NABU.de NABU Naturschutz heute Jahrgang 2003 Heft 2 Journal Öko-Büro

Drachenbäume und Recyclingpapier

Jörn Radtke gibt Tipps zum ökologischen Büro

Pflanzen fürs Raumklima | Grüne Saubermacher | Geräuscharme Geräte | Papier im Büro | Übersicht Papiersorten | Abfall im Büro | Energie sparen | Umweltfreundliche Beschaffung | Links zum Thema


Das moderne Büro ist ein Dschungel, selbst dort, wo nur wenige Grünlilien trostlos auf der Fensterbank nach Wasser schreien, voll von Gefahren und Unwägbarkeiten für diejenigen, die sich ahnungslos an ihrem Schreibtisch niederlassen. Das moderne Büro ist ein Biotop mit ganz eigenen Umweltbelastungen: Schrottberge ausgemusterter Bürogeräte am Horizont, die Luft geschwängert mit Emissionen aus Möbeln, Druckern oder Kopierern, uferloser Energieverbrauch durch Strom fressende Arbeitsplatzleuchten oder Computer im "Stand-by"-Betrieb.

Hochweißes Papier befleckt den Benutzer durch miese Ökobilanzen, der Lärm antiquierter Nadeldrucker oder überflüssiger Klimaanlagen stresst den Bewohner des Biotops, dessen Rücken vom Sitzen auf dem Bürostuhl gekrümmt und dessen Augen durch falsch aufgestellte Bildschirme kurzsichtig werden - und das alles in der rauen Welt der Hackordnung und des Fressen und Gefressen werden unter Kollegen.

Eine Welt der Umweltzerstörung und des Schreckens? Vielleicht. Wären da nicht der Blaue Engel und der feste Glaube, dass die zunehmende Aufklärung der Bewohner eine scheinbar gefährliche Umwelt in ein "ökologisches Büro" verwandeln können. Wie das geht? Lesen Sie die folgenden Beiträge:

Helfer für Klima und Seele

Pflanzen reinigen und befeuchten die Raumluft

Der moderne Mensch verbringt etwa 80 Prozent seiner Lebenszeit in geschlossenen Räumen. Die vier Wände, wenn auch nicht die eigenen, sind allgegenwärtig: Vom Kindergarten bis zum Büro findet sich stets ein trockenes Plätzchen. Trocken im wahrsten Sinne des Wortes. Denn während es unter freiem Himmel vielen häufig zu regnerisch-feucht vorkommt, ist die Luft in unseren Räumen oft zu trocken. Vor allem im Winter wird die für Innenräume empfohlene Luftfeuchtigkeit von 30 bis 40 Prozent unterschritten. Wenn die Heizungen bollern, trocknen die Schleimhäute aus. Die Augen brennen, die Haut wird spröde. Bakterien und Viren gelangen leichter in die Atemwege. Die Folge sind unangenehme Erkältungen.

Abhilfe schaffen hier natürliche Klimaanlagen, die Grünpflanzen. Vor allem Arten mit großem Wasserverbrauch erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Hierzu zählen zum Beispiel Nest-Farn, Banane, Zimmerlinde oder Zyperngras. Allerdings: Damit die Verdunstung über die Spaltöffnungen nicht in Stocken gerät, müssen die Pflanzen auch regelmäßig gegossen werden.

Pflanzen im Büro befeuchten nicht nur die Atemluft, sie reinigen sie auch. Und Pflanzen senken den Gehalt an Kohlendioxid. Hier gilt: Je größer die Blattoberfläche, desto mehr Kohlendioxid nimmt die Pflanze auf. Dabei ist nicht die Größe des einzelnen Blattes ausschlaggebend, sondern die Gesamtoberfläche aller Blätter. Eine große Blattoberfläche haben unter anderem Banane, die verschiedenen Ficusarten und grünblättriger Wein.

Über die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit senken Pflanzen zudem den Staubgehalt der Luft. Auch konnte für eine Reihe von Grünpflanzen eine biologische Filterwirkung nachgewiesen werden. Diese Filterwirkung erzielen zum einen die Pflanzen selbst, indem sie die Schadstoffe über die Blätter oder Wurzeln aufnehmen, ablagern oder abbauen. Zum anderen können auch Mikroorganismen in der Pflanzerde diese Stoffe "verstoffwechseln".

