Krötenwanderung 2002

Amphibienschutz
in Hessen




Bad Nauheim * Bensheim * Darmstadt * Dieburg * Frankenberg * Gießen * Guxhagen * Kassel * Korbach * Lampertheim * Lautertal * Lorch * Neu-Isenburg * Odenwaldkreis * Offenbach * Rodgau-Dudenhofen * Waldsolms * Wehrheim * Weilmünster-Essershausen * Wettenberg * Wiesbaden * Zierenberg-Oberelsungen


Bad Nauheim (Wetteraukreis)

Seit rund 15 Jahren betreuen Rudi Nein und Arnold Falk vom NABU Bad Nauheim die Amphibienwanderungen entlang der Kreisstraße 173 zwischen den Stadtteilen Steinfurth und Wisselsheim. Nachdem lange Zeit mühsam mit flexiblen Zäunen gearbeitet wurde - wobei jeweils bis zu 4.000 Tiere zusammenkamen - wird die K 173 einschließlich der Seitenwege nun im dritten Jahr während der Wanderzeit jeweils von 19 bis 6 Uhr (Winterzeit) mit Baken abgesperrt. Während der Rückwanderung erfolgt die Sperrung nötigenfalls sogar rund um die Uhr. Der NABU ist vom Magistrat offiziell mit den Amphibienschutzmaßnahmen beauftragt, wobei die NABU-Aktiven eng mit dem städtischen Bauhof zusammenarbeiten. So übernimmt ein Bauhofmitarbeiter früh morgens auf dem Weg zur Arbeit das Öffnen der Absperrungen.

Die Amphibien queren die Straße im Wettertal nahe dem NSG und Natura-2000-Gebiet "Salzwiesen von Wisselsheim" auf einer Länge von rund zwei Kilometern, wobei die Tiere aus vier unterschiedlichen Populationen zuwandern. Es kommen vor allem Erdkröten vor, aber auch Grasfrösche, Berg- und Teichmolche sowie vereinzelt Springfrösche, Kamm-Molche und Knoblauchkröten. Teilpopulationen werden an einem festen Zaun in Eimer geleitet, so dass Zugintensität und Artenspektrum auch weiter kontrollierbar sind. Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen und eines Radwegebaus soll die K 173 demnächst mit insgesamt acht Kleintiertunneln versehen werden.

Kontakt: NABU Bad Nauheim, z.Hd. Rudi Nein, Bodestraße 42, 61231 Bad Nauheim, Tel. 0 60 32-8 43 73.


Bensheim (Kreis Bergstraße)

Unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr Langwaden betreuen NABU und BUND seit 1984 einen rund 800 Meter langen, fest installierten Holz-Amphibienzaun an der Landesstraße 3261 zwischen Hähnlein (Kreis Darmstadt-Dieburg) und dem Bensheimer Stadtteil Langwaden. Haupt-Sommerlebensraum der Amphibien - speziell der Erdkröten - ist die Rohrlache, ein relativ feuchter Teil des großen, nördlich der L 3261 gelegenen Gernsheimer Waldes (bereits Kreis Groß-Gerau). Auf ihrem Weg zu den Laichgewässern unmittelbar südlich der L 3261 müssen die Tiere rund 500 Meter Ackerfläche überqueren.

Die von der Erdkröte dominierten Bestände nahmen seit Mitte der achtziger Jahre drastisch ab, von zunächst rund 5000 Tieren auf nur noch 500 Anfang der neunziger Jahre. Nach der Anlage weiterer Ersatz-Laichgewässer konnten 2001 wieder mehr als 2600 Amphibien gezählt werden. Neben der Erdkröte kommen auch Gras- und Springfrosch, Grünfrösche sowie Teich- und Bergmolche vor. Kreuzkröten werden nur noch vereinzelt angetroffen, während sich die Zahl der registrierten Knoblauchkröten wieder langsam erholt. Statistik 1984 bis 2001 als Excel-Tabelle (37 KB)...

Endstand Bensheim-Langwaden: Die Zahl der Erdkröten ist mit unter 800 gegenüber rund 2.300 im vergangenen Jahr dramatisch zurückgegangen, obwohl vom Wasserstand her sehr günstige Bedingungen herrschen. Die gleiche Erscheinung kann aus Lampertheim berichtet werden. Es wird vermutet, dass am vom Klima begünstigten Oberrhein in den ersten Wärmperioden des Jahres und damit bereits vor Aufstellung der Zäune Amphibien in größerer Zahl wanderten. Anders als bei den Erdkröten gab es 2002 vergleichsweise viele Teichmolche, was mit dem hohen Grundwasserstand und dem Entstehen offener Wasserflächen zu tun haben dürfte. Langsam kommen auch die fast verschwundenen Knoblauchkröten wieder. Der Zaun wurde am 4. April abgebaut.

Zwischenstand 7 März: Bedingt durch den Regen und die relativ milden Temperaturen seit dem Abend des 6. März ist in Bensheim-Langwaden der erste größere Schub in der Amphibienwanderung aufgetreten. Die Ergebnisse vom Morgen des 7. März: 97 Erdkröten, 10 Springfrösche, 3 Grasfrösche, 1 Wasserfrosch, 1 Knoblauchkröte, 2 Bergmolche und 95 Teichmolche. Die deutlich gestiegenen Wasserstände der letzten Jahren haben dazu geführt, dass in den Altneckararmen viele offene Wasserflächen vorhanden sind und am Zaun im Gegensatz zu früheren Jahren vermehrt auch Wasserfrösche auftreten. Die Amphibienschützer hoffen, dass die Zeiten wiederkehren, in denen in einer Nacht über 1000 Amphibien am Zaun angekommen sind.

