Krötenwanderung 2002

Amphibienschutz
in Bayern




Cham * Engelsberg * Haßfurt * Hof * Holzkirchen * Kahl am Main * Karlstein am Main * Kirchehrenbach * Pfaffenhofen * Sengenthal * Weißenburg


Cham (Landkreis Cham)

GrasfroschDie LBV-Kreisgruppe Cham betreut seit den 80er Jahren mehrere Krötenzäune im Landkreis Cham, von denen leider im Laufe der Jahre einige aufgelöst wurden, da die Vorkommen von Erdkröte und Grasfrosch erloschen sind. Mögliche Ursache dafür ist eine fehlende feste Leiteinrichtung, die eine sichere Rückwanderung der Amphibien garantiert. Die saisonell aufgestellten Kunststoffzäune bieten nur begrenzten Schutz bei der Hinwanderung zum Laichgewässer.

Derzeit organisiert die Kreisgruppe die Betreuung von vier Krötenzäunen. Einer davon befindet sich an der Staatsstraße 2140, genau im Bereich der Landkreisgrenze Cham/Regen in Weihermühle auf einer Länge von 700 Metern. Die viel befahrene Straße queren im Frühjahr jährlich rund 600 Amphibien, vor allem Erdkröten. Aber auch Grasfrösche und Teichmolche werden in den Eimern gefunden. Bis jetzt (7. April) sind 2/3 des Bestands am Laichgewässer angekommen und haben dort mit dem Ablaichen begonnen.

Ein weiterer Zaun befindet sich an der Kreisstraße 10 zwischen Blaibach und Berndorf. Dieser Zaun gliedert sich in zwei Streckenabschnitte von 300 und 400 Metern. Er besteht aus Polyester-Welldach, das im Abstand von zwei Metern mit Holzpfosten fixiert wird. In der Zeit zwischen Anfang März und Ende April queren rund 500 Amphibien ( Erdkröten und Grasfrösche) die gut befahrene Straße. In diesem Jahr kam es zu einem bedauerlichen Zwischenfall. In der Nacht vom 22. auf 23. März wurde der Zaun auf einer Länge von 100 Metern mutwillig alle zwei Meter durchschnitten. Bis jetzt konnten die Täter nicht ermittelt werden. An diesem Zaun ist die Wanderung zum Laichtümpel beinahe abgeschlossen.

Auch auf der Kreisstraße 2 zwischen Oberndorf und Zandt schützen 400 Meter Amphibienzaun die wandernden Lurche vor den tödlichen Autoreifen. Dieser Zaun wird ebenso wie der vorgenannte vom LBV-Mitglied Manfred Renner aus Miltach betreut. Auf diesem Streckenabschnitt sind bis heute rund 200 Amphibien in den Eimern gefunden worden. Damit ist an diesem Zaun erst die Hälfte des zu erwartenden Amphibienbestandes angekommen.

Zusätzliche Helfer zur Betreuung sind jederzeit willkommen. Kontakt für Interessenten und Presse: LBV-Zentrum "Mensch und Natur", Nößwartling 12, 93473 Arnschwang, Tel. 0 99 77-82 27, Fax 0 99 77-82 24, info@lbvcham.de.


Engelsberg (Kreis Traunstein)

BergmolchDie LBV-Gruppe Engelsberg betreut seit zehn Jahren eine Amphibienquerung an der Staatsstraße 2355 im Eigelwald bei Bock. Dort gibt es ein Beton-Leitsystem mit einem Durchlass von rund einem Meter Durchmesser, Waldeinfahrten sind mit flexiblem Zaun abgegrenzt. Außerdem wurde ein neuer Weiher zusätzlich zum alten Fischteich angelegt. Neben rund 1500 Erdkröten wanderten im vergangenen Jahr fast 1000 Bergmolche und 800 Teichmolche sowie in geringer Zahl auch Gras-, Spring- und Teichfrösche und Gelbbauchunken.