Neben diesen "physikalisch-chemischen" Effekten haben Pflanzen auch "emotional-psychologische" Wirkungen. Im Klartext: Wer Pflanzen in seiner Nähe hat, fühlt sich einfach besser. Begrünte Büros werden in der Regel als anziehend, natürlich, aufgelockerter, konzentrationsfördernd, erfrischend und menschlich empfunden. Und fühlt sich der Mitarbeiter wohl, freut sich der Arbeitgeber: Fehlzeiten sinken, die Arbeitsleistung steigt. Zurückgeführt wird dieses Phänomen auf die Evolution des Menschen. Im Laufe seiner Entwicklung hat der Mensch einfach mehr Zeit im Freien als in Höhlen oder Hochhäusern verbracht. Einige Wissenschaftler gehen sogar so weit, dem Menschen eine Art genetisch bedingter Pflanzenliebe zuzuschreiben.

Grüne Saubermacher

Schadstoff-Abbauraten verschiedener Zimmerpflanzen

- Einen Spitzenwert von 90 Prozent im Abbau von Formaldehyd leistet die Echte Aloe. Ebenfalls wirksam sind Grünlilie (86 Prozent), Baumfreund (76), Drachenbaum (70), Efeutute und Purpurtute (je 67), Chrysantheme (61) und Gerbera (50).

- Beim Benzol-Abbau liegt Efeu mit 90 Prozent vorn, gefolgt von Einblatt (80 Prozent), Drachenbaum (79), Efeutute (73), Bogenhanf (53) und Kolbenfaden (48).

- Etwas weniger können Grünpflanzen bei Trichloräthen leisten. Hier führt das Einblatt mit 23 Prozent Abbaurate vor dem Drachenbaum (13 Prozent) und Efeu (11).

- Beim Kohlendioxid schließlich tut sich die Grünlilie besonders hervor, sie hat eine Abbauleistung von 96 Prozent, gefolgt von der Efeutute mit 75 Prozent.

Alle Angaben nach www.plants-for-people.de.

Platzverweis für Krachmacher

Bei der Beschaffung auf geräuscharme Geräte achten

Pflanzen sind nicht nur Balsam für die Seele, Luftbefeuchter und Schadstoff-Filter. Die Begrünung von Büros bietet zusätzlich kostengünstigen Lärmschutz, denn Pflanzen schlucken auch Geräusche. Und Lärm ist nicht nur am Arbeitsplatz in der Industrie ein Problem. Die Drucker, Computer, Faxgeräte, Telefone und Kollegen im Büro produzieren ebenfalls Geräusche, die in ihrer Gesamtheit zur Lärmbelästigung werden können.

Gemessen wird der Lärm in dB(A), dem Schalldruckpegel. Der Schalldruckpegel gibt an, wie laut das Geräusch vom menschlichen Ohr empfunden wird. Eine Erhöhung des Schalldruckpegels um 10 dB(A) bedeutet eine Verdoppelung der Lautstärke. Flüstern wird mit seinen 30 dB(A) kaum wahrgenommen, eine normale Unterhaltung drückt mit 50 dB(A) aufs Trommelfell und eine Schreibmaschine tackert sogar mit 66 bis 79 dB(A). Der Kollege, der auf seine Computer-Tastatur einhämmert, erzeugt dabei immerhin einen Schalldruckpegel von bis zu 60 dB(A). Für die alltägliche Büroarbeit liegt der Grenzwert für Lärm bei 55 dB(A). Bei besonders hohen geistigen Ansprüchen oder bei notwendiger sprachlicher Verständigung liegt der Grenzwert bei nur 35 bis 45 dB(A). Solche Tätigkeiten sind zum Beispiel die Sachbearbeitung, das wissenschaftliche Arbeiten oder das Programmieren.