Kontakt: NABU Bergstraße, Gerhard Eppler, Bahnhofstraße 81, 68623 Lampertheim, Tel 0 62 41-8 18 44, gerhard.eppler@t-online.de.

Nach jahrelangen Bemühungen des NABU-Stadtverbands Bensheim-Zwingenberg ist es im Herbst 2001 endlich Wirklichkeit geworden: An der Landstraße östlich des Bensheimer Stadtteils Hochstädten am Melibokus ist ein fester Amphibienzaun mit Untertunnelung der Straße installiert worden. In den Vorjahren hatten zahlreiche NABU-Mitglieder auf unübersichtlicher Straßenstrecke den Amphibien über die Straße geholfen, was für unsere Leute selbst oft nicht ungefährlich war. Jedes Jahr hatte man dort etwa 1.200 Erdkröten sowie weitere Arten (Bergmolch, Grasfrosch, Feuersalamander) über die Straße getragen. Es hat zwar lange gedauert, ist aber im Ergebnis ein gutes Beispiel, wie Arbeitsteilung zwischen Behörden und Verbänden funktionieren kann: NABU Bensheim/Zwingenberg: Beantragung und Betreuung, Stadt Bensheim: Planung und Ausführung der Arbeiten, Amt für Straßen und Verkehrswesen: Finanzierung der Untertunnelung, Umweltamt des Kreises Bergstraße: Finanzierung der Zaunanlage.

Kontakt: NABU Bensheim/Zwingenberg, Stephan Schäfer, Ludwigstraße 36, 64625 Bensheim, Tel. 0 62 51-7 11 70.


Darmstadt

Bisher wurde die Kleyerstraße durch mobile Absperrungen nachts gesperrt. Die Absperrungen wurden jedoch auch umfahren oder von Autofahrern bei Seite geschoben. Seit 21. Februar standen nun erstmalig zwei Amphibienschutzzäune aus Kunststoff am Rand der Kleyerstraße. Das Umweltamt Darmstadt veranlasste den Aufbau der beiden 300 und 200 Meter langen Zäune.

Die Anlage wird morgens und abends von Freiwilligen kontrolliert. Außerdem betreuen unter der Woche auch ein Mitarbeiter und ein Praktikant des Umweltamtes Darmstadt die Anlage. Am Wochenende und abends werden die Tiere in Eimern von Freiwilligen über die Straße getragen. Kinder beteiligten sich in den Schulferien am Leeren der Fanggefäße. Weitere helfende Hände sind jederzeit willkommen.

TeichmolchZwischenbilanz: Rund 3.600 Amphibien fanden sich bis Mitte Juni in den Eimern am Amphibienschutzzaun, 2.500 Erdkröten, 600 Teich- und 500 Bergmolche sowie 2 Grünfrösche. Der Hinwanderzaun steht ohne Eimer, er dient jetzt nur noch als Sperrzaun. Die Eimer am Rückzaun werden weiterhin täglich morgens abgesucht, da noch der Großteil der adulten rückwandernden Molche aussteht. Seit Mitte Juni haben sich zu den bis jetzt wenigen rückwandernden Molchen auch rund 70 etwa 7 Millimeter große Jungkröten von diesem Jahr dazu gesellt. Ein Krötenregen von tausenden Tieren ist es aber bisher nicht. An einem anderen Laichgewässer wurden schon Mitte Juni im Darmstädter Wald hunderte umherhüpfende Jungkröten auf den Waldwegen gesehen.

Die Darmstädter Amphibienschützer benötigen Unterstützung auch im kommenden Jahr 2003 (ungefähr Februar bis Juni/Juli) und freuen sich über jede angebotene Hilfe zum Beispiel an einem Abend in der Woche für zwei Wochen, so wären schon mal zwei Abende mit Leerung abgedeckt. Oder eben an einem Morgen für zwei Wochen, so wären schon mal zwei morgendliche Leerungen abgedeckt. Es wird jeweils Zweiwochenpläne geben.

Kontakt: NABU Darmstadt, z.Hd. Annette Franz, a_franz@web.de.


Dieburg (Kreis Darmstadt-Dieburg)

Die NABU-Gruppen im östlichen Kreisgebiet (Altkreis Dieburg) betreuen zahlreiche Amphibienquerungen:

In Babenhausen-Hergershausen gibt es an der Straße von Hergershausen nach Eppertshausen auf Höhe des NSG Brakenbruch auf 120 Meter Länge einen festen beidseitigen Zaun mit vier Durchlässen. Leider werden außerhalb des Zauns noch Tiere überfahren. Die NABU-Gruppe überwacht den Zustand des Zauns. Es kommen Laubfrosch, Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch und Teichmolch vor. Kontakt: Wilfried Happel, Westend 2, 64832 Babenhausen.

In Groß Bieberau wird eine Wegstrecke an der Verbindungsstraße Groß Bieberau-Wersau in der Hauptwanderzeit mit Barrieren durch den NABU Groß Bieberau gesperrt. Ein anderer Teil der Straße kann nicht gesperrt werden da dort der Verkehr zu einem großen Steinbruch fließt. Die Sperrung wird jeweils am Morgen durch Arbeiter des Bauhofs wieder aufgehoben. Es kommen hauptsächlich Erdkröten vor, daneben Grasfrosch, Berg- und Teichmolche sowie Wechselkröten. Kontakt: Georg Heinlein, Wersauer Weg, 64401 Groß Bieberau.

