NABU.de NABU Naturschutz heute Jahrgang 2009 Heft 4 Rudi Rotbein

Rudi Rotbein



Überlebenstricks für die Wildnis | Wildnistest | Kinder-Garten-Buch

Wildwuchs erlaubt


Hier kann es sich der Hirschkäfer im Totholz noch gemütlich machen, und das Waldveilchen muss nicht fürchten gepflückt zu werden. Denn beide leben im Bayerischen Wald, einem Nationalpark. Ein Nationalpark ist ein Gebiet, in dem die Natur machen darf, was sie will. Wir Menschen allerdings nicht. Für uns gibt es Regeln. So dürfen wir zum Beispiel keine Wohnhäuser und Straßen im Nationalpark bauen, in seinen Seen dürfen wir nicht baden und wenn wir im Nationalpark spazieren gehen, müssen wir auf den Wegen bleiben. Auch Blumen pflücken ist strengstens verboten.

Nashornkäfer

Nashornkäfer

Die Nationalpark-Ranger achten darauf, dass sich alle Besucher an die Regeln halten. Sie helfen ihnen aber auch, seltene Tier- und Pflanzenarten zu finden. Im Bayerischen Wald zum Beispiel die 500jährige Tanne oder den Hirschkäfer, der sein Zuhause in einer umgestürzten Buche eingerichtet hat. Da Totholz in einem Nationalpark in der Regel nicht weggeräumt wird, kann der Hirschkäfer hier so lange bleiben, bis der Baum von den großen und kleinen Helfern des Waldes zersetzt ist. Erst dann muss er sich auf die Suche nach einem neuen Plätzchen machen.

In Deutschland gibt es 14 Nationalparks. Der älteste von ihnen ist der Nationalpark Bayerischer Wald. Er feiert 2010 seinen 40. Geburtstag. Der größte Nationalpark ist das Wattenmeer, der kleinste der Nationalpark Jasmund. Weltweit gibt es über 2.000 Nationalparks.

Überlebenstricks für die Wildnis


Du willst mit ein paar Freunden einen Tag draußen in der Wildnis verbringen. Das hört sich gut an, aber bist du wirklich gut vorbereitet? Wir verraten dir ein paar wichtige Überlebenstricks!

Die Ausrüstung
Ein Tag kann lang sein. Du wirst irgendwann Hunger und Durst bekommen, und es kann immer etwas Unerwartetes passieren. Daher solltest du unbedingt ein paar Dinge in deinen Rucksack packen, bevor du losstiefelst, und zwar einen Kompass, ein Taschenmesser, eine Tüte für deinen Müll, Zitronenöl gegen Mücken, im Sommer Sonnencreme und einen Hut, Verbandszeug, eine Lupe und ein Fernglas, wenn du Tiere beobachten möchtest, ein Bestimmungsbuch und natürlich etwas zu trinken und zu essen.

Regeln
Wenn du in der Natur unterwegs bist, musst du dich an ein paar Regeln halten.

  • 1. Lass keinen Müll im Wald liegen, sondern sammle ihn in deiner Tüte. In der erstbesten Mülltonne kannst du deinen Abfall dann entsorgen.
  • 2. Auch wenn es viel Spaß macht: Im Nationalpark – wie auch sonst in der freien Natur außerhalb von Grillplätzen – ist Feuermachen strengstens verboten.
  • 3. Versuch möglichst leise zu sein, dann wirst du auch mehr Tiere beobachten können.
  • 4. Trample nicht auf Blumen herum und brich keine Äste von Bäumen ab.

Orientierung in der Natur
Du hast keinen Kompass? Kein Problem, es gibt auch andere Möglichkeiten, sich in der Natur zu orientieren.

  • Die Uhr als Kompass: Wenn du eine Uhr mit Zeigern hast, kannst du sie wunderbar als Kompass nutzen. Stell die Uhr auf Winterzeit ein. Halte die Uhr waagerecht und richte nun den Stundenzeiger auf die Sonne. Süden liegt zwischen zwölf Uhr und dem Stundenzeiger.
  • Die Natur als Kompass: Wenn du weder einen Kompass noch eine Uhr hast, kannst du auch die Natur als Kompass nutzen. So sind Ameisenhaufen zum Beispiel nach Süden ausgerichtet und Moos ist grüner und dichter, wenn es nach Süden wächst.

Das Wetter
Es kann immer sein, dass plötzlich ein Gewitter heranzieht. Wenn du wissen willst, wie viele Kilometer das Gewitter noch von dir entfernt ist, dann zähle die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teile diese Zahl durch drei.

Am besten du suchst dir dann einen Unterschlupf. Wenn du keinen findest, dann breite ein paar Kleider oder eine Decke im nächstbesten Graben aus und leg dich flach auf den Bauch. Stelle dich auf keinen Fall unter einen Baum.

