NABU.de Natur erleben NABU-Schutzgebiete Baden-Württemberg Äußeres Ried

Feuchtgebiet aus Menschenhand

Das Äußere Ried

Sumpfschrecke

Sumpfschrecke

Das Naturschutzgebiet Äußeres Ried liegt westlich von Boxberg in der Talaue des Hüttlebächles. Die Talaue wird beiderseits durch naturnahen Wald begrenzt. Das Herzstück bildet ein von Menschenhand geschaffenes Feuchtgebiet. Das Naturschutzgebiet umfasst 22,5 Hektar, davon sind 4,6 Hektar im Besitz des NABU Boxberg.

Acker- und Wiesennutzung prägen seit jeher das Hüttlesbachtal. Doch Intensive Nutzung führte zu hohen Nährstoffeinträgen und die Standorte wurden wie vielerorts nivelliert. Die Bewirtschaftung der verbliebenen Nasswiesen war erschwert, so dass Teilbereiche aus der Nutzung gefallen sind. Die NABU-Gruppe Boxberg erwarb 1979 insgesamt vier Hektar feuchte Wiesen, die nun den Kern des Naturschutzgebiets bilden. Mit staatlicher Hilfe legte man mehrere Tümpel und Teiche sowie ein Schilfröhricht an. Das Wasser kommt aus mehreren Quellen innerhalb des Geländes. Das Quellwasser verhindert ein Zufrieren der Wasserflächen im Winter.

Flussuferläufer

Flussuferläufer

Die Wasserflächen, der Bach mit Erlen- und Eschenbestand, Schilfröhrichte, Auwaldstreifen, Nass- und Feuchtwiesen, Streuobst am Hang sowie trockene und feuchte Wälder sind nicht nur eine Augenweide, sie bieten zwischenzeitlich zahlreichen Tier und Pflanzenarten einen Lebensraum. Die jährlich anfallenden Mäharbeiten, der Kopfweiden- und Obstbaumschnitt, die Ufersicherung, die Pflege der Eisvogelwand und vieles mehr wird von der NABU-Gruppe geleistet.

Dank dieser Aktivitäten finden hier seltene Vögel, Amphibien, Insekten und Pflanzenarten wieder ein Zuhause, darunter Wasserralle, Eisvogel, Rohrammer, Sumpfschrecke, Distelfalter, Gelber Eisenhut und Speierling. Auch Durchzügler wie der Seeadler, Flussuferläufer, Weißstorch und Gänsesäger schätzen das Kleinod des Äußeren Riedes.

2003 begann die NABU-Gruppe mit der Anlage eines weiteren Feuchtgebiets im Tal der Umpfer. Es wurden bis zu 1,80 Meter tiefe Löcher gegraben und durch Wasserkanäle miteinander verbunden. Auch diese Tümpel und Teiche werden von einer Quelle gespeist. Die langsam aufkommende Vegetation und der angrenzende Schilfgürtel lassen an den neu angelegten Gewässern bereits jetzt erkennen, was sich hier einmal entwickeln wird.

Kontakt:
NABU Boxberg, Manfred Frey, Ramstalweg 6, 97944 Boxberg, Tel. 0 79 30-64 57

mehr Bebildertes Schutzgebietsporträt des NABU Baden-Württemberg (PDF)

Beitrag erstellt am 14. Februar 2007.

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