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> NABU.de > Umweltschutz > Energie > Biokraftstoff-Förderung an Umweltbilanz ausrichten

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  Kein Öko-Freibrief für Biodiesel
Nur umweltfreundlich erzeugte Kraftstoffe sollten steuerlich gefördert werden

Biomasse-Tankstelle
Angesichts der Diskussion um die geplante Neuregelung bei der Biokraftstoff-Steuer appelliert der NABU an die Bundesregierung, dabei die Folgen für die Umwelt beim Biomasse-Anbau als Maßstab anzusetzen. Sowohl die bisher vorgebrachten Argumente für die von der Bundesregierung beabsichtigte Besteuerung jeglicher Biokraftstoffe wie auch gegenteilige Forderungen nach einer vollständigen Beibehaltung der Steuerbefreiung seien aus Umweltsicht nicht zielführend. „Entscheidend ist, dass fossile Kraftstoffe durch Biokraftstoffe ersetzt werden, die den Namen auch verdienen“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

In Deutschland ist zurzeit alleine Biodiesel auf Raps-Basis relevant im Markt vertreten. Dabei ist das Flächenpotenzial beim Raps als Grundstoff weitgehend erschöpft. Die mit dem hohen Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger im Rapsanbau verbundene Umweltbelastung steht zudem im Widerspruch zu einer naturverträglichen Landwirtschaft. Biodiesel kann damit bestenfalls als Zwischenschritt auf dem Weg zur Entwicklung zukunftsfähiger Biokraftstoffe betrachtet werden.

 
 
Raps Konventioneller Rapsanbau geht mit einer hohen Umweltbelastung einher.
„Nur ökologisch wertvolle Biokraftstoffe dürfen zukünftig voll gefördert werden“, so Miller. Wichtiges Kriterium sollte dabei nach Ansicht des NABU eine möglichst vollständige Kohlendioxid-Neutralität über den gesamten Produktzyklus sein. Darüber hinaus dürfen Wasserhaushalt und Böden beim Anbau der Biomasse nicht übermäßig belastet werden und auch die Artenvielfalt muss erhalten bleiben. Großflächige Monokulturen und der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen sind auszuschließen. Eine fundierte Beurteilung kann nur nach einem so genannten Life-Cycle-Assessment eines Energieträgers für die gesamte Produktions- und Nutzungskette erfolgen – also vom Anbau der Pflanze bis zum Verbrauch des Kraftstoffs im Fahrzeug.

Die Bundesregierung sollte insgesamt stärkere Anreize für den naturverträglichen Biomasse-Anbau in Deutschland schaffen. Der NABU fordert zudem, mit Hilfe von Zertifikaten sicherzustellen, dass auch die internationale Biomasseproduktion nachhaltig erfolgt. „Die Nachfrage nach Biokraftstoffen steigt weltweit massiv an. Dies darf nicht zum Raubbau an der Umwelt in den Produktionsländern führen“, warnte Miller. Es hieße den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, wenn statt bisher Erdöl aus den Küstenwäldern Nigerias oder der Wüste Kuwaits künftig Palmöl oder Ethanol von indonesischen und brasilianischen Urwald-Rodungsflächen in deutschen Autos verbrannt würde.

 

  Beitrag erstellt am 14. Februar 2006.  
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