Zecken
Im Wald sind jede Menge kleiner Spinnentiere unterwegs, unter anderem die Zecke. Sie ernährt sich von Blut, auch von unserem. Sie lauert in hohem Gras und im Gebüsch. Da Zecken Krankheiten übertragen können, solltest du nach deinem Ausflug in die Wildnis deinen Körper nach Zecken absuchen.

Wenn dich eine Zecke erwischt hat, dann solltest du sie schnell mit einer Zeckenzange oder einer Pinzette entfernen. Dabei ist es wichtig, dass die Zecke nicht gequetscht wird, sonst gibt sie Krabkheitserreger in die Wunde ab. Packe die Zecke möglichst dicht über der Haut und ziehe sie dann vorsichtig heraus. Übrigens: Du kannst Zecken gut von Insekten unterscheiden, da sie wie alle Spinnentiere acht Beine haben und Insekten nur sechs.

Test: Könntest du in der Wildnis überleben?


(A.) Stell dir vor, du bist ganz alleine in einem Urwald. Wie würdest du dich verhalten?

  • 1. Ich setze mich auf einen Baumstumpf und weine. Irgendjemand wird mich schon retten.
  • 2. Ich bleibe ruhig und erkunde erstmal die Umgebung.

(B.) Ein Gewitter zieht heran. Was machst du?
  • 1. Ich stelle mich schnell unter einen Baum. Ich will ja schließlich nicht nass werden.
  • 2. Ich suche nach einer Kuhle und lege mich bäuchlings auf meine ausgebreitete Jacke.

(C.) Es steht plötzlich ein Wildschwein mit seinen Frischlingen vor dir. Wie reagierst du?
  • 1. Die Frischlinge sind so süß. Ich gehe auf sie zu und versuche sie zu streicheln.
  • 2. Ich verhalte mich ruhig und gehe langsam in die entgegengesetzte Richtung.

Die Auswertung

  • Dreimal rot: Du bist ein geborener Abenteurer! In der Wildnis würdest du keine Probleme haben, zu überleben.
  • Zweimal rot: Aus dir kann noch ein Überlebenskünstler werden. Dir fehlen nur die Erfahrungen.
  • Einmal rot: Nicht schlecht, aber du gehörst doch eher in eine Großstadt.
  • Kein mal rot: Oh, oh. In der Wildnis hättest du es echt schwer!

Mehr Überlebenstipps findest du auf www.najuversum.de.

Ihr gärtnert, die NAJU erntet


Du bist in einer Kindergruppe aktiv und ihr wünscht euch nichts mehr, als einmal selber zu imkern? Kein Problem! Das neue Projekt „Be(e) in contact“ der NAJU, des Deutschen Imkerbunds und des Vereins Mellifera hilft euch dabei. Ziel ist, Kinder und Jugendliche für die Bienenhaltung zu begeistern, sie auszubilden und miteinander zu vernetzen.

Und das ist nicht alles. Im nächsten Jahr sollen alle NAJU-Landesverbände mit zwei „Imker-Starterkits“ ausgestattet werden. Diese beinhalten eine Grundausrüstung eines Imkers wie einen Smoker, Handschuhe, Rahmen und Bücher. Die Nachfrage von NAJU-Gruppen nach den Imker-Starterkits ist bereits groß, obwohl es sie noch gepackt werden müssen.


Das Kinder-Garten-Buch
Die Bio-Supermarktkette Alnatura hilft der NAJU mit einer Spendenaktion, um das nötige Kleingeld für die Grundausstattung zusammen zu bekommen. Für jedes verkaufte Kinder-Garten-Buch überweist Alnatura fünf Euro für die Imker-Starterkits. Bitte unterstützt uns!

Kinder-Garten-Buch

Was sind Möhrentrolle? Brüllt ein Blattlauslöwe? Und wie baut man ein Krrötenterrarium? Diese Fragen und noch viele mehr beantwortet der Kinderbuchautor und Gärtner Ralf Lilienthal im Kinder-Garten-Buch, das Alnatura zum 25. Firmengeburtstag herausgibt. Das Handbuch zeigt, wie man ganz einfach und an jedem Ort einen Bio-Garten anlegen kann: draußen im Gemüsebeet, im Balkonkasten, auf dem Fensterbrett, aber auch im Blumentopf in der Zimmerecke. Ein Gartenkalender, die kreativen Ideen und Experimente sowie viele schöne Zeichnungen und kindgerechte Texte machen Lust, kleine und große Gartenträume zu verwirklichen.

Ab November ist das Gartenbuch zum Selbstkostenpreis von 25 Euro über den Shop der NAJU unter www.naju.de erhältlich. Fünf Euro davon fließen in das NAJU-Projekt „Be(e) in contact“.

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