Doch was tun, um den Lärm zu reduzieren? Während ein Kollege vielleicht durch ein freundliches Zeichen zum Absenken seines Geräuschpegels bewegt werden kann, sind viele technische Geräte so laut wie sie eben sind. Der einfachste Tipp lautet, bereits bei der Beschaffung auf geräuscharme Geräte zu achten. Hier bietet der "Blaue Engel" des Umweltbundesamtes eine Orientierung. Er legt für Arbeitsplatzrechner eine maximale Geräuschabgabe von 48 dB(A) fest. Außerdem sind die Hersteller verpflichtet, die Geräuschemissionen der Geräte im Betrieb und im Stand-by durch Protokolle und Bescheinigungen anerkannter Prüfstellen nachzuweisen.

Sind die Geräte bereits gekauft, können organisatorische Veränderungen zur Lärmminderung beitragen. Besonders laute Maschinen wie Nadeldrucker können in separaten Räumen aufgestellt werden. Auch die richtige Auswahl des Bodenbelags kann Lärm reduzieren: Ein rauher Teppich schluckt mehr Schall als ein glattes Parkett. Und wenn es gar nicht anders geht, kann schon eine schallisolierende Unterlage oder aber eine Schallschutzhaube den lauten Drucker leiser machen.

Der "menschliche" Geräuschpegel in Großraumbüros lässt sich nachhaltig wohl nur durch kleinere Büroeinheiten vermindern.

Fundament des Büroalltags

Das papierlose Büro bleibt eine Wunschvorstellung

Recycling-CD-Box

Auch CD-Kästchen gibt es mittlerweile aus Recyclingpapier...

Formulare, Akten, Dienstanweisungen, Bestellscheine, Rechnungen, Zeugnisse: Das Fundament des Büroalltags besteht aus Papier. Obwohl auf fast jedem Schreibtisch heute ein Bildschirm flimmert und der Computer Einzug in die Welt der Büroarbeiter gehalten hat, ist das papierlose Büro weiterhin nichts anderes als eine ferne Vision. Die Deutschen "fressen" Papier: 1999 verbrauchten sie im Durchschnitt pro Kopf 214,6 Kilogramm. Ein Kind in Deutschland hat statistisch gesehen an seinem ersten Geburtstag bereits die selbe Menge Papier verbraucht wie ein Inder nach 57 Jahren.

Rohstoff für die Papierherstellung ist der Zellstoff. Für die Produktion von einer Tonne Zellstoff werden mehr als zwei Tonnen Holz benötigt. Holz, das zu 80 Prozent importiert wird. Holz aus den Wäldern - auch Urwäldern - Kanadas, Schwedens und Finnlands. Deutschland ist hinter den USA der zweitgrößte Importeur von Zellstoff.

Recycling-Schreibunterlage

...und genauso Schreibunterlagen

Bei der Herstellung von Zellstoff wird entweder das Sulfat- oder das Sulfitverfahren angewendet. Das Sulfatverfahren ist umweltbelastender und in Deutschland nicht mehr gebräuchlich. Aber wie so oft steckt auch hier der Teufel (oder Umweltverschmutzer) im Detail: Aufgrund des hohen Importanteils stammen 70 Prozent des in Deutschland verarbeiteten Zellstoffs aus dem Sulfatverfahren. Die Umwelt wird eben nur nicht bei uns, sondern bei anderen belastet. Sankt Florian lässt grüßen.

Damit Papier weiß erstrahlt, wird es gebleicht. Beim Bleichen des Papiers können auch Chlorverbindungen eingesetzt werden. Dabei entstehen verschiedene chlororganische Verbindungen, die mit dem Abwasser in die Umwelt gelangen. Sie sind giftig und langlebig. Hier ist die umweltfreundlichere Alternative das chlorfreie Bleichen mit Sauerstoffverbindungen.

Doch selbst wenn keine Urwälder gerodet und giftige Stoffe freigesetzt werden, schleppt das weiße Papier einen schweren ökologischen Rucksack mit sich herum: Die Papierherstellung verschlingt Energie und schluckt Wasser. Der Weg zu einem "ökologischeren" Büro führt daher zwangsläufig über das Papier - über den sparsameren Umgang mit diesem Rohstoff und über die Verwendung von Recyclingpapier. Nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) weist Recyclingpapier generell eine bessere Ökobilanz auf als "frisch" produziertes Papier. Das UBA empfiehlt daher ebenso wie der NABU die Verwendung von Recyclingpapier.

