NABU.de NABU Naturschutz heute Jahrgang 2006 Heft 1 Rudi Rotbein



Der Bach: viel mehr als nur Wasser | Erlebter Frühling 2006 | Schwarzerlen-Steckbrief | Basteltipp: das Wasserrad | Mitmachen beim Erlebten Frühling | Kreuzworträtsel: Gewinnen mit Rudi Rotbein

Der Bach: viel mehr als nur Wasser


Die Naturschutzjugend (NAJU) startet in jedem Jahr zum Frühlingsanfang am 20. März einen ganz besonderen Wettbewerb. Dieser Wettbewerb heißt "Erlebter Frühling" und lädt ein, die erwachende Natur zu entdecken. In jedem Jahr werden vier Frühlingsboten vorgestellt, die in einem bestimmten Lebensraum zu Hause sind. 2006 wird sich alles um den Lebensraum Bach drehen.

Wasser über Fels

Bäche gehören wie ihre größeren Verwandten, die Flüsse, zu den Fließgewässern. Sie ziehen sich wie Lebensadern durch die Dich umgebende Umwelt, spenden Wasser und schaffen die Grundlage für alles Leben. Dieser Lebensraum ist Heimat für viele Pflanzen und Tiere. Natürliche Bachläufe bilden meist viele Biegungen und Windungen, das Ufer ist teils offen, teils bewachsen. Vor allem naturbelassene Bäche bieten tolle Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Einige von ihnen wirst Du in unserem Wettbewerb Erlebter Frühling 2006 genauer kennen lernen.

Im Unterschied zum Tümpel, Teich oder See - den "Stillgewässern" - ist das Wasser im Bach ständig in Bewegung. Seinen Ursprung hat er an einer Quelle. Das ist eine Stelle an der Erdoberfläche, aus der ständig Grundwasser ausfließt.

Am besten kannst Du den Lebensraum Bach erkunden und entdecken, wenn Du mit Gummistiefeln, einem Käscher und einem kleinen Eimer auf Entdeckungsreise gehst. Was es dort alles zu finden gibt, erfährst Du in den folgenden Kapiteln.

Erlebter Frühling 2006

Die vier Frühlingsboten kurz vorgestellt

Die diesjährigen Frühlingsboten des "Erlebten Frühlings" sind die Eintagsfliege, die Wasserspitzmaus, der Kleiber und die Schwarzerle. Und so leben die Vier:

Die Eintagsfliege

Eintagsfliege

Der Name Eintagsfliege verrät es schon: Als erwachsenes Insekt lebt sie nur wenige Stunden bis Tage. Bevor es allerdings so weit ist, dass die Eintagsfliege fliegen kann, vergehen ein bis vier Jahre. Während dieser Zeit lebt sie als Larve im Wasser. Auf der ganzen Welt kommt die Larve der Eintagsfliege in Bächen und Flüssen vor. Die Larven atmen mit Kiemen und fressen Pflanzenreste, zum Beispiel Erlenblätter, die ins Wasser fallen.

Erkennungszeichen der Eintagsfliegen sind ihre großen Flügel und die zwei bis drei Hinterleibsfäden. Die Eintagsfliege wird drei bis vier Zentimeter lang und hat wie alle Insekten aus kleinen Teilaugen zusammengesetzte Facettenaugen.

Die Wasserspitzmaus
Obwohl sie "Maus" heißt, ist die Wasserspitzmaus gar nicht mit den Mäusen verwandt. Denn wie Maulwurf und Igel gehört sie nicht zu den Nagetieren, sondern zu den so genannten Insektenfressern.

Wasserspitzmaus

Ihr Körper misst ungefähr acht Zentimeter. Der Schwanz ist dann noch mal bis zu sieben Zentimeter lang. Die Wasserspitzmaus hat ein dunkles, samtiges Fell, ihr Bauch ist aber ganz hell.

Die Wasserspitzmaus lebt an Bächen, Flüssen und Seen. Sie kann hervorragend schwimmen und tauchen. Zum Steuern hat sie unter ihrem Schwanz und an den Hinterfüßen Schwimmborsten. Ihre Beute jagt die Wasserspitzmaus meistens im Wasser: Insekten und ihre Larven, kleine Krebse, Würmer und Schnecken stehen auf ihrem Speiseplan.

Der Kleiber

Kleiber

Hast Du schon mal einen Vogel kopfüber den Baumstamm herunter laufen sehen? Das war der Kleiber, ein wirklich guter Kletterer. Dadurch, dass er kopfüber klettern kann, kommt der Kleiber an Ritzen, wo sonst keiner hinkommt. Er ernährt sich von Insekten, Spinnen und Samen.

Der Kleiber gehört zu den Singvögeln und ist zwölf bis fünfzehn Zentimeter groß. Die Augen liegen auf einem dunklen Streifen, sonst ist der Kleiber zweifarbig: Sein Gefieder ist auf der Oberseite blaugrau, unten rostbeige.

Seinen Namen hat der Kleiber daher, dass er den Eingang seiner Bruthöhle verklebt. Er verkleinert die Öffnung, so dass er nur selbst durchpasst! So ist er vor größeren Eindringlingen sicher. Der Kleiber lebt in weiten Teilen Europas mit Ausnahme des hohen Nordens, aber auch zum Beispiel in Nordafrika und in weiten Teilen Asiens bis zur Pazifikküste.

Die Schwarzerle
Die Schwarzerle findet man vor allem am Wasser. Mit ihren bis zu vier Meter langen Wurzeln verankert sie sich im Ufer und befestigt es gleichzeitig. Mehr über die Schwarzerle erfährst Du im folgenden Steckbrief.

