NABU.de Natur erleben Fotografie Naturfoto des Monats März

Weiße Grazien auf dem Waldboden

Weiße Grazien auf dem Waldboden

Das NABU-Naturfoto des Monats März

Nachdem der Schnee geschmolzen und die Sonne immer häufiger zu sehen ist, kommen nun allmählich Kröten, Schmetterlinge und vor allem Frühblüher wieder aus ihren Verstecken heraus, um die Sonnenenergie und Wärme für sich zu nutzen. Es wird also Zeit, seine Kamera wieder mit einem Makroobjektiv zu bestücken.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken.


Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) gehört zu den Hahnenfußgewächsen und ist einer unserer häufigsten Frühblüher. Der wissenschaftliche Name setzt sich aus dem griechischen Wort anemos = Wind und dem lateinischen nemorosa/-us = schattig, waldreich zusammen. Denn schattige Wälder sind der bevorzugte Lebensraum des Buschwindröschens. Um genug Licht zu bekommen, nutzt die Pflanze – wie viel andere Frühblüher auch – die ersten Sonnenstrahlen aus. Im März sind die Bäume noch kahl und das Sonnenlicht erreicht problemlos den Waldboden.

Die Pflanze ist mäßig anspruchsvoll und liebt frische nährstoffreiche, neutrale bis mäßig saure und humöse Böden. Auf diesen Böden können Buschwindröschen in Massen vorkommen und den gesamten Waldboden in einen leuchtend grünen Teppich verwandeln, aus denen überall die weißen Blüten heraus leuchten. Die Blüten des Buschwindröschens werden normalerweise von Bienen und Fliegen bestäubt, während Ameisen für die anschließende Verbreitung des Samens sorgen. Doch diese sind nur zur Fernausbreitung nötig, denn die im Boden wachsenden Wurzelstöcke sorgen viel effizienter für eine vegetative Vermehrung der Pflanze innerhalb des besiedelten Lebensraumes.

Das Buschwindröschen ist trotz seiner Giftigkeit – es enthält die Giftstoffe Anemonin und Protoanemonin – historisch als Heilpflanze genutzt worden. In der Volksmedizin wurde es zur äußerlichen Behandlung von Gelenkbeschwerden, Brustfellentzündungen und Bronchitis genutzt. Heutzutage besitzt es diese Funktion aber kaum noch. Aufgrund der frühen Blütezeit in den Monaten März und April wird das Buschwindröschen volkstümlich auch Weiße Osterblume genannt.

Bei der Fotografie derart graziler Pflanzen arbeite ich gerne mit Offenblende und versuche den bei Frühblühern wichtigen Faktor Sonnenlicht in meine Bilder mit einzubeziehen. Besonders Lichtreflexionen, so genannte „Lens Flares“ geben solchen Bilder meiner Meinung nach eine besondere Stimmung. Besonders wenn sich hinter dem Motiv eine Wasserfläche befindet, sollte man einfach einmal ausprobieren welche fantastischen Auswirkungen die Lichtreflexionen an der Wasseroberfläche in den Bildern verursachen.

Sebastian Sczepanski

www.sczepanski-fotografie.de

Daten zum Foto
Technische Daten
Kamera: Nikon D300
Objektiv: Sigma 2.8/150mm Makro
Blende: 4
Belichtungszeit: 1/2000 Sek.
ISO: 400

Weitere Informationen

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