Krötenwanderung 2002

Amphibienschutz
in Thüringen




Ilmkreis * Kaltensundheim * Weimar


Ilmkreis (Stadt Ilmenau, Stadt Gehren, Gemeinde Pennewitz, Gemeinde Möhrenbach, Gemeinde Gösselborn)

MoorfroschDie NABU-Gruppen sammeln in der Ilmenauer Teichlandschaft und Gehrener Feuchtgebiet (B 88 zwischen Jesuborn und Pennewitz, Straßen zwischen Pennewitz und Gräfinau-Angstedt, sowie zwischen Möhrenbach und Großbreitenbach und Gösselborn und Paulinzella). Von Anfang März bis Ende April werden insgesamt rund 3.500 Meter mobile Schutzzäune errichtet. Individuenzahlen der vergangenen Jahre sowie Fotos gibt es unter www.NABU-IK.de. Eine Besonderheit hat der Kreis zu bieten: Im Bereich um Jesuborn und Pennewitz gibt es das zweitgrößte Moorfroschvorkommen Thüringens. Hilfe ist jederzeit willkommen. Es wäre vorteilhaft, wenn die Helfer Artenkenntnisse mitbringen, da die Sammelergebnisse dokumentiert werden.

Kontakt für Interessenten und Medien: NABU Ilmkreis, c/o Georg Spanknebel, Im kleinen Felde 63, 99338 Plaue, Tel. 03 62 07-5 02 88, eug.spanknebel@t-online.de; NABU Ilmenau, c/o Meinhard Reber, Tannenweg 4, 98693 Ilmenau, Tel. 0 36 77-88 39 93.

Bilanz 2002: Allgemein ist der seit einigen Jahren anhaltende Trend festzustellen: prozentuale Zunahme der Erdkröte am Gesamtergebnis, Abnahme von Grasfrosch, Moorfrosch sowie Kamm- und Fadenmolch. Wasserfrosch, Berg- und Teichmolch konnten ihren Anteil in etwa halten. An einzelnen Wanderstellen wurde erneut ein Rekord der Individuenzahl der Erdkröte festgestellt. Große Sorgen bereitet die Moorfroschpopulation im geplanten NSG und FFH-Gebiet Pennewitzer Teiche, die seit dem Spitzenwert von über 7000 wandernden Tieren (1994) auf einige hundert zusammengeschmolzen ist. Auch in diesem Jahr ist scheinbar keine Trendumkehr erfolgt. Die Ursachen dafür sind unter den Experten umstritten (ungeschützte Rückwanderung, Teichwirtschaft...). Zahlenauswertung 2002 liegt noch nicht vor (Stand 19.6.02).


Kaltensundheim (Landkreis Schmalkalden-Meiningen)

Das Thüringische Rhön-Gymnasium Kaltensundheim betreut seit über zehn Jahren zwei Amphibien-Schutzzäune an der Kreisstraße zwischen Kaltensundheim und Aschenhausen (350 Meter) und an der Kreisstraße zwischen Unterkatz und Oberkatz (120 Meter). Beide Zäune werden Anfang März aufgebaut und Mitte April abgebaut. Die Schutzzäune bestehen aus grüner Gewebefolie. Als Laichgewässer nutzen die Amphibien die Grimmelsbachteiche bei Kaltensundheim und einen Kleinspeicher bei Unterkatz. Durch die Betreuung der beiden Amphibien-Schutzzäune konnten jedes Jahr 1.000 bis 1.200 Erdkröten vor dem Verkehrstod gerettet werden. Neben Erdkröten wurden auch Bergmolche, Teichmolche, Grasfrösche und Wasserfrösche an den Zäunen abgesammelt. Allabendlich werden durch Lehrer und Schüler die Amphibien sicher über die Straßen gebracht. Unterstützt werden die Aktivitäten auch von NABU-Mitgliedern.

Kontakt für Interessierte und Presse: Bernd Baumann, Riethweg 3, 98634 Unterkatz, Tel. 03 69 40-5 01 56.

Bilanz 2002: In Kaltensundheim wurden 1.542 Tiere gezählt, davon 1.374 Erdkröten. An den Grimmelsbachteichen wanderten 901 Erdkröten (Hauptwanderung vom 13. März bis 20. April), was einen deutlichen Einbruch auf nur noch 63 Prozent der Vorjahresergebnisse bedeutet. Etwas geringer waren die Rückgänge am Kleinspeicher Unterkatz, nach 561 Erdkröten 2001 wanderten in diesem Jahr 473 Tiere (Hauptwanderzeit 31. März bis 27. April). Die Grasfrösche nahmen sogar von 127 auf 167 zu (Hauptwanderzeit 10. bis 20. März).

Zwischenstand 26. März - Zaun Grimmelsbachteiche


Datum
Erdkröten
Bergmolch
12.03
1
 
13.03
56
 
17.03
42
 
18.03
268
 
19.03
86
 
20.03
81
 
21.03
142
1
Summe
676
1






 

 

Zwischenstand 26. März - Zaun Kleinspeicher / Unterkatz
Am Zaun bei Unterkatz hat die Wanderung am Wochenende 9./10. März mit 36 Grasfröschen begonnen, bisher sind insgesamt 164 gewandert.

Datum
Erdkröten
Grasfrosch
13.03
1
 
18.03
3
 
19.03
2
 
20.03
9
 
21.03
10
 
Summe
25
164

 

 

 

 


Weimar (Stadt Weimar und Kreis Weimarer Land)

In der Goethe- und Schillerstadt Weimar kommen auch die Kröten und Frösche nicht zu kurz. So stehen schützende grüne Folienzäune zwischen Ettersburg und Hottelstedt im Bereich des Seerosenreiches, an der Buchenwaldstraße im Bereich des Schnepfenteiches sowie in diesem Jahr erstmals an der Ettersburger Landstraße.

Im Kreis Weimarer Land (Eigenwerbung: "die Toskana des Ostens") stehen an elf Orten insgesamt 5000 laufende Meter Krötenzäune, unter anderem bei Tiefengruben, zwischen Bad Berka und Blankenhain, in München, Loßnitz und Kranichfeld sowie in Kaatschen-Weichau, zwischen Utenbach und Wormstedt, in Vollradisroda und in Magdala. 4400 Meter Schutzzaun betreuen die ABM-Kräfte des Landkreises, die restlichen 600 Meter hat die Stadt Magdala übernommen.

Kontakt: Stadt Weimar, Umwelt- und Grünflächenamt, Buttelstedter Straße 27c, 99421 Weimar, Tel. 0 36 43-45 32 97, Fax -45 32 02; Landkreis Weimarer Land, Umweltamt, Ramona Gläser, Bahnhofstraße 28, 99510 Apolda, Tel. 0 36 44-54 00.