Naturschutz
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Unsere Anschrift: Naturschutz heute, 53223 Bonn, Naturschutz.heute@NABU.de
Leserbriefthemen:
Agrarwende * Anzeigen
* Auslands-Projekte * Brocken-Hotel
* Journal Haushaltsgeräte * frühere
Leserbriefe * NABU-Erscheinungsbild * Siedlungspolitik
* Windkraft * Sonstiges
Thema
Siedlungspolitik ("Abschied
von der grünen Wiese" in Heft 4/01)
Die Menschen
lassen sich nicht umerziehen
Seit etwa zwei Monaten bin ich Mitglied bei Ihnen, neige nach dem
Lesen Ihres Artikels "Abschied von der grünen Wiese"
jedoch dazu, wieder auszutreten.
Wollen Sie die Menschen umerziehen, damit sie mit weniger Wohnraum zufrieden
sind? Der Wohnraumbedarf und die Art zu wohnen richten sich doch nach
den individuellen Wünschen und dem Geldbeutel der Bevölkerung!
Wer will sich heute auf wenig Wohnraum beschränken, weil in 20
Jahren vielleicht 20 Millionen Menschen weniger in Deutschland leben?
Die meisten Menschen würden sicher ein eigenes, nicht zu kleines
Haus mit großem Abstand zum Nachbarn bevorzugen. Sie können
es leider nicht bezahlen und das Baugesetzbuch lässt dies auch
nicht zu. Wer bevorzugt denn Nähe und Dichte? Das sind nur wenige.
Auch die Kleingartenpolitik der Großstädte ist verfehlt.
Da beanspruchen doch Menschen eine Stadtwohnung in möglichst zentraler
Lage und zusätzlich einen Garten mit Gartenhaus, möglichst
auch im Stadtkerngebiet. Würden an Stellen der Gartenhäuser
richtige Einfamilienhäuser in den sogenannten Kleingärten
gebaut, dann würde eine Wohnfläche eingespart und nur wenig
mehr "Grün" als jetzt zugedeckt. Sie können die
Menschen nicht umerziehen. Die meisten Menschen mögen die Enge
nicht und möchten die Geräusche der Nachbarn lieber nicht
mithören und auch die Nachbarn nicht mithören lassen.
Grüne, bunte Wiesen bekommen wir erst dann wieder, wenn die Landwirtschaftspolitik
geändert wird (Frau Künast ist dabei). Früher hatten
wir hier auf dem Lande bunte, blühende Wiesen, aus denen im Juni
Heu gemacht wurde, Kornfelder und Rübenäcker. Heute sehen
Sie hier fast überall nur noch Maisfelder. Früher gab es viele
Sandwege, die sich durch die Felder schlängelten. Heute haben wir
Straßen oder befestigte Wege für Trecker. Früher hat
niemand die Straßenränder und schon gar nicht die Wegränder
gemäht. Heute werden die Bermen in die Gräben hinein mehrmals
im Jahr rasiert, damit alles schön sauber aussieht.
In dieser Hinsicht muss vieles geändert werden. Den Traum vom eigenen
Haus im Grünen lassen sich die Menschen nicht nehmen. Meine Mutter
sagte früher, sie wolle lieber in einer eigenen Plaggenhütte
(Erdhütte) leben als in der Stadt und mein Vater brachte es auf
die einfache Formel, in der Stadt seien ihm zu viel Steine.
Diedrich Ahrenholz, 26655 Westerstede
Phantasielos
und pflegeleicht
Ich habe Ihren Artikel mit Interesse gelesen und erlebe zur Zeit an
unserem "Dorf", wie Landschaft erschlossen und bebaut wird.
Wohnsiedlungen und Supermärkte fressen sich am Ortsrand in die
Landschaft. Dabei werden oft die Gärten in den Wohnsiedlungen phantasielos
und pflegeleicht gestaltet, damit kein Laub anfällt. In diesem
Zusammenhang habe ich mich an ein Gedicht von Eugen Roth erinnert:
Mahnung
Die Welt, bedacht auf platten Nutzen,
Sucht auch die Seelen auszuputzen;
Das Sumpf-Entwässern, Wälder-Roden
Schafft einwandfreien Ackerboden
Und schon kann die Statistik prahlen
Mit beispiellosen Fortschrittszahlen.
Doch langsam merken's auch die Deppen:
Die Seelen schwinden und versteppen!
Denn nirgends mehr, so weit man sieht,
Gibt es ein Seelen-Schutzgebiet.
