Krötenwanderung 2002

Amphibienschutz in
Mecklenburg-Vorpommern




Bergen * Poggendorf * Quitzin * Tribsees * Wustrow


Bergen (Kreis Rügen)

An der Kreisstraße 11 von Bergen über Tilzow nach Sehlen wird seit 1994 vom NABU Putbus/Bergen und seit 1996 durch die Untere Naturschutzbehörde beidseitig ein mobiler Folienzaun vom Typ Radebeul aufgebaut. Der Zaun hat eine Gesamtlänge von 550 Metern und steht von Ende Februar bis zur zweiten Maiwoche. Um die 2100 Amphibien sind dann auf der Wanderung. Die ehrenamtliche Betreuung haben der NABU Rügen und die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde übernommen.

Die Laichhabitate sind zwei stehende Gewässer in einer Senke der Moränenkette. Das Winterquartier der Amphibien befindet sich gegenüber in einem großen Mischwald. In den Jahren der Zaunbetreuung wurde "nebenbei" zweimal die nördlichste Verbreitung der Haselmaus in den neuen Bundesländern nachgewiesen.

Kontakt: NABU Putbus, Helmut Blümel, Markt 12, 18581 Putbus, Tel. 03 83 01-6 14 85 Fax 03 83 01-8 48 79.

Zwischenstand 22. März: Vorläufiger Höhepunkt war am 18. März mit 401 Erdkröten. Danach wurde es wieder kälter (am 22. früh nur 2 Grad) und damit ruhiger.


Poggendorf (Kreis Nordvorpommern)

GrasfroschAn der Bundesstraße 194 von Grimmen nach Demmin wird von der Unteren Naturschutzbehörde seit 1993 rechtsseitig jeweils vom 15. Februar bis 15. Mai ein rund 400 Meter langer mobiler Folienzaun aufgebaut. Die ehrenamtliche Betreuung übernehmen Anwohner aus Gülzow-Dorf.

Die hier wandernden rund Amphibien haben ihr Winterquartier im Mischwald, das Laichhabitat sind gegenüber dem Zaun befindliche Kesselmoorflächen und in den achtziger Jahren durch die Förster renaturierte, stehende Kleingewässer. Neben Erdkröten, Moor- und Grasfröschen kommen auch Knoblauchkröten, Laubfrösche, Teichfrösche, Teichmolche und Kammmolche vor. Durch den langen Winter 1995/96 starben in Poggendorf und Quitzin fast 60 Prozent der Erdkröten (siehe Grafik unten). Daraufhin erfolgte die Besetzung der Erdkrötenlebensräume durch Grasfrösche. Das Mengenverhältnis zwischen Erdkröten und Grasfröschen kehrte sich dabei komplett um und ist bis heute noch nicht auf dem Ausgangszustand. Mit den Amphibienzäunen kann also nicht nur ein Schutz erfolgen, sondern auch derartige Witterungseinflüsse auf die Dynamik von Lurchpopulationen nachgewiesen werden. Ohne Krötenzäune wäre diese Wetterwirkung von 1995/96 sicher nicht nachweisbar gewesen.

Statistik Poggendorf und Quitzin

Kontakt für Interessenten: NABU-Fachgruppe Feldherpetologie, Dr. Andreas Osterland, Wördenweg 4, 18334 Bad Sülze, Tel. 03 82 29-8 02 96, rana59@arcor.de.


Quitzin (Kreis Nordvorpommern)

An der Kreisstraße 12 von Grimmen nach Vorland bei Quitzin wird seit 1993 von der Unteren Naturschutzbehörde jeweils vom 15. Februar bis 15. Mai linksseitig ein 300 Meter langer Netzzaun installiert (Marke Kube - Vorteile durch schnellen Aufbau, gute Standsicherheit auch bei Wind- und Schneelast - kombiniert mit einem mit Aco-Pro Plastikleitzaun). Die ehreamtliche Betreuung hat eine Mitarbeiterin der Unteren Wasserbehörde des Kreises übernommen.

Winterquartier der Amphibien ist junger kleiner Pionierwald, Laichhabitat ist ein kleiner Teich gegenüber dem Zaun. Es kommen Erdkröte, Moorfrösche, Grasfrösche, einige Teichfrösche sowie einige wenige Teichmolche und Kammmolche vor. Erste Wanderungen 2002 gab es am Rosenmontag, durch die Kälteperiode nach Karneval ging es dann erst wieder am 27. Februar mit vereinzelten Grasfröschen weiter.

Kontakt für Interessenten: NABU-Fachgruppe Feldherpetologie, Dr. Andreas Osterland, Wördenweg 4, 18334 Bad Sülze, Tel. 03 82 29-8 02 96, rana59@arcor.de.


Tribsees (Kreis Nordvorpommern)

An der Kreisstraße von Tribsees nach Grimmen wird seit dem Jahr 2000 von der Unteren Naturschutzbehörde jeweils vom 10. März bis 15. Mai rechtsseitig ein 300 Meter langer Kube-Netzzaun installiert. Die ehrenamtliche Betreuung hat die Naturschutzjugend (NAJU) Tribsees übernommen. Die Winterquartiere der Amphibien liegen im Siedlungsbereich, Laichhabitat ist ein Teich im Volkspark.

Kontakt: NAJU Tribsees, Margit Schneider, Heilgeiststraße 11, 18465 Tribsees, Tel.+Fax 03 83 20-6 47 21, mail@naju-nvp.de.


Wustrow (Kreis Nordvorpommern)

An der Landesstraße 21 von Ribnitz nach Zingst wird vor Wustrow auf der Halbinsel Fischland seit 1999 von der Unteren Naturschutzbehörde jeweils vom 10. März bis 15. Mai linksseitig ein 400 Meter langer Netzzaun installiert (Marke Kube, Vorteile durch schnellen Aufbau, gute Standsicherheit auch bei Wind- und Schneelast). Die ehreamtliche Betreuung geschieht durch den Nationalparkförderverein Boddenlandschaft und durch Schüler der Wustrower Schule.

Winterquartier der Amphibien sind die Ostseedünen, Laichhabitat sind kleine Teiche und Erlenbrüche gegenüber dem Zaun. Es kommen viele Knoblauchkröten sowie Erdkröten, Moorfrösche, Grasfrösche, einige Springfrösche - in dieser Region eine Besonderheit -, einige Teichfrösche sowie wenige Teichmolche und Kammmolche vor. Durch diesen Zaun wird das größte Knoblauchkrötenvorkommen des Landkreises erhalten.

Kontakt für Interessenten: NABU-Fachgruppe Feldherpetologie, Dr. Andreas Osterland, Wördenweg 4, 18334 Bad Sülze, Tel. 03 82 29-8 02 96, rana59@arcor.de.