NABU.de NABU Naturschutz heute Jahrgang 2007 Heft 4 Natur & Umwelt
Natur & Umwelt
Jungwölfe Kirgistan | Vogelflug-Weltrekord | Ideenwettbewerb Naturschutz-Großprojekte | Muna-Gewinner | Saiga-Trickfilm

Die Anti-Wilderer-Einheit des NABU konnte in Kirgistan vier Jungwölfe beschlagnahmen. Die entscheidenden Hinweise an die "Gruppa Bars" hatte ein Hirte geliefert. Wahrscheinlich ist die Wolfsmutter erschossen worden, als der Nachwuchs noch im frühen Welpenalter war. Leider sind die Jungwölfe bereits auf Menschen geprägt, so dass eine Auswilderung der Tiere nicht möglich ist. Sie wurden deshalb in das NABU-Artenschutzzentrum in Karakol gebracht.
11.600 Kilometer nonstop: Vogelflug-Weltrekord
Pfuhlschnepfe "E7" verbessert dank Rückenwind eigene Bestmarke
Pfuhlschnepfe
Weltrekord im Vogelflug: Auf dem Weg vom Brutplatz in Alaska ins neuseeländische Winterquartier flog die mit einem Satellitensender versehene Pfuhlschnepfe "E7" eine Teilstrecke von 11.600 Kilometern über den pazifischen Ozean ohne Zwischenlandung - und das in nur acht Tagen. Dies ist der längste bisher nachgewiesene Nonstopflug eines Vogels. E7 verbesserte damit ihren eigenen Rekord, den sie erst im Frühjahr auf dem Hinweg nach Alaska aufgestellt hatte. Damals benötigte sie neun Tage für 10.200 Kilometer, dank vorherrschendem Rückenwind ging es nun noch weiter und schneller. Insgesamt legte die Pfuhlschnepfe hin und zurück über 29.000 Kilometer zurück.
E7 gehört zu einer Gruppe von Pfuhlschnepfen, anhand deren Wissenschaftler den Zug von Küstenvögeln auf der Pazifikroute untersuchen. Pfuhlschnepfe überqueren während des Zugs 22 Länder; seit dem Projektstart 2006 wurden besenderte Schnepfen schon bei Stops in elf dieser Länder nachgewiesen. Hauptrastplatz auf etwa halber Strecke sind neben Japan und Kamtschatka die Feuchtgebiete an der Küste des Gelben Meeres in China. Hier halten sich die Schnepfen jeweils mehrere Wochen auf, um Kräfte zu sammeln und wieder an Gewicht zuzulegen. Wegen Nutzungsdrucks aus der Landwirtschaft und durch Siedlungs- und Industrieentwicklung ging von diesen Flächen seit 1950 bereits gut ein Drittel verloren.
Pfuhlschnepfen brüten in den Mooren und Feuchtwiesen der arktischen Tundra von Alaska über Sibirien bis nach Skandinavien. Aus Skandinavien stammende rastende Pfuhlschnepfen lassen sich auch an der deutschen Ost- und Nordseeküste beobachten. (elg)
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Idee Natur
Wettbewerb "Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung"
Wiedervernässung im Großen Moor
Bundesumweltministerium und Bundeslandwirtschaftsministerium haben einen hochdotierten Ideenwettbewerb "Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung" ausgerufen. Themenschwerpunkte sind Wälder, Moore und urbane/industrielle Landschaften. Ziel des zweistufigen Wettbewerbs ist es, beispielhafte und naturschutzfachlich anspruchsvolle Konzeptideen für integrierte Projekte des Naturschutzes und der ländlichen und regionalen Entwicklung zu fördern. Bewerben können sich insbesondere kommunale Einrichtungen, und Naturschutzverbände; Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2008. Die zehn besten Ideenskizzen werden mit je 10.000 Euro prämiert. Fünf Bewerbungen können in der zweiten Stufe - nach einer weiteren Ausarbeitung ihrer Konzepte - bereits ab Mitte 2009 mit einer millionenschweren Förderzusage für einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren rechnen. Weitere Infos unter www.idee-natur.de.