Kein Wald, drin Traumes Vöglein sitzen,
Kein Bach, drin Frohsinns Fischlein blitzen
Kein Busch, im Schmerz sich zu verkriechen,
Kein Blümlein, Andacht draus zu riechen.
Nicht als ein ödes Feld - mit Leuten
Bestellt, es restlos auszubeuten.
Drum, wollt Ihr nicht zugrunde gehn,
Lasst noch ein bisschen Wildnis stehn!
Reinhild Wessels,
26316 Varel-Obenstrohe
Bebauungsverbot
für Grünflächen
Der Beitrag von Ulrich Kriese ist ausführlich und interessant,
weil er tatsächlich darlegt, dass Bebauen der "grünen
Wiese" seit Jahrzehnten viele der Lebensqualitäten schmälert
(z.B. landwirtschaftliche Nutzfläche, Erholungsräume, Freiräume
für Klimaausgleich).
Es wird auch aufgezeigt, dass innerhalb der Siedlungsgrenzen ganz erhebliche
Bau- und Nutzungsreserven brach liegen, die es doch besser gilt nutzbar
zu machen und es zweitens auch darauf ankommt die Nähe und Dicht
neu zu entdecken, damit unsere Städte und Dörfer aufhören
in die Breite zu wachsen, bei doch eher stagnierender und im Osten seit
zehn Jahren abnehmender Bevölkerungsdichte.
Als nachhaltige Siedlungsentwicklung wird angegeben, dass die Wissenschaftler
vom Wuppertal-Institut für Klima, Energie, Umwelt das "ausgesprochen
ehrgeizige Ziel formuliert" haben, die schrittweise Rückführung
der jährlich zusätzlich in Anspruch genommenen Flächen
auf Null bis zum Jahr 2010. Ich bin dagegen der Auffassung, dass das
nicht genügt und dass das Wort nachhaltig da einfach nicht stimmt,
weil auch bis 2010 - wie in den vergangenen Jahrzehnten - nur zusätzlich
grüne Flächen verbraucht werden und wurden, die so in der
bisherigen Ziel- und Wirtschaftsweise nie wieder nachwachsen und den
derzeit Lebenden weitere Grün- bzw. Umweltqualitätseinschnitte
bescheren.
Die Broschüre "Stichwort Nachhaltigkeit, der Zukunft eine
Chance" (Ergebnisse der Enquete-Kommission im 13. Deutschen Bundestag
von Mai 2000) zeigt, Zitat: "Heute liegt der Flächenfraß
bei 120 Hektar täglich, das sind mehr als 200 Fußballfelder.
Bei Fortschreibung dieses Trends wäre die BRD in 80 Jahren komplett
zugebaut." Die moderne Menschheit Homo sapiens besteht aber
schon rund zwei Millionen Jahre!
Die Gefahr des obigen angeblich ehrgeizigen Ziels besteht darin, dass
heute eher mit steigender Tendenz und Intensität Land verbaut wird
und so in den kommenden fünf bis acht Jahren die BRD ganz erheblich
zugebaut wird (siehe z.B. zurzeit Autobahnverbreiterungen), bevor dann
vielleicht wirklich eine Abflachung auf Null der zusätzlichen Inanspruchnahme
von Flächen geschieht.
In Leipzig werden ständig neue "Grüne Wiesen" verbaut,
obwohl seit einem Jahrzehnt die Bevölkerung stark abgenommen hat,
und unter anderem viele Wohnungen in Gründerzeithäusern leer
stehen. Ein Beispiel ist ein Wäldchenstreifen mit Wiese am Ursprung
der östlichen Rietzschke, dort soll das letzte Stück einer
Bachauenlandschaft für Einfamilienhausgrundstücke geopfert
werden.
Bei den Bebauungsplänen wird stets aus dem Flächennutzungsplan
entwickelt, aber lässt dieser ein Bauvorhaben nicht zu, wird halt
eine Flächennutzungsplanänderung gemacht. Es sieht also auf
Plänen oft noch viel grüner aus, als es in der Wirklichkeit
ist. Eine Umkehr dieses Trends sehe ich nur im absoluten Bebauungsverbot
von Grünflächen beziehungsweise nur bei gleichzeitiger Entsiegelung
und Renaturierung gleich großer anderer Flächen. Dazu sind
Politik, Verbände und die Bürger gefordert dies umzusetzen,
damit unser Land nicht an den wichtigen Lebensgrundlagen einbüßt,
die uns Jahrtausende das Überleben sicherten.
