NABU.de NABU Naturschutz heute Jahrgang 2009 Heft 2 Heizung optimieren

Durch den Schornstein

Durch den Schornstein

Klima-Investitionen bei Neubau und Renovierung

Von Bernd Pieper

Rohbau

Die verstärkte Freisetzung von Kohlendioxid ist Hauptursache des Klimawandels. Dies passiert vor allem dort, wo wir kohlenstoffhaltige Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas verbrennen. Unter Klimaschutzaspekten, aber auch mit Blick auf die Kosten, lohnt ein intensives Nachdenken über den künftigen Einsatz erneuerbarer Energien.

Derzeit decken erneuerbare Energien rund sieben Prozent des Heizungswärmebedarfs. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz soll zu einer Verdoppelung dieses Anteils bis zum Jahr 2020 führen. Bauherren sind jetzt zur Einhaltung moderner Effizienzkriterien verpflichtet sowie dazu, wenigstens einen Teil des Wärmebedarfs mit Hilfe von Solarkollektoren, Biogas oder Erd- und Umweltwärme zu decken. Um die hierfür nötigen Investitionen erträglicher zu gestalten, stehen 2009 über ein „Marktanreizprogramm“ beim Bundesamt für Wirtschaft 500 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es günstige Kredite bei der KfW-Förderbank.

Welche Alternative zu Gas oder Öl für die eigenen vier Wände sinnvoll ist, sollte man am besten mit einem unabhängigen Baubüro oder der Verbraucherzentrale vor Ort beraten:

  • Holzpellets haben einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent. Die Heizungsanlagen können sowohl als Zentralheizung als auch in einzelnen Räumen installiert werden. Kauf und Einbau einer Pelletheizung können bis zu 20.000 Euro kosten. Der Bedarf für ein Einfamilienhaus liegt je nach Dämmung bei bis zu sechs Tonnen pro Jahr, derzeit kostet eine Tonne knapp 200 Euro. Gefördert werden Pelletheizungen mit 36 Euro pro Kilowatt Nennwärmeleistung. Darüber hinaus gibt es für einen Ofen mindestens 1000 Euro, für einen Kessel mindestens 2000 Euro. Wer lieber eine Hackschnitzel-Heizung installieren möchte, bekommt unter bestimmten Voraussetzungen pauschal 1000 Euro

  • Seitdem die Wärmepumpe deutlich weniger elektrischen Strom verbraucht, gewinnt die Nutzung der konstanten Tiefenwärme zunehmend an Attraktivität. Dennoch sind Installation und Dämmung nach wie vor aufwendig und von daher am ehesten für Neubauten mit Fußbodenheizungen interessant. Eine Wärmepumpe kostet inklusive Installation rund 20.000 Euro, dazu kommen bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus jährlich 600 Euro Stromkosten für den laufenden Betrieb. Gefördert wird der Einbau effizienter Wärmepumpen bei Neubauten mit zehn Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

  • Bis Ende 2007 waren in Deutschland bereits rund 6500 Megawatt Leistung aus Solarthermie installiert. Die Kollektoren auf dem Dach unterstützen über einen Kreislauf das Heizsystem eines Hauses und sorgen für die Erwärmung des Trinkwassers. Im Sommer kann das vollständig ausreichen, grundsätzlich aber ist eine weitere Heizung notwendig. Darüber hinaus muss ein Wärmespeicher installiert werden. Kauf und Einbau einer Anlage für Warmwasser und Heizung kosten bei einer Kollektorfläche von 14 Quadratmetern insgesamt rund 10.000 Euro. Eine Anlage für Warmwasser wird mit 60 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche gefördert, für eine Anlage mit Heizungsunterstützung gibt es sogar 105 Euro. Weitere Unterstützung gibt es für den Ausbau bestehender Anlagen, den Kesselaustausch oder die Effizienzsteigerung.

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