Im Groß Umstädter Ortsteil Heubach steht seit 1998 an der Kreisstraße 104 ein 160 Meter langer fester Holzzaun, seit 2002 außerdem ein 80 Meter langer, mobiler Folienzaun. Die Tiere werden in Eimern gefangen und übergesetzt. Umgesetzt wurden 80 Erdkröten (55 Männchen und 25 Weibchen). Überfahren wurden 129 Stück. Weiterhin wurden 5 Grasfrösche und 1 Teichmolch umgesetzt. Der Hauptzug fand vom 12.-14. und vom 19.-21. März statt. Kontakt; Werner Kampfmann, Waldstraße 7, 64823 Groß Umstadt, Tel. 0 60 78-65 93, werner.kampfmann@t-online.de.

In Reinheim steht an der Bundesstraße 426 Reinheim-Ober Ramstadt/Hahn ein dauerhafter, 300 Meter langer Zaun ohne Durchlässe. Außerdem gilt hier zur Wanderzeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 bis 70 Stundenkilometer. Es kommen zu 99 Prozent Erdkröten und außerdem Grasfrosch und Bergmolch vor. 2002 begann die Wanderung hier am 26. Februar. Außerdem ist der Verbindungsweg Ueberau-Reinheim in Absprache mit der Stadt Reinheim während der Hauptwanderzeit nachts gesperrt. Es queren rund 300 Erdkröten die Straße. Kontakt: Dietmar Wanke, Brüder-Grimm-Straße 25, 64354 Reinheim, Tel. 0 61 62-59 19.

In Reinheim-Spachbrücken steht entlang der Verbindungsstraße Spachbrücken-Habitzheim auf Höhe des NSG Reinheimer Teich beiderseits ein 1,5 Kilometer langer dauerhafter Zaun mit vier Durchlässen. Da der Zaun in Teilen schon mangelhaft ist, gelangen immer wieder Tiere auf die Fahrbahn. Es kommen vor allem Erdkröten vor, im Jahr 2001 waren es 903 Stück. Wanderbeginn 2002 war am 11. März, insgesamt wurden nur 325 Erdkröten und 3 Grasfrösche gezählt. Kontakt: Bernd Seidl, Schäferweg 23, 64354 Reinheim, Tel 0 61 62-26 77, bernd.seidl@web.de.

An der Kreisstraße 128 (alte B 26) im Bereich der Fachhochschule Dieburg betreut die örtliche NABU-Gruppe einen beidseitigen festen Holzzaun von 800 Meter Länge. Der Zaun wurde vom NABU Dieburg mit Unterstützung der Stadt und des Kreises gebaut und auch die Unterhaltung führt der NABU selbst durch. Es wird beidseitig in Eimern gefangen und übergesetzt. Nach der Hauptwanderzeit wird der Zaun wieder geöffnet. 2001 wurden 1.424 Erdkröten sowie rund 100 Frösche und 30 Molche eingesammelt. 2002 begannen die Wanderungen bereits am 11. Februar mit 30 Erdkröten. Kontakt: Gottfried Klein, Schillerstraße 6, 64859 Eppertshausen, Tel. 0 60 71-6 27 04.

Im zu Otzberg gehörenden Ober-Klingen gibt es einseitig entlang der Straße Ober-Klingen-Hassenroth einen 300 Meter langen dauerhaften Zaun mit Fangeimern. Die Tiere kommen aus dem Wald und wandern zu einem künstlich angelegten Fischteich. Die Maßnahme läuft bereist seit 1985. Es kommen bis zu 2000 Erdkröten, bis zu 190 Molche, bis zu 40 Grasfrösche und 30 Feuersalamander vor. Kontakt: NABU Ober-Klingen, Konrad Patiga, Am Beunefeld 14, 64853 Otzberg, Tel. 0 61 62-7 33 73.

In Fischbachtal steht seit 1996 einseitig an der Kreisstraße 73 Niedernhausen-Nonrod ein fester Zaun mit verschließbaren Öffnungen und Fangeimern. Zuvor hatte es hier seit 1982 einen Folienzaun gegeben. 1982 waren es noch weniger als 500 Tiere, hauptsächlich Erdkröten und daneben Grasfrosch, Berg- und Teichmolch, Feuersalamander, Fadenmolch und Springfrosch. 2001 waren es dann etwa 2000 Erdkröten, doch die anderen Arten sind fast verschwunden. Die Tiere kommen aus dem Wald und wandern zu künstlichen Fischteichen. Kontakt: Werner Bert, In den Eckwiesen 9, 64405 Fischbachtal, werner@fambert.de.

In Schaafheim schließlich wurde 2000 an der Landesstraße 3116 Babenhausen-Schaafheim auf 300 Meter Länge ein fester Zaun mit zwei Durchlässen installiert. Zuvor hatte es von 1981 bis 1992 einen Folienzaun gegeben. 1981 waren etwa 550 Tiere, hauptsächlich Erdkröten aber auch Teich- und Bergmolche. Die Aktion wurde ab 1992 eingestellt da nur noch etwa 60 Erdkröten gefangen wurden. Die heutige Anzahl der Tiere ist nicht bekannt, da keine Amphibien mehr gefangen werden. Kontakt: Dieter Göbel, Kantstraße 8, 64850 Schaafheim, Tel. 0 60 73-8 01 19.

Zusammenstellung: NABU-Kreisverband Dieburg, Georg Schneider, Hippelsbach 15, 64395 Brensbach, Tel. (d) 0 61 51-32 26 55, (p) 0 61 61-329, nabu-kv-dieburg@abacho.de.


Frankenberg (Kreis Waldeck-Frankenberg)

Die NABU/NAJU-Gruppe Frankenberg baut einen Krötenschutzzaun am Ortseingang von Rengershausen auf, direkt an der Landesgrenze zu NRW. Die Betreuung übernehmen interessierte Bürger aus dem Dörfchen Rengershausen. Der Zaun wird zum zweiten Mal aufgebaut, da das Krötenproblem 2001 erstmals massiv auftrat. Es wandern überwiegend Erdkröten.