Jürgen Breschke, 04317 Leipzig
Thema
Agrarwende
("Worte und
Taten" in Heft 4/01)
Die Agrarwende
wird am Verbraucherverhalten scheitern
Ich bin Landwirt und Mitglied im NABU. Der Naturschutz liegt mir
sehr am Herzen. Aber wenn ich lese, oder im Fernsehen höre, wie
die Landwirtschaft von allen Seiten schlecht gemacht wird, kann ich
nur mit dem Kopf schütteln.
Wer hat denn die Landwirtschaft zu dem gemacht, was sie heute ist bzw.
wie sie heute ist. Das waren doch am Ende nur die Verbraucher, die lieber
fünf Kilometer mit dem Auto fahren, bloß weil im Nachbarort
die Wurst, das Brot oder die Eier ein paar Pfennige billiger sind als
dort, wo sie wohnen. Der Preisdruck zwingt doch die Landwirte dazu,
so billig wie möglich ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Da
ist für Streicheleinheiten im Schweinestall oder für eine
buntblühendes Getreidefeld, welches im Ertrag bis zu 40 Prozent
weniger bringt, leider keinen Platz mehr. Als Naturschützer würde
ich es zwar sehr begrüßen, aber man muss ja auch von seiner
Arbeit leben können.
Und dass die Verbraucher gern das Doppelte für Nahrungsmittel ausgeben
würden, halte ich für eine Erfindung der Politiker. Ich habe
mich kürzlich in einer Markthalle umgesehen, in der Öko-Eier
verkauft werden. Neun von zehn Konsumenten nahmen die billigeren Eier
aus herkömmlicher Produktion. Ministerin Künast hätte
sicher Öko-Eier genommen, aber ihr Monatsgehalt übersteigt
ja auch das von 90 Prozent der Bevölkerung um das fünf- bis
sechsfache. Genauso geht es mit den angeblichen Schweinemastfabriken.
Ein Landwirt verdient an einem Schwein, das er verkauft, rund 20 Mark.
Bis er das Geld hat, hat er das Schwein neun Monate lang gefüttert.
Wenn jetzt noch Stroh und Ausmisten dazukommen, verschiebt sich der
Verdienst weit nach unten. Die Folge ist die Aufgabe des Hofes wegen
Unrentabilität.
Die Kritik an Pflanzenschutzmitteln finde ich ja berechtigt, aber auch
hier wird die Bevölkerung nicht richtig aufgeklärt. Es ist
immer nur von Gift die Rede, aber das fast alle Haushaltschemikalien
giftiger sind als unsere Pflanzenschutzmittel wird einfach verschwiegen.
Dass das Getreide, welches nicht mit Fungiziden behandelt wurde, zu
Pilzvergiftungen führen kann, wird auch nirgendwo erwähnt.
Selbst wenn in Deutschland die Landwirtschaft auf Öko umgestellt
werden würde, wäre dass das Aus für die deutsche Landwirtschaft,
weil dann die Produkte aus Dänemark, Holland oder aus den osteuropäischen
Ländern unseren Markt überfluten würden. Dort hat die
Landwirtschaft nämlich noch eine Lobby, so wie sie ist und wird
nicht von Politikern, die davon gar keine Ahnung haben, schlecht geredet.
Das Landwirtschaftsproblem ist also kein deutsches Problem, sondern
ein europäisches, wenn nicht sogar ein Weltweites. Solang der Wettbewerb
europaweit bzw. weltweit geführt wird, wird sich auch an der Landwirtschaft
nichts ändern, denn in vielen Wettbewerbsländern ist Ökolandbau
kein Thema.
Als Naturschützer würde ich es ja begrüßen, wenn
sich etwas verändert, aber als Landwirt und Realist sehe ich in
der Künast-Politik keine Zukunft, weil die Verbraucher am Ende
doch immer das billigere Produkt kaufen, und dran wird sich auch in
Zeiten wachsender Arbeitslosigkeit nichts ändern.
Holger Poduschnich, 04509 Krostitz
Thema
Auslandsprojekte ("Naturschutz
international" in Heft 4/01)
Naturvölker
in Schutzbemühungen mit einbeziehen
Der NABU leistet bedeutende und in vieler Hinsicht richtungsweisende
Arbeit zum Schutze natürlicher Lebensräume für Tiere
und Pflanzen. Leider müssen wir Freunde der Naturvölker e.V.
aber auch seit Jahren mit Bedauern zusehen, dass der NABU in Artikeln
und in seinen Aktivitäten, welche Naturvernichtung beklagen, von
der Vernichtung ebenso betroffene Naturvölker, die sich stets als
Teil der Natur betrachtet haben, nicht zur Kenntnis nimmt, geschweige
denn sie zu beschützen versucht. Der Artikel über Regenwaldzerstörung
als auch der in NH 4/01 nachfolgende Artikel über den Arabuko-Sokoke-Wald
sind nur zwei Beispiele.
