Einleitung "von Niederschlagswasser in das Grundwasser zum Zwecke seiner schadlosen Versickerung". Die Bundesländer haben hierzu bisher aber unterschiedliche Regeln erlassen, so dass Grundstücksbesitzer sich vorher bei den Wasserbehörden absichern sollten. Teils ist zusätzlich eine Befreiung vom Kanal-Benutzungszwang einzuholen, denn das gesammelte Regenwasser gilt eben wie erwähnt als Abwasser. Zahlreiche
Fördertöpfe Nur zwei Prozent unseres Trinkwasserverbrauchs von 125 Litern pro Kopf und Tag entfallen auch tatsächlich auf Trinken und Kochen. Regenwasser ist für viele Zwecke bestens geeignet; nicht nur zum Wässern der Gartenpflanzen, ein Einsatzbereich, der keiner großen Erläuterung bedarf. Regenwasser lässt sich hervorragend für die Toilettenspülung verwenden und fürs Wäsche waschen ist es Trinkwasser sogar überlegen. Regenwasser ist nämlich sehr weich, so dass sich in der Waschmaschine weniger Kalk ablagert und auch der Waschmittelbedarf geringer ausfällt. Separate
Brauchwasserleitung Für Regenwassernutzungsanlagen haben Bauherren eine ganze Reihe von Vorschriften zu berücksichtigen, die eine Beratung durch Fachleute unverzichtbar machen. Auch hier gehört der Ex-Regierungssitz und die jetzige "Bundesstadt" Bonn zu den Vorreitern: Zur Vereinfachung bietet man zusammen mit der örtlichen Sanitärinnung Bauherren Standardpakete zur Regenwassernutzung an, die auch bereits die erforderlichen Genehmigungen, die Gebührenbefreiung für Niederschlagswasser, die Koordination mit einem Tiefbauunternehmen oder die Beantragung der Landesförderung enthalten. Regenwasseranlage
für 3000 Euro Eine Anlage für eine vierköpfige Familie mit Polyethylen-Erdspeicher plus Pumpe und Steuerung kostet frei Haus zwischen 2900 Euro bei 3300 Liter Speichergröße und 3.300 Euro bei 5000 Litern. Dazu kommen weitere Kosten für Erdarbeiten, Brauchwasserleitungen und Montage. Ein Erdspeicher alleine für die Gartenbewässerung kostet zwischen 900 Euro für 1800 Liter und 1700 Euro für 5000 Liter. Die Speichergröße richtet sich neben dem Wasserbedarf natürlich auch nach der angeschlossenen Auffangfläche. Pro Quadratmeter Haus- und Garagendach kann man angesichts der üblichen deutschen Niederschlagsmengen mit 25 bis 50 Litern Nutzvolumen rechnen. Und der nächste Regen kommt bestimmt. Naturschutz heute, Ausgabe 1/02 vom 25. Januar 2002 Naturschutz heute ist das Mitgliedermagazin des 1899 gegründeten Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Mehr über den NABU und seine Aktivitäten unter www.NABU.de. Inhaltsverzeichnis Ausgabe 1/02 * Themenübersicht Archiv Naturschutz heute * Home |
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