Kontakt: Frank Seumer, NABU/NAJU Frankenberg, Dr.-Loderhose-Straße 16, 35066 Frankenberg (Eder), Tel. 0 64 51-589-143 (tagsüber), frank.seumer@t-online.de.


Gießen

Der NABU Gießen betreut Amphibienschutzzäune am Leihgesterner Weg zwischen Gießen und Linden-Forst (nahe Oberhof) sowie am Hopfenstein an der Landesstraße zwischen Gießen und Dutenhofen. Der Aufbau findet am letzten Februar- und ersten Märzwochenende statt. Seit dem 28. Februar ist außerdem im Stadtteil Rödgen die Udersbergstraße (K 22) zwischen der B 49 und der L 3126 gesperrt (Montags bis Donnerstags zwischen 19 und 7 Uhr sowie durchgehend von Freitag 19 Uhr bis Montag 7 Uhr). Die Sperrung endet voraussichtlich am 28. März, die Umleitungsstrecke ist beschildert.

Kontakt: NABU Gießen, Oliver Tschirschnitz, laubfrosch2010@aol.com, Tel. 06 41-303-25 33 (tagsüber) oder 06 41-3 57 74 (abends).

Erste Wanderungen 2002 am Leihgesterner Weg am 26. Februar.


Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis)

Der NABU Unteres Edertal (Felsberg, Guxhagen, Edermünde) führt dieses Jahr zum zehnten Mal eine Amphibienschutzaktion durch auf einer Landesstraße in der Söhre (etwa 500 Meter hoher Mittelgebirgszug südöstlich von Kassel) in der Nähe des einen Hektar großen, allseitig von Wald umgebenen Stellbergsees.

In den ersten beiden Jahren wurden bei Einbruch der Dunkelheit in den Märzwochen während der Krötenwanderung die über die Straße wandernden Tiere in Eimern aufgesammelt und zum See (360 Meter über NN) gebracht. Seit 1995 wird jährlich von zahlreichen Helfern an dem gut 300 Meter langen Straßenabschnitt beidseitig ein Kunststoffgeflechtzaun aufgestellt und allmorgendlich kontrolliert. Der Zaun wurde von der Landesforstverwaltung angeschafft. Von der Straßenmeisterei werden zusätzlich jährlich Hinweisschilder aufgestellt. Mittelfristig ist die Errichtung mehrerer Amphibienstraßentunnel mit festen Leitanlagen vorgesehen.

Wandernde Amphibienarten: In erster Linie Erdkröten, aber auch Bergmolche, Teichmolche, Springfrösche, Grasfrösche, Feuersalamander und Kammmolche. Jährliche Hinwanderungen (7-Jahres-Mittelwert): 3383 Erdkröten. Nächte mit über 250 wandernden Kröten (7-Jahres-Mittelwert): 7,28 Nächte/Jahr. Nächte mit über 500 wandernden Kröten (7-Jahres-Mittelwert): 3,28 Nächte/Jahr. Maximum: 1044 Erdkröten in der Nacht vom 15. zum 16.3.1997. Beginn der Wanderungen: 9-Jahres-Mittelwert 14. März; frühester Beginn 4. März (1998); spätester Beginn 7. April (1996).

Bilanz 2002: Der Krötenzaun wurde am 23.2. aufgestellt. Der Schutzzaun war so dicht, dass nur 24 Erdkröten, meist im Randbereich des Zaunes, überfahren wurden. Der Hinzug begann am 12.2., der Rückzug begann am 24.3., am 7.5. wurde der Schutzzaun wieder abgebaut. Maximum: 744 Erdkröten am 19.3. Insgesamt wanderten 2.880 Erdkröten zum Stellbergsee, damit wurden nach dem etwas schlechteren Jahr 2001 (2.250 Exemplare) wieder die Zahlen von 2000 erreicht.

Dieses Jahr wirkten außer zahlreichen erwachsenen Naturfreunden erstmals auch Kinder der Bilsteinschule in Edermünde-Besse an der Aktion mit. An drei Samstagen im März/April übernahmen insgesamt 16 Kinder, zumeist mit ihren Eltern, die Kontrolle des Krötenzaunes am Stellbergsee. Von den knapp 3000 über die Straße gewanderten Erdkröten haben die Besser Kinder bei 313 Tieren Hilfsdienste verrichtet sowie einen Teichmolch versorgt und dabei auch erlebt, wie sehr die Wanderaktivität vom Wetter abhängt. Das Foto oben zeigt die Kinder beim Einsetzen der geretteten Erdkröten in den Stellbergsee.

Kontakt: NABU Unteres Edertal, Helmut Kraft, Stellbergstraße 16, 34302 Guxhagen, Tel. + Fax 0 56 65-10 52, kraft.guxhagen@freenet.de.


Kassel-Bettenhausen (Kreis Kassel)

Mitglieder des NABU Kassel betreuen einen fest installierten Amphibienleitzaun im Kasseler Stadtteil Bettenhausen im Landschaftsschutzgebiet Eichwald (Meeres-Höhe 170 Meter ). Am 2. Februar (bei 13 Grad) machten sich die ersten männlichen Fadenmolche auf den Weg.

Kontakt: Andreas Grotstück, Am Alten Friedhof 5, 34266 Niestetal-Heiligenrode, Tel. 05 61-5 29 99 98, grotstueck@t-online.de.


Korbach (Kreis Waldeck-Frankenberg)

Seit fast 20 Jahren baut der NABU Korbach den Amphibienschutzzaun an der Straße von Korbach-Lengefeld nach Korbach-Eppe in Höhe der Ortschaft Goldhausen auf. Der Plastikzaun hat eine Länge von etwa 400 Metern und deckt den Wanderweg vom angrenzenden Wald zum Laichgewässer Goldhäuser Teich ab. Die Population hat sich bei 5000 Erdkröten eingependelt. Außerdem finden sich einzelne Grasfrösche, Bergmolche und Teichmolche.