Der in dem Artikel über Regenwaldzerstörung mit deutschem
Geld erwähnte Mindo-Regenwald ist Urheimat von indianischen Stammesgruppen,
die trotz massiven Drucks von Missionaren, der Regierung, dem Schulpflichtgesetz,
Entwicklungsagenten, Industriekonzernen und der gesamten zivilisatorischen
Arroganz ihr traditionelles Leben in Einklang und als Teil der umgebenden
Natur zu verteidigen versuchen. In dem von dem Ölleitungsprojekt
bedrohten Naturgebiet sind vor allem auch noch einzelne freie Schuarindianergruppen
bedroht. Sie sind ebenso bedroht wie die erwähnten Vögel in
ihrem Stammesgebiet. Naturvölker waren und sind stets die Wächter
und auch Teil der Natur.
Bitte helfen Sie uns in der Zukunft, dass diese Sichtweise verbreitet
wird, um die allerletzten noch lebenden und allesamt um ihr Überleben
ringenden Naturvölker vor der grausamen und erbarmungslosen, sie
vernichtenden Zivilisation zu bewahren.
Hartmut Heller, Freunde der Naturvölker e.V., 21481 Lauenburg
Thema
frühere Leserbriefe
Erfolgreiche
Nisthilfen
So pessimistisch wie der Verfasser von "Schleiereulen
ins Exil?" in
Heft 4/01 können wir in Münster in Sachen Steinkauz nicht
sein. Aus der Bestandsaufnahme der letzten Jahre für Schleiereule,
Steinkauz und Turmfalke, die von unserer Gruppe betreut werden, wird
deutlich, dass alle drei Arten infolge besserer Nistmöglichkeiten
auch kräftig im Bestand zugenommen haben.
Wir stoßen dabei aber jetzt an unsere Grenzen, da wir aus Mangel
an geeigneten Biotopen im Stadtgebiet Münster keine neuen Nisthilfe
mehr bereitstellen können.
Rudolf Poets, 48159 Münster
Bodenloser Unsinn
Auf Ihrer Leserbriefseite sollten nur sachliche Beiträge Platz
finden, keinesfalls solch bodenloser Unsinn, wie "Entschädigungslos
enteignet" in Ausgabe 4/01. Das vom Briefschreiber behauptete
Volkseigentum war in Wahrheit nur eine Propagandatrick der SED-Machthaber.
Und wenn es denn wirklich ein Volkseigentum gegeben hätte, so wurde
es in 40 Jahren DDR ruiniert. Ins wiedervereinigte Deutschland wurden
allerdings viele schöne Landschaften und einmalige Naturräume
eingebracht, die es für uns und unsere Nachfahren vor egoistischen
Begehrlichkeiten zu bewahren gilt.
Dr. Hartmut Carlsohn, 07616 Bürgel
Thema
Journal Haushaltsgeräte
("Strom, Wasser
und Geld sparen" in Heft 4/01)
Den Faulheitsfaktor
berücksichtigen
Mit Interesse las ich den Artikel über Einsparmöglichkeiten.
Leider musste ich dabei aber feststellen, dass an einigen Stellen insbesondere
aus physikalischer Sicht Unzureichendes berichtet wurde und einige Klarstellungen
notwenig sind.
Der Vorteil von Gas bei der Verteilung von Energie bzw. ihren Trägern
liegt auf der Hand. Trotzdem ist es eine Wunschvorstellung, dass dabei
"so gut wie nichts verloren geht". Für den Weg das Gases
von den Förderfeldern zum Verbraucher werden alle 100 bis 200 Kilometer
Pumpstationen benötigt, die leider eine Unmenge Energie "verbrauchen",
die mit dem zu transportierenden Gas gedeckt wird. Der Anteil kann dabei
in ungünstigen Fällen bis zu zweistelligen Prozentbetragen
anwachsen.
Bei Gasherden ist es in der Tat Vorschrift, dass Sicherheitssysteme
den Gasfluss unterbrechen, wenn die Flamme erlischt. Dazu wird in den
meisten Fällen jedoch kein Strom verbraucht. Standard sind Ventile,
die durch Wärmeausdehnung gesteuert werden. So hat unser Gasherd
zum Beispiel gar keinen Stromanschluss.