Dabei kämpft Recyclingpapier immer noch gegen viele Vorurteile. Es haftet ihm vielfach noch das Image der ersten Stunde an, als Umweltpapiere tatsächlich qualitativ deutlich hinter herkömmlichen Papieren zurückstanden. Das ist aber Vergangenheit. Recyclingpapier mit dem "Blauen Engel" erfüllt höchste Qualitätsanforderungen hinsichtlich Bedruckbarkeit, Kopierfähigkeit und Haltbarkeit. Eine Marktübersicht über Recyclingpapiere mit Blauem Engel findet sich unter www.beschaffung-info.de im Internet. Ein wichtiger Aspekt beim Kauf von Umweltpapier sollte der Weißegrad sein: Je weißer ein Papier ist, desto höher war der Aufwand für die Reinigung (De-Inking). Für viele Anwendungen reicht Recyclingpapier mit 60er Weiße.

Doch auch Recyclingpapier kann nicht ohne Umweltbelastungen hergestellt werden. Es wird zwar weniger Energie und Wasser verbraucht als bei herkömmlichem Papier, aber beansprucht werden diese Ressourcen natürlich immer noch. Der größte Beitrag zum Umweltschutz ist in diesem Fall die Verminderung des Papierverbrauchs. Das Zauberwort heißt Sparsamkeit. So sollte man Papier generell beidseitig benutzen. Das gilt auch für das Kopieren. Zudem können Fehldrucke oder überzählige Kopien gesammelt und als Schmierpapier verwendet werden. Und nicht zuletzt sollte sich jeder überlegen, ob er wirklich immer eine "Hardcopy" auf Papier benötigt.

Ungebleicht und ungefärbt

Papiertypen im Überblick

- Umweltschutzpapier besteht aus 100 Prozent Altpapier. Es ist ungebleicht und ungefärbt. Es ist überall einsetzbar, wo von Hand und mit Maschine geschrieben wird. Ebenso zum Drucken und Verpacken und Verschicken, für Broschüren und Werbeschriften. Nach Proben auch für Tintenstrahldrucker verwendbar.

- Graues Recyclingpapier besteht ebenfalls aus 100 Prozent Altpapier. Es wird de-inkt durch Absaugen der mit Seife aufgelösten Druckpartikel vom Papierbrei. Wasser- und Energieverbrauch sind höher als bei der Herstellung von Umweltschutzpapier. Geeignet ist es zum Fotokopieren und als Tabellierpapier. Dabei gibt es keinerlei Einschränkungen im Gebrauch. Als Offsetpapier sehr gut geeignet.

- Helles Recyclingpapier besteht vollständig aus Altpapier, dabei werden aber teils hochwertige, unbedruckte Sorten verwendet. Es wird de-inkt und je nach Hersteller mit Wasserstoffperoxid, Sauerstoff oder Ozon gebleicht. Es ist nahezu weiß und umfassend verwendbar. Es erweckt durch den hohen Weißegrad den Anschein eines Frischfaserpapiers und kann ein solches in allen Fällen ersetzen.

- Holzstoffpapier wird aus Frischfasern hergestellt, aus - teils inländischem - Durchforstungs- und Industrierestholz. Die Holzausbeute ist gut, der Energieverbrauch jedoch hoch. Gebelicht wird mit Wasserstoffperoxid. Es ist im gesamten Büro- und Druckbereich verwendbar, als Frischfaserpapier aber Papieren aus Altpapier ökologisch nachgeordnet.

- Chlorfrei gebleichtes Zellstoffpapier wird aus Holz ohne Altpapieranteil hergestellt. Wasser- und Energieverbrauch sind enorm. Bleiche mit Sauerstoff, Wasserstoff oder Peroxid. Von chlorgebleichtem Papier meist nicht mehr zu unterscheiden. Für Zwecke, wo aufgrund drucktechnischer Anforderungen aus Gründen der Tradition auf helles Weiß zurückgegriffen werden muss. Fehl am Platz, wenn es Papier aus Altpapier ersetzt.