Dieses Jahr wurde der Zaun am 2. März aufgestellt. Erste Tiere wurden ab 5. März festgestellt, bis zum 10. März wurden 50 Tiere gesammelt. Für den Straßenabschnitt der oft befahrenen Straße gilt eine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometer. Aktuell plant der NABU den Bau einer stationären Leiteinrichtung auf einer Länge von zunächst 100 Metern. Die Finanzierung soll über Mittel der Ausgleichsabgabe erfolgen.

Kontakt: NABU Korbach, Peter Koswig, peter.koswig@t-online.de, sowie Horst Hesse, Tel. 05631-13 86.

Zwischenstand 19. März: Bisher wurden rund 2.000 Tiere eingesammelt, eine Rückwanderung ist noch nicht feststellbar.


Lampertheim (Kreis Bergstraße)

Der NABU Lampertheim betreut seit 1985 zwei Krötenzäune am Sandtorfer Weg und an der Mannheimer Straße (Grube Feuerstein). Der von 1985 bis 1996 NABU-betreute Zaun an der NATO-Straße am Lampertheimer Altrhein hat 1997 die Stadt Lampertheim übernommen. Aufgrund einer Neuplanung der Kreisstraße 3 wurde außerdem im Jahr 2000 noch ein zusätzlicher Zaun am Anglersee aufgebaut.

Die Mannheimer Straße ist eine nicht ausgebaute Straße am Waldrand, die jedoch durch eine dort ansässige Gastwirtschaft und das Truppenübungsgelände stark befahren ist. Der Sandtorfer Weg ist eine normal stark befahrene Hauptstraße. An der Mannheimer Straße ist der Zaun 250 Meter, am Sandtorfer Weg 150 Meter lang. Die flexiblen Kunststoffzäune werden jeweils Ende Januar/Anfang Februar aufgebaut. 2001 fanden sich an der Mannheimer Straße 1400 Erdkröten, 1250 Bergmolche und 633 Teichmolche sowie Gras- und Wasserfrösche und eine Kreuzkröte. An der NATO-Straße wurden auf der Hinwanderung 413 und auf der Rückwanderung 250 Erdkröten gezählt, ein Jahr zuvor waren es bei der Rückwanderung sogar 868 erwachsene und mehr als 5000 junge Erdkröten. 2002 wurden die ersten Tiere am 26. Februar gesichtet.

Kontakt: NABU Lampertheim, H. Will, Danziger Straße 32, 68623 Lampertheim, Tel. 0 62 06-5 34 54; Andrea Hartkorn, andrea.hartkorn@t-online.de.

Endstand 2002: Die Zäune wurden am 9. April abgebaut. An der Grube Feuerstein kamen zusammen 7 Grasfrösche, 562 Erdkröten, 1.157 Bergmolche, 68 Teichmolche, 1 Kreuzkröte, 125 Wasserfrösche und 6 Knoblauchkröten. Am Sandtorfer Weg ergab die Aktion 3 Grasfrösche, 84 Erdkröten, 38 Bergmolche, 1 Teichmolch, 3 Kreuzkröten und 84 Wasserfrösche. Es gab 2002 vergleichsweise wenige Grasfrösche in den Eimern. Die Vermutung liegt nahe, dass die Tiere bereits Ende Januar/Anfang Februar gelaufen sind - der Zaunbau war Ende Februar.


Lautertal (Kreis Bergstraße)

Die NABU-Gruppe Elmshausen betreut in der im vorderen Odenwald gelegenen Gemeinde eine Amphibienquerung am Striethweg. Seit 1992 wird dieser Weg auf Anordnung der Kommune jeweils zwischen dem 15. Februar und dem 15. April von 20 bis 6 Uhr mit einer Schranke abgesperrt - wobei die Sperrung nur bei "Amphibienwetter" wirklich durchgeführt wird, das sind meist 20 von 60 möglichen Nächten. Rettungsdienste wie Feuerwehr oder Ambulanz sind mit Schlüsseln ausgestattet, so dass diese sich im Notfall Zugang zum Sperrbereich verschaffen können.

Kontakt: NABU Elmshausen, Paul Reil, Hochstedter Straße 31, 64686 Lauteral-Elmshausen, Tel. 0 62 51-6 95 55, Fax -84 92 55, 06251849255@t-online.de.


Lorch (Rheingau-Taunus-Kreis)

Der NABU Rheingau betreut seit 1994 die Amphibienwanderung im Wispertal zwischen Lorch und Bad Schwalbach in der Nähe des Naturschutzgebietes Schittkamm. Die stationäre Anlage weist leider große Mängel auf (Röhrenquerschnitt zu klein, mobile Ergänzung notwendig, da die Tiere den Überquerungsweg geändert haben). Parallel zur Amphibienrettungsaktion hat der NABU in der Vergangenheit spezielle Seminare für die Helfer über die Erstellung der Schutzzäune und die Biologie der Amphibien im Naturschutzzentrum Rheingau abgehalten.

Problematisch ist, dass die Tiere die Schutzanlage einfach überspringen können. Nur wenn es bisher gelang, die eine Nacht der Hauptwanderung zu erkennen und mit Rettern zu besetzen, konnten teils 900 Tiere pro Nacht über die Straße getragen werden. Erfahrungsgemäß sammeln die Rheingauer bis Ende April/Anfang Mai täglich mit zwei Durchgängen, wobei im Jahr zwischen 6.000 und 10.000 Tiere gerettet werden. Die mobile Amphibienschutzanlage wird am 23. Februar errichtet (einseitig, rund 700 Meter), außerdem muss die stationäre Anlage (beidseitig jeweils 150 Meter) teilweise repariert werden.