Schwarzerlen-Steckbrief


Schwarzerlenblatt

Blätter und Stamm
Die Erle ist ein Laubbaum mit rundlichen bis ovalen Blättern. Die Blattränder sind zackig -man nennt das "gesägt". Ihren Namen hat die Schwarzerle wegen ihrer dunklen, fast schwarzen Rinde bekommen, die mit der Zeit immer rissiger wird. Der Baum wird 10 bis 25 Meter hoch und hat einen geraden Stamm. Die Krone ist recht schmal und kegelförmig.

Blüten und Früchte

Schwarzerle

Schwarzerlen blühen schon im März oder April und haben sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Die männlichen Blüten sind bis zu zehn Zentimeter lang und hängen in Gruppen von drei bis fünf Kätzchen nach unten. Die weiblichen Blüten sind nur einen Zentimeter lang und stehen nach oben.

Der Wind trägt den Blütenstaub der männlichen Kätzchen zu den weiblichen Blüten. Erst dann bilden sich die Früchte, die aussehen wie sehr kleine Kiefernzapfen.

Lebensraum und Alter
Schwarzerlen wachsen in Europa, Nordafrika und Westasien. Sie brauchen viel Licht, fühlen sich auf feuchten Böden wohl und können 120 Jahre alt werden.

Wusstest du schon, dass…
… früher aus den Zweigen der Erle braune und aus den Blüten grüne Farbstoffe hergestellt wurden? Mit der Borke wurde Leder schwarz gefärbt und aus den Erlenzapfen lässt sich eine schwarze Tinte herstellen.

Basteltipp: das Wasserrad


Um die Kraft des Wassers zu nutzen, gab es früher viele Wasserräder, mit denen zum Beispiel Mühlen betrieben wurden. Heute noch wird das Wasser zur Stromgewinnung genutzt. Wie das funktioniert, lässt sich am besten en einem einfachen Wasserrad zeigen.

Wasserrad

Was Du dazu brauchst:
Zwei Astgabeln - 60 bis 70 Zentimeter lang -, ein gerades Aststück als "Welle", ein dicker Korken, acht Ruten oder Triebe - einen Zentimeter dick und 40 Zentimeter lang -, 16 Eisstäbchen oder acht Spanstücke, je zwei Zentimeter breit und acht Zentimeter lang, Taschenmesser und Handbohrer

So wird das Wasserrad gemacht:
Als erstes bohrst Du ein Loch in die Mitte des Korken, so dass die "Welle" gerade durchgeht. Dann spitzt Du die Ruten an einem Ende an und spaltest sie am anderen ungefähr zwei Zentimeter tief ein. Als nächstes markierst Du acht Punkte in gleichmäßigen Abständen auf dem Kork. Bohre vorsichtig Löcher an den markierten Stellen. In die Schlitze der Ruten steckst Du nun je zwei Eisstäbchen oder ein Spanstück. Jetzt kannst Du Deine Wasserschaufeln in die Löcher stecken.

Als letztes musst Du noch die beiden Astgabeln in den Wasserlauf stecken und das Wasserrad hineinlegen. Schon kann es losgehen. Lass Dir am besten von einem Erwachsenen beim Bau des Wasserrades helfen.

Mitmachen beim "Erlebten Frühling"


Wir von der NAJU möchten Dich auch in diesem Jahr wieder einladen, mit dem "Erlebten Frühling" die Natur zu erkunden und auf Entdeckungsreise nach unseren vier Frühlingsboten zu gehen. Wie Du auf den vorherigen Seiten sicher schon gelesen hast, sind die Frühlingsboten für 2006 die Eintagsfliege, die Wasserspitzmaus, der Kleiber und die Schwarzerle.

Schwarzerlen

Erkunde mit Deinen Freunden, Deinen Eltern oder Deiner Klasse die Natur. Und berichte uns davon: Mach mit beim großen Naturerlebniswettbewerb Erlebter Frühling!

Vielleicht möchtest Du uns ein Bild malen, Fotos schicken, ein Gedicht schreiben oder mit Deiner Schulklasse eine Homepage gestalten, um uns von Deinen Erlebnissen und Entdeckungen zu berichten. Du kannst auch ein Video drehen, eine Ausstellung machen, etwas basteln oder eine Naturschutzaktion starten. Wir freuen uns auf Deine kreativen Ideen!

An unserem Wettbewerb kannst Du alleine oder in einer Gruppe teilnehmen. Schick uns Deine Arbeiten bis zum 30. Juni 2006. Eine Jury belohnt die besten Einsendungen mit tollen Preisen.

Begleitmaterialien bestellen
Du brauchst für Dich, Deine Freunde oder Deine Klasse noch Ideen und Anregungen zum Erlebten Frühling? Die findest Du in den Begleitmaterialien zum "Erlebten Frühling 2006". Bestellen können Deine Eltern oder Lehrer die Materialien in der Bundesgeschäftsstelle der NAJU unter www.erlebter-fruehling.de.

Gewinnen mit Rudi Rotbein

Das Frühlings-Kreuzworträtsel

Um das Rätsel auszudrucken, einfach das Bild anklicken, dann öffnet sich eine große Ansicht.

1: Kommt nach dem Winter.
2: Das haben viele Tiere auf ihrer Haut.
3: Baum, der häufig am Wasser wächst.
4: In diesem Monat ist Frühlingsanfang.
5: Ursprung von Flüssen.
6: Mit ihm ist die Wasserspitzmaus verwandt.
7: Ein Vogel, der kopfüber am Stamm herunter laufen kann.
8: Taut, wenn es wärmer wird.

Achtung: Ü = UE, Ö = OE, A = AE

Sende das Lösungswort auf einer Postkarte bis zum 31. März 2006 wie immer an Rudi Rotbein, c/o NAJU, Herbert-Rabius-Straße 26, 53225 Bonn.

mehr zum Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 1/06...

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