Krötenwanderung 2002

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2. Februar 2002
Eine Kröte macht noch keinen Frühling
Trotz hoher Temperaturen bleibt der große Wanderschub aus

Die anhaltende Wärmeperiode lockt vor allem Grasfrösche und Molche aus ihren Winterquartieren. Die häufigen Erdkröten dagegen zieren sich noch, bisher wurden nur einzelne Tiere gesichtet. Eine Woche nach Beginn der Amphibienwanderungen gibt der Naturschutzbund NABU deshalb vorläufige Entwarnung an Autofahrer und Krötenschützer.

"Auf die großen Schübe mit teilweise tausenden Tieren an einzelnen Straßenabschnitten müssen wir wohl noch einige Zeit warten. Erdkröten sind eben stärker hormongesteuert als Molche und Frösche, da reichen ein paar Sonnenstrahlen alleine nicht aus, um sie in Stimmung zu bringen", erklärt NABU-Amphibienexperte Andreas Krone.

Neben Beobchtungen von Grasfröschen erreichten den NABU in den letzten Tagen Meldungen von wandernden Berg- und Fadenmolchen aus dem Westen der Republik und von seltenen Kamm-Molchen aus dem äußersten Osten nahe der polnischen Grenze. Im Sauerland fanden Naturschützer bei Lüdenscheid sogar erste junge Feuersalamanderlarven. Feuersalamander laichen keine Eier ab, sie sind lebendgebärend. Nach einer Tragezeit von rund acht Monaten setzt das Salamanderweibchen die Larven in kühle Bäche ab, wo sie die ersten Lebensmonate verbringen, bevor sie dann als fertig entwickelte Tiere das Wasser wieder verlassen.

Im Internet bietet der NABU unter www.nabu.de/kroetenwanderung2002 Sonderseiten zum Frühjahrszug der Amphibien an. Dort gibt es auch Informationen zu den Schutzaktionen vor Ort und aktuelle Meldungen über besondere Vorkommnisse und seltene Arten.


28. Januar 2002
Autofahrer aufgepasst: Erste Frösche und Kröten sind unterwegs
Milde Temperaturen geben Startschuss für Laichwanderungen

Der plötzliche Wärmeeinbruch in Deutschland lässt bundesweit Kröten und Frösche aus der Winterruhe erwachen. Die Nachttemperaturen um zehn Grad Celsius lösen vor allem bei den Grasfröschen Frühlingsgefühle aus. Sowohl im schwäbischen Brackenheim wie auch im rheinland-pfälzischen Neuwied haben Amphibienschützer des Naturschutzbundes NABU in der Nacht von Sonntag auf Montag zahlreiche der braun gefärbten Grasfrösche gesichtet. In Berlin fanden sich am Montag früh die ersten überfahrenen Erdkröten.

Normalerweise starten die Amphibien im Südwesten der Republik und der Nordosten folgt deutlich später, weil dort der Winter länger dauert. "Aber es ist so warm geworden, dass es überall gleichzeitig los geht. Vor allem die so genannten Braunfrösche - also Gras-, Moor- und Springfrösche - hält jetzt nichts mehr," ist sich NABU-Amphibienexperte Andreas Krone sicher. Krone appelliert an die Autofahrer, sich auf die wandernden Tiere einzustellen und entsprechend vorsichtig zu fahren: "An vielen Orten sind so früh im Jahr die Amphibienzäune noch nicht aufgestellt. Und schon bei einer Verkehrsdichte von 60 Fahrzeugen in der Stunde werden 90 Prozent der über die Straße wandernden Frösche und Kröten überfahren."

Kröten, Frösche, Molche und Unken sind wechselwarme Tiere. Sie können also nicht wie der Mensch ihre Körpertemperatur selbst steuern und sind deshalb von der Umgebungstemperatur abhängig. Untersuchungen zeigen, dass der Wanderbeginn sich aufgrund milder werdender Winter in den letzten zehn Jahren immer weiter nach vorne verschiebt. Auf ihren Wanderungen legen die Tiere Strecken von bis zu zwei Kilometern zurück. Die Prägung auf das Laichgewässer erfolgt während der Kaulquappenphase. Viele Amphibien kehren dann zur Fortpflanzung an ihr Geburtsgewässer zurück und haben dabei auch Straßen zu überqueren.

Der NABU bietet im Internet unter www.nabu.de/kroetenwanderung2002 Sonderseiten zum Frühjahrszug der Amphibien an. Dort gibt es auch Informationen zu den Amphibienschutzaktionen vor Ort und aktuelle Meldungen über besondere Vorkommnisse und seltene Arten. Die von den Erdkröten geprägte Hauptwanderzeit wird je nach Witterungsverlauf für Mitte Februar bis Ende März erwartet.

Für Rückfragen: NABU-Pressestelle, Tel. 02 28-40 36-141