- Chlorgebleichtes Zellstoffpapier sei nur der Vollständigkeit halber mit aufgezählt. Die Chlorbleiche lässt langlebige und hochgiftige Verbindungen wie Dioxine und Furane entstehen. Es ist kein sinnvoller Verwendungszweck bekannt, der nicht durch weniger umweltbelastende Papiere erfüllt werden könnte.

Eine riesige Mülltonne

Abfall im Büro

Trend-Chefbüro

Langlebige und recycelfähige Einrichtungen sind das beste Mittel gegen die Abfallflut.

Das Büro, dieser scheinbar so saubere Arbeitsplatz, ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine riesige Mülltonne. Das haben die Berliner Stadtreinigungsbetriebe erkannt. Sie informieren ausführlich und verständlich über die Möglichkeiten der Abfallvermeidung in Büros (Berliner Stadtreinigungsbetriebe: "Abfallvermeidung im Büro", kostenlose Broschüre, abfallberatung@bsr-online.de).

Wichtig: Bereits bei der Beschaffung sollte an die Umwelt gedacht werden. Schadstofffreiheit, Langlebigkeit, Reparaturmöglichkeit, Recyclingfähigkeit sowie ein geringer Energie- und Ressourcenverbrauch sind wichtige Kriterien für die Kaufentscheidung. Nicht immer sind Informationen darüber leicht zu erhalten, welches Produkt umweltfreundlicher ist als das andere. Teilweise liegen die Vorteile auf der Hand: Der Kugelschreiber, bei dem sich die Mine wechseln lässt, ist dem Einweg-Kuli auch ohne viel Nachdenken vorzuziehen. Gleiches gilt für trockene, buntstiftartige Textmarker gegenüber "flüssigen" Textmarkern. Und wenn man auf herkömmliche Textmarker nicht verzichten will, dann sollte man wenigstens nachfüllbare, lösungsmittelfreie Exemplare verwenden.

Laserdrucker-Kartusche

Drucker- und Kopiererkartuschen können neu aufgefüllt werden.

Gleiches gilt für Druckerpatronen. Für die meisten gängigen Druckertypen und -patronen ist ein Wiederbefüllen möglich. Wer seine Druckerpatronen selber nachfüllen möchte, findet eine Menge Hinweise unter www.lotus-pc.ch/refill.htm. Die Autoren dieser Seite gehen davon aus, dass sich die meisten Farbpatronen zwischen sechs und zwölf Mal wiederbefüllen lassen. Sie räumen aber ein, dass die Meinungen hierüber auseinander gehen. Wer das Wiederbefüllen als Dienstleistung vorzieht, findet im World Wide Web eine Vielzahl von Anbietern. Hier gibt www.beschaffung-info.de einen ersten Überblick. Beim Wiederbefüllen sollte aber auf jeden Fall darauf geachtet werden, in wie weit die Hersteller der Drucker ihre Gewährleistung von Garantien von der Verwendung von Original-Druckerpatronen abhängig machen. Das heißt: Fragen beim Kauf und Blick ins Druckerhandbuch bzw. den Garantieschein.

Doch der Müllberg hat noch weitere Ursachen: Mit dem Computer kam die Schrottlawine. Drucker, PC, Kopierer, Scanner - all diese nützlichen Geräte unterliegen dem Jugendwahn: Oft muss es das Neueste vom Neuen sein. Dabei kann mit vorausschauendem Kaufen manche Neuanschaffung überflüssig gemacht, die Umwelt entlastet und der Geldbeutel geschont werden.

Langlebigkeit durch die Möglichkeit zur Nachrüstung lautet die Zauberformel. Lieber einen leistungsfähigeren Speicherbaustein einbauen, als das ganze Gerät ersetzen. Auch sollten Reparaturmöglichkeiten und die Beschaffung von Ersatzteilen bereits vor dem Kauf erfragt und die Rückgabe der Altgeräte geklärt werden. Bei Bildschirmen sollte auf Strahlungsarmut geachtet werden, bei allen Geräten auf einen möglichst niedrigen Energieverbrauch. Wie überall bei der Beschaffung weist der Blaue Engel auch hier den Weg zum ökologisch vorteilhaften Produkt.

