NABU.de NABU Wir über uns Geschichte Museum für Naturschutzgeschichte

Zu Besuch bei „Vogelmutter“ Lina Hähnle

Zu Besuch bei „Vogelmutter“ Lina Hähnle

Neue Dauerausstellung des Museums für Naturschutzgeschichte in Königswinter

Museum zur Geschichte des Naturschutzes

Blick in die Vogelschutzabteilung der Dauerausstellung.


20. Juli 2011 - Eine Dame der Gesellschaft, die den größten deutschen Naturschutzverband ins Leben rief, ein Komponist, der eine Baumallee kaufte, um sie vor dem Abholzen zu retten, ein Großwildjäger, der zum überzeugten Vogelschützer mutierte, ein Lehrer, der seine Schülerinnen und Schüler in Greenpeace-Manier zur Besetzung einer Sandbank animierte und ein berühmter Tierfilmer, der sich für den ersten Nationalpark in Deutschland einsetzte – sind dies nur Menschen von gestern? Interessant, aber ohne Bedeutung für den heutigen Naturschutz? Mitnichten: Diese Menschen haben nicht nur Spuren in der über 100jährigen Geschichte des Naturschutzes hinterlassen, sie haben uns auch heute noch etwas zu sagen.

Museum zur Geschichte des Naturschutzes, Dodo

Der flugunfähige Dodo, auch Dronte geannnt, wurde bereits im 17. Jahrhundert ausgerottet.

In der neu konzipierten Ausstellung des „Museum zur Geschichte des Naturschutzes“ auf Schloss Drachenburg erzählen sie anschaulich von ihrem Engagement für die Bewahrung bedrohter Landschaften, den Artenschutz und für die Natur in den Großstädten. Dabei wird immer wieder deutlich: Ohne ihre Aktivitäten wären Natur und Landschaft heute viel ärmer und weniger schön. Zum Beispiel im Siebengebirge, dem „Geburtsort“ des Naturschutzes: Hier legten Bonner und Kölner Bürger, die erfolgreich gegen landschaftsverschandelnde Steinbrüche protestierten, im 19. Jahrhundert die Wurzeln für den Naturschutz in Deutschland.

Aus diesen meist unscheinbaren Anfängen ist im Laufe der Jahrzehnte eine schlagkräftige Naturschutzbewegung entstanden, die aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist.

Museumsvitrine Lina Hähnle mit Futterhäuschen

Futterhäuschen des Bundes für Vogelschutz

Die Ausstellung zeigt, wie wichtig und unverzichtbar ehrenamtliches Engagement für den Naturschutz war – und es bis heute ist. Ohne die vielen freiwilligen Kartiererinnen und Kartierer, Kampagnenhelferinnen und -helfer sowie Vereinsmitglieder wäre zum Beispiel der Vogelschutz in Deutschland nie so erfolgreich gewesen. Hätte es diese breite Bewegung nicht gegeben, wäre eines der Ausstellungsstücke nicht ein historisches Kuriosum sondern womöglich auch heute noch gebräuchlich: ein Kochbuch mit Singvogelrezepten.

Großen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte haben der Bund für Vogelschutz, aus dem der heutige NABU hervorgegangen ist, und seine Gründerin, die „Vogelmutter“ Lina Hähnle. Unter ihrer professionellen Führung entwickelte er sich nach 1899 bald zum ersten Massenverband im Naturschutz. Lina Hähnles Wirken, das mit etlichen Originalexponaten und Filmausschnitten präsentiert wird, ist ein Beispiel dafür, dass Naturschutz alles andere als verstaubt und von vorgestern ist.

Nicht zuletzt spricht die Ausstellung auch unser eigenes heutiges Verhältnis zur Natur an: Ein ungewöhnliches Exponat – ein alter Wohnwagen – verweist auf den Zwiespalt zwischen dem Bedürfnis nach schöner, heiler Natur und ihrer gleichzeitigen Zerstörung etwa durch den Bau von Autobahnen. Die Ausstellung lädt zu einer Entdeckungstour durch die Geschichte des Naturschutzes ein – sei es individuell mithilfe eines Audioguides oder im Rahmen von Führungen, die speziell für Naturschutzgruppen angeboten werden. Das Museum bietet mit Sicherheit vielfältige Anregungen auch für die heutige Arbeit im Naturschutz.

Museum zur Geschichte des Naturschutzes, Teil Kulturlandschaft


Kontakt: Museum zur Geschichte des Naturschutzes, Drachenfelsstraße 118, 53639 Königswinter, Tel. 02223-700570, zentrale@naturschutzgeschichte.de, www.naturschutzgeschichte.de. Öffnungszeiten: von April bis Oktober jeweils Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, von November bis März ausschließlich an Wochenenden von 11 bis 17 Uhr.

Der Eintritt kostet sechs Euro und gilt einschließlich auch für Schloss Drachenburg und die Parkanlage von Schloss Drachenburg. Gruppenbesuche und Führungen auf Anfrage. Das Museum erreicht man vom Ortszentrum Königswinter aus mit einem kleinen Spaziergang zu Fuß oder mit der Drachenfelsbahn, Ausstieg auf halber Höhe am Schloss Drachenburg.


Mitglied werden

 

NABU Regional

NABU Regional Schleswig-Holstein Hamburg Mecklenburg-Vorpommern Berlin Brandenburg Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Saarland Baden-Württemberg Bayern Rheinland-Pfalz Niedersachsen
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Baden-Württemberg
Bayern
Schleswig-Holstein
Hamburg
Berlin
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Bremen
Nordrhein-Westfalen
Hessen

Zentren
Schutzgebiete
Gruppen

 

Service

E-Cards

Versenden Sie ganz persönliche Naturgrüße an Freunde und Bekannte

NABU E-Cards

Podcasts

Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.

NABU Podcast zum Hören

NABU-Newsletter

Jeden Freitag neu - mit Terminen und Nachrichten aus Ihrer Region.

NABU-Desktopvorlagen

Verbandsnetz

Das gemeinsame Netzwerk für alle Aktiven in NABU, NAJU und LBV

NABU-Verbandsnetz

 

Naturschutzmacher

Naturschutzmacher (11)

Wir sind für den NABU aktiv. Mehr

 

Youtube

NABU-TV

NABU-Filme von der Moorjungfrau bis "Fast weg..." Mehr

 

Kurznachrichten

Twitter

Was zwitschert der NABU? Mehr

 

Fast weg...

Weissstorch-Plakat 2010

Artenschutzkampagne des NABU Mehr