Im selben Absatz wird ausgeführt, dass wegen des Stromverbrauchs
von Beleuchtung und Ventilator ein Gasherd mit Elektrobackofen Stromsparmöglichkeiten
eröffnet. Da zum einen Ventilator und Beleuchtung einen im Gegensatz
zur Heizung verschwindend geringen Stromverbrauch und zum anderen mit
dieser ursächlich überhaupt nichts zu tun haben, ist das Argument
unsinnig. In jedem Gerät sind alle diese Funktionen getrennt und
deshalb ist in jedem Fall eine Gasbackröhre die sparsamste Variante.
Nicht verstanden habe ich, wieso Vakuumisolierungen eine vierfach höhere
Wärmeleitung als Schaumstoffdämmungen haben sollen. Bei Dämmung
kommt es doch gerade auf eine Verminderung der Wärmeleitung als
Energietransport pro Grad Temperaturdifferenz und pro Zeiteinheit an.
Für besonders kritisch und bedenklich halte ich den Abschnitt über
Geschirrspülmaschinen. Zum Test Ihrer Behauptungen haben wir einen
Test durchgeführt, wie viel Wasser man bei einer Handwäsche
von zwölf Maßgedecken benötigt. Wir kamen bequem mit
zwei Spülbeckenfüllungen aus, für wenig verschmutztes
Geschirr reicht auch eine. Die Füllung betrug elf Liter Wasser
mit einer Temperatur von 50 Grad Celsius. Zur Erwärmung benötigt
man 0,39 Kilowattstunden Energie. Mit diesen Werten schlägt man
jede Geschirrspülmaschine. Darüber hinaus muss noch gesagt
werden, dass sehr viele Maschinen ohne Vorwäsche nicht auskommen
und außerdem die Herstellung der Maschinen selbst einbezogen werden
muss (Gesamtökobilanz). Angesichts dieser Tatsachen sollte sich
der NABU, meine ich, nicht für Geschirrspülmaschinen stark
machen, jedenfalls nicht ohne den Hinweis, dass der Faulheitsfaktor
eine wesentliche Rolle gespielt hat.
Dr. Christian Koch, 38104 Braunschweig
Thema
Brockenhotel ("Kampf
gegen Brocken-Hotel" in Heft 4/01)
Der Bedarf ist
vorhanden
Auch mich störte ein Hotelbetrieb auf dem Brocken sehr. Aber bleiben
wir doch bitte seriös. Es macht keinen Sinn, nur weil sich die
Medien gerade darauf stürzen, den Mobilfunk zu verteufeln. Jeder
zweite hat mittlerweile ein Handy und wünscht eine flächendeckende
Versorgung.
Der Eigentümer des einen Gebäudes ist die Telekom. Die Versorgung
des Gebäudes obliegt dem Tochterunternehmen De Te Immobilien. An
wen der Brockenwirt 1,2 Millionen Mark im Jahr bezahlt weiß ich
nicht, jedenfalls nicht an die "Mobilfunker". Die "Mobilfunker"
sind nämlich angestellt bei dem Tochterunternehmen De Te Mobil,
und wir zahlen unsererseits Miete für unsere Funkstandorte. Dieser
Fall wäre jedenfalls der erste, in dem wir noch Geld dazu bekämen,
um unseren Sender zu betreiben.
Des weiteren bin ich sehr froh darüber, dass jetzt endlich ein
größeres Selbstbedienungsrestaurant auf dem Brocken existiert.
Der Bedarf ist zweifelsohne vorhanden. Wer schon einmal oben war, wird
dankbar dafür sein, sich aufwärmen zu können. Das war
in den ersten Jahren in dem rauen Klima nur bedingt möglich. Die
umfangreichen Umbauten in bestehenden Gebäuden hat die Telekom
finanziert.
Markus Mowinkel, 30853 Langenhagen
Thema
NABU-Erscheinungsbild ("Auf
den ersten Blick" in Heft 4/01)
Zu hoher Preis
für das NABU-Erscheinungsbild?
In Ihrem Artikel
betonen Sie, wie wichtig ein einheitliches Erscheinungsbild des NABU
beispielsweise in den Medien ist. Diese Meinung teile ich. Außerdem
finde ich es als aktives Mitglied des NABU praktisch, mir das offizielle
Erscheinungsbild via Internet herunterzuladen.
