NABU.de NABU Naturschutz heute Jahrgang 2007 Heft 3 Im Wald der Elefanten

Im Wald der Elefanten

Wilderei-Bekämpfung in Kenia

Arabuko Sokoke, "Wald der Elefanten", so wird er genannt. Der 420 Quadratkilometer große Arabuko-Sokoke-Wald in Kenia ist der letzte natürliche Trockenwald an der Ostküste Afrikas. Mit über 230 Vogel- und 250 Schmetterlinsarten, von denen viele nur hier vorkommen, gehört er zu den wichtigsten Zentren biologischer Vielfalt. Doch dieses Paradies ist bedroht.

"Wir folgten auf der Suche nach Wilderern kleinen, verwundenen Pfaden durch das Dickicht des Waldes. Auf solchen Kontrollgängen in entlegenen Teilen des Arabuko-Sokoke-Waldes entdecken wir oft Fallen und andere Spuren von Wilderern. Plötzlich standen wir in einem Lager, wo rund 15 Männer gerade Obstschalen schnitzten. Sie ergriffen die Flucht, als sie uns bemerkten, da das Holzfällen im Arabuko-Wald verboten ist. Die Männer hatten bedrohte Baumarten gefällt, die sie für ihre Schnitzarbeiten nutzten. Uns blieb genug Zeit, das Lager genau zu inspizieren, Beweisfotos zu machen und die genauen geographischen Daten des Ortes zu ermitteln," meldete NABU-Praktikantin Meike Newiadomsky beunruhigt aus Kenia.

In direkter Nachbarschaft zum Arabuko-Sokoke-Wald wohnen rund 100.000 Menschen in 53 Gemeinden. Eigentlich sollten die Menschen hier im Einklang mit der Natur leben, da sie auf einen intakten Wald mit seinen natürlichen Ressourcen angewiesen sind. Doch die Armut zwingt immer mehr Menschen zum Raubbau. Bäume werden selbst in geschützten Zonen des Waldes gefällt und jedes Jahr werden nach groben Schätzungen 15.000 Wildtiere im Arabuko-Sokoke-Wald durch Fallen und andere Jagdmethoden getötet. Damit sind Natur und auch Lebensgrundlage der Menschen gefährdet.

Seit dem 2004 führen der NABU und die Kindernothilfe gemeinsam mit dem Kenya Wildlife Service und dem BirdLife-Partner Nature Kenya ein Projekt zur lokalen Armutsbekämpfung durch. Für die Menschen vor Ort werden alternative Einkommensquellen mit Öko-Tourismus, aber auch mit Schmetterlingszucht, Bienenhaltung und Baumschulen geschaffen. Dadurch wird gleichzeitig der Nutzungsdruck auf den Wald verringert.

Doch jetzt muss der NABU dringend handeln, um die Wilderer zu stoppen. Um in dem großen Gebiet erfolgreich vorgehen zu können, muss der NABU die Ranger für ihre Aufklärungstouren besser ausrüsten. Dafür wird Ihre Hilfe benötigt, mit einer Einzelspende oder einer Patenschaft für das Afrika-Projekt des NABU. (kk)

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