Kontakt: NABU Rheingau, Tel. 0 67 22-61 35, Schwarz.BBV@t-online.de, Schutzanlage: Dietrich H. Schwarz, Statistik und Erfassungsbögen: Joachim Eckert, Koordination und Hotline: Dagmar Schwarz.


Neu-Isenburg (Kreis Offenbach)

In Neu-Isenburg betreut die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) einen 150 Meter langen Amphibienzaun an der vierspurigen Landesstraße 3117 nahe der A 661 Richtung Heusenstamm. Den Zaun stellt jeweils die Stadt auf. Im vergangenen Jahr wurden hier mehr als 8.000 Amphibien gezählt, in diesem Jahr waren es bis 21. Februar auch schon über 500 Frösche und Molche.

Kontakt: HGON-Arbeitskreis Rodgau und Dreieich, Ernst Böhm, Kapitän-Strasser-Straße 32, 63263 Neu-Isenburg, Tel. 069-69 11 52.


Odenwaldkreis

Bergmolch-Männchen in PrachtkleidDie NABU-Gruppen im Odenwaldkreis betreuen mehrere Amphibienzäune. So kümmert sich die Ortsgruppe Michaelstadt-Steinbuch um die Bundesstraße 47 zwischen Michelstadt und Rehbach, wo stationäre Zäune stehen. Auch von Zeit zu Zeit notwendige Reparaturen führt die NABU-Gruppe durch. Einen weiteren, temporären Zaun betreut der NABU Erbach im Stadtteil Günterfürst, die Gruppe Brensbach kümmert sich um die Verbindungsstraße von Brensbach nach Höchst.

Kontakt: NABU Odenwaldkreis, Gerhard Germann, Am Rehtor 11, 64720 Michelstadt-Steinbuch, gerhardgermann@t-online.de.

Zwischenstand 2. April: Die Wanderungen begannen in Rehbach am 7. März noch zögerlich mit rund 20 Tieren, erst am 11. März ging es weiter und die Wanderungen wurden dann auch stärker. Grasfrösche hatten bis zum 10. März ungefähr 50 Laichballen abgelaicht. Nach Ostern dürfte nun auch im Odenwald der Zug der Erdkröten größtenteils abgeschlossen sein, vielleicht kommen noch ein paar Nachzügler, wenn es wieder wärmer wird. Die letzten 8 Tage war es nachtsüber sehr kalt - einige Grad unter Null.


Offenbach-Bieber (Kreis Offenbach)

Auch in Offenbach-Bieber wandern seit dem 9. Februar die ersten Kröten. Die Zäune sind vom Umweltamt der Stadt Offenbach aufgestellt worden.

Kontakt: Renate Heidenreich, reheiwabe@t-online.de
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Aktuelle Meldungen: 9.2. zehn Erdkrötenmännchen und acht Weibchen sowie ein Grasfrosch; 12.2. drei Krötenmännchen, ein Weibchen und wieder ein Grasfrosch.


Rodgau-Dudenhofen
(Kreis Offenbach)

Die ersten acht Erdkröten 2002 wurden in Rodgau-Dudenhofen am Abend des 9.2. zwischen 19 und 19.40 Uhr in der Nähe der "Gänsbrüh" (800 Meter vom Laichgewasser entfernt) von Armin Hoenig entdeckt. Es herrschte starker Regen bei leichtem Wind und einer Bodentemperatur von 8,5 Grad Celsius. Weitere Sammelergebnisse: 8 Erdkröten am 11.2., 16 am 12.2., 11 am 13.2., 14 am 25.2. und 23 am 26.2.

Kontakt: Armin Hönig, Niederröder Straße 28, 63110 Rodgau, www.ziegenmelker.de


Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis)

Die NABU-Gruppe Waldsolms betreut seit über zehn Jahren zwei Amphibienzäune an der Kreisstraße 367 nördlich von Hasselborn (700 Meter lang) und an der Landstraße 3055 nördlich von Griedelbach (250 Meter lang). Beide Zäune werden jeweils Anfang März aufgebaut und bestehen aus gewelltem Kunststoff. An der K 367 queren bis zu 2000 Erdkröten sowie einige wenige Teich- und Bergmolche; als Laichgewässer dienen Fischteiche und nasse Mulden. An der L 3055 ziehen die Amphibien zu einem kleinen Feuchtbiotop. Neben 300 bis 600 Teichmolchen und um die 100 Bergmolchen werden hier auch rund 50 Kammmolche gezählt. Mehr...

Kontakt: NABU Waldsolms, c/o Stephan Schubert, Diebacher Weg 12, 35647 Waldsolms, Tel. 0 60 85-28 72, d. 0 60 81-94 00 50, webmaster@nabu-waldsolms.de.

Endstand 2002: Auch in Waldsolms lagen die Wanderschwerpunkte in der zweiten und dritten Märzdekade. Dabei gingen insgesamt 840 Tiere in Hasselbronn und 152 Tiere in Griedelbach in die Eimer. Die Ergebnisse waren damit erheblich niedriger als in den Vorjahren, vor allem bei den Erdkröten waren die Einbrüche massiv. Statistik von 1987 bis 2002 (Excel-Datei mit 24 KB)...