Meiner Meinung
nach gehört allerdings zu einem Corporate Design, wie Sie es nennen,
noch mehr: Werbeartikel, die das NABU-Logo tragen, sollten kostengünstig
an die Gruppen abgegeben werden. Es kann nicht sein, dass Aktionen,
die für den NABU in der Öffentlichkeit werben, von den Gruppen
teuer bezahlt werden müssen. Sind da 2,50 Mark für eine Stofftasche
- auch wenn sie aus kbA-Baumwolle ist - wirklich angemessen?
Sie haben
ihren Artikel unterlegt mit einem Foto von Kindern, die die NABU-Kappen
tragen. Welche Gruppe kann es sich leisten, diese für 19,50 Mark
in größeren Stückzahlen zu kaufen? Da greift man doch
lieber auf preisgünstige Werbeartikel zurück und ob dies dann
im Sinne Ihres Artikels ist, das wage ich zu bezweifeln.
Meiner Meinung
nach sollte der Bundesverband darüber nachdenken, Produkte mit
dem NABU-Logo kostenlos beziehungsweise zum Selbstkostenpreis abzugeben.
Dieses Geld wäre dann sicherlich in gute Werbung investiert.
Henrike
Wellmann, 29525 Uelzen
Thema
Anzeigen
Die Umwelt hat
keine Chance
Beim Lesen der letzten Ausgabe fand ich eine Werbung der Commerzbank,
in dem Interessenten für ein "Praktikum für die Umwelt"
gesucht worden. Dass Kreditinstitute im Rahmen ihrer Imagepflege und
Öfentlichkeitsarbeit sich auch in Sachen Naturschutz ein positives
Ansehen in der Bevölkerung aufbauen, ist eine alte bekannte Problematik.
Es stellt sich mir aber die Frage, warum macht der NABU Werbung für
ein Wirtschaftsunternehmen, das Projekte mit Krediten unterstützt,
für die Shareholder Value absolute Priorität hat und die Umwelt
trotz schön klingender Unternehmensphilosophie keine Chance hat
zu überleben?
Eigentlich sollte
es ja unter den Umweltschützern und deren Institutionen selbstverständlich
sein, dass solche Unternehmen für Fundraising tabu sein sollten.
Das Motiv solches doch zu tun, kann natürlich viele Gründe
haben. Naives Unwissen scheidet für mich aus, oder der NABU ist
ein Zusammenschluss von Menschen die zwar jede Kröte retten wollen,
aber die politischen Rahmenbedingungen, die die Umweltzerstörung
erst legalisieren, gedanklich nicht verstehen können.
Dass der NABU Geld
braucht ist legitim. Er bekommt zwar mit der Commerzbank-Werbung im
NABU-Magazin natürlich schon einiges an Geld, aber der Schaden,
den die Commerzbank mit ihrer Kreditvergabe anrichtet, ist in keinem
vertretbaren Verhältnis zu
werten. Im Gegenteil: Der NABU unterstützt mit der Veröffentlichung
der Werbeanzeige diese rücksichtslose Geschäftspolitik der
Bankinstitute. Dem durchschnittlichem NABU-Magazinleserinnen wird durch
Ansprechen der Emotionen - eine sachliche Information ist nur ungenügend
vorhanden - suggeriert, dass sie "was gutes tun", wenn sie
bei dieser Bank Kunde werden beziehungsweise als schon derzeitige Kunden.
Ich möchte
Sie darum bitten, keine Werbung mehr für solche Unternehmen zu
veröffentlichen, die kein ernsthaftes Interesse am Umweltschutz
und sozialer Gerechtigkeit haben.
Ulrich Malzahn,
45149 Essen
Elektrosmog
nicht außer Acht lassen
In der neuesten Ausgabe wird für einen Handyvertrag geworben. Obwohl
Handys auch einen gewissen Nutzen haben, bin ich nicht unkritisch gegenüber
diesem Medium. Der Elektrosmog sollte gerade in unserem Verband im Bewusstsein
bleiben, außerdem besteht die Gefahr des unerwünschten Zugriffs
Dritter auf Gespräche mit dem Handy!
Hans-Dieter Hunscher, 48161 Münster
Unerträgliche
Werbebeilage
Aber meine Damen und Herren, ich finde es geradezu unerträglich
wie sich der NABU in Naturschutz heute mit einer Beilage zur
Windkraft positioniert. Schauen Sie sich doch die Fotos an. Zum k.........
Wie wollen Sie die Verschandelung ganzer Landstriche Ihren Enkeln erklären?
Die negativen Folgen für den Vogelzug sind zudem unabsehbar. Gibt
es doch noch andere sinnvolle Alternativen künftiger Energiegewinnung,
zum Beispiel über die Produktion von Biomasse in der Landwirtschaft.