 
Erdkröten m.
Erdkröten w.
Bergmolche
Teichmolche
sonstige
1992
626
268
107
133
49
1993
2.229
346
230
255
34
1994
2.039
668
128
88
14
1995
1.420
519
218
217
24
1996
634
297
128
208
24
1997
466
340
230
277
5
1998
650
250
100
100
-
1999
986
262
861
647
39
2000
1.138
250
811
480
23
2001
1.127
387
969
817
34
2002
1.109
463
888
636
19

Erste Wanderungen 2002: 33 Bergmolche (12m/21w), 57 Teichmolche (31m/26w) und zwei Grasfrösche am 2. März. Der Zaun wurde am 6. April wieder abgebaut, die Ergebnisse entsprachen weitgehend denen der letzten Jahre. Tagesaktuelle Statistik 2002...

Kontakt für Medien und Interessenten: LBV Engelsberg, z.Hd. Wolf Eiblmayr, Tel. 0 86 34-53 62, 086345362-0001@t-online.de.


Haßfurt (Landkreis Haßberge)

Die Kreisgruppe Haßberge des Bund Naturschutz (BN) betreut Amphibienzäune mit einer Gesamtlänge von rund 5000 Metern. Dabei wurden in den letzten 20 Jahren mehr als eine halbe Million Frösche, Kröten und Molche gerettet. Mehr...

Kontakt: BN Haßberge, Tränkberg 6, 97437 Haßfurt, Tel. + Fax 0 95 21-71 13.


Hof (Stadt und Kreis Hof)

Die BN-Kreisgruppe Hof betreut einen Amphibienzaun im Stadtgebiet Hof an der Ortsverbindungsstraße zwischen Wölbattendorf und Epplas, einen weiteren im Landkreis Hof an der Staatsstraße 2176 bei Benk. Wer Amphibienwanderungen auf Straßen feststellt, die noch nicht betreut und gesichert sind, kann diese jederzeit bei der BN-Geschäftsstelle melden.

Kontakt: Bund Naturschutz, Kreisgruppe Hof, Vorstadt 6, 95028 Hof, Tel. 0 92 81-1 63 06, Fax -23 71.


Holzkirchen (Landkreis Miesbach)

Die BN-Gruppe Holzkirchen betreut zwei Amphibienschutzzäune an der Staatsstraße 2073 nach Dietramszell im Bereich Teufelsgraben mit insgesamt 500 Meter Länge. Dabei arbeitet der Bund Naturschutz eng mit dem Landratsamt Miesbach zusammen. Insgesamt wurden 2001 rund 1500 Amphibien gezählt. Mehr...

Kontakt: BN Holzkirchen, Wallbergstraße 15, 83607 Holzkirchen, Tel. 0 80 24-4 77 49 72, Fax -4 77 49 71. Amphibienschutzkoordinator ist Helmut Schneider.


Kahl am Main (Kreis Aschaffenburg)

Der LBV Kahl betreut seit 1986 eine Amphibienquerung an der Staatsstraße 2305 auf der Höhe von Schloss Emmerichshofen. Es handelt sich um eine stark befahrene Straße mit Mischwald auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein etwa ein Hektar großer Schlosssee, der durch einen schmalen Wiesen- und Waldgürtel zur Straße hin abgegrenzt ist. Der Krötenzaun besteht aus rund 30 Zentimeter breiten Streifen in aus glasfaserverstärktem Kunststoff in Wellenform, also wie Wellblech geformt. Der Zaun wird mit selbst gefertigten Häringen in aus Monier-Eisen aufgestellt. Zaunlänge etwa 1000 Meter auf der Hinlauf-Seite und rund drei Wochen zeitversetzt 600 Meter auf der Rücklauf-Seite.

Die Aktion wird vom Landschaftspflegeverband des Kreises Aschaffenburg finanziell unterstützt. Die Anfangspopulation war unter 1000 Tieren, in den letzten Jahren hat der LBV regelmäßig etwa 3000 Tiere über die Straße getragen, fast ausschließlich Erdkröten und einige wenige Teich- und Grasfrösche. Das bisher größte Sammelergebnis an einem einzigen Tag waren im Jahr 2001 400 Erdkröten. Dieses Jahr wurde der Zaun am 12. Februar aufgestellt, bis Anfang März waren etwa 800 Tiere eingesammelt. Helfer zum Errichten des Zaunes und beim Abbau sowie für das Sammeln sind immer hochwillkommen.

Kontakt für Interessenten und Medien: LBV Kahl, Anne Böhme, Ober der Sandmühle 14, 63796 Kahl, Tel. 0 61 88-90 06 83, Fax -90 06 84, dietrich.boehme@t-online.de.


