NABU.de NABU Naturschutz heute Jahrgang 2003 Heft 4 Infosystem Alpenquellen

Wissen erweitern

Das Interaktive Informationssystem Alpenquellen

Wasser über Fels 2

Neben vielen anderen Funktionen sind die Alpen auch das Wasserschloss Europas. In keiner anderen Region entspringen so viele Quellen - wahrscheinlich mehr als eine Million. Mit Unterstützung des Schweizer Rückversicherers "Swiss Re" baut der bayerische NABU-Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) seit Mai 2002 ein interaktives Informationssystems über Quellen im Alpenraum auf. Der LBV engagiert sich bereits seit gut einem Jahrzehnt im Quellschutz. Projekte im Berchtesgadener Land oder im Chiemgau haben sich dabei insbesondere auch mit dem Schutz alpiner Quellen befasst.

Die Alpen bieten ein großes Potenzial an naturbelassenen Quellaustritten und eine hoch spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt - aber auch erhebliche Gefährdungen vielfältiger Art. Institutionen und Verbände, die sich bereits mit alpinen Quellen beschäftigen, gibt es zur Genüge, zum Beispiel Monitoringprogramme zur Langzeitbeobachtung. Hier ist der Nationalpark Berchtesgaden federführend, der auch als erster Projektpartner gewonnen werden konnte. Andere beschäftigen sich mit bestimmten Artengruppen, wieder andere betrachten die Quelle eher aus hydrogeologischer Sicht.

Alpenfluss

Ausgangsidee war, diese Aktivitäten zu bündeln und damit zu effektivieren. "Wir wollen ein Informationssystem aufbauen, wo alle Untersuchungen und Betrachtungen zum Thema zusammengefasst werden", erklärt LBV-Projektleiter Ralf Hotzy. "Das Informationssystem soll dann per Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Alpenbevölkerung, aber auch dem Alpenbesucher wird eine Informationsplattform geboten, die den verantwortungsbewussten Umgang mit der Ressource Wasser fördern soll. Für die Fachwelt soll zudem ein Wissenspool entstehen. Kommunen, Quelleigentümer oder andere Initiativen sollen ebenfalls angesprochen werden. Hier gilt es vor allem, Aktivitäten beispielhaft vorzustellen, um möglichst viele Nachahmer zu finden."

Autorisierte Nutzer werden die Möglichkeit haben, selbst Daten in das System einzustellen. Das können Fundortdaten für Tier- und Pflanzenarten sein, Angaben über besonders interessante Quellbereiche oder auch Hinweise auf Aktivitäten und Initiativen. "Wir erhoffen uns, durch die Interaktivität Impulse zu geben, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, mittelfristig das Wissen um die Alpenquellen zu erweitern und dadurch für den Lebensraum nachhaltig etwas zu erreichen."

Kontakt: Ralf Hotzy, r-hotzy@lbv.de, Tel. 0 91 74-47 75-61, www.alpenquellen.com.

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