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  Wolfsschutz muss Grenzen überschreiten
Erfolgreiches Wildtiermanagement erfordert Akzeptanz in der Bevölkerung

Wolfswelpen
Der NABU hat sich erneut für ein länderübergreifendes Wildtiermanagement für den Wolf ausgesprochen. „Ein erfolgreicher Schutz des scheuen Jägers ist nur in Kooperation und unter Integration der betroffenen Menschen möglich“, sagte NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz, Jörg-Andreas Krüger, anlässlich der heutigen Wolfstagung des Bundesumweltministeriums in Berlin. Insbesondere auch die einzelnen Bundesländer müssten solche Pläne, die das Zusammenleben von Mensch und Wolf regeln, rechtzeitig in der Schublade haben. Neben Sachsen seien Brandenburg, Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mögliche Einwanderungsländer für den Wolf.

Darüber hinaus müsse auch die Jägerschaft ein klares Bekenntnis abgeben. „Nur wenn es gelingt, Wölfe nicht als Konkurrenten oder Feinde zu sehen, sondern sie als Bereicherung unserer Naturräume zu betrachten, haben sie eine Chance, in Deutschland wieder dauerhaft heimisch zu werden“, betonte Krüger. Nachdem die Tiere vor etwa 150 Jahren in Deutschland ausgerottet wurden, sind seit dem Jahr 2000 wieder frei lebende Wölfe nach Sachsen zurückgekehrt. Etliche zentraleuropäische Länder, wie Italien, die Schweiz, Slowenien, die Slowakei oder Polen, in denen noch Wölfe, leben, können auf vielfältige Management-Erfahrungen zurückgreifen. Aus Sicht des NABU sollten sich die deutschen Behörden dieses Wissen zu Nutze machen.

 
 
Wolf
Ein Hindernis für die Ausbreitung der Wölfe ist das dichte Verkehrsnetz. In der vergangenen Woche erst ist eine junge Wölfin aus dem Rudel in der Muskauer Heide auf der Bundesstraße 156 zwischen Boxberg und Weißwasser totgefahren worden. Auch ist die in der Muskauer Heide lebende Wolfspopulation nur in Verbindung mit der kleinen polnischen Population jenseits der Grenze überlebensfähig. Der NABU fordert daher die Wanderwege von Wildtieren in Deutschland durchlässiger zu machen, um Populationen zu sichern und Konflikte mit den Menschen zu entschärfen. Dazu hat er einen bundesweiten Wildwegeplan erarbeitet. Der NABU hat vor zwei Jahren das Projekt „Willkommen Wolf!“ gestartet. Neben bundesweiter Informationsarbeit wird u.a. der Aufbau eines Netzwerks von ehrenamtlich arbeitenden Wolfsbetreuern unterstützt.

Für Rückfragen:

Jörg-Andreas Krüger, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz, Tel. 030-284984-24, mobil 0173-6004364.
 

  Beitrag erstellt am 13. Februar  
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