Joachim Picker, 71069 Sindelfingen
Thema
Windenergie ("Nebenwirkungen
beachten" in Heft 4/01)
Mangelnde globale
Sicht
"Öl raus - Wind rein" - anstatt Greenpeace mit diesem
vortrefflichen Slogan uneingeschränkt solidarisch zu unterstützen,
unterstellt der Autor Vereinfachung, mangelnde komplexe Sicht der Dinge.
Hier offenbart sich für mich - wie schon so oft vor Ort in der
NABU-Gruppe oder in der Gemeindevertretung - die Haltung zur Windkraft:
Windkraft ja, aber bitte nicht in meiner Flur (möglichst auch nicht
im Meer)!
Muss man nicht vielen NABU-Mitgliedern mangelnde globale Sicht bezüglich
der Umweltproblematik unterstellen? Da wird lieber der 20-prozentige
Atomstromanteil toleriert, der aber ganze Landstriche nachhaltig verseucht;
oder billigend in Kauf genommen, dass den Insulanern des Pazifiks das
Wasser bald bis zum Halse steht. Der VCD ist schon Partner des NABU
geworden, wann darf es Greenpeace sein?
Siegfried Püschel, 06667 Leißling
Einseitige Förderung
von Großunternehmen
Seit ein paar Jahren schon beschäftige ich mich mit dem Thema alternative
beziehungsweise regenerative Energien. Die Nutzung der Windkraft ist
ja an und für sich etwas Nützliches und Begrüßenswertes,
um eine Abwendung vom bisherigen Verbrauch fossiler Rohstoffe zu erreichen.
Aber je mehr das Windkraftgeschäft zum generellen Trend und allein
selig machenden Mittel wird, desto problematischer wird dieses Geschäft.
Insbesondere sehe ich folgende zwei Problemkreise: Landschaftsverbrauch
(Fläche & Luftraum) und Schallemission (oberirdisch & unterirdisch/submarin).
Den ersten Punkt mag der eine schön, landschaftsästhetisch,
oder als Zeichen eines wunderbaren technischen Zeitalters empfinden,
während ein anderer hierin nur eine Verschandelung seiner Heimat
und Abschreckung der Tierwelt sieht.
In Bezug auf Offshore-Windkraftanlagen scheint mir der zweite Punkt
noch problematischer. Beim Bine-Informationsdienst habe ich letztes
Jahr einmal angefragt, ob nicht durch den im Wasser sehr gut fortgeleiteten
Schall eine massive Beeinträchtigung der maritimen Flora &
Fauna entsteht. Antwort: Zu diesem Punkt laufen bereits Untersuchungen.
Aber von einem Ergebnis habe ich bisher nichts gehört; oder kommt
das Ergebnis erst dann, wenn alle Messen gesungen sind, sprich alle
Genehmigungsverfahren durchgepeitscht und beschlossene Sache sind?
Und bei all dieser Diskussion sollte man eines nicht vergessen: Brauchen
wir denn unbedingt diese Großindustrie/Großanlagen? Das
neue EEG ist nicht nur für diese Industrie gemacht, sondern auch
für den kleinen Anlagenbetreiber. Was wäre denn, wenn nicht
die großen Prestigeobjekte, sondern zum Beispiel die Entwicklung
kleiner, sehr preiswerter Systeme gefördert würde: zur Windkraftnutzung
vor Ort und Einspeisung der Überschüsse ins öffentliche
Netz? Dann würde wohl die Monopolstellung großer Konzerne
weiter abbröckeln. Um "im Geschäft" zu bleiben,
müsste man dort wohl etwas umdenken. Ein Konzept wie von der Heizungsfirma
Vaillant bezüglich Brennstoffzellen geht da schon in die richtige
Richtung. Das ist meine Meinung.
Arnfried Abraham, 99441 Kromsdorf
Auch über
Fehlentwicklungen berichten
Ihre Beiträge sind sehr informativ. Über die Themenbereiche
Agrarwende und verdichtete Bauweisen sollten Sie weiter berichten (laufende
Entwicklungen in der Agrarpolitik; Musterprojekte für verdichtete
Bauweisen).
Es ist gut, dass Sie auch über alternative Energien berichten.