Wehrheim (Hochtaunuskreis)

Der NABU Wehrheim betreut seit 1988 einen Krötenzaun an der Nebenstraße zwischen Wehrheim und Obernhain. Der Holzzaun ist rund 120 Meter lang, und inzwischen leider ziemlich marode. Die Amphibien werden in eingegrabenen Eimern gesammelt. Der NABU bemüht sich seit fünf Jahren vergeblich, dass die Untere Naturschutzbehörde Geld für eine Erneuerung des Zaunes bewilligt und eventuell eine Untertunnelung finanziert. Es kommt immer wieder vor, dass die Tiere den Zaun umgehen oder irgendwie überwinden, so dass jedes Jahr zwischen 40 und 50 Todesopfer zu beklagen sind. Es wandern hier fast ausschließlich Erdkröten, 2001 waren es 890 Tiere und im Jahr davor waren es 1100. Das Laichgewässer ist ein Mühlenteich mit Fischbesatz.

Kontakt für Medien und Interessenten: NABU Wehrheim, Franz Josef Salzmann, Bahnhofstraße 8, 61273 Wehrheim, Tel. 0 60 81-51 13, franz-josef@salzmannweb.com.


Weilmünster-Essershausen (Kreis Limburg-Weilburg)

Zum ersten Mal hat der NABU Essershausen in diesem Jahr bei Bernbach einen etwa 150 Meter langen Krötenzaun entlang der Landesstraße zwischen Weilburger Kreisel und Braunfels aufgebaut. Die Tiere sind dort auf dem Weg von ihrem Winterquartier im Wald zu den Teichen oberhalb von Philippstein. Außerdem betreut der NABU bereits seit einigen Jahren einen Amphibienschutzzaun an der Bundesstraße 456 nach der Abfahrt Möttau.

Kontakt: NABU Essershausen, Christoph Gath, Wolfenhäuser Weg 18, 35789 Weilmünster, Tel. 64 75-60 96, christophgath@freenet.de.

Im Kreis Limburg-Weilburg gelten nach Aussage der Oberen Naturschutzbehörde beim Gießener Regierungspräsidium folgende weitere Straßenabschnitte als Schwerpunkte für Amphibienwanderungen: B 417 zwischen Limburg und Linter (Höhe Teich L 3021 Ortsausgang Weinbach Richtung Freienfels), L 3046 zwischen Thalheim und Hundsangen im Bereich der Teiche, L 3281 Ortsausgang Probbach Richtung Winkels, L 3370 Ortsausgang Merenberg Richtung Barig-Selbenhausen, L 3452 Schupbach Richtung Wirbelau, Höhe Teiche am Kerkerbach und K 514 Ortsausgang Dombach Richtung Bad Camberg.


Wettenberg, Ortsteil Krofdorf-Gleiberg (Kreis Gießen)

Der NABU Krofdorf-Gleiberg betreut seit 1983 einen Krötenzaun am Hirschsprung an der Kreisstraße K 394 im Krofdorfer Forst zwischen Krofdorf-Gleiberg und Salzböden. Die beiden Gewässer haben zusammen eine Größe von 2.000 Quadratmetern und eine maximale Tiefe von vier Metern. Während das südlich gelegene, tiefere Gewässer nahezu vegetationsfrei ist und den Charakter eines kleinen Sees hat, ist das nördlich gelegene, flachere Gewässer schon weitgehend von Schwimmendem Laichkraut und Gemeinem Wasserschlauch durchwachsen und eher als Weiher einzustufen.


1984/85 wurde die Kreisstraße untertunnelt und der Krötenzaun jährlich trichterförmig zu den beiden neu angelegten Tunneln aufgebaut. Da die Tunnel von den Amphibien augenscheinlich nicht angenommen wurden (fehlendes Licht, kalter Boden/Beton, "Höhleneffekt" aufgrund der Tunnellänge) und die Populationsstärke zurückging, wurde ab 1990 der Zaun auf 200 Meter Länge auf der Ostseite der Straße parallel zu dieser aufgebaut. Der Zaun (feinmaschige schwarze Kunststoffbahn, die an einem in 50 Zentimeter über dem Boden an Pfosten befestigten Draht angehängt wird) wird vor den ersten warmen Nächten im Frühjahr - meist Anfang März - nur für den Hinzug montiert, da der Rückzug sich meist über mehrere Monate erstreckt. Im Abstand von 10 bis 15 Metern sind durchlöcherte Eimer in den Boden eingelassen, in denen die Amphibien gesammelt werden. Morgens werden die in den Eimern befindlichen Amphibien bestimmt, zahlenmäßig erfasst und über die Straße zu den Laichgewässern gebracht.

Jährlich werden - von Osten her kommend - bis zu 4.000 Amphibien in den Eimern angetroffen. Den größten Anteil bilden im langjährigen Mittel die Erdkröten. Daneben sind Grasfrösche, Berg-, Teich- und Kammmolche sowie Feuersalamander vorhanden. Die Geburtshelferkröte ist seit der teilweisen Verbuschung der einst kahlen Hänge nicht mehr zu hören. Die Populationsstärken schwanken stark. So waren es bei der Erdkröte in den Jahren 1984 und 1997 waren 3.440 beziehungsweise. 2.970 Tiere, in den Jahren 1990 und 1992 wurden weniger als 800, 2000 und 2001 sogar nur etwa 680 Erdkröten ermittelt.

Daneben werden im Naturschutzgebiet Holzwäldchen im Südteil der Gemarkung die Teiche und Tümpel ebenfalls vom NABU betreut. Hier kommen neben Erdkröte, Berg- und Teichmolch auch ein starker Bestand der Kreuzkröte und des Kammmolches vor. Schutzmaßnahmen in Form von Zäunen sind nicht notwendig.

Helfer sind jederzeit willkommen. Der Zaunaufbau erfolgt witterungsabhängig, also bevor die ersten "warmen" Nächte (über 5 °C Nachttemperatur und Regen) zu erwarten sind. Kontakt für Interessenten und Presse: NABU Wettenberg, Hans-R. Wegener und Oliver Wegener, Kirchgäßchen 2, 35435 Wettenberg, Tel. 06 41-98 03 36, agrofor@t-online.de.

