NABU.de Natur erleben NABU-Schutzgebiete Schleswig-Holstein Die Insel Trischen
Nordsee-Insel Trischen
Vogelschutzwartin ist gespannt auf ein sieben Monate langes Abenteuer
Die kleine, sichelförmige Insel besteht nur aus Sandstrand, Dünen und Salzwiesen.
Wenn es in Deutschland noch wirklich unberührte Wildnis gibt, dann auf der Nordsee-Insel Trischen. Seit über 75 Jahren betreut der NABU die Insel, auf der unzählige Seeschwalben, Möwen, ja sogar Löffler und Wanderfalken brüten. Für Normalsterbliche ist das Betreten Trischens verboten. Nur der NABU-Naturschutzwart wohnt in den Sommermonaten auf dem 180 Hektar großen Eiland im Wattenmeer vor der Küste Dithmarschens. Zum zweiten Mal in der Geschichte der Nordseeinsel hat jetzt eine Frau den Posten des Naturschutzwarts übernommen. Seit dem 15. März wird die kleine Insel von Monika Dorsch aus dem bayerischen Altötting bewohnt.
Monika Dorsch wird für sieben Monate Trischens einzige Bewohnerin sein.
Die 30-Jährige Bayerin beobachtet dort den Bestand der Zugvögel und Bodenbrüter. Ihre Hauptaufgaben liegen vor allem in naturkundlichen Kartierungen, der Dokumentation morphologischer Veränderungen der Insel, der Überwachung der Einhaltung der Schutzgebietskriterien und in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Daten dienen dazu, das einmalige Ökosystem Wattenmeer in seiner natürlichen Dynamik besser zu verstehen und damit schützen zu können.
Nadine Lux hat die neue Inselbewohnerin interviewt. Im NABU-Podcast berichtet Monika Dorsch von ihrer Faszination für das Wattenmeer und verrät, was sie gegen aufkommende Einsamkeit auf der Insel macht. Doch ob sie überhaupt Zeit für Einsamkeit hat, ist fraglich, denn ihre Aufgaben als Vogelwartin sind vielfältig und reichen von der vogelkundlichen Kartierung über Öffentlichkeitsarbeit bis zu Umbauarbeiten an der Hütte.
Monika Dorsch wird vom charakteristischen 'rott rott rott' der Ringelgänse begrüßt.
Im Internet-Tagebuch schreibt Monika Dorsch von ihren Beobachtungen: "Schon bei meiner Ankunft auf der Insel vernahm ich aus den Salzwiesen das charakteristische 'rott rott rott' der Ringelgänse. Am 17. März hielten sich 412 dieser arktischen Brutvögel auf Trischen auf. Die Gänse fressen sich hier im Wattenmeer, wie viele andere Zugvögel, für ihre Heimreise in die Brutgebiete Sibiriens Energiereserven an. Als reine Vegetarier haben diese kleinen Gänse einen enormen Nahrungsbedarf, da das aufgenommene Pflanzenmaterial nur zu etwa einem Drittel verdaut werden kann. Während ihres Aufenthalts im Wattenmeer dienen vor allem Seegras, Queller, Grünalgen und Salzwiesenpflanzen als Nahrung für die Gänse ..."
Internet-Tagebuch
NABU-Podcast: Hören Sie Monika Dorsch im Interview

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