Den Einsatz von Windkraftwerken an Land sollten Sie gelegentlich einer
kritischen Berichterstattung unterziehen. Hier werden zunehmend Projekte
installiert, die weder ökologisch noch ökonomisch gerechtfertigt
sind. Auch finden sich Projektbetreiber (Planungs-, Projektierungs-
und Betreibergesellschaften), die in skandalöser Form Vertrauen
und Kapital von Windkraftinvestoren verspielen. Im Bereich regenerativer
Energien ist ein sauberes Image strategisch wichtig. Um dies nicht zu
gefährden, sollten Sie auch über Fehlentwicklungen kritisch
berichten.
Bernhard Weber, 61389 Schmitten/Taunus
Sonstige
Themen
Leserkritik
nach hinten verlegen
Zunächst einmal einen herzlichen Glückwunsch nicht nur zu
dieser Ausgabe von "Naturschutz heute" sondern zu all denen,
die bisher erschienen sind. Insbesondere das Layout finde ich gut gelungen.
Eine Anregung: Ich schlage vor, die Leserbriefe an das Ende des Heftes
zu setzen, wie es auch in anderen Zeitschriften gehandhabt wird. Es
ist dem Ruf des NABU abträglich, an vorderster Stelle Kritik zu
finden. Oft finden sich hier Meinungen, die mit Naturschutz nicht viel
zu tun haben und ab und zu wird dann konkret mit Austritt gedroht. Ich
denke, das sollte nicht gerade anfangs zu lesen sein....
Vermutlich haben Sie sich mit diesem Thema schon intensiv beschäftigt,
dennoch erlaube ich mir diese Anregung.
Matthias Bösl, 67574 Osthofen
Zu viel Kritik
an "Naturschutz heute"
Es ist festzustellen, dass seit geraumer Zeit die Zahl der kritischen
NABU-Mitglieder beziehungsweise NH-Leser, zunimmt, so dass man den Eindruck
hat, als ob es ständig irgend etwas am NABU und den Berichten in
der NH zu meckern gebe. Jeder Leser sollte sich doch darüber bewusst
sein, dass die Berichte und damit die Aktivitäten des NABU auch
nicht immer einfach sind und dass es immer Menschen geben wird, denen
man es nie gerecht macht.
Ich jedenfalls freue mich über die "Naturschutz heute",
denn so erfährt man doch, wo der Naturschutz Erfolge erzielen konnte
und wo es noch Nachholbedarf gibt. Und so freue ich mich besonders darüber,
dass der NABU den Hausspatz als Vogel des Jahres 2002 gekürt hat,
denn auch ich bin der Meinung, dass es gerade in den Städten und
hier vor allem in Neubaugebieten, immer weniger Flächen und Lebensbedingungen
für Tiere gibt. Gott sei Dank wohne ich in einem Altbaugebiet mit
noch reichlich vorhandenen Gärten und auch Stadtparks, sodass man
hier zumindest nicht behaupten kann, dass es einem enormen Rückgang
unserer heimischen Vogel- und anderen Tierarten gibt. Lediglich den
Feldhasen habe ich in unseren größeren Parks lange nicht
mehr gesehen.
Zwar ist es schon bedauerlich, dass die globale Erderwärmung nicht
nur das Gleichgewicht und die Lebensgewohnheiten von uns Menschen verändert
hat, sondern auch das der Natur und vor allem der Tiere. So kann man
speziell bei den Zugvögeln feststellen, dass einige Arten wie die
Schwalben sich immer kürzer bei uns aufhalten, man kann aber durchaus
auch feststellen, dass auf Grund des etwas wärmeren Winterklimas
in Deutschland einige Vogelarten bei den Teilziehern gehören. Beispielsweise
sehe ich schon seit rund drei Jahren fast regelmäßig auch
im Winter einige Stare bei uns und (auf Grund der erwähnten Gärten
und Parks) auch einige andere Vogelarten.
Da es ja nun bekannt ist, dass speziell die Vogelarten Spatzen und Meisen
sich immer mehr in den Wohnsiedlungen ansiedeln, so konnte ich feststellen,
dass auch der Feldspatz sich offenbar zu den Hausspatzen in den Wohnsiedlungen
gesellt und auch hier leben bleibt.
Ich hoffe und wünsche, dass die Leser auch wieder einmal etwas
lobenswerter über die Beiträge in der NH urteilen werden.
In diesem Sinne wünsche ich Ihrer Redaktion weiterhin alles Gute
und interessante Artikel.
Matthias Meßner, 01277 Dresden
zu
den Leserreaktionen auf die vorige Ausgabe
Naturschutz
heute ist das Mitgliedermagazin des 1899 gegründeten Naturschutzbundes
Deutschland (NABU). Mehr über den NABU und seine Aktivitäten
unter www.NABU.de.
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