Bilanz 2002: In Wettenberg wurde der Zaun am 16. März aufgebaut - und damit genau richtig zum Beginn des Hauptzuges. Zaunabbau war am 27. April. Dabei wurden am Weiher "Hirschsprung" insgesamt 628 Erdkröten (502m, 121w), 191 Bergmolche (80m, 111w), 321 Teichmolche (112m, 209w), 7 Kammmolche (3m, 4w), 5 Feuersalamander und 8 Grasfrösche gezählt. In der Summe also 1160 Individuen. Bei den Erdkröten bedeutete dies das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984. Auch bei den Molchen ist ein starker Rückgang im Vergleich zu den sehr guten Vorjahren festzustellen.

Zahlenreihen der wichtigsten Arten am Weiher Hirschsprung:

Erdkröte Grasfrosch Bergmolch Teichmolch
1984
3.441
117
388
67
1990
754
9
159
51
1991
927
49
340
117
1992
766
48
249
79
1993
1.137
56
174
81
1994
1.543
65
238
87
1995
2.109
108
491
124
1996
2.812
45
292
64
1997
2.967
30
379
145
1999
1.089
136
859
967
2000
678
13
695
1.457
2001
682
111
329
538
2002
628
8
191
321

 


Wiesbaden

In der Landeshauptstadt installiert die Biotoppflegegruppe des Grünflächenamtes Krötenleitzäune am Eishausweiher an der Lahnstraße, im Goldsteintal bei Sonnenberg und nahe dem Klärwerk Auringen sowie zwischen Auringen und der Hockenberger Mühle. Die Körten erreichen dann so Untertunnelungen. Da nicht überall Tunnel existieren, werden außerdem die Kreisstraße 661 und die Zufahrt zur Grillhütte Kellerskopfstollen bis Ende April von 19 Uhr bis morgens 6 Uhr gesperrt und der Verkehr wird umgeleitet.

Kontakt: Stadt Wiesbaden, Untere Naturschutzbehörde, Tel. 0611-31 43 83 oder -31 37 11.


Zierenberg-Oberelsungen (Kreis Kassel)

Der NABU Oberelsungen betreut seit Ende der 70er Jahre die Amphibienwanderungen an der Kreisstraße 87 zwischen Oberelsungen und Escheberg (im Bild unten: Zaunaufbau 2002 am 18. Februar). Der Escheberger Teich gehört zu einem der größten Laichplätze in der Umgebung. Der Amphibienbestand wird auf rund 40.000 Tiere geschätzt. Nach der Auswertung einer von der Oberen Naturschutzbehörde genehmigten Zählung entfallen davon 37 Prozent auf die Erdkröte, 35 Prozent auf den Teichmolch und 27 Prozent auf den Bergmolch. Nachgewiesen sind auch Fadenmolch, Kammmolch und Grasfrosch.

1987 wurden auf Antrag des NABU zwei Amphibiendurchlässe mit einen festen Holzablenkzaun von 300 Meter Länge gebaut. Der feste Zaun wird alljährlich mit einen eigen entwickelten Kunststoffzaun erweitert. Durch die Anlage einer Golfclubs 1995 hat der Straßenverkehr in diesem Abschnitt stark zugenommen. Seitdem versucht der NABU immer wieder mit Nachdruck die bestehende Anlage zu erweitern. Die feste Anlage aus Holz steht nunmehr 15 Jahre und muss dringend an einigen Stellen repariert werden. Mittel wurden hierfür in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Der NABU arbeitet eng mit dem Artenschutzreferat der Oberen Naturschutzbehörde beim RP Kassel zusammen. Zusätzliche Helfer sind jederzeit willkommen. Kontakt: Markus Dietrich, Nothfelder Straße 27, 34289 Zierenberg-Oberelsungen, Tel. 0 56 06-26 45 oder Otto Reinhard, Tel. 0 56 06-37 80, NABU.Oberelsungen@gmx.de.

Bilanz 2002: Die Aktion ging vom 18. Februar bis zum 3. April, beteiligt waren 15 Helferinnen und Helfer aus der Ortsgruppe und aus der Bevölkerung. Die Wanderhöhepunkte lagen um den 18. März und vom 31. März bis 2. April. Insgesamt wurden 2.144 Tiere eingesammelt, davon 1.276 Erdkröten (1.012m, 264w), 410 Teichmolche (408m, 2w), 253 Bergmolche (252m, 1w) und 3 Kamm-Molche (2m, 1w) sowie 202 Totfunde.

Zwischenstand 20. März: Die ersten drei Molche wurden am 9. März gesichtet, die ersten Erdkröten zwei Tage später, als auch die Warnschilder aufgestellt wurden. Der größte Wanderschub kam dann am 17. März mit 90 Erdkröten männlich und 15 weiblich, 32 Teichmolchen und 24 Bergmolchen sowie 1 Kammmolch und am 18. März mit 178 männlichen und 35 weiblichen Kröten, 127 Teichmolche, 61 Bergmolchen und 2 Kammmolchen - bei jeweils 12 Grad. Gesammelt wird jeweils ab 20 Uhr eine bis anderthalb Stunden lang, hauptsächlich im Ort Escheberg der an die ortsfeste Leitanlage anschließt. Leider gibt es durch den Verkehr immer noch erhebliche Todfunde. Erfreulich ist, dass das Geschlechterverhältnis bei den Erdkröten sich dieses Jahr auf 1 Weibchen zu 5,4 Männchen verbessert hat, in den Vorjahren war das Verhältnis ungefähr bei 1 zu 7. Im Bild oben Molche aus der Sammlung vom 19. März.