NABU.de NABU Naturschutz heute Jahrgang 2007 Heft 4 Rudi Rotbein

Mit den Ohren sehen | Steckbrief Abendsegler | Basteltipp "Tanz der Fledermäuse" | Schon gewusst? | Kreuzworträtsel
Flugakrobaten der Nacht
So "funktionieren" unsere Fledermäuse
Bechstein-Fledermaus
Ihr Tag beginnt, wenn wir schlafen gehen. Bei Anbruch der Dunkelheit kommen sie aus ihren Schlafquartieren und starten in die Nacht. Sehen tun wir sie nur selten, obwohl sie häufig mit uns sogar unter einem Dach leben. Sie wohnen auf Dachböden, hinter Rollladenkästen und Fassaden, aber auch in verlassenen Spechthöhlen, Felsspalten und Baumhöhlen. Fledermäuse kennt eigentlich jeder, zu Gesicht bekommen haben sie bisher nur wenige von uns.
Dabei gibt es weltweit über 950 Fledermausarten. Die meisten von ihnen leben in der Nähe vom Äquator, da es dort schön warm ist. Aber auch in Deutschland sind immerhin noch 23 verschiedene Fledermausarten zuhause.
Fledermaus futtert einen Mehlwurm
Fledermäuse gehören zu der Tiergruppe der Säugetiere. Fast alle Säugetiere bekommen lebende Babys, die mit Muttermilch ernährt werden, und haben Fell aus Haaren. So auch Fledermäuse. Was Fledermäuse dennoch einzigartig macht ist, dass sie die einzigen Säugetiere sind, die fliegen können. Und nicht nur das, sie tun dies mit ihren Händen! Zwischen ihrem Körper und ihren sehr langen Fingern ist eine hauchdünne Haut gespannt, die Flughaut heißt. Nur ihre Daumen liegen frei, denn die brauchen sie zum Klettern und Festhalten.
Eine weitere Besonderheit der Fledermäuse ist, dass sie einen Winterschlaf halten. Wenn es kälter wird, ziehen sie sich in großen Gruppen in Höhlen, Bunker oder Keller zurück. Dicht aneinandergedrängt schlafen sie bis zu einem halben Jahr ohne etwas zu essen. Um während dieser langen Zeit nicht zu verhungern, müssen sie sich vorher Fettreserven anfuttern. Die Lieblingsspeise von unseren heimischen Fledermäusen sind Insekten wie Mücken und Käfer. Fledermäuse, die in wärmeren Regionen leben, fressen zudem noch Samen, Früchte und Nektar, so heißt der Saft aus Blüten. Und keine Angst: Nur drei Fledermausarten auf der ganzen Welt ernähren sich von Blut anderer Tiere. Sie heißen Vampirfledermäuse, sind für den Menschen absolut ungefährlich und leben in Südamerika.
Mit den Ohren sehen - wie geht denn das?
Fledermäuse sind nachts aktiv. Wenn wir schon längst schlafen, gehen sie auf Beutejagd, suchen nach Partnern und gemütlichen Wohnstätten und kümmern sich um ihren Nachwuchs. Aber wie können sie sich in der Dunkelheit orientieren und wie spüren sie überhaupt ihre Beute auf? Fledermäuse haben zwar Augen, können mit ihnen aber nur tagsüber gut sehen. In der Dunkelheit benutzen sie die Ohren zum Sehen. Wie das geht?! Ganz einfach:
Alles was wir hören, also Geräusche und Töne, erreichen unsere Ohren in Form von Schallwellen. Wenn Du zum Beispiel einem Freund etwas zurufst, erzeugst Du Schallwellen, die sich ausbreiten und dabei Luft wegdrücken. Es entstehen Schwingungen, die von den Ohrmuscheln Deines Freundes aufgefangen und an sein Trommelfeld weitergeleitet werden. Von dort geht die Schwingung - der Ton - weiter zum Gehirn: er hört Deinen Ruf.
Sehr hohe Schallwellen heißen Ultraschall. Wir Menschen können diese hohen Töne nicht hören, Fledermäuse schon. Mit Hilfe dieser Ultraschallwellen können sich Fledermäusen nachts zurechtzufinden.
Bei der Jagd zum Beispiel stößt die Fledermaus sehr kurze Laute aus. Treffen diese Laute (Schallwellen) auf einen Schmetterling, dann werden sie wie ein Echo zu der Fledermaus zurückgeworfen. Je weiter der Schmetterling dabei von der Fledermaus entfernt ist, umso länger braucht das Echo, um wieder bei ihr zu sein. Da Fledermäuse sehr große bewegliche Ohren und ein sehr feines Gehör haben, können sie also mithilfe des Echos erkennen, was da in der Luft ist, wie weit es entfernt ist und wie groß es ist. Man nennt das Echoortung. Auch Wale und Delphine nutzen die Echoortung unter Wasser, um sich zu orientieren.