Den Stromfluss unterbrechen

Energie sparen im Büro

Dass Energiesparlampen Strom sparen, hat sich herumgesprochen. Dass viele Bürogeräte Strom verbrauchen auch. Weniger bekannt ist, dass dies selbst im Stand-by-Modus der Fall ist, also während das Gerät nur darauf wartet, benutzt zu werden. Das lässt sich leicht ändern. So können Steckerleisten mit Schalter dafür sorgen, dass die Stromversorgung zum PC oder Drucker vollständig unterbrochen wird. Das rote Stand-by-Lämpchen erlischt, bis die Steckdose wieder angeschaltet wird.

Vor allem bei Bildschirmen sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht länger als wirklich nötig angeschaltet bleiben. Denn sie haben einen besonders hohen Energieverbrauch. Insbesondere die gängigen CRT-Monitore (Kathodenstrahlröhren) sind Stromfresser. Ein 17-Zoll-Monitor verbraucht im Betrieb etwa 120 Watt und im Stand-by immerhin noch 30 Watt. Selbst im "Aus"-Zustand sind es noch 8 Watt. Neuere Geräte kommen immer noch auf 65 Watt im Betrieb und rund 4 Watt im Stand-by. Die neuen Flachbildschirme (LCD- oder TFT-Bildschirme) haben durchschnittlich nur noch eine Anschlussleistung von 23 Watt im Betrieb, 5 Watt im Stand-by und 2 Watt im "Aus"-Zustand. Der sicherste Weg zum Strom sparen bleibt: Stecker raus.

Und noch ein Wort zu den Bildschirmschoner. Diese schonen zwar den Bildschirm, nicht aber zwingend auch die Energiebilanz: Unter Umständen benötigt der PC mehr Energie, ein bewegtes Bild zu berechnen als ein "starres" Word-Dokument. Da hilft nur, den Bildschirm bei längeren Pausen tatsächlich per Hand auszuschalten.

Beim Kauf von Druckern, Bildschirmen, Scannern, PCs oder Fax-Geräten bieten der Blaue Engel, aber auch das europäische GED-/GEEA-Energielabel, der amerikanische "Energy Star" sowie das schwedische TCO-Label eine gute Orientierung.

Beweglich bleiben hält gesund

Ergonomie und umweltfreundliche Beschaffung helfen

Stehpult

Stehpult

Sitzbälle, Pendelstühle, Kniestühle und Stehpulte sollen den Büromenschen von der Last der sitzenden Tätigkeit befreien. Und der Schreibtischtäter gibt mitunter viel Geld aus, um den schmerzenden Rücken zu entlasten. Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vermerkt aber, dass das tollste "Sitzkonzept" nicht halb so viel nützt wie die "Mischarbeit". Konkret: Wer im Stehen telefoniert, ein paar Meter zum Kopierer läuft, zur Stechuhr sprintet und am Bildschirm nur sitzt, wenn er muss, dem ist oft mehr geholfen als dem, der den ganzen Tag auf seinem ergonomischen Sitzmöbel ausharrt oder sein Stehpult zur zusätzlichen Ablagefläche verkommen lässt. Ergonomie im Büro heißt also: Mensch, bewege dich!

Asbest aus Baustoffen, Formaldehyd aus Aktenschränken, Ozon aus dem Kopierer, organische Lösungsmittel aus Klebern oder Textmarkern: Die Luft in Büros belasten vielfältige Emissionen aus den unterschiedlichsten Quellen. Im wesentlichen hilft auch hier nur eine umweltbewusste Beschaffung. Aber sicher ist: Unser Wissen über die Auswirkungen und Belastungen durch Gefahrstoffe im Büro ist immer nur so gut wie unsere Messmethoden.

Fußstütze

Fußstütze

Der wichtigste Schritt auf dem Weg zum ökologischen Büro ist eine umweltbewusste Beschaffung. Aber schon einfache Maßnahmen, wie das Aufstellen von Grünpflanzen oder Veränderungen im Arbeitsablauf, können den Dschungel Büro in ein lebenswerteres Biotop verwandeln.

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