NABU.de NABU Veranstaltungen Jubiläumsfest
Auf die nächsten 111!
„Auf der Charitéstraße heute kein Durchkommen…“
Der NABU feiert „111 Jahre - aktiv für Lebens(t)räume“
17. Juni 2010 - Nur ein Steinwurf bis zum Bundestag und dennoch alles himmlisch ruhig. Am frühen Mittwochmorgen scheint die Charitéstraße wie leergefegt. Gerade mal ein einsames parkendes Auto, beste Tiefstflugbedingungen bis knapp über der Asphaltdecke. Für die am Dachfirst der Berliner NABU-Zentrale wohnenden Mehlschwalben verspricht es ein ruhiger, sonniger Tag zu werden.
Mit Ihren Wünschen soll der NABU-Wunschbaum wachsen.
Die Sonne strahlt bis weit in den Abend hinein, mit der Ruhe ist es schnell dahin. Mehr und mehr Menschen kommen, es wird geräumt und gehämmert, der Lärmpegel steigt. Und schuld ist ausgerechnet der NABU, bis 1990 auch bekannt als „Vogelschutzbund“. Doch da müssen die Schwalben durch, denn der NABU wird 111 Jahre alt und heute feiert er Geburtstag.
111 - beim NABU Drängelei
Ein Abschleppwagen räumt die Straße vollends frei, jetzt können die zwei Dutzend Marktstände aufgebaut werden. Die NAJU, NABU-Landesverbände, -Fachausschüsse und -Projekte präsentieren sich hier ebenso wie der NABU-Naturshop und NABU-Reisen sowie Kooperationspartner aus der Wirtschaft und nicht zuletzt die netten Nachbarn von gegenüber, die Botschaft der Republik Litauen.
Besuch von der „Vogelmutter“
Das 111-jährige Bestehen des NABU ist auch Anlass, zurückzublicken. Was wäre also passender, als die Premiere des Films „Die Vogelmutter – ein Leben für den Naturschutz“ über Leben und Wirken der NABU-Gründerin Lina Hähnle während der Jubiläumsfeier und im Berliner NABU-Bistro „Lina“...
Während im Innenhof „Los Bomberos de Monte Cruz“ Instrumente und Lautsprecheranlage testen, mischen sich auf der Straße erste Geburtstagsgäste unter die Passanten. Mitten in der Woche, kommt da tagsüber überhaupt wer? „In Berlin immer - und wenn der NABU einlädt, erst recht.“ Cheforganisatorin Angelika Richter wird recht behalten.
500 Gäste haben sich für den „Markt der Vielfalt“ angemeldet, aus der großen NABU-Familie, aus der Umweltszene, aus Wirtschaft und Politik. Zur Kaffee-und-Kuchen-Zeit sind die Stände dicht umlagert, auf dem Grill brutzeln Würstchen und Vegetarisches, vom Fischräucherofen riecht es verführerisch herüber. Fröhlich lassen sich Groß und Klein mit NABU-Riesenbiber „Babu“ fotografieren und schnell trauen sich selbst Kindergartenkinder auch an die lebensgroßen Plüschwölfe heran.
Warten auf George Clooney
Gegen 19 Uhr ebbt das Marktgeschehen langsam ab, ein Gläschen Geburtstagssekt lockt zum Start des Abendprogramms in den Innenhof. Ob angemeldet oder nicht, jetzt wird es richtig voll. Gleich wird NABU-Präsident Olaf Tschimpke eine kurze Geburtstagsrede halten, gefolgt von einem Grußwort von Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Doch „der George Clooney der Umweltpolitik“ - O-Ton Radio1-Moderatorin Britta Steffenhagen - verspätet sich etwas. Minister haben halt viele Termine und je weiter der Tag, desto wahrscheinlicher die Verspätung. „Alles kein Problem“, meint NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller augenzwinkernd. „Norbert Röttgen ist bei uns ja quasi Stammgast, der fände den Weg auch im Dunkeln.“
Als der Minister schließlich erscheint und den NABU über alle Maßen lobt, ist das Buffet zwar nahezu leer, die 111 Geburtstagskerzen sind ausgeblasen, die große Erdbeer-Geburtstagstorte ist in viele kleine Stückchen aufgeteilt und aufgegessen. Aber der Abend ist noch lange nicht vorbei.
Nach dem Grußwort des Umweltministers steht als nächster Programmpunkt die Versteigerung des NABU-Fahrrads auf dem Plan. Das Trekking-Rad mit NABU-Jubiläumslogo ersteigerte Claus Hektor. Er ist NABU-Clubmitglied und verbrachte den Tag auf dem NABU-Fest im Rahmen der alljährlichen Clubreise. In diesem Jahr führte die vom NABU organisierte Fahrt nach Berlin zum Jubiläumsfest und dann weiter an die Havel, wo das Jubiläumsprojekt des NABU, die Renaturierung der Unteren Havel besichtigt wird. Dort kann Claus Hektor das Rad an den Ufern des Flusses direkt schon probefahren. Doch zuvor wird noch richtig gefeiert in der Hauptstadt, denn dunkle Nacht ist es noch lange nicht - und Bier und Wein und Biolimonade gehen so schnell nicht aus…
War’s schön? Ja, schön!
