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Allianz für den Wolf
NABU Sachsen gründet Arbeitsgemeinschaft Pro Wolf
12. März 2004: Der Streit um die Wölfe in Sachsen dauert an: Obwohl der Wolf nach EU-Recht unter Schutz steht, wird ihr Abschuss gefordert. Der NABU Sachsen hat deshalb eine Arbeitsgemeinschaft Pro Wolf gegründet.
Anlass zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft Pro Wolf gab der „Verein für Sicherheit und Artenschutz“. Dessen Vorsitzender Joachim Bachmann will das Jagdrevier der Wölfe umzäunen und Beobachtungstürme für Touristen aufstellen. Andere Vereinsmitglieder sind für ein noch härteres Vorgehen: Ihrer Ansicht nach sollten die meisten der zehn bis 20 Tiere eingefangen oder abgeschossen werden. Ein erster Antrag auf Abschuss soll bereits vorliegen.
„Wir sind verwundert über das aggressive und polemische Verhalten einiger Jäger“, erklärte Klaus Liebscher der Vorsitzende der NABU-Arbeitsgruppe „Pro Wolf“. Horrormeldungen und Panikmache würden verbreitet. Der Wolf ist das seltenste Säugetier in Deutschland und genießt europaweit den höchsten Schutz. Das Ziel des neuen NABU-Arbeitsgruppe Pro Wolf ist deshalb auch vorerst sachlich über den Wolf zu informieren.
„Wir wollen uns gegen unsachliche Darstellungen, der Wolf fresse Kinder oder würde in seinem Jagdrevier das Wild ausrotten, wehren,“ erklärte Liebscher. Solche Fälle seien in den letzten 50 Jahren nirgendwo in Europa festgestellt worden.
Langfristig plant die Arbeitsgemeinschaft den Aufbau einer Begegnungsstätte und eines Informationszentrums zum Wolf in der Oberlausitz. Eine solche Stätte könne Touristen anziehen und solle der Bevölkerung der Region zur Information zur Verfügung stehen. Die Region könne mit dem Pfund Wolf wuchern, statt ihn zu verdammen. „Wo der Wolf lebt, muss die Natur noch in Ordnung sein“, sagte Justus Oertner, Geschäftsführer des NABU Sachsen. Oertner regt auch einen Management-Plan für die zurückkehrenden Wölfe an. „Unsere Prämisse lautet: „Wir wollen sowohl den Schutz der Art als auch das Zusammenleben mit dem Menschen ermöglichen.“
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