Übrigens: Wir Menschen haben uns die Idee der Echoortung aus der Natur abgeguckt. Wir nutzen sie zum Beispiel bei der Schifffahrt. Mit Hilfe von Schallwellen kann vom Schiff aus die Meerestiefe gemessen und auch Fischschwärme aufspürt werden.
Steckbrief Großer Abendsegler
Aussehen: Die Ober- und Unterseite des Abendseglers ist braun. Sein Fell ist weich und glatt, die Schnauze kurz und die Ohren relativ klein und rund.
Lebensraum: Der Große Abendsegler lebt vor allem in Wäldern, aber auch in Parks, in Städten und Waldrändern. Dort am liebsten in Baumhöhlen.
Nahrung: Er frisst gerne Insekten. Seine Lieblingsspeise sind Fliegen, Nacht-Schmetterlinge und Köcherfliegen.
Größe: Sein Körper ist acht bis zehn Zentimeter lang, die Flügelspannweite misst 40 Zentimeter. Auf die Waage bringt der Große Abendsegler 30 bis maximal 40 Gramm.
Fledermauskasten mit Abendseglern
Nachwuchs: Das Weibchen bekommt einmal im Jahr zwischen Mai und Juni Nachwuchs, meistens zwei Jungen. Am Anfang sind die Fledermausjungen noch nackt und blind. Nach zwei Wochen bekommen sie Fell, nach vier bis fünf Wochen können sie schon alleine Insekten jagen.
Besonderheiten: Der Große Abendsegler kann bis zu 60 Stundenkilometer schnell fliegen. Er gehört zu den Fledermausarten, die sich jährlich auf Wanderschaft begeben: vom Sommer- zum Winterquartier. Dabei kann er Strecken bis zu 1500 Kilometer zurücklegen.
Tanz der Fledermäuse
Fledermausflügel und eine Fledermausmaske basteln
Fledermausmaske
Lust auf eine Fledermausparty?! Dann lade all Deine Freunde ein und verkleidet Euch als Fledermäuse. Nichts ist leichter als das: Zieht Euch dunkle Hosen und Pullover an. Fledermausflügel macht Ihr Euch, indem Ihr ein schwarzes Tuch oder aber auch eine aufgeschnittene Mülltüte zu einem Dreieck faltet und mit Sicherheitsnadeln an Eurem Pullover befestigt. Jetzt fehlen nur noch die Masken. Malt die Fledermausform mit den zwei Ohren auf schwarze Pappe und schneidet sie aus. Vergesst nicht, zwei Augenlöcher in die Maske zu schneiden, damit Ihr auch was seht. In die Ränder der Maske schneidet Ihr zwei kleine Löcher. Hier befestigt Ihr einen Gummi.
Jetzt geht"s ans Schminken: Malt die Lippen blutrot und das Gesicht unterhalb der Maske oder auch nur die Nase schwarz. Wer will, kann sich noch zwei spitze weiße Fledermauszähne an die Unterlippe malen. Jetzt noch den Raum verdunkeln, weil Fledermäuse ja nur nachts aktiv sind, und die Fledermausparty kann steigen.
Wusstest Du, dass
- es sich die kleinste Fledermaus, die Mückenfledermaus, in einer Streichholzschachtel gemütlich machen kann?
- Fledermäuse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 Stundenkilometer fliegen können?
- sieben Gramm schwere Fledermaus jede Nacht bis zu 5000 Mücken verspeist?
- Mensch der größte Feind der Fledermäuse ist?
- mithilfe des Bat-Detektors die Laute der Fledermäuse für uns hörbar machen kann?
Das Rätsel für Fledermausexperten
1: Tageszeit, zu der Fledermäuse aktiv sind.
2: Damit kann man die Rufe der
Fledermäuse aufnehmen.
3: Das ist die Lieblingsspeise von Fledermäusen.
4: Das machen sie im Winter.
5: Wenn Jungtiere nicht sehen können, dann sind sie
6: Dieser Tiergruppe gehören Fledermäuse an.
7: Damit "sehen" Fledermäuse.
8: In dieser Jahreszeit bekommen die Weibchen der Fledermäuse ihre Jungen.
9: Das bekommt der Fledermausnachwuchs in den ersten Wochen zu essen.
10: Der größte Feind der Fledermaus heißt
11: In den Tropen gibt es Fledermäuse, die den Saft aus den Blüten trinken. Diesen Saft nennt man
Sendet das Lösungswort auf einer Postkarte bis zum 17. Dezember 2007 an Rudi Rotbein, NAJU-Bundesgeschäftsstelle, Charitéstraße 3, 10117 Berlin.
Wie immer gibt es tolle Preise zu gewinnen!
zum Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 4/07...

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
NABU-Newsletter
Verbandsnetz
Vogel des Jahres
Die Bekassine ist Botschafterin für Moore und Feuchtwiesen. Mehr
Vogelfreund werden
„Vogelfreunde“ bei Facebook: Für alles, was Federn hat Mehr
Von Aal bis Zilpzalp
Über 300 Pflanzen- und Tierporträts im NABU-Artenlexikon Mehr
Kurznachrichten
Was zwitschert der NABU? Mehr