Karlstein am Main (Kreis Aschaffenburg)

Die Vogel- und Naturschutzgruppe Karlstein betreut seit 1997 einen 700 Meter langen flexiblen Amphibienzaun (Marke Schwegler). Der Zaun wurde von der Gemeinde gekauft, das Landratsamt bezuschusste. Für die Laichwanderung wird der Zaun an der Straße entlang der Kipp aufgestellt (aufgeschütteter Erdaushub einer ehemaligen Braunkohlegrube - überwiegend Kiefernwald). Das Laichgewässer ist der Gustavsee auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Gustav im Eigentum der RWE. Kipp und Gustavsee liegen etwas 600 Meter voneinander entfernt und werden von zwei stark befahrenen Straßen durchschnitten. Für die Rückwanderung wird der Zaun im Seegelände aufgestellt und bei Bedarf bis Ende April betreut. Es werden jährlich rund 3.500 Erdkröten gerettet, außerdem kommen Molche vor, die den Zaun allerdings überklettern.

Kontakt: Vogel- und Naturschutzgruppe Karlstein, Lieselotte Oster, Hahnenkammstraße 20a, 63791 Karlstein am Main, Tel. 0 61 88-52 55 oder -76 36, rockmueller@t-online.de.

Zwischenstand 4. April: In Karlstein wurde der Zaun am 5. Februar aufgestellt. Es kamen bisher nur 1200 Kröten zusammen - gegenüber 3200 im Vorjahr. Obwohl seit dem 22. März kein einziges Tier mehr in die Eimer ging, hoffen die Amphibienschützer, dass doch noch einmal ein Schub kommt. Die Nachttemperaturen sind inzwischen zwar wieder krötenfreundlich, es ist aber extrem trocken und auch recht windig.


Kirchehrenbach (Kreis Forchheim)

An der Kreisstraße 11 zwischen Kirchehrenbach und Leutenbach betreut die BN-Gruppe Kirchehrenbach einen 750 Meter langen Amphibienzaun, den das Tiefbauamt des Landeskreises jedes Frühjahr aufbaut. Im vergangenen Jahr wurden hier mehr als 15.000 Grasfrösche, Erdkröten, Berg- und Teichmolche eingesammelt und über die Straße zum bereits 1981 vom BN angelegten Laichweiher oberhalb des Rumplerschen Fischteiches getragen. Mehr...

Kontakt: Bund Naturschutz Kirchehrenbach/Weilersbach, z.Hd. Anette Grün, Tel. 0 91 99-15 20.


Pfaffenhofen (Kreis Pfaffenhofen)

Der Bund Naturschutz (BN) betreut im Kreisgebiet insgesamt 14 Krötenübergänge, an denen im vergangenen Jahr fast 12.000 Amphibien zusammen kamen. Das Wandergeschehen begann 2002 bereits Anfang Februar mit ein paar Grasfröschen. Ausführliche Berichte und Statistiken zum Amphibienschutz sowie eine Karte der Amphibienzäune gibt es auf der Homepage des BN Pfaffenhofen.

Daten 2001:

 
Erdkröten
Grasfrösche
Bergmolche
Teichmolche
insgesamt
Nötting
1.750
11
0
1
1.762
Scheyern
12
2
0
0
14
Priel
962
141
14
12
1.129
Rohr/Waal
3.749
9
7
5
3.770
Güntersdorf
597
0
144
180
921
Herrnrast
308
0
0
3
311
Siebenecken
29
1
0
0
30
Weiherhaus
634
0
15
0
649
Zweckhof
414
0
3
0
417
Wangen
1.265
4
27
21
1.317
Haushausen
805
29
186
147
1.167
Manching
157
0
0
0
157
Niederlauterbach
79
24
0
0
103
 
10.761
221
396
369
11.747

Kontakt: BN-Kreisgruppe Pfaffenhofen, Riederweg 6, 85276 Pfaffenhofen, Tel. 0 84 41-7 18 80, Fax -80 44 20, bund.naturschutz@pfaffenhofen.de.

Zwischenstand: Aus Nötting meldet der BN vom 9. März (nach 2 mm Regen in der Nacht) 200 Erdkröten und 4 Grasfrösche, vom 10. März 42 Erdkröten und vom 12. März 3 Erdkröten und 1 Bergmolch.