Und der Gewinner heißt: NABU
Dreifacher Erfolg beim Naturschutzpreis muna 2007
Der NABU war beim diesjährigen Naturschutzpreis "muna" von ZDF und Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU) gleich dreimal erfolgreich.
Der langjährige Vorsitzende des NABU Berlin, Dr. Hans-Jürgen Stork, wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
In der Kategorie "Nachhaltigkeit" geht der Preis an die NABU-Gruppe Hambergen für die Renaturierung des Heilsmoores. Im dem großen Hochmoor im Landkreis Osterholz haben sich durch den Einsatz des NABU wieder Kraniche und Ziegenmelker zum Brüten angesiedelt. Seit neun Jahren arbeitet die NABU-Gruppe eng mit der Kooperativen Gesamtschule Hambergen zusammen. Jeweils die siebten Schulklassen übernehmen eine aktive Patenschaft für das Moor.
Die muna für die "Lebensaufgabe Natur" wird dem langjährigen ehemaligen Vorsitzenden des NABU Berlin, Dr. Hans-Jürgen Stork, verliehen. Schon als Kind interessierten ihn besonders die Vögel. Stork machte seine Leidenschaft zum Hobby, Ehrenamt und Beruf. Von 1980 bis 2000 war er Vorsitzender des NABU Berlin. Besonders das Interesse der Städter an der Natur wollte er wecken. So entwickelte er verschiedene naturschutzpädagogische Konzepte wie "Grüne Lernorte" und "Grüne Klassenzimmer". Am Aufbau des Naturschutzzentrums Storchenschmiede im Storchendorf Linum war er maßgeblich beteiligt.
In der Rubrik "Idee/Innovation" schließlich gewann das Team von "Eurotope.net" mit Web-Administrator Michael Hüttner. Aktive der NAJU und des Vereins Youth and Environment Europe (YEE) entwickelten eine englischsprachige Internetplattform. Junge Aktive, die sich lokal für die Umwelt einsetzen, können sich hier austauschen, gegenseitig motivieren und voneinander lernen. 2005 mit Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Spanien, der Ukraine und Polen gestartet, werden mittlerweile Zugriffe auf das Netzwerk aus 60 Ländern verzeichnet.
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Imagepflege für die Saiga
Ein Trickfilm zum Schutz der seltenen Antilope
Wilderei, Wilderei und wieder Wilderei. Wie ein blutroter Faden zieht sich dieses Thema leider durch viele NABU-Projekte. So auch in Kasachstan, wo die vormals riesigen Herden der urtümlichen Saiga-Antilopen seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion von 1,2 Millionen auf 30.000 bis 40.000 Tiere zusammengeschossen wurden. Das sind nur noch drei Prozent des einstigen Bestands.
Auf schnellen Motorrädern wird den Saiga-Männchen nachgejagt, bis sie am Ende erschöpft aufgeben. Für die meist jugendlichen Wilderer bedeutet die Jagd Ablenkung vom tristen Alltag, "sportliche" Selbstbestätigung und die Möglichkeit auf ein geringes Einkommen. Auslöser für die Jagd ist allerdings nicht nur die Fleischversorgung, sondern auch die Nachfrage der Traditionellen Chinesischen Medizin, die für die angeblich heilsamen Hörner der männlichen Tiere hohe Preise zahlt.
Mit einer landesweiten Ausschreibung wurden kasachische Jungfilmer und Zeichner dazu aufgefordert, die Bedrohung der Saiga-Antilope medial umzusetzen. Trickfilme sind in Kasachstan enorm populär und gut geeignet, das Image der Saiga vor allem in der jungen Generation zu verbessern. Der Gewinner-Beitrag wurde schließlich verfilmt und wird sowohl im Fernsehen als auch zu Umweltbildungszwecken gezeigt.
Film mit deutschen Untertiteln anschauen
zum Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 4/07...

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„Vogelfreunde“ bei Facebook: Für alles, was Federn hat Mehr
Von Aal bis Zilpzalp
Über 300 Pflanzen- und Tierporträts im NABU-Artenlexikon Mehr
Kurznachrichten
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