NABU.de NABU Naturschutz heute Jahrgang 2006 Heft 4
Stiftung Nationales Naturerbe
Großgrundbesitzer in Sachen Naturschutz
Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe
NABU-Gründerin Lina Hähnle (1851-1941)
Schon Lina Hähnle, die Gründerin des NABU, wollte Herrin im eigenen Heim sein. Als Eigentümerin, so war ihr klar, würde sie am besten für den konsequenten Schutz wertvoller Lebensräume eintreten können. Die Nachtigalleninsel in Lauffen, 1908 von Lina Hähnle erworben, gibt ihr eindrucksvoll Recht. Seit nun fast hundert Jahren ist das Inselchen eine sichere Heimat für Tiere und Pflanzen.
Mittlerweile befindet sich das Naturkleinod im Eigentum der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, die der NABU 1998 ins Leben rief, um Naturschutzflächen dauerhaft zu bewahren. Unter dem Motto "Wir retten Paradiese!" ist die NABU-Stiftung seitdem beim Kauf von Naturschutzflächen aktiv.
Blick ins Stiftungsgebiet Naturparadies Grünhaus.
Wie viele Entenküken mittlerweile in ihrem Schutz schlüpfen, wie viele Biber ungestört an ihren Bäumen knabbern, wie viele Kraniche durch ihre Erlenbrüche staksen, lässt sich kaum ausmachen. Fest steht, dass die NABU-Stiftung inzwischen über 5.000 Hektar Naturschutzfläche kaufen und damit für die Natur sichern konnte.
In über hundert Naturschutzgebieten, die meisten davon in Ostdeutschland, hat die Stiftung als Eigentümerin direkten Zugriff auf die Nutzung und die Bewahrung von wertvollen Lebensräumen. Naturnahe Wälder wie Erlenbrüche und strukturreiche Laubmischwälder entlässt sie ganz aus der Nutzung. Auch ihre Tagebauflächen in Südbrandenburg dürfen sich in freier Sukzession entfalten. Bei naturfernen Forsten wie am Wittesee nördlich von Berlin schiebt die NABU-Stiftung die Entwicklung zu abwechslungsreichen Naturwäldern durch Waldarbeiten an. Ihre Wiesen und Weiden sind unter naturschutzfachlichen Auflagen an Schäfer und Landwirte verpachtet, so dass das Grünland in seinem Artenreichtum erhalten bleibt.
Gebänderte Prachtlibelle
Auch in Zukunft will die NABU-Stiftung mit Hilfe von Spendern und Flächenpaten weitere Naturflächen kaufen und so in ihre Obhut nehmen. Der Kauf von Kiesgruben in der saarländischen Moselaue, schon heute Heimat für Uferschwalben, Eisvogel und seltene Libellenarten, ist derzeit drängendstes Anliegen.
Wichtig ist auch der Aufbau des Stiftungskapitals, das die Naturschutzflächen dauerhaft tragen wird. Mit der Kombination aus Flächenkauf und Stiftungskapitel kann die NABU-Stiftung dafür sorgen, dass auch unsere Kinder und Enkelkinder Natur in all ihrer faszinierenden Vielfalt erleben dürfen. (hen)
Kontakt: NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Christian Unselt, naturerbe@nabu.de, Tel. 030-28 49 84 60.

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