Sengenthal (Kreis Neumarkt in der Oberpfalz)

Vom 1. März bis Ende April sperrt die Kommune zum Schutz der wandernden Amphibien ihre Ortsverbindungsstraßen Reichertshofen-Sengenthal zwischen dem Sportplatz Reichertshofen und der B 299 sowie zwischen Sengenthal am Anger und Weichselstein. Die Sperrung gilt jeweils zwischen 19 und 6 Uhr. Jährlich überqueren mehrere Hundert Kröten die Straßen auf dem Weg zum Ganslweiher und zu den Weichselsteiner Weihern. Obwohl in den Jahren zuvor mehrere hundert Meter Krötenzäune aufgebaut waren, wurden immer noch viele Kröten überrollt und getötet. Kontakt: Gemeinde Sengenthal, c/o Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt i.d. Opf., Bahnhofstraße 12, 92318 Neumarkt, Tel. 0 91 81-50 28, Fax -2 24 79.


Weißenburg (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen)

Die LBV-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen (hier Ortsgruppe Weißenburg) betreut seit 1995 drei Amphibienzäune:

1. Gemeindeverbindungsstraße zwischen Weißenburg und Niederhofen, Bereich Rohrwalk-Gänswirtshaus. 600 Meter Amphibienschutzzaun aus Kunststoff der Firma Maibach. In diesem Abschnitt befinden sich drei Amphibientunnel. Bevor der Kunststoffzaun angeschafft wurde und im Rahmen eines Radwegbaus die Krötentunnel in die Straße eingebaut wurden, hatte der LBV hier einen Holzzaun aufgestellt. Die Wanderungszahlen lagen zwischen 500 und 700 - ausschließlich Erdkröten. Seit Einbau der Tunnel kann eine zahlenmäßige Erfassung durch den Einsatz von Eimern nur in den Randbereichen stattfinden. Hier schwankten die Zahlen sehr stark zwischen 100 (in den Jahren 1998 und 2000) und 400 im Jahr 2001. Der Großteil der Amphibien unterquert in den drei Tunneln die Fahrbahn, die eine Länge von 350 bis 400 Metern Straße abdecken. Aus diesem Grund können hier keine Gesamtzahlen genannt werden, die erfassten Exemplare spiegeln lediglich wider, ob ein gutes oder ein schlechtes Jahr ist. Zaunaufbau war am 8. März.

2. Gemeindeverbindungsstraße Kehl-Kreuzwirtshaus. Betreuung seit 1995. 200 Meter Amphibienschutzzaun aus Kunststoff der Firma Maibach. Hier querten überwiegend Erdkröten die Fahrbahn. 1998 und 1999 waren es jeweils knapp 350, 2000 knapp 200, 2001 knapp 3000, dazu jeweils einige Molche, maximal 30 im Jahr 1999. Zaunaufbau war am 8. März.

3. Kreisstraße WUG 14 zwischen Nennslingen und Syburg. Betreuung seit 1996. 200 Meter Amphibienschutzzaun aus Kunststoff der Firma Maibach. 1998 waren es 216 Kröten, 14 Frösche, 83 Molche. 1999: 185 Kröten, 16 Frösche, 66 Molche. 2000: 163 Kröten, 61 Frösche, 51 Molche. 2001: 357 Kröten, 19 Frösche, 160 Molche.

Die Zäune liegen auf 400 Meter Meereshöhe (Niederhofen) beziehungsweise 500 Meter (Kehl). Die Waldgebiete, aus denen die Amphibien zuwandern, reichen sogar bis 630 Meter Höhe. Bis einschließlich 9. März wurden deshalb noch keine Wanderungen festgestellt.

Kontakt: LBV Weißenburg, Walter König, Am Klingengraben 22, 91781 Weißenburg, Tel. 0 91 41-54 94, koenig.w@vr-web.de.

Neben dem LBV ist im Kreis auch der Bund Naturschutz im Amphibienschutz aktiv. Der BN betreut an der Bundesstraße 13 einen rund einen Kilometer langen Amphibienschutzzaun, der in diesem Jahr am 4. März aufgebaut wurde. Kontakt: BN Weißenburg, Wolfgang Federschmidt, Dr.-Horst-Lenz-Straße 22, 91781 Weißenburg, Tel. 0 91 41-16 86.