Fotos vom Geburtstagsfest
Waren Sie auch beim Fest? Weitere Bilder vom Fest, sowie Fotos mit den NABU-Tieren Storch, Frosch, Apollofalter sowie BABU, dem Biber, finden Sie im NABU-Verbandsnetz.
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Glückwünsche für den NABU
Meinungen und Wünsche zum Fest
Die NABU-Geburtstagstorte mit frischen Erdbeeren und 111 Kerzen
Der Markt der Vielfalt ist gerade eröffnet, da liegt er in der Luft. Der herrliche Duft von frisch geröstetem Kaffee. Es ist Nachmittag, die Sonne scheint - der ideale Zeitpunkt für eine Tasse Auszeit. Kein Wunder, dass die ersten Gäste die Quelle des Geruchs schnell ausgemacht haben: Ein kleiner Topf mit Kaffeebohnen, die über einem kleinen offenen Feuer rösten. Am Stand des NABU International wird äthiopischer Kaffee traditionell zubereitet. Wirklich spannend, dabei zusehen zu können. Das findet auch Maria Paul: „Die Kaffeezeremonie gefällt mir besonders gut. Toll finde ich, dass damit auch die Kaffeebauern unterstützt werden. Und der Kaffee ist echt lecker!“ Maria Paul ist seit etwa 15 Jahren im Vorstand des NABU Oberbarnim. „Für den NABU habe ich mich entschieden, weil ich etwas Gutes, Sinnvolles für die Natur tun wollte,“ erklärt sie.
Auch Helga Allemnröder ist schon lange für den Naturschutz aktiv. Seit 20 Jahren ist sie NABU-Club-Mitglied „Die Besichtigung des Hauses fand ich spannend. Und mir gefällt die gute Stimmung hier auf dem Fest.“ „Dem NABU wünsche ich für die Zukunft noch mehr Mitglieder und genug spenden, damit er seine Projekte weiter finanzieren kann. Das Jubiläumsprojekt, die Renaturierung der Unteren Havel, finde ich auch gut. Das würde ich auch unterstützen.“
Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen schenkt dem NABU einen Biber, passend zum Havelprojekt.
Am Abend kommen noch mehr Gratulanten zum NABU. Unter anderem ein Nachbar, Mindaugas Butkus, der Botschafter von Litauen. Er hat, wie es sich für einen Geburtstagsgast gehört auch ein Geschenk mitgebracht. „Der NABU feiert heute eine Schnapszahl. Daher habe ich mich auf der Suche nach einem passenden Geschenk schließlich für einen Kräuterschnaps entschieden. Dieser litauische Schnaps passt gut zum NABU, denn er ist ein Naturprodukt und besteht aus 57 Heilkräutern.“
Auch Yuriy Autlev, Bürgermeister von Maikop, der Hauptstadt der Kaukasus-Republik Adygeja ist zum Jubiläumsfest angereist. Er schenkt dem NABU unter anderem ein agygejisches Musikinstrument. „Es wird bei uns traditionell bei Feiern benutzt. Ich hoffe, es kommt beim NABU noch sehr oft zum Einsatz.“
Glückwünsche kamen auch von einigen der anwesenden deutschen Politker. Die Bundestagsabgeordnete Eva Bullig-Schröter (Die LINKE) etwa wünscht sich, „dass es in 111 Jahren weniger Arbeit im Naturschutz gibt“ und Christian Ruck, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion „hofft auf eine gemeinsame und parteiübergreifende Kampftruppe, die kämpft, bis alle Gebiete der Welt unter Schutz gestellt sind.“
Noch mehr Wünsche zum Jubiläum
Lesen Sie die Wünsche und Glückwünsche zum NABU-Jubiläum. Zum Wunschbaum
Rund ums Jubiläum
Spenden für die Havel
Die Untere Havel ist eines der bedeutsamsten Feuchtgebiete Mitteleuropas. Wir wollen den ausgebauten Fluss renaturieren und neue Naturparadiese schaffen. Helfen Sie mit, für mehr als 1.000 heimische und teilweise bedrohte Arten einen Zufluchtsort zu schaffen!
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Der NABU wird 111 Jahre alt
Der NABU feiert 2010 sein 111-jähriges Bestehen. „Sowohl in der Vergangenheit wie heute können wir auf eine starke Unterstützung der Bevölkerung bauen. Darauf sind wir stolz, das gibt uns Rückhalt für die Herausforderungen der Zukunft“, sagte NABU-Präsident Tschimpke.
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Mehr als 100 Jahre für Mensch und Natur
Naturschutz hat Geschichte. Schon vor mehr als hundert Jahren schreckten unübersehbaren Umweltauswirkungen viele Zeitgenossen auf. Eine der unmittelbaren Folgen davon war die Gründung des Bundes für Vogelschutz im Jahr 1899, aus dem dann der heutige NABU entstand.
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Elf Naturschutzmacher
Wer macht Naturschutz? Der NABU. Mit der bundesweiten Kampagne „Fast weg ..."will der NABU auf das Artensterben aufmerksam machen und die Öffentlichkeit auffordern, selbst aktiv zu werden. Hier finden Sie nähere Informationen über die Kampagne.
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