NABU.de Natur erleben NABU-Schutzgebiete Hamburg Kirchwerder Wiesen
Wo die Störche waten
Die Kirchwerder Wiesen
Weißstorch
Lebensraumtypen:
Von Gräben durchzogene Feuchtwiesen, zum Teil extensiv bewirtschaftet.
Das macht das Gebiet so interessant:
Die Kirchwerder Wiesen liegen inmitten der Vier- und Marschlande - einer Kulturlandschaft, die zu den ältesten in Norddeutschland gehört. Von dort stammt ein großer Teil des frischen Gemüses und der Schnittblumen, die in Hamburg verkauft werden. Hinter den vielen Deichen erstrecken sich die Felder für den Gemüseanbau fast bis zum Horizont, in den Gewächshäusern könnte der Größe nach auch ein Volksfest stattfinden.
Wer nun aber glaubt, bei all dieser landwirtschaftlichen Nutzung hätte die Natur keine Chance, der irrt: Auf einer großen Grünfläche zwischen den Orten Fünfhausen und Kirchwerder darf sie sich ausbreiten. Die Kirchwerder Wiesen sind das größte Naturschutzgebiet Hamburgs und liegen südlich vom Stadtkern im Bezirk Bergedorf. Sie sind relativ gut mit Bussen und Bahnen zu erreichen und es gibt schöne Spazier- und Radwege durch das Gebiet.
Kirchwerder Wiesen
Seltene Arten, Einrichtungen für Besucher, Pflegemaßnahmen:
Die Gräben sind das ökologische Filetstück des Naturschutzgebietes. In ihnen und an ihren Randbereichen finden sich viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Ein für den Naturschutz besonders wertvoller Grabentyp ist der Niedermoorgraben, der aus der Entwässerung ursprünglicher Niedermoore resultiert. Dort finden sich Seggen und Binsen, dazwischen Sumpfblutauge, Krebsschere und Torfmoose. An den Ufern wachsen Sumpfsternmiere, Röhrige Pferdesaat und der Straußgilbweiderich. Die Flora ist sehr empfindlich: sie braucht nährstoffarme, saure Böden. Jegliche Art von Düngung der direkt angrenzenden Flächen würde ihre Überwucherung bedeuten. Daher wird im geschützten Gebiet nur extensive Landwirtschaft betrieben.
Teichmolch
Die Kirchwerder Wiesen bieten Vogelarten Lebensraum, die feuchte und offene Niederungen brauchen. Auf Wiesen und Weiden finden sich unter anderem Kiebitz, Bekassine, Schilfrohrsänger, Braunkehlchen und Rotschenkel, Knäkente und Uferschnepfe. Besonders erfreulich ist es, dass auf den Kirchwerder Wiesen die geburtsorttreue Trauerseeschwalbe brütet. Es ist der einzige Brutplatz auf hanseatischem Gebiet.
In und an den Gräben gibt es auch zahlreiche Amphibien und Reptilienarten: Teich- und Kammmolch, Moor- und Grasfrosch, Waldeidechse und Ringelnatter. Kein Wunder also, dass die in der Nähe brütenden Weißstörche gerne zur Nahrungssuche in die Kirchwerder Wiesen kommen.
Besonderheiten
- Gras- und Moorfrosch, Kamm- und Teichmolch
- Kiebitz, Bekassine, Schilfrohrsänger, Neuntöter und Uferschnepfe, Weißstörche
- einziger Brutplatz von Trauerseeschwalbe auf hanseatischem Gebiet
ÖPNV
S2 oder S21 ab Hamburg Hbf bis S-Bahnhof Bergedorf, ab dort weiter mti dem 223 bis Haltestelle Fersenweg oder ca. 30 Minuten mit dem Rad
| Kirchwerder Wiesen | |
|---|---|
| Adresse des Gebiets |
NABU-Büro Bergedorf Am Brink 10 21029 Hamburg Tel. 040.721 10 90 Mobil: 0162.321 81 39 |
| Bundesland | Hamburg |
| Größe | 860 Hektar |
| Schutzstatus | Naturschutzgebiet, FFH-Gebiet |
| Besitzstatus |
Zum Teil Eigentum des NABU Hamburg |
Kontakt
NABU Hamburg, Osterstraße 58, 20259 Hamburg
Tel. 040-69 70 89-0, nabu@nabu-hamburg.de
Zu Besuch bei Storchenvater Jürgen Pelch
Infos zu den Hamburger Trauerseeschwalben
Beitrag erstellt am 8. Februar 2007.

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