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Lausitzwölfe gehen Jägern durch die Lappen
Erster Fangversuch zur Besenderung von Jungwölfen fehlgeschlagen
Wohin wandern die Lausitzer Jungwölfe, wenn sie im zweiten Lebensjahr ihr elterliches Rudel verlassen? Die Antwort auf diese bisher völlig ungelöste Frage soll die vom Bundesamt für Naturschutz in Auftrag gegebene „Pilotstudie zur Abwanderung und zur Ausbreitung von Wölfen in Deutschland" geben. Im Mittelpunkt steht dabei die Besenderung von Jungwölfen, um ihre Wege per GPS-Telemetrie lückenlos verfolgen zu können.
Zum Einfangen der Wölfe greifen die Wildbiologinnen vom Büro LUPUS auf eine uralte Methode zurück, die so genannte Lappjagd. Die Lappjagd macht sich die Tatsache zunutze, dass Wölfe sehr schreckhafte Tiere sind, die vor unbekannten Dingen leicht zurückscheuen. Sobald der Aufenthaltsort der Wölfe bekannt ist – das geht am besten bei Neuschnee – wird dieser durch einen mit flatternden Lappen versehenen Zaun umkreist.
Eine erste Lappjagd auf die Jungwölfe fand nun am 26. Januar in der Neustädter Heide im Westen des Truppenübungsplatz Oberlausitz statt. Wie das vom Freistaat Sachsen betriebene „Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz“ mitteilt, waren am Vortag drei Wölfe aufgespürt und mit Hilfe von Förstern aus dem Bundesforstamt Lausitz eingelappt worden. Insgesamt rund fünf Kilometer Lappenzaun wurden dafür gezogen. Am Morgen des 26 wurde dann der Flaschenhals und die Fangnetze aufgebaut, während die Wildbiologinnen kontrollierten, ob die Wölfe noch in der Umzäunung waren. An mehreren Stellen waren im Schnee die frischen Spuren der Wölfe zu sehen, die zwar mehrmals Richtung Zaun gegangen waren, sich dabei aber nicht näher als zehn Meter annäherten. Eine Rotte Wildschweine war in der Nacht durch die Lappen gegangen, die Wölfe hatten das nicht gewagt.
Rund 35 Treiber, darunter Waldarbeiter, Förster, Jäger und interessierte Einheimische, beteiligten sich an der Fangaktion. Bereits eine halbe Stunde nachdem sich die Treiberlinie in Bewegung setzte, lief ein Wolf in das rund anderthalb Kilometer entfernte Fangnetz, konnte allerdings entwischen. Der zweite Wolf, der eine Viertelstundespäter in das Fangnetz lief, stoppte im letzten Moment ab. Er rutschte zwar noch in das Netz, dieses fiel jedoch nicht herunter, so dass auch dieses Tier entkam. Der dritte Wolf, der sich noch in der Einlappung befand, ließ sich nicht in den Flaschenhals drücken, sondern schlüpfte offenbar zwischen den Treibern durch.
Nachdem die erste Lappjagd leider nicht zum Erfolg führte, soll nun möglichst bald ein weiterer Versuch unternommen werden.
Hintergrund-Artikel zur „Wolfsjagd für die Wissenschaft“
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Beitrag erstellt